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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-02-25 · 8 (25.2.1898) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
8 (25.2.1898)
Date
1898-02-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 154 Vr. Vloch » MochrnkrhrM Nr. 8 Asien. Am 14. d. M. fand im Palais des Ministeriums des Aeußern beim Grafen Goluchowski eine glänzende Soiree statt, die durch die Anwesenheit des Kaisers ausgezeichnet wurde und alle Notabilitäten Wiens vereinigte. Unter den Geladenen bemerkte man die Herren Baron Oppenheimer, Albert Freiherrn von Rothschild, Hofrath Mtter von Hahn, Oberregisseur Adolf Mtter von Sonnenthal. Wien. 15. Februar. Der Kaufmännische Unterstützungs- Verein „Osten" hält-am 26. d. M. um 7,8 Uhr Abends in seiner Kanzlei ll., Hammer-Purgstallgasse 1, Restaurant Guth, seine XXI. Generalversammlung ab. Wien. Samstag, den 19. d. M. fand im Saale des Wiener kauftuännischen Vereines ein Geselligkeitsabend des Vereines „Bukowina" statt, bei welchem auch Herr Obercantor Kläger einige Balladen zum Vortrag brachte. Die Zuhörer wären von dem Vortrage K l ä g e r's entzückt, er versteht seinen prachtvollen Bariton mit künstlerischem Geschick zu behandeln. Herr Kläger erschien immer und immer wieder, um für den Beifall zu danken. Wien. (Spende n.) Zur Linderung der Roth des Schutzbefohlenen des Herrn Lederer in Theussing : Von I. L. F. 9 fl. 1.—, von der Chewra-Kadischa und jüdischen Armencassa in Tachau je fl. 1.—, zusammen fl. 3.—. Wie«. (Concert-Voranzeige.) Fräulein Grethe Modlinger, die geschätzte Sängerin, veranstaltet am 10. März ihren diesjährigen Lieder-Abend im Saale Ehrbar unter Mitwirkung erster Kunstkräfte und hat ein überaus interessantes, reickhaltiges Programm zusammengestellt. Fräulein Modlinger ist die einzige Tochter des greisen Gelehrten Modlinger, welchen dauernde Kränklichkeit an das Lager fesselt. Die Redaction dieses Blattes erachtet es für ihre Pflicht, die Karten-Abnahme zu diesem Lieder - Abende zu empfehlen. Billette bei A Rose, I., Kärntnerring 11. Wien. Im Bethause des Talmud-Thora-Vereines, II., Malzgaffe 16, wird Sonntag den 27. Februar um 6 Uhr Abends für den verewigten Vereinsrabbiner I. B. Kohn s. A. eine Trauerandacht (Hesped) abgehalten. Wie«. (Ottakring.) Samstag den 5. März 1898 feiert Herr Leopold Kohn, der Besitzer der bekannten Restauraration in Ottakring, seinen 70. Geburtstag. Herr Leopold Kohn ist der älteste Tempelvorstand in Ottakring, hat sich um den Bau des Tempels im XVI. Bezirke besondere Verdienste erworben und ist seit länger als 30 Jahre uneigennützig B a l- T e k e o im Ottakringer Tempel. Selbst im hohen Alter ist Herr Leopold Kohn als Tempelvorstand thätig und ein eifriger Förderer humanitärer Vereine. Aus diesem Anlasse wird, wie wir hören, dieser Mann'an diesem Tage sowohl vom Tempelvorstande des XVI. Bezirkes als von anderen Körperschaften besonders geehrt werden. Wie«. (Gustav Ritter v. Leon.) Unter großer Betheiligung der industriellen und finanziellen Kreise, sowie der Wiener Gesellschaft ist die Leiche des Großindustriellen kaiserlichen Rathes Gustav Ritter von v. Leon. Chefs der Firma R. PH. Waagner, zu Grabe getragen worden. Um 10 Uhr wurde der Sarg, den schöne Kränze schmückten, gehoben und der Trauerzug setzte sich nach dem Centralfriedhofe in Bewegung. In der Ceremonienhalle widmete Oberrabbiner Dr. Güdemann nach Recitirung der Trauergesänge durch Obercantor Singer, dem Verblichenen einen warmen Nachruf, worauf die Leiche in der Familiengruft beigesetzt wurde. Unter den zahlreichen Trauergästen bemerkte man den FZM. v. Hauptmann, den Sections- Chef v. Herz, die Hofräthe v. Hahn und Eger, den Handelskammer-Präsidenten Mauthner, die Directoren Taussig und Borkenau, die Großindustriellen Böhler und Schefftel, sowie viele andere Vertreter der Industrie und der Finanzwelt. Wien. (Todesfall.) Am 20. d. M. wurde unter zahlreicher Betheiligung ein hoffnungsvoller junger Mann, Herr Wilhelm Lichtenstein, zu Grabe getragen, den der Tod in Ausübung seines Berufes auf einer Geschäftsreise in seinem 25. Lebensjahre ereilt hatte. Der Verblichene, ein Sohn des allgemein geachteten Herrn Sigmund Lichtenste'in, VII., Andreasgaffe 7, war der Stolz und die Hoffnung seiner Eltern und berechtigte zu den schönsten Erwartungen. An der Bahre hielt Oberrabbiner Dr. Güdemann einen erschütternden Nachruf. Das Mitgefühl für die tiefgebeugte Familie gab sich in zahlreichen Beweisen innigster Theilnahme kund. Wien. (A k a d e m i e des Frauen-Wohlthätigk e i t s v e r e i n s „I o s e f st a d t".) Ein rastlos strebender Verein, der immer höhere Ziele verfolgt, dessen Actionen immer größere Dimensionen annehmen — kurz, ein Verein, der dem Ideal eines Frauen- Wohlthätigkeitsvereins möglichst nahe zu kommen versucht. Und auch im Faschingsleben kann bei diesem Verein ein großer Fortschritt constatirt werden. Die Arrangeure können auf ihren letzten Samstag im Musikvereinssaal errungenen Erfolg stolz sein. Den Abend eröffnete eine von Professor Egmont P l o w i tz mit Geschmack und Verstänoniß zusammengestellte Akademie. Nachdem Herr Kramer einen Prolog gesprochen, hörte man die Opernsängerin Fräulein Clotilde W e n g e r. Die junge Dame, eine Schülerin der Frau M a. t e r n a — die Künstlerin verfolgte von einer Loge aus mit gespannter Aufmerksamkeit den Vortrag ihrer Schülerin — besitzt eine ungemein wohllautende, starke und geschulte Stimme. Der Beifall, den sie und ihr geschickter Begleiter, Herr Sigmund G r ü n f e l d, erhielten, war ein einmüthiger. Dann folgte das Quartett B a ch r i ch mit seinen gelungenen Vorträgen. Hofopernsängerin Frau E l i z z a sang die Arie des Cherubin aus „Figaro's Hochzeit" und eine ganze Reihe von Liedern. Fräulein Pepi Glöckner brachte in ihrer gewohnten Weise Leben und Lachen in das Auditorium; nach ihr kam Herr K r a m e r vom Deutschen Volkstheater und zum Schlüsse die humoristischen Vorträge des Herrn T r e ß l e r vom Burgtheater. An die Akademie schloß sich ein animirter Ball, der bis zur vorgerückten Morgenstunde sein unverändertes Animo beibehielt. Aus dem umfangreichen Comitä nennen wir die eifrige Präsidentin Frau Amalie Beck, den Obmann L. G u t tm a n n, seine Stellvertreter I. Bernfeld und L. W a l d st e i n, den artistischen Leiter Professor P l o w i tz, sowie die Herren Otto Hirsch, Alfted Politzer, Arthur und Eugen K m e n t, sowie Herrn Max L o e b e l l - M a t i a s, die mit Aufopferung für das Gelingen des Festes thätig waren. Die Tanzmusik besorgten die Einundsechziger; die Widmungen „Die Josefstädterin" von Egmont P l ow i tz und „Amalien-Walzer" von Capellmeister Sommer fanden verdienten Beifall. Den Tanz, den R a b e n st e i n e r arrangirte, eröffneten folgende Paare: Otto Beck mit Camilla Mallowan, Alfred Politzer mit Olga Beck, Otto Hirsch mit Rosa Falk, ° Julius Goldschläger mit Lydia Plowitz, Otto Schattet mit Anny Bauer, Paul Klempner mit Melanie Bauer, Dr. Friedrich Aufricht mit Elsa Deutschland, Josef Reschovsky mit Julie Fischer, Arthur Kment mit Irma Grünwald, Otto Klatscher mit Minna Kohn, Egon Packony mit Sofie Paschkis, Gustav Steiner mit Josefine Peritz, Carl Friedmann mit Fini Schwarz, Alfred Morawetz mit Melanie Spitzer, Jaques Marauschis mit Elsa Theumann, Dr. Wechsberg mit Irma Theumann, Max Wolf mit Laura Theumann u. s. w. Wien. (Humanitärer Geselligkeits-Berein „Rudolfsbund".) Mit dem am 5. März in Riedl's Prachtsaale im Hotel „Bairischer Hof" stattfindenden Wohlthätigkeits- Kränzchen schließt dieser Verein die heurige Saison. Die Damenspenden bilden eine reizende Neuheit, auch für besondere Ueberraschungen am Abend ist gesorgt. Karten sind bei sämmtlichen Ausschußnnd Comiw-Mitgliedern sowie in den durch Plakate erkenntlichen Verkaufsstellen zu haben. Wien. (C o n c e r t Meitner.) Montag den 21. Februar 1898 fand im Bösendorfersaale das Concert der Pianistin Gusti Meitner statt. Die Künstlerin erntete für ihre ausgezeichneten Leistungen lebhaften, wohlverdienten Beifall und machte der Schule Door's, aus der sie hervorgegangen ist, alle Ehre. Sie spielte ein großes Programm ganz allein — ohne fremde Füllnummern — und es gelang ihr, die Aufmerksamkeit des Publicums festzuhalten, von Beethoven bis zu den modernen, eleganten Saloupikanterien. Sie verfügt über beinah männliche Kraft, aber auch über weibliche Grazie und ihr Passagenwerk stürmt unaufhaltsam dahin, wie ein entfesselter Bergstrom. In den Pianissimostellen enthüllt sie die zärtlichsten Heimlichkeiten der singenden Taste. Ihre Technik ist bedeutend, und die geistige Beherrschung der Tonstücke läßt fast nichts zu wünschen übrig. Die junge Dame wird sich bald eine erste Position im Wiener Musikleben errungen haben. Ihr liebenswürdig bescheidenes Auftreten bei so eminentem.Können erschien nur geeignet, den günstigen Eindruck, den man von ihr gewann, zu erhöhen. F. Wien. Hernals, im Februar 1898. In der am 25. Jänner d. I. stattgefundenen Generalversammlung des Vereines „Gemiles Chesev" wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Heinrich K o r n m e h l, Samuel ^E p st e i n, Sigmund Weiler, Bernhard Sonnenschein, S. Falek, Isidor Berkowitz, Moriz Auspitz, Rudolf Feiertag, Julius Jungmann. Auf einstimmigen Beschluß des Ausschusses in seiner am 30. Jänner abgehaltenen Sitzung sprach am 10. d. M. eine aus den Herren K o r n m e h l, E p st e i n und Weiler bestehende Deputation bei Herrn Dr. Lieben, dem Secretär der Cultusmeinde, vor, um demselben zur Feier seines 25jährigen Dienstjubiläums zu gratuliren. Auf die Ansprache des Herrn E P-

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