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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-02-18 · 7 (18.2.1898) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
7 (18.2.1898)
Date
1898-02-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 138 Vr BUntz's WochrnsttzrM Nr. 7 Bekanntlich ist Bar Kochba der letzte jüdische König, welcher zur Zeit Hadrians siegreich gegen die römischen Bedrücker des jüdischen Volkes auftrat, Sieg für Sieg gegen dieselben erfocht, die meisten jüdischen Städte vom römischen Joche befreite, von Akiba als Messias und König der Juden ausgerufen wurde und sich gegen die Uebermacht der Römer drei Jahre in der Hauptstadt seines Reiches „Bethar" behauptete, bis diese Stadt durch Berrath von den Römern eingenommen wurde und Bar Kochba als Held bei der Erstürmung dieser Stadt fiel. Der Dichter unternimmt es in diesem Epos, welches ein Buch von über 400 Seiten ausfüllt und über 7000 Verse enthält, in 12 .Gesängen mit Prolog und Epilog, die Heldenlaufbahn Bar Kochba's, deffen Siegesthateu und tragischen Fall zu schlldern und schiwert hiemit selbstverständlich das tragische Schicksal des letzten jüdischen Staates. Der kurze Raum dieser Anzeige gestattet nicht, den ausführlichen Inhalt dieses Epos anzugeben, es dürfte jedoch den kundigen Lesern genügen, aus dem bloßen Titel der einzelnen Gesänge den inneren Zusammenhang dieses großartigen Epos sich vorzustellen. Der Prolog ist betitelt: „An der Tempelmauer", I. Gesang enthält die Begegnung Hadrians und Bar Kochbas am Berge Garizim; der IL Gesang die Volksversammlung in Bet Rimon, der Hl. Gesang Bar Kochba's Meditationen unter dem Titel „Zwischen Gräben"; der IV. Gesang, die Berufung Bar Kochba's unter dem Titel „Der Auserwählte Gottes"; der V. Gesang ist betitelt „Die Heerschaaren des Herrn"; VI. Gesang „Tur Simon"; VII. Gesang „Neu - Jerusalem"; VIH. Gesang „König und Messias"; IX. Gesang „Bar Kochba und Bar Kosiba"; X. Gesang „Der Schatten des Scheol"; XL Gesang „Die alte Wölfin" (Rom); AI. Gesang „Der Fall Bethars" und das Gedicht schließt ab mit einem Epiloge: „Akiba's Vision der Zukunft und Kaddisch". In tief ergreifender Weise schildert in diesem Epiloge der Dichter eine Vision Akiba's während seiner gräßlichen Todesmarter, in welcher dieser Geistesheld die Zerstreuung Israels nach allen Weltgegenden und die Verfolgung des jüdischen Volkes voraussieht und dieser Epilog schließt mit dem Kaddisch (dem bekannten Gebete für die Tobten), welchen Hymnus Akiba vor dem Aushauchen seiner Seele ausspricht, ab. Schreiber dieser Zeilen hat es unternommen, einige Gesänge dieser großartigen Dichtung in's Deutsche zu übersetzen, während der Zeit, als dieselben in dem alljährlich unter der bewährten Redaction des Herrn Carl Fischer, Magistratsbeamter in Prag erscheinenden böhmisch-jüoischen Kalender (OsokcstLckav-'IrF LaleuäLk) czechisch erschienen. In der nächsten Nummer dieser Zeitschrift wird eine Probe dieser Uebersetzung, nämlich der IV. Gesang („Der Auserwählte Gottes), gegeben werden. Dr. Josef 2 a l u d, Landtagsabgeordneter. Auf mehrfache Anfragen. Das in Nr. 1 der „Oesterreichischen Wochenschrift" aus der Feder des Dr. David so überaus günstig besprochene Werk: „Bilder aus dem Leben jüdischer Sträflinge" ist nur von dem gezeichneten Verfasser gegen frühere Einsendung von 60 kr. ö. W. oder 1 deutsche Mark in Briefmarken zu beziehen. Nach Erhalt des Preises erfolgt sofortige Franco-Zusendung in Kreuzband. Abr. Guttmann Galgöcz, Neutraer Comitat, Ungarn. Das"im Verlage der Buchhandlung Samuel W. Pascheles in Prag, Zeltnergasse erschienene, von Witwe Marie Kauders verfaßte, weitverbreitete Kochbuch „Erste israelitische Kochschule" wurde auf der unter dem Protectorate Ihrer Majestät der Kaiserin stehenden II. internationalen Kochkunstausstellung in Wien mit dem Anerkennungs- Tiplome ausgezeichnet. Briefkasten. Abonnent Dorna-Watra. Wahlberechtigt sind blos Diejenigen, welche zur Erhaltung der Cultusgemeinde etwas beitragen. Adolf Thausky, Obmann des Bethausvereines Landstraße. Sie beschweren sich, daß das Costumefest des Vereines „Kinderschutz" für Freitag Abend anberaumt worden ist. Indessen ist der Verein „Kinderschutz" kein „jüdischer", sondern ein i n t e rconfessioneller Wohlthätigkeitsverein. May. Der betreffende Schriftsteller ist Antisemit. L. in Wien. Hotel Bauer, Wallensteinstraße 6, hat keine koschere Restauration. Adolf König, Cultusvorsteher, Mißlitz. Wir bestätigen über Ihren Wunsch, daß der von Ihnen gewählte Rabbiner Hörer des „Wiener Rabbiner-Seminars" war. „Zahlenfreund". Professor Wagner Ritter v. I a u r e g g, der ausgezeichnete Statistiker, zählt in Oesterreich dermalen die erschreckend hohe Ziffer von 17.000 Cretins. Das hängt, wie Sie richtig bemerken, unbedingt mit der zunehmenden antisemitischen Bewegung eng zusammen, deren vertrottelnder Wirkung ohnehin denkschwache Hirne sich nicht entziehen können. Samuel Steinhaus in Uman, Gouv. Kiew. Ihre Zuschrift hat uns rechterfreut. Sie schreiben: „Ich finde in Ihrer Zeitung großen und warmen Antheil an allem Jüdischen. Ich kann nicht umhin, meine Freude zu äußern, und ich hoffe, daß ich Ihre Zeitung gegen keine andere jemals wechseln werde." — Nummer 2 abgesendet. — Jüdische Buchhandlungen in Wien: Jos. Schlesinger, L, Seitenstettengaffe 5. — Bändler und Hirschler, I., Rabenplatz. Wien. S. Louchet. Hier Ihr Gedichtchen: „Der e in z i g e. W e g. Lieber Freund, sei nur nicht faul, Ueb' Dich fleißig in Geberden, Wetzst Du noch dazu Dein Maul, Kannst Du Bürgermeister werden. Bist Du einer, laß Dir dann Werkelmärsche componiren, Daß das Volk sie singen kann, Willst Du es zur Wallfahrt führen. Brauchst Du Geld, dann darfst Du nicht Mit den Inden hadern, zanken; Kriegst Du keins, ist's Deine Pflicht Zu beschimpfen „Judenbanken". Nur ein Maul! Du brauchst nichts mehr — Und mein Freund, ich wette, Du machst sicher Carriere, Trägst die gold'ne Kette." Nizza, Arthure L—r. Dank für den Ausschnitt: „Auch in Nizza, der ewig vergnüglichen Stadt, fragt Einer den Andern: „Glauben Sie, daß D r e y f u s unschuldig ist?" Leider neigt die Mehrheit ihr Haupt der mächtigen Windrichtung zu. Einzelne Schriftsteller, wie Paul B o u r g e t und Moritz B a r r ö s, die hier arbeiten wollten, werden solange besucht, bis auch sie sich äußern. Manche sind so fanatisirt, daß sie die Meinung äußern: „Selbst wenn Dreyfus unschuldig ist, muß der Autorität der Armee zu Liebe das erste Urtheil aufrecht erhalten bleiben." Also statt der Unfehlbarkeit des Papstes diejenige der Macht!" Ludwig Kohn, Karlsbad. Ueber Ihren Wunsch nehmen wir gern zur Kenntniß, daß Herr Apotheker Lippmann bereits zwei jüdische Angestellte hatte, als er zwei anders Provisoren christlichen Bekenntnisses suchte. Wir constatiren nach Ihrem Wunsche, daß Herr L. ein ehrenhafter Charakter und kein Antisemit ist. Wien, „St". Daß die Wiener Börsekammer dem verstorbenen Dutschka gerade einen Kranz aus weißen Nelken auf den Sarg legte, finden wir mit Ihnen ungemein sinnig. Auf den „Pflanz" verstehen sich die Herren wohl besser, als auf die Pflanzen! „G. H." Der Pariser Correspondent des „Deutschen Volksblatt" scheint ein Capitalskerl zu sein! Seine Kenntniß der französischen Sprache ist ebenso bewundernswert!), wie seine Kenntniß französischer Verhältnisse. In einem brieflichen Berichte erzählt er, daß eine Anzahl Advocaten sich „in der Pas perdu" an den „Dr. B a t o n n i e r" mit einer Beschwerde gegen die Ovationen, welche das Barreau dem Angeklagten Zola bereitet, gewendet habe. Der Vorfaal des Schwurgerichtes wird die „8 alle de pas perdus", (Saal der verlorenen Schritte) genannt, weil daselbst dicke Teppiche den Schall der Fußtritte dämpfen. Der Correspondent macht aus diesem Saale einen einzigen „verlorenen Schritt", indem er statt der Mehrzahl die Einzahl gebraucht. Noch lustiger ist die Entdeckung des Dr. Batonnier. Man nennt den Doyen des Pariser Barreaus den „batonnier" (Stabträger). Diese Function bekleidet gegenwärtig der Advocat P l o y e r. Der Gewährsmann Vergani's tauft den Maltre Ployer in „Dr. Batonnier" um! — Entweder fabricirt sich Herr Vergani seine Pariser Correspondenzen in Wien, wobei ihm die ergötzlichsten Schnitzer paffiren, oder sein dortiger Correspondent weiß genau soviel französisch, wie er selbst. Danksagung. Im Namen Gottes, der Jerusalem zu unserer heiligsten Glaubens- und Erinnerungsstätte gemacht hat, und im Namen Tausender Seelen, welche in den österreichischen Gemeinden Palästinas, wohnen, sage ich hiemit dem hiesigen Comite für Palästina insbesondere Sr. Ehrwürden dem Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann den innigsten Dank für die warme Theilnahme und Unterstützung, die sie für das Wohl der genannten Gemeinde und ihrer Bevölkerung bewiesen haben. Das Comitö hat damit

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