Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 6 (11.2.1898)
- Date
- 1898-02-11
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021223-3021230--07561-3031895- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 116 Vr. Vwch » MochrnIchrM Nr. 6 Brunner, der sich selbst übertroffen und ein Kunstwerk vollendet hat, das auf jeher Ausstellung mit dem e r st e n Preise prämiirt werden müßte. Brunne r, der I., Judengasse 12 logirt, wurde denn auch von den meisten Besuchern, die das Buch besichtigten, zu seiner Arbeit beglückwünscht. E. I. Wie«. (Jüdische akademische Lesehalle.) In der Ausschußsitzung vom 5. Februar wurde auf Antrag des Präsidenten Siegfried Rosen bäum, denk Curatorium des Fondes zur Förderung jüdisch-akademischer Zwecke, der durch Initiative des Herrn Dr. Hermann Fialla gesammelt wurde, für die zahlreichen Unterstützungen während des Vereinsjahres 1897 einstimmig der Dank votirt. Samstag den 5. d. M. hielt Herr Rabbiner Dr. K a h a u einen Vortrag über: „Die Abhängigkeit des Neuen Testamentes von dem Alten", der von den sehr zahlreich erschienenen Gästen mit großem Beifalle ausgenommen wurde. Samstag den 12. d. M. 7 Uhr Abends, wird Herr Director Iork-Steiner seine neueste Novelle „Mendele Klesmer" im Vereinslocale, IX., Müllncrgaffe 5, vorlesen. Wie«. (Fra uen-Woh lth äti g keits-Kränzch en.) Wie seit zwanzig Jahren wird auch Heuer, u. zw. am 27. Februar in Ronacher's Ballsaal der Frauen-Wohlthätigkeits-Verein für den 4. und 5. Bezirk ein Kränzchen arrangiren, dessen Reinertrag zur Bekleidung armer Schulkinder, Unterstützung kranker Frauen und dürftiger Familien dient. Unter der jungen Damen- und Herrenwelt, welche sich den Borstandsdamen des humanitären Vereines zur Vollziehung des edlen Zweckes angeschloffen hat, herrscht eine wahre Begeisterung für das diesjährige sehr amüsante Programm, das gleichzeitig einen so edlen Zweck verfolgt. Wien. Vorige Woche wurde der Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Dr. Adalbert Iohanny aus Mähr.-Ostrau vom Baron Albert Rothschild in Wien empfangen, um demselben für die der Stadtgemeinde Mähr.-Ostrau in so hochherziger Weise zum Zwecke des Baues eines Waisenhauses gespendete Summe per 150.000 fl. zu danken. Baron Rothschild empfing den Bürgermeister auf das Liebenswürdigste und erkundigte sich bei demselben eingehend um die communalen Verhältnisse Mährisch- Ostraus. Wie wir hören, wird an den Plänen des Waisenhauses gearbeitet. Wien. Der Verein der Kinderfreunde für den XVI. und XVII. Bezirk Wiens veranstaltete am Donnerstag, den 27. Jänner 1898, wie alljährlich, sein Costüme-Kränzchen in L. Gschwandner's Saallocalitäten, welches sich eines besonders zahlreichen Besuches erfteute und allseitige Zuftiedenheit erweckte. Um das Gelingen desselben machte sich das Vergnügungscomite mit dem Obmanne Herrn Albert Hohenberg, Tempelvorstand des XVI. Bezirkes, sehr verdient. Der Verein hat dem Kränzchen ein Reinerträgniß von über 500 fl. zu verdanken und kommt ihm dasselbe in seinem Bestreben, möglichst viele Schulkinder zu bekleiden, sehr zu statteu. Die bisher dem Vereine von Seite der Commune Wien gewährte Subvention von jährlich 100 fl. wurde diesmal ohne Angabe von Gründen entzogen, vermuthlich, weil sich unter den Spendern und Wohlthätern, welche seine segensreiche Thätigkeit gestatten, zu viele I u den befinden. Die Generalversammlung, die XVI. seit seinem Bestände, findet Samstag den 12. Februar 1898 in L. K o h n's Restauration, XVI. Bezirk, Hellgasse 7 um V28 Uhr statt. Wien. Am 2. d. M. fand im Restaurant Brcsnitz in der Großen Schiffgasse die Generalversammlung des Vereines „Marpe Lanefesch" statt. In Vertretung der Cultusgemeinde war Herr Doctor Berger erschienen. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes pro 1897 nahm der Obmann des Vereines Herr Adolf L e i t n e r das Wort und dankte dem anwesenden Vertreter der Cultusgemeinde im Namen des Vereines „Marpe Lanefesch" für deren jüngst bestätigtes Recht zur Bewilligung eines öffentlichen Bethauses. Ferner betonte derselbe den von echtem jüdischen Geiste erfüllten Wirkungskreis des Vereines, tvelcher im Verlaufe des Jahres an würdigen armen, kranken Leuten nach Thunlichkeit Wohlthaten ausübte, und daß allabendlich im Studium der heiligen Thora von Seite Sr. Ehrwürden dem Vereinsrabbiner Herrn F r i e d m a n n ein geistvoller Vortrag abgehalten wurde. Um die Förderung des Vereines haben sich besondere Verdienste nebst dem genannten Herrn Obmann auch die Herren Vorstandsmitglieder Ferdinand K 0 h n und Salomon Steiner, erworben. Nicht minder verdient das uneigennützige Wirken, des Rechtskonsulenten und Ehrenmitgliedes obigen Vereines Herrn Tr. Ascher eine Erwähnung. Auch wurde ein Zweigvcrcin zum „M a r p e L a n e f e s ch", lautend „Witwen- und Waisenfond" zur Unterstützung von Hinterbliebenen armer Mitglieder, gegründet. Zum Schluffe wurde der neue Vorstand, wie folgt, gewählt: Zum Obmann Herr Adolf L e i t n e r, zum Obmann-Stellvertreter Herr Jsaac R 0 s n e r, zum Cassier Herr Ferdinand K 0 h n, zum Cassier-Stellvertreter Herr Eduard H e r r m a n n, zum Schriftführer Herr Isidor L 0 w y, zum Schriftführer-Stellvertreter Herr W. Morgenst e r n, zum Controlor Herr Salomon Steiner, zum Controlor - Stellvertreter Herr Max Reich; in den Ausschuß die Herren Adolf Blau, S. K e ß l e r, Philipp K e l e t i, Heinrich R 0 s e n z w e i g, Simon Reiß, I. L. Z 0 llschan, Jacob Stern; zu Tempelvorstehern die Herren Mayer K a tz b u r g, Jacob Z 0 l l s ch a n, B. Groß, L. Schiller, Josef Steiner und I. S ch a f f a. Göding. Ende November v. I. stand in der Mnsikzeitung eine gute Kritik über Gesänge, welche Herr Obercantor G r ü n w a l d in Göding componirt und denk Herrn Carl G 0 l d m a r k gewidniet hat. Auch bekam Herr G r ü n w a l d von Herrn G 0 l d m a r k ein Schreiben, worin er die Harmonie der Gesänge sehr lobt. Lemberg. Auf die vacante Stelle eines Rabbiners in Tarnow wird der berühmte, intelligente Talmudist Herr Nathan Lewin, Rabbiner in Rohatyn, Schwiegersohn des berühmten Oberrabbiners Herrn Isaak S ch m e l k e s, candidirt und wurde erwähnter Rabbiner vom Tarnower Cultusvorstande zu einer Candidatenrede und Disputation für Samstag den 12. d. M. nach Tarnow eingeladen. Lemberg. Fräulein Dora Stäuber hat sich mit Herrn Oswald R a p p a p 0 rt verlobt. Dornawatra. Samstag Abend, den 29. Jänner, fand im Locale des Herrn K a h a n die Plenarversammlung des hiesigen israelitischen Wohlthätigkeits-Vereines „Nächstenliebe" statt. Der Obmann Herr Tauber erstattete den Rechenschaftsbericht pro 1897, der beifällig ausgenommen wurde. Sodann wurde die neue Wahl vorgenommen. Es erscheinen ins Präsidium gewählt: Obnrann I. D r u ck m a n n,. Stellvertreter B. Tauber, Seeretär I. Langer, Cassier E. Fleischer, Controlor A. S a l 0 m 0 n, T. F l 0 h r, E. H i r ) ch h a u t, I. R 0 z n e r, M. M e r d l e r Ausschußmänner; die Herren Schwarz, S e i d l e r, Klipper als Ersatzmänner. Hierauf wurde einhellig beschlossen, am 2. December a. c aus Anlaß des 50jährigen Regierungsjubiläums unseres allergnädigsten Kaisers einen Fcstgottesdienst abzuhalten und 100 fl. aus dem sehr dürftigen Vereinsfonde an die Armen zur Bertheilung zu bringen. Mit einem Hoch auf den Monarchen wurde die Versammlung geschlossen. Mißlitz. In der am 3. d. M. stattgehabten Vollversammlung der hiesigen Cultusgemeinde - Vertretung wurde Se. Ehrwürden Herr Dr. Moritz Bauer zum Rabbiner und Prediger unserer Gemeinde gewählt. Strakonitz. Herr Josef Zucker, der durch elf Jahre Cultusvorsteher der hiesigen Cultusgemeinde war, hat aus dieses Ehrenamt resignirt und wurde Herr Eduard Fürth einstimmig zum Cultusvorsteher gewählt. Boskowitz. Bei der Wahl der Gemeindevertretung der Israeliten gemein de Boskowitz wurden gewählt: zum Bürgermeister Herr Daniel Eisler, zu Gemeinderäthen die Herren Emil Ungar, Georg T i ch 0, Albert Pasch und Israel Werner. Mähr.-Weißkirchen. Am 30. v. M. fand die Generalversammlung des hiesigen Frauenvereines statt. Der Verein hat unter der ehrenwerthen Präsidentin Frau Kathi B e n n i s ch trotz seines kurzen Bestandes Vieles geleistet. Leider kann selber wegen schwacher Finanzverhältniffe nicht allen gerecht werden, weil mehr Ansprüche, als er in der Lage ist zu erfüllen, an den Verein gestellt werden. Es ergeht daher nicht nur an die hiesigen, sondern auch an die auswärtigen wohlthätig Gesinnten die höfliche Bitte, diesem so humanen Verein durch Unterstützungen zu helfen. Ans der Wahlurne gingen hervor die Damen: Kathi B e n n i s ch als Präsidentin, Ernestine D i t t l als Vicepräsidentin, Regine Singer als Cassierin. Als Ausschußmitglieder die Damen: Julie D i t t l, Friederike Haus, Ernestine S i l b i n g e r. Als Ersatzmitglieder: Jenny R i n d l und Rosa Frankl. Prag. Am 1. Februar starb hier im 74. Jahre ihres frommen, der unausgesetzten Bethätigung der edelsten Tugenden geweihten Lebens Frau Regina K 0 h n, geborene Jeiteles, die Gattin des berühmten Schriftstellers S. K 0 h n, des Verfassers von „Gabriel" und zahlreichen anderen viel gelesenen Romanen aus dem jüdischen Leben der Vor- und Jetztzeit. S. Kohn erleidet durch das Hinscheiden seiner getreuen Genossin einen herben Verlust. Der schwer geprüfte Greis darf des Antheils aller zahllosen Freunde seiner Schriften an seinem Schmerze gewiß sein.