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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-02-11 · 6 (11.2.1898) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
6 (11.2.1898)
Date
1898-02-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6 Vn Vloch's VochrnschrM Seite 105 laffung unerläßlichen zehn Factoren einninunt, während die Schriftgelehrten der Gerichtsbehörde die erste und dem Arzte die sechste Stelle einräumen. Ebenso alt ist die Vorschrift, sich nie unmittelbar nach der Mahlzeit hinzulegen. „Wer gegessen hat — bemerkt eine alte Boraitha — und nicht mindestens vier Ellen geht, dessen Essen geht in Verwesung über und erzeugt üblen Geruch." Zu den übrigen Stellen vergleiche Migdal os. z. St. Zu den socialhygienischen Partien des „Jad chasakah" gehört aber auch das System der Nahrungshygiene, die Principien der Terepha, der Melichah, insbesondere aber die Principien der Schechitah, deren strenge Beobachtung ebenfalls von modernen englischen Hygienikern den Gemeinden bestens empfohlen wurden. Vergleiche die Arbeit von Dr. Behrend in der bllnetdeentb. Lentui^, September 1889. Sie sei auch Herrn Schneider und den Herren Abgeordneten vom niederösterreichischen Landtage bestens empfohlen. Dr. F. Der holländische Kriegsminister gegen die Schächthetze. Das holländische Kriegsministerium hat unter dem 11. October 1897 „Verordnungen für die Lieferung von Lebensmitteln an die Armee" erlassen und in Artikel 21 folgendermaßen verfügt: „Das Schlachten hat der Lieferant zu veranlassen, ohne dafür eine Vergütung beanspruchen zu können. Die zum Schlachten nöthigen Geräthschaften werden vom Staate zur Verfügung gestellt. Die Rinder müssen ausschließlich du rchden Halsschnitt geschlachtet werden. Dieser hat stattzufinden an den Weichtheilen des Halses, ungefähr 10 Centimeter unterhalb des Kehlkopfes. Die Weichtheile sind dabei bis an die Wirbelsänle durchzuschneiden. Das Schlachten muß durch eine ununterbrochene, durchlaufende, hin- und hergehende Bewegung des Messers ausgeführt werden, ohne daß dabei irgend ein Druck auf den Rücken des Messers ausgeübt wird. Das Durchstecken des Messers zwischen Luftröhre und Schlund oder das Hineinstecken desselben unter die Haut ist ebenfalls verboten." Also, genau so wie sein deutscher College, hat der holländische Kriegsminister das Schächten für alle Fleischlieferungen an die Armee obligatorisch eingeführt, und zwar werden — sicherlich ein verstärkter Beweis für die Thierqnälerei der jüdischen Schlachtmethode! — nicht etwa nur der Halsschnitt, sondern mit minutiöser Genauigkeit auch jene fünf Specialvorschriften, welche unser Religionsgesetz anordnet, zur Pflicht gemacht. Kann danach noch ein Zweifel bestehen, daß es eine staatsrettende That ist. „das Verbot alles Schächtens ohne vorhergegangene Betäubung ausnahmslos durchzuführen? Jugendleetüre. Zum Capitel der Jugendleetüre schreibt ein reichsdeutsches Fachblatt: „Nur die Unbedachtsamkeit muß aushören, die auf diesem Gebiete in beinahe bösartiger Weise eingerissen ist. Die zärtlichsten Eltern, die ihre Kinder vor jedem rauhen Luftzuge hüten, sind von einer erschreckenden Gleichgiltigkeit, die einzig durch Gedankenlosigkeit einigermaßen entschuldigt werden kann, wenn es sich darum handelt, für die Lectüre der Kinder, für ihre geistige Nahrung zu sorgen. Daß sie auf den schönen Einband der Bücher, die sie den eigenen Kindern in die Hände geben und den Kindern Anderer zum Geschenk machen, vorzugsweise sehen, daß sie auf Illustrationen, Ausstattung und namentlich Umfang Werth legen, ist am Ende begreiflich. Auch darf ihnen nicht allzusehr angerechnet werden, daß sie keine peinliche Prüfung des Inhalts vornehmen, sondern sich damit begnügen, wenn sie auf dem Titelblatt die Bezeichnung „Jugendschrift" finden. In unseren Tagen aber sollte es eigentlich keinen erwachsenen Juven mehr geben, dem es unbekannt wäre, daß gegenwärtig bei uns kein Zweig der Literatur vorhanden ist, der nicht antisemitisch durchseucht wäre. Nicht einmal bei gelehrten Werken ist man sicher, nicht auf Spuren dieser Erkrankung zu stoßen, die unter allen Umständen auf einen sittlichen oder geistigen Defect deutet. Und die offen antisemitisch sich gebenden Bücher sind keineswegs die schlimmsten; sie tragen das warnende Giftzeichen, so daß man sich vor ihnen in Acht nehmen kann und selbst bei ihrem Gebrauch keinen Schaden nimmt. Viel schlimmer sind die Bücher, die sich heuchlerisch als objectiv geberden und das Gift des Antisemitismus heimlich ausspritzen. Das Alles ist kund und offenbar, und Niemand ist unter uns, der sich entschuldigen könnte: er habe das nicht gewußt. Trotzdem kann man mit einiger Sicherheit darauf rechnen, bei einer Barmizwah-Feier unter den Geschenken Bücher aus dem antisemitischen Berlage von Belhagen und Klasing, z. B. König's Literaturgeschichte, zu finden, über deren Tendenz hier kein Wort gesagt zu werden braucht." „Das muß doch nicht sein — das sollte nicht sein — das darf nicht sein! „Wir haben nicht nöthig, die antisemitische Literatur durch Ankauf zu unterstützen und den Anschauungen, die der fälschende Antisemitismus einznschmuggeln sucht, in unserem eigenen Hause Verbreitung zu verschaffen. „Das muß doch nicht sein! „Wir haben nicht das Recht, zuzulaffen. daß die Inhaber der literarischen Speiseanstalten des Antisemitismus mit stillem Hohnlächeln auf uns als auf einen Theil ihrer Kundschaft weisen. „Das sollte nicht sein! „Wir haben nicht das Recht, gleichgiltig zu sein und sorglos in Betreff der geistigen Nahrung, die unsere Kinder im empfänglichsten Alter zu sich nehmen. Wir haben nicht das Recht, ihnen die Anschauungen eingängig zu machen, die der antisemitischen Lüge gefallen, blos weil das buchbinderische Kleid, in das diese Lüge sich hüllt, gefällig ist. „Das darf nicht sein!" Antisemitische Kritikaster. Die Neuaufführung der einactigen Oper „Djamileh" von Georges B i z e t im Wiener Hofoperntheater gibt den willkommener! Anlaß, einmal jene Sorte antisemitischer Journalisten näher zu beleuchten, deren wenig beneidenswerthe Aufgabe es ist, das Gift des Judenhaffes auch auf das Gebiet der Kunst zu verpflanzen. Wir meinen die sogenannten „Kunstreferenten" der antisemitischen Blätter. Die Herrschaften haben sich wieder einmal köstlich blamirt; sie, deren Beruf es ist, alles von Jrrden Stammende als haffenswerth, verabscheuungswürdig und schlecht zu bezeichnen, haben mit einer fast rührenden Uebereinstimmung die Musik des leider viel zu früh gestorbenen Bizet gelobt. Man konnte in ihren Kritiken Worte der Entzückung, der Bewunderung lesen, als gälte es, den Componisten eines Bergani- oder Mittermayer-Marsches zu feiern. Das ist nun zwar nichts Verwunderliches, aber die Geschichte hat doch einen kleinen Haken. Der von diesen sonderbaren Kritikastern so meuchlerich gelobte Bizet ist nämlich — und das haben die Herren nicht gewußt — e i n I u d e. Die Oper „D j a m i l e h", Text von Mr. -G al l e t, ist die dritte Tondichtung Georges B i z e t's reete Alexander Cesar Leopold (geboren Paris 25. November 1838, gestorben Bougival 27. Mai 1875), welche an der Wiener Opernbühne zur Darstellung gelangt. Zuerst erschien „C arme n", Oper in 4 Acten, nach P. Märimäe's gleichbetitelter Novelle von H. Meilhac und Halevy am 23. October 1875 mit Bertha Ehnn, verehelichte Sand, in der Titelrolle, Georg Müller als Don Josä und Emil Scaria (-s-1886) als Escamillo. Bis heute zählen wir 184 „Carmen"-Aufführungen. Die biederen antisemitischen Kunstkritiker. Fangen wir mit Herrn Hans Puch stein, dem Referenten des „Deutschen Volksblatt", an. Herr Puch st ein ist ein würdiger Mitarbeiter des tonangebenden Antisemitenblattes. Er schreibt seicht, glatt, oberflächlich und ist dabei mit einem Eigendünkel behaftet, als wäre er das in der Kunst, was sein Chef im öffentlichen Leben zu sein sich einbildet. Fräulein Lola Beeth, deren herrliche Stimme die Kunstkenner der ganzen gebildeten Welt in Entzücken gesetzt hat, bezeichnte er ebenso wie Director Mahler bei seinem Amtsantritt. Beide konnten wegen ihrer jüdischen Abstammung vor dem gestrengen Kritiker keine Gnade finden. Das musikalische Glaubensbekenntniß dieses antisemitischen Hanslick ist überhaupt sehr einfach: Alles, was in der Kunst von einem Juden stammt, ist a priori schlecht. Und diesem Kunstgenie mußte das Malheur paffiren, einen Juden zu loben. Sehen wir uns an, was Herr Puchstein über die Musik B i z e l's zur Oper „Djamileh" schreibt. In seinem Referat heißt es unter Anderem: „Bizet gibt in „Djamileh" Beweise eines starken Talents, er erweist sich als ein virtuoser Beherrscher des Orchesters.In einigen Nummern gibt er

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