Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 5 (4.2.1898)
- Date
- 1898-02-04
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 5 Dr. Blortz's Wochenschrift. Seite 97 Wien. Im Verein jüdischer Mädchen „H a d a s s a" hat am letzten Vortragsnachmittag Herr Dr. Liebreich, „Aphorismen ans dem Judenthum" zum Vortrag gebracht. Der Nachmittag gestaltete sich zu einem angenehmen und lehrreichen und der geistreiche Sprecher fand Beifall. Der nächste Vortrag des Vereines findet Sonntag, den 6. d. M. im Sitzungssaal der Cultusgemeinde statt und sind Gäste herzlich willkommen. Am 24. d. M. veranstaltet die „Hadassa" einen Vortragsabend mit Tanzkränzchen zu wohlthätigem Zweck und haben bedeutende Knnstkräste ihre freundliche Mitwirkung zugesagt. Zu diesem Festabend, der im Prachtsaal des Hotel Continental stattfindet, ist die Nachfrage um Karten schon jetzt eine rege. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Fides" veranstaltet Dienstag den 15. Februar 1898 im Prachtsaale des Wiener Thiergartens, II., Schüttelstraße, ein Costüm- Kränzchen. Anfang 9 Uhr. Die Musik besorgt eine k. k. Militär-Capelle. Eiuzelkarten ä 1 fl., Familienkarten ä 2 fl. 50 kr. sind zu haben: In Slatky's Restauration, III., Pragerstraße Nr. 12 und im Cafe Hungaria, lll., Radetzkyplatz Nr. 5. Der Reinertrag wird ausschließlich zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder im III. Bezirke verwendet. Wien. (Eine neue Biol inschule.) Dem als Lehrer vielbewährten Violinprofessor Herrn Max Adler, IX., Grünethorgasse Nr. 33, wurde von der Statthalterei die Concession zur Gründung einer Violinschüle ertheiltt, in der Professor Adler nach seiner bekannten trefflichen Methode die Ausbildung sowohl von Anfängern, als auch von Vorgeschrittenen übernimmt. Wien. (Hotel - Eröffnungsanzeige.) Seit Jänner 1898 ist einem lang ersehnten Wunsche dadurch Abhilfe geschaffen worden, daß es endlich gelungen ist, im II. Bezirk, Brigittenau, Wallensteinstraße 6, ein im vornehmsten Style errichtetes Hotel unter der Firma „Hotel Bauer", zu schaffen, das unter der umsichtigen Leitung des sich eines vortheilhaften Rufes erfreuenden Besitzers steht. Dasselbe ist bei civilen Preisen, aufmerksamster Bedienung, eleganter Einrichtung, guter Restauration, sowie Telephon im Hause, von sämmtlichen Bahnhöfen mittelst elektrischer Tramway in wenigen Minuten erreichbar und können wir dem reffenden Publicum dieses Hotel auf's Wärmste empfehlen. Drohobyez. Die hiesige israelitische Cultusgemeinde hat einen schweren Verlust erlitten durch das Hinscheiden des Herrn Efraim Hersch Schreier, welcher Freitag den 28. Jänner 1898, 4 Uhr Nachmittags, nach langem schweren Leiden im 54. Lebensjahre selig entschlafen ist. Der Heimgegangene erfreute sich wegen seines religiösen Sinnes, seines guten Herzens und humanen Wirkens allgemeiner Beliebtheit, und der Familie sind aus Anlaß dieses herben Trauerfallcs von Nah und Fern zahlreiche Beweise der Theilnahme zugekommen. Czernowitz an Zola. Die Dreyfus-Affaire, die jetzt die ganze Welt interessirt, hat selbstverständlich auch in Czernowitz die Gemüther sehr aufgeregt. Es werden auch von hier an Zola Begrüßungstelegramme am Tage des Beginnes seines Processes abgehen. Der demokratische Verein veranstaltet eine Kundgebung für Zola, viele Tischgesellschaften werben Unterschriften für schwungvolle Telegramme. Der Budapester demokratische Verein hat den glücklichen Gedanken gehabt, dem Präsidenten Faure zu gratuliren, daß die große französische Nation einen so edlen Sohn hat wie Zola. Die ungeheure Menge von Begrüßungstelegrammen wird schließlich auch in Frankreich Eindruck machen. Damboritz. Am 16. Jänner d. I. wurde hier ein geselliger Abend zu Gunsten des hiesigen israelitischen Frauen- Wohlthätigkeitsvereines veranstaltet. Ein aus jungen, der besten Gesellschaft angehörenden Mädchen bestehendes Co mite hat sich um den Abend besonders verdient gemacht. Zuerst wurde Theater gespielt. Die Darstellung einiger humoristischer Stricke durch Fräulein Anna und Hulda Hahn im Vereine mit den Damen Malva Fleischer, Grethe Cohn und Anna Hikl war eine g el u n g e n e, und die Damen ernteten ungetheilten Beifall. Auf die Theatervorstellung folgte ein Tanzkränzchen, das um Mitternacht durch eine Juxlotterie angenehm unterbrochen, wurde. Die erzielte Einnahme war recht befriedigend, so daß die jungen Damen, die ihr bestes Können und Wollen gerne in den Dienst der Wohlthätigkeit gestellt hatten, für ihre Mühe reichlich entschädigt wurden. Holies. Die Mitglieder der israelitischen Cultusgemeinde zu Holicz veranstalteten auf Anregung des Präses der Chewra- Kadischa, Herrn Leopold Gerber, am 18. Jänner l. I. zu Ehren des seit 15 Jahren an ihrer Spitze stehenden Vorstehers Herrn Josef Geyduschek ein Bankett mit Jubiläumsfeier, an der sich die Elite der Cultusmitglieder betheiligte. Als der Jubilar in den festlich beleuchteten Saal trat, wurde er von sämmtlichen Anwesenden mit Eljen-Rufen empfangen. Hierauf wurde er von Sr. Ehrwürden Herrn Bezirksrabbiner H. Pollach mit einer schwungvollen Rede begrüßt. Der greise Seelsorger führte den Versammelten das ganze Leben und Wirken des Jubilars bis zum heutigen Tage vor, würdigte die Verdienste dieses vortrefflichen Mannes, der sich als Vorsteher durch sein uneigennütziges Wirken die Achtung seiner Mitbürger und als Mensch durch seinen biederen Charakter die Sympathien seiner Mitmenschen erworben. Als diese Ansprache beendet war. wurde dem Jubilar das Ehrengeschenk, ein kunstvoll gearbeiteter Pocal mit Widmung überreicht. Während des Banketts wurden zahlreiche Toaste ausgebracht. Herr Vorsteher Josef Geyduschek, .sowie dessen Schwager Herr Albert Fanto machten aus diesem Anlaffe eine ansehnliche Spende an den hierorts bestehenden Malbisch-Arumim- Berein. Prag. Herr Bernard Berthauer, Vater des Verwalters des hiesigen israelitischen Knaben-Waisenhauses, Herrn Simon Berthauer, starb in I e r u s a l e m im Alter von 80 Jahren. Er war vor l'/4 Jahren dahin gereist mit dem Wunsche, dortselbst beerdigt zu werden. Prag, den 31. Jänner. Im Vereine der jüdischen Hochschüler hielt am 26. d. M. Herr phil. cand. H. Goldberg aus Rußland vor einem zahlreich erschienenen Publicum einen gediegenen Vortrag über Jehuda-halevi, in welchem er ein recht anschauliches Bild des Lebens und Wirkens unseres großen Dichters und Philosophen entwarf. Das Publicum folgte den Ausführungen des gediegenen Redners mit gespannter Aufmerksamkeit und belohnte ihn mit reichem Beifall. Beraun. (D o c t o r j u b i l ä u m.) Am 1. Februar l. I. feierte Herr Dr. MNDr. Leopold W e i n st e i n, praktischer Arzt in Beraun, sein vierzigjähriges Toctorjubiläum. Dr. Weinstein hat sich kurz nach seiner Promotion als praktischer Arzt in Beraun niedergelassen, wo er bis heute wirkt und sich durch sein humanes Entgegenkommen einer allgemeinen Achtung der Bewohner der Stadt und Umgebung erfreut. 'Als k. u. k. Regimentsarzt i. d. L. erwarb er sich durch seinen kameradschaftlichen Verkehr mit den Officieren die Sympathien der hierortigen Garnison. Nach Fertigstellung der ehemaligen Böhmischen Westbahn wurde er zum Bahnarzte dieser Bahn ernannt und dürfte somit der älteste Bahnarzt der k. k. Staatsbahnen sein. Bei dem Eisenbahnunglücke bei Horowitz im Jahre 1868 zeichnete sich Herr Dr. Weinstein hervorragend aus, indem er durch volle 24 Stunden bei hohem Schnee und anhaltendem Froste den Verunglückten hilfreich beistand. Seine Verdienste wurden auch an maßgebender Stelle voll anerkannt. In jüngster Zeit wurde Dr. Weinstein zum Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde und der von dieser erhaltenen zweiclassigen deutschen Volksschule gewählt. Da Dr. Weinstein Fabriksarzt der Kubinzki'schen Spinn- und Webereifabriken, Arzt mehrerer industrieller Unternehmungen und Krankenkassen und endlich Mitglied fast aller humanitären Vereine ist, betheiligten sich die betreffenden Genossenschaften und Corporationen, um den Jubilar zu seinem schönen Feste zu beglückwünschen. Schwerin, 22. Jänner. (Der Herzog-Regent in der Synagoge.) Der Regent von Mecklenburg-Schwerin, Herzog Johann, besuchte gestern die hiesige Synagoge. Landesrabbiner und Vorstand begrüßten den Regenten am Eingang und übernahmen Führung und Erklärung. Mit besonderem Interesse besichtigte der Herzog die Gedenktafeln für den Großherzog Friedrich Franz II. und für die in den Feldzügen 1813 und 1870/71 gefallenen Söhne der hiesigen Gemeinde. Gelsenkirchen, 25 Jänner. (V o r st a n d s w a h l.) Die hiesige Gemeinde hat ihren langjährigen Vorsteher Herrn G u m b in dieses Amt wiedergewählt. München. Am 23. Jänner hielt der zweite Vorstand des Vereines Krische beth Hachneseth, Herr Dachauer, Sohn des Rectors Tachauer in Würzburg, einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über „Sociale Zustände" und fand Veranlassung, die Sociologie der Juden des Näheren zu behandeln. Er that dies mit Gelehrsamkeit und Geschmack, citirte alle wichtigen Stellen in seinem Vortrage und ließ es an interessanten Beziehungen auf unsere Zeit nicht fehlen. R. A. Cleveland. Der von dem hiesigen jüdischen Frauenverein veranstaltete Ball ergab einen Reinertrag von nicht weniger als 40.000 Mark, die jüdischen Wohlthätigkeits-Anstalten unserer Stadt zufließen werden. Cap stad t. Hier existirt ein jüdischer Knaben- und Mädchenverein, deffen Protector der Gouverneur unserer Colonie Sir Alfred M i l n e r gemeinsam mit unserem