Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 5 (4.2.1898)
- Date
- 1898-02-04
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 96 Vr. Vloch's WochrnkchrM Nr. 5 Bürgern gewährt, und wir hatten es für eine schwere moralische Schädigung für Diejenigen, welche zur Erfüllung der wichtigsten bürgerlichen Pflichten, des Miltärdienstes berufen waren und werden, dH sie sich von der öffentlichen Schule ausgeschlossen sehen und wagen es daher, wie wir es schon in analogen Fällen gethan haben, Ihrem Wohlwollen unsere Beschwerden in dieser Frage vorzulegen." Es wird dann auf Grund von historischen Documenten ausgeführt, daß die Israeliten sich früher des Rechtes erfreut haben, die Schulen des Staates unter gleichen Bedingungen zu besuchen wie die Rumänen, und die Petition mit folgenden Worten geschlossen: „In unseren Gefühlen der Verbrüderung mit der rumänischen Bevölkerung getroffen, fühlen wir uns heute verpflichtet, uns an die Vertreter der Nation und nur an sie zu wenden, um ihnen die kritische Situation auseinanderzusetzen, welche sie uns zu bereiten im Begriffe sind. Wie vor Kurzem die Einschränkungen im Besuche der Volksschulen, so veranlaßt uns heute die Ausschließung aus den Mittelschulen, daß wir uns die Freiheit nehmen, Ihre wohlwollende Aufmerksamkeit ans die Gefahren zu lenken, welche aus der Betonung einer immer größeren Differenzirung zwischen der gesammten Nation und einem Elemente der Ordnung, der Arbeit und des Fortschrittes hervorgehen könnten, einem Elemente, welches dem Lande nützlich, welches mit seinen Aspirattonen solidarisch und den Gesetzen und dem Throne ergeben ist." „Rumänischer Lloyd". Aus Salonich. Zu dem Bericht unserer vorletzten Nummer schreibt die „Freie Osmanische Post": Der Bericht entspricht vollständig der Wahrheit. Der von dem Pfarrer P. Hendre an die Katholiken in Salonich herausgegebene Almanach enthielt tatsächlich einige Stellen, die umsomehr auffallen mußten, als P. Hendre, wie alle Katholiken in Salonich im besten Einvernehmen mit den Juden leben, die in Salonich 90 Percent der Bevölkerung ausmachen. Es ist auch richtig, daß ein Protestbrief an den Pfarrer abgeschickt wurde, der, wie wir hinzufügen können, von dem jungen Dichter L. S c i u t o verfaßt wurde. Die Lösung des unliebsamen Räthsels gab aber P. Hendre selbst, indem er in einem Schreiben erklärte, daß er selbst nur jene Theile des Almanachs geschrieben habe, die sich auf Salonich beziehen, diesen Text an die Missionsdruckerei in Lilli eiugeschickt und w i e alljährlich gebeten habe, selbst den übrigen Text hinzuzufügen. Das sei auch dort geschehen und P. Hendre habe den Almanach erst gelesen, als er in aller Welt Hände sich befunden habe. Er sprach sein unumwundenes Bedauern über den Zwischenfall und die Hoffnung aus, daß die Harmonie zwischen Katholiken und Juden in Salonich wie bisher eine ungestörte bleiben wird. » Diese loyale Erklärung hat selbstverständlich a l lgemeinen Beifall gefunden. Vermischtes. Wie». Im Atelier der bestens bekannten Porträtmaleriu Fräulein Julie Menzel (am Schottenring Nr. 24) reift soeben ein Bildniß der Gattin des Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde baldiger Vollendung entgegen. Frau kais. Rath K l i n g e r hat der Künstlerin gesessen. Das elegante Porträt ist von frappantester Aehnlichkeit und vornehmer coloristischer Haltung bei großer Delicatesse in der Durchführung des Stofflichen. Fräulein Menzel wurde auch kürzlich von Seite des Wiener Cultusgemeindevorstandes der ehrende Auftrag zu Theil, das Bildniß des verewigten letzten Präsidenten Gustav S i m o n für den Sitzungssaal zu malen. Auch dieser Aufgabe entledigte sich die geschickte Künstlerin zur uneingeschränkten Zufriedenheit aller Auftragertheiler. Die Schwierigkeiten, ein wirklich lebensvolles Werk nach Photographien herzustellen, hat sie glänzend besiegt. Wir sahen ferner noch in ihrem Atelier das beinahe vollendete Brustbild eines Fräuleins aus der Wiener Gesellschaft — eine interessante Studie in Violett und ein brillantes Kniestück, Dame in weißem Kleide. Zahlreiche hohe Militärs und Diplomaten haben der strebsamen, überaus begabten und liebenswürdig bescheidenen Künstlerin, welche die letzte und Lieblings-Schülerin weiland Altmeister Amerling's gewesen ist, schon gesessen. Männern und Frauen jeglichen Alters und Standes wird ihre große Kunst völlig gerecht. Da gilt kein bester und gut, sondern nur ein gleich trefflich! Wien. lG e d ä ch t n i ß f e i e r.) Im israelitischen Tempel in der Leopoldstadt fand am 2. d. M. um 5 Uhr eine Gedächtnißfeier für den vor einem Jahre verstorbenen Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Gustav S i m o n, statt. Der Feier wohnten der gegenwärtige Präsident der Cultusgemeinde, kaiserlicher Rath K l i n g e r, mit den Mitgliedern des Vorstandes, die übrigen Mitglieder der israelitischen Bethäuser in Wien,ferner die Gemeinderäthe Baurath Ritterv. Goldschmidt, Dr. Stern und Zifferer, Bezirksausschuß W a l d st e i n, die Directoren Heller, Dr. Fischer und Kaiser, Generalsecretär L e i n k a u f, Obercantor Singer, Dr. G e lb h a u s, Dr. Bloch, dann die Seelsorger, sowie die drei Söhne des Verblichenen bei. Vom Obercantor G o l d st e i n wurde ein Trauerpsalm, componirt von Professor S. Sulzer, vorgetragen. Hierauf hielt Rabbiner Dr. S ch m i e d l die Gedächtnißrede. Wien. Am 30. Jänner fand im Wiener Leopoldstädter Tempel die Trauung des Herrn Arthur Goldeuthal mit Frl. Melanie Diamant statt. — Am gleichen Tage wurde in Lemberg Herr Bertold Gottlieb mit Frl. Sydzia Sokal getraut. — In Budapest findet am 6. Februar im Tempel der Tabaksgasse die Trauung des Herrn Gustav E p P i n g e r mit Frl. Szidi Ep P ing er statt. — In Petersburg vermählt sich am 13. Februar u. St. Herr Mathien Poupiansky mit Frl. Eugönie Dembo. — Anr. 6. d. M. findet im Tempel der Seitenstetten gaste die Trauung des Herrn Wilhelm Winter mit Frl. Jda Winter statt. Wien, 1. Februar. Herr M. Farkas, Vorsteher der Status quo ante - Gemeinde in Maros - Väsarhely, besichtigte vorige Woche unter Führung des Herrn S e l i g m a n n den neuen Tempel im X. Bezirke, der außerordentlichen Beifall fand, und wurde der Erbauer dieses Tempels, Herr Architekt Gartn e r, mit der Ausführung des neuen Tempels in Maros Väsarhely betraut. Desgleichen wurde dem genannten Architekten die Ausführung der Pläne für den neuen Tempel in Orlau, Oester- * reichisch-Schlesien, übertragen. Wien. Der 27. Jahresbericht des israelitis chen Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines für Hausarme Wiens — gestiftet von Frau Esther B y ck, geb. Schapira — gibt Zeugniß von hervorragender h u m a n i t ä r e r Wirksamkeit. Zu Gründerinnen dieses Vereines zählen die Frauen : Henriette E P h r u s s i, Bianca H o r o w i tz, Clara K a h a n 6, Clara K l ä r m a n n, Fanny K o h n, Adele K r i ß, Eleonore P e ch k r a n z und Herr Bernhard P e ch k r a n z. Im Vorstand für das letzte Bereinsjahr fungirten als Präsidentin Frau Clara Klärmann, als Vicepräsidentinnen die Frauen Sophie Deiches und Adele von Mises, ferner Frau Rosa Wiener als Schriftführerin, Frau Dr. Gisela Bien als Cassierin und die Frauen Cäcilie Nußbeck, Henriette Schuck, Charlotte B r a s s e r. Amalie Baseches und Ernestine Sachs als Mitglieder des Verwaltungsausschusses. Es wäre lebhaft zu wünschen, daß dem Vereine seitens unserer Glaubensgenossen reichlichere Mittel zufließen würden, damit derselbe den großen Ansprüchen, die au ihn gestellt werden, gerecht werden könne. Den Förderern des Vereines, namentlich dem verdienstvollen Präsidium sei hiemit wärmstens gedankt. Wien. Der „Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien" hält Samstag den 5. Februar, Abends halb 8 Uhr, in Khuner's Saallocalitäten, I., Schottenring 19, eine Plenar - Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes; 2. Bortrag der Präsidentin des Wiener Hausfrauen-Vereines, Frau Ottilie Bondy: „Allerlei Wohlfahrtseinrichtungen"; 3. Vortrag der Vice-Präsidentin des „Ferienheims", Frau Antonie Graf: „Aufgaben der Zeit"; 4. Anträge und Interpellationen. Auch die P. T. Damen werden eingeladen, sich an der Debatte zu betheiligen. Gäste, sowohl Damen als Herren willkommen! Wien. (T a n z i n st i t u t H e i m a n n.) Am 10. Februar 1897, 9 Uhr Abenos, findet das diesjährige Schüler- und Familienkränzchen der Tanzschule H e i m a n n im Festsaale des „Hotel Continental", II., Taborstraße, statt. Karten sind im Institute, II., Praterstraße Nr. 43, erhältlich. Wien. (Jüdische akademische Lesehalle.) Samstag den 5. Februar, 7 Uhr Abends, spricht Herr Rabbiner Dr. S. K a h a n im Vereinslocale der Lesehalle, IX., Müllnergasse 5, über das Thema: „Die Abhängigkeit des Ne u en T est a m e n t e s v o m Al t en Testamente."