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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-02-04 · 5 (4.2.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
5 (4.2.1898)
Date
1898-02-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 5 Vr. BUntz'» WvthendtzrM Seite 95 a) das Studium des orientalischen Alterthums im Allgemeinen, im Besonderen die Erforschung der alten Culturstätten in Assyrien, Babylonien, Mesopotanien und anderen westasiatischen Ländern sowie Egypten zu fördern; b) die auf die Erwerbung orientalischer Alterthiimer, Denkmäler der Kunst und allgemeinen Cnltur gerichteten Bestrebungen der des königlichen Museums zu Berlin sowie vorkommendenfalls anderer öffentlicher Sammlungen im Deutschen Reiche zu unterstützen; o) die Kenntnitz von den Ergebnissen der Forschungen über das orientalische Alterthum in geeigneter Weise zu verbreiten und das Interesse an diesein Theile ältester menschlicher Cnltur zu beleben. Breslau, 25. Jänner. (Gesellschaft für jüdische Geschichte und Literatur.) Eine „Akademische Gesellschaft für jüdische Geschichte und Literatur" hat sich hier mit zwölf Mitgliedern constituirt, die den Zweck hat, die Kenntniß jüdischer Geschichte und jüdischer Literatur unter den hiesigen Akademikern eifrig zu Pflegen. Diese Aufgabe soll erfüllt werden: a) durch Borträge, verbunden mit Discussion, die alle vierzehn Tage gehalten werden; t>) durch Anlegung einer geeigneten Bibliothek; a) durch das Abonnement auf jüdische Zeitungen und Referate über diese. Die Behandlung dogmatischer Streitfragen ist principiell ausgeschlossen. Breslau, 25. Jänner. (Professor Ferdinand C o h n.) Der Vater der Bakterienknnde, Professor Ferdinand C o h n, der jüngst das goldene Doktorjnbiläum beging, feierte dieser Tage den 70. Geburtstag. Zweihnndertundsiebzig Botaniker aller Länder, alle Mitarbeiter und zumeist Schüler Cohn's, stifteten ihm ein Album mit ihren Bildern. Posen, 25. Jänner. (Co nstituirun g der Repräsentanz.) In vergangener Woche constituirte sich die Repräsentanten-Versammlung der hiesigen Synagogengemeinde und ernannte für das Jahr 1898 die Herren Commercienrath Herz zum Vorsitzenden, Israel Friedländer zum Stellvertreter, M. Werner zum Protokollführer und S. Friedenthal ' zum Stellvertreter. Hierauf wurde unter Leitung des Abgeordneten der königlichen Oberaufsichtsbehörde zur Ergänznngswahl des Vorstandes geschritten. Dieser besteht nunmehr aus den Herren: S. Schönlank, Vorsitzender; Rechtsanwalt Salz, Stellvertreter; Moritz Victor, Samuel Silberberg, Wolfs G u t t m a n n, Hermann E l k e l e s und Ignatz Goldschmidt. Frankfurt a. M., 25. Jänner. (Verein für jüdische Kranken pflege rinne n.) Der am hiesigen Orte bestehende Verein für jüdische Krankenpflegerinnen, an dessen Spitze die Herren: Dr. S. K i r ch h e i m, Emil S t r e b e l, Philipp Schiff, Eduard Cohen, Julius G o l d s ch m i d t, Dr. A. G ü n z b u r g, Dr. W. Hirsch, Sally L ö w e n i tz und Dr. H. Schlesinger stehen, erzählt in einem soeben veröffentlichten Bericht, daß im vergangenen Jahre 87 Privatpflegen geleistet wurden, davon 6 außerhalb Frankfurts, und daß diese Pflegen, die im Ganzen 1976 Pflegetage erforderten, von 9 Schwestern ausgeführt wurden. Die Gesammtzahl der Schwestern ist 15. Die Ausbildung der Schwestern erfolgte durch Herrn A. Deutsch und die Aerzte des hiesigen israelitischen Gemeindehospitals. Die Pflege ist vielfach unentgeltlich. Sie wird selbstverständlich Kranken jeder Confessio« zutheil. Die Einnahmen und Ausgaben des vorigen Jahres bilanziren mit 17.47466 Mark, die Geschenke und Zuwendungen des vorigen Jahres beziffern sich aus 5208 Mark, der Pensionsfond verfügt über nominal 47.000 Mark in Staatspapieren und Pfandbriefen und 2813-84 Mark bar. Hamburg, 16. Jänner. Die Beerdigung der Oberin des Krankenhauses der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Frau Amalie Wertheimer fand nnter großer Betheiligung weiterer Kreise der Bevölkerung statt. Die Leiche war, umgeben von zahlreichen Kränzen und Palmen im unteren Saale des Krankenhauses anfgebahrt. Die Zahl der Leidtragenden war eine überaus große. Der Vorstand des Krankenhauses, die Oberärzte, die Aerzte der Poliklinik sowie das gesammte Personal waren anwesend, außerdem waren die dort früher beschäftigten Aerzte sowie ein großer Kreis von Freunden und Verwandten erschienen, um der im blühenden Alter verschiedenen Frau die letzte Ehre zu erweisen. Im Trauerhause widmete Herr Oberrabbiner Hirsch im Namen der Verwaltung des Krankenhauses, der Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf. Der Redner schilderte, anknüpfend an die Worte Psalm 23: „Der Ewige ist mein Hirte, es mangelt mir nicht", die segensreiche Thätigkeit der allzufrüh dahingeschiedenen Frau, welche nicht nur in aufopfernder Weise die Erziehung ihrer Kinder leitete, nein, deren Berus daraus gerichtet war, alle die Kranken, welche dieses Haus aufsuchten, um dort Heilung für ihre körperlichen Leiden zu finden, zu pflegen und ihnen hilfreich beizustehen. Die Engel der Milde und der Güte begleiteten diese edle Frau, wenn sie an das Lager der Kranken trat, um ihnen Trost und Hoffnung zu spenden. Schwer war der Beruf der Verstorbenen, welche in unermüdlicher fast 25jühriger Thätigkeit ihrem Amte in voller Pflichttreue Vorstand. Ihr Andenken wird in den weitesten Kreisen der Bevölkerung stets ein gesegnetes sein. Die Worte des Oberrabbiners machten auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Der großartige Leichenconduct, der aus zahlreicheit Fußgängern und vielen Equipagen bestand, bewegte sich nach der» israelitischen Friedhof in Ottensen, woselbst die Beisetzung der Verblichenen an der Seite ihres schon vor vielen Jahren Heimgegangenen Gatten stattsand. Das Krankenhaus, sowie einzelne umliegende Gebäude hatten Halbstock geflaggt. Amsterdam. Welche Bedeutung die Juden in den einzelnen Ländern ihrer Zerstreuung für die Cnltur der Völker gehabt haben, davon bringt jeder Tag neue, bisher unbekannte Beweise. Ein solcher wird uns in dieser Woche aus Holland mitgetheilt, wo am 14. v. M. die Presse und vor Allem die — Kirche anläßlich des hundertsten Geburtstages das Andenken des getauften Juden, des Dichters und Theologen Jsak de Costa gefeiert hat, als eines Mannes, der nicht nur für die niederländische Literatur, sondern auch für die spätere Entwicklung des politischen Parteiwesens von großem Einfluß gewesen ist. Geboren in Amsterdam, in einer altsrommen jüdischen Familie, studirte er daselbst am Athenäum die Rechte, ging dann nach Leyden, wo er 1818 den Grad eines Doctor der Rechte und 1821 denjenigen der Philosophie erwarb. Sein Lehrer Bilderdyk ist der eigentliche Stifter der antirevolutionären Richtung, der er im Gegensatz zu seinem Geistesverwandten Stahl, dem starren Lntheraner, den specifisch calvinistischen Stempel aufdrückte. Sein Einfluß auf die studirende Jugend war ein überwältigender, denn sonst wäre es nicht zu erklären, daß der einer orthodoxen jüdischen portugiesischen Familie entstammende Da Costa zur reformirten Kirche übertrat und einer ihrer eifrigsten und feurigsten Apostel wurde. In Amsterdam, wo er sich niederließ, beschäftigte er sich mit geschichtlichen und literarischen Studien, hielt zahlreiche öffentliche Vorträge, in denen er im Geiste seines Lehrers für die Herrschaft des strengen Calviuismns eiferte und entwickelte nebenbei eine äußerst fruchtbare literarische Thätigkeit. Zu seinen historischen Arbeiten gehört auch eine „Geschichte der Juden", die sehr begeistert für seinen Stamm ist. Seine größte, heute noch ncckhwirkende Bedeutung lag aber in seiner poetischen Thätigkeit; seine Gedichte sind so formvollendet, zeichnen sich durch solche Eleganz und Schönheit der Sprache aus, daß ihnen weder aus früherer noch ans späterer Zeit kaum etwas Ebenbürtiges an die Seite gesetzt werden kann. Da Costa verdankt Holland die Anregung zu dem mit dem schönsten Erfolg gekrönten Versuch, den Grundprineipien der antirevolutionären Partei eine historische Unterlage zu geben, woraus sich dann später die sogenannte christlich-historische Richtung entwickelt hat, die heute noch im politischen Leben der Niederlande eine so hervorragende Rolle spielt. Da Costa starb im Jahre 1860, ohne jemals ein Amt oder eine öffentliche Stellung angenommen zu haben. Was sagt die „Kreuzzeitung" zu diesen Thatsachen? Bukarest. Eine Delegation des „Vereins der einheimischen Juden" hat unlängst dem Bureau der Kammer eine Denk- . schrift „in der Frage der vom Artikel 2 des Gesetzprojectes über die Reform des Mittel- und Hochschulunterrichtes vorgesehenen Schultaxen" eingereicht. Diese Denkschrift beginnt mit folgenden Worten: „Das Gesetzproject zur Reform des Mittel- und Hochschnlunterrichtes, welches demnächst vor der Kammer zur Verhandlung gelangen wird, stellt für uns einheimische Juden einen dreifachen Schlag dar; wir werden durch die Bestimmungen des Artikels 2 nicht blos in unseren materiellen, sondern auch in unseren höchsten culturellen Interessen, sowie in unseren theuersten Aspirationen durch die Thatsache getroffen, daß wir unter die Fremden gerechnet werden. Wir halten es für eine Ungerechtigkeit, daß eine Bevölkerung, welche kein anderes Vaterland kennt, welche Tag um Tag, Jahr um Jahr, Generation um Generation alle Pflichten gegen Staat, District und Gemeinde erfüllt, von den culturellen Vortheilen ausgeschlossen werde, welche der Staat im Tausche gegen die auferlegten Pflichten allen seinen

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