Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-01-28 · 4 (28.1.1898) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
4 (28.1.1898)
Date
1898-01-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3020846-3021223-3021228--07520-3031852
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 4 Vr. Vloch's Wochrnschrtfl Seite 77 Dankes für den meinen Zeilen gewährten Raum zeichneich mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr ergebener Prof. M. Brecher. Teplitz. (Concert des TeplitzerTempel- Vereines.) Das Concert, welches vergangenen Mittwoch in dem fürstlich Clary'schen Gartensaal stattgefunden hat, war von einem distinguirten Publicum besucht und nahm einen gelungenen Verlauf. Herr Violinvirtuose Hugo L ö w e n t h a l zeichnete sich durch seine brillante Technik und temperamentvolles Spiel aus. Herr Obercantor E. D a v i d s o h n mit dem Bortrage einer Arie aus R. Wagner's „Fliegenden Holländer", erzielte großen Erfolg. Fräulein D e l l a r, Fräulein Elsa P a r e n n a, Fräulein Frida Terry, Herr Eugen Werner, Fräulein Rosa Lindorf, Herr Fritz Richard, Herr Josef Conradi erhielten für ihre dankenswerthen schönen Leistungen vielen Beifall. Um das Gelingen dieses Abends hat sich der Vorstand, an dessen Spitze der rührige Obmann Herr Adolf Karpeles steht, besondere Verdienste erworben und hat dieses Concert ein bedeutendes Reinerträgniß abgeworfen, welches zur Bekleidung armer Kinder verwendet wird. Nach dem Concerte wurde flott getanzt. Die Arrangeure können mit dem Erfolg zufrieden sein. K. S. Prostnitz. Unsere altehrwürdige Chewra-Kadischa feierte am 17. d. M. im großen Festsaale des hiesigen Vereinshauses einen geselligen Abend. Das heurige Bankett erhielt noch besonderen Glanz durch die Anwesenheit unseres neugewählten Seelsorgers, Herrn Dr. Goldschmied und das Erscheinen des Seelsorgers aus der Schwestergemeinde Olmütz, des Herrn Dr. O P P e n h e i m. Den begeisterten Worten, die dem Wohle unseres Monarchen galten, reihten sich schwungvolle Reden unseres und des Seelsorgers der Gemeinde Olmütz an. Wir können wieder mit Freude constatiren, daß Herr Dr. Goldschmied sowohl durch sein oratorisches Talent als auch durch sein reiches Wissen eine Zierde seines Standes ist. Nicht minder hat uns Herr Dr. Oppenheim durch seine Ausführungen entzückt. Wir gedenken noch der zeitgemäßen Auseinandersetzungen unseres hochgeehrten Herrn JUDr. Haas und des sehr geehrten Herrn Professors O e st e r r e i ch e r. Die animirte Gesellschaft blieb bis lange nach Mitternacht fröhlich beisammen. Seit dem letzten Zusammensein verlor unsere Gemeinde den Herrn Rabbiner Dr. Hoff, der durch beinahe 30 Jahre segensreich wirkte und dem alle ein ehrendes Andenken bewahren. Eines zweiten Mannes, eines Kämpfers für die Sache des Judenthums, des Herrn Joachim S a l l a k, sei hier rühmend erwähnt, dessen Lebensaufgabe es war, sein bestes Können für das Judenthum einzusetzen. Leipnik. (S p e n d e.) Frau Jda v. Gutmann, geborne Wodianer, und Herr Max Ritter v. Gutmann haben ans Anlaß des 50. Regierungsjahres Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. eine Waisenstiftung im Betrage von 5000 fl. bei der israelitischen Cultusgemeinde Leipnik mit der Bestimmung errichtet, daß alljährlich am 23. Tage des jüdischen Monates Jjar, als dem Sterbetage des Herrn Wilhelm Ritter v. Gutmann, die vom Stiftungscapitale entfallenden Zinsen per 200 fl. an arme Waisenkinder jüdischer Confession, welche zur Jsraelitengemeinde Leipnik heimatsberechtigt sind, zur Bertheilung gelangen. Klattau, den 25. Jänner 1898. Sonntag. Ereb Roschchodesch Schebat, hielt die Chewra-Kadischa die diesjährige Generalversammlung. Voran ging ein feierlicher Gottesdienst, bei welchem Seiner Ehrwürden Herr Dr. M L. Wolf die Predigt hielt und die abtretenden Vorstandsmitglieder wegen ihrer Verdienste auszeichnete. Die Leitung des Vereines — an der Spitze der wackere Obmann Herr S. I. Krauskopf — erwarb sich insbesondere das Verdienst, am hiesigen israelitischen Friedhofe eine musterhafte Ordnung einzuführen und eine den modernsten Anforderungen entsprechende Leichenhalle zu errichten, er trachtete, auch Noth und Elend der armen Glaubensgenossen zu lindern und nach vorhandenen Mitteln, helfend einzugreifen. Nach dem Gottesdienste fand die Generalversammlung statt. Dem vorgetragenen Rechenschaftsberichte ist zu entnehmen, daß der Verein im Triennium 1895—98 2 .Ehrenmitglieder und 64 wirkliche Mitglieder zählte. Der Verein besitzt ein Baarvermögen von fl. 5835; verausgabt wurden in dieser Zeit für wohlthätige Zwecke fl. 758'25, gewiß ein deutlicher Beweis von dem edlen Sinne der Judenheit in Klattau. Nachdem dem abtretenden Ausschüsse allseitig der verdiente Dank für dessen Wirken in der abgelaufenen Bereinsperiode ausgesprochen wurde, schritt man zur Wahl des neuen Vorstandes. Es gingen aus der Wahlurne, nach der Stimmenanzahl geordnet, hervor die Herren: S. I. K r a u s k o p f, Jonas Steiner, Josef T r e i ch l i n g e r, Adolf Drucker, Josef F e i g l, JUDr. M. Singer (neu) und Elias L a s ch a n s k y als Mitglieder und die Herren Leopold Schleißner und Simon Hahn als Ersatzmänner. a. Austerlitz. Die hiesige Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten durch den Heimgang des Herrn Moses Kapert, ihres ältesten Mitgliedes. Derselbe verschied Samstag den 22. d. M. in der Nacht nach viertägigem Krankenlager bei vollstem Bewußtsein im 86. Lebensjahre. Er war hier bei allen Mitmenschen ohne Unterschied der Nation und Confession beliebt und gut gelitten, wovon die massenhafte Betheiligung seitens der Ortsbewohner an der Beerdigungsfeierlichkeit beredtes Zeugniß ablegte. Am Grabe hielt der Herr Bezirksrabbiner eine ergreifende Ansprache, in welcher er das makellose Leben und den edlen Charakter des Verblichenen ganz besonders hervorhob. Er hinterläßt, nachdem ihm seine Gattin vor 15 Jahren im Tode vorausgegangen war, zwei Söhne und drei Töchter. Ein Schwiegersohn des Verblichenen, Herr Joses B u ch w a l d, war viele Jahre hindurch Präses der israelitischen Cultusgemeinde in Floridsdorf und Mitglied des dortigen Bezirksschulrathes. Neunkirchen. (Vandalismus auf einem Friedhofe.) Seit längerer Zeit werden auf denk israelitischen Friedhofe in Neunkirchen die Grabsteine von unbekannten Thätern durch Steinwürse verstümmelt, so daß der Friedhof ein Bild der Verwüstung zeigt Bor einigen Tagen wurde der Friedhof wieder ein Opfer des rohesten Vandalismus, indem viele Grabsteine mit einer Hacke entzweigeschlagen wurden. Budapest. (Ofner Chewra-Kadischa in B u d a p e st.) Das Brudermahl unserer altehrwürdigen Chewra, welches in je drei Jahren einmal veranstaltet wird, fand heute, am 2. Thebet, statt und circa 150 Mitglieder betheiligten sich an demselben. Aus diesem Anlasse wurden zwei Tage früher in einer recht feierlichen Sitzung 28 fast allen gesellschaftlichen Ständen ungehörige Personen als neue Mitglieder ausgenommen und unsere Corporation dürfte jetzt circa 300 Brüder zählen. Trotz dieser verhältnißmäßig geringen Zahl von Mitgliedern führt unsere Chewra alljährlich Tausende von Gulden rein Humanitären Zwecken zu; gewiß ein deutlich sprechendes Zeugniß für die Opferwilligkeit unserer Gesellschaft! Das Festmahl verlief, Dank der Bemühungen unserer verdienstvollen Arrangeure, der Herren Dr. David Cohn und Martin Stampfer, in heiterster Stimmung; beim zweiten Gange — der Landessitte gemäß — erhob sich unser hochverdienter Präses, Herr Dr. S z a b o l c s i, und toastirte in schwungvoller Weise auf Seine Majestät, unseren allgütigen Monarchen, welcher Trinkspruch mit stürmischem, schier endlosem Beifall aufgenommen rourde. Weitere Toaste galten unserem ehrwürdigen Rabbiner, dem Herrn Dr. Raphael Goldberger, den Herren Szabolcsi, Dr. Cohn, Martin Stampfer rc. rc. — The last — but not least! Da wir Juden bei jedem Anlasse auch gerne der Armen und Unglücklichen gedenken, so wurde eine Collecte veranstaltet, welche ein ganz respectables Sümmchen ergab und womit zahlreichen Armen, an denen unsere Gemeinde leider keinen Mangel hat, in diesen schweren Zeiten eine ausgiebige Unterstützung zutheil wird. E. Bösing. (Todesfall.) Donnerstag den 20. d. M. starb im 83. Lebensjahre der von zahlreichen Schülern verehrte Schulmann Josef Leopold Spitzer. Der Verewigte wirkte durch mehr als 50 Jahre an den confessionellen Schulen zu Bösing, respective Galgocz (Freistadtl a. d. Waag) in Ungarn. Dessen langjähriger Freund, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. S ch Mi e d l, hielt ihm einen tiefempfundenen Nachruf. Seine ausgebreiteten jüdischen Kenntnisse hatte er sich an der Schule Moses S o f e r's erworben. Er war seinerzeit als einer der gebildetsten und tüchtigsten jüdischen Lehrer Ungarns bekannt. Aufsehen erregte es, als vor nicht langer Zeit, Unser berühmter Landsmann, Herr Maurice L ö w y, Director der Akademie der Wissenschaften in Paris, anläßlich seiner Anwesenheit in Wien, seinen alten Lehrer Spitzer besuchte und ihm besondere Ehrerbietung erwies. Bon seinen Söhnen nimmt der Aelteste im Hause der Gebrüder Guttmann eine angesehene Stellung ein; ein zweiter Sohn hat sich dem Berufe des Vaters gewidmet. Dieser wirkt schon seit nahezu 30 Jahren als Religionslehrer in Mähr.-Ostrau. Dr. R.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.