Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 4 (28.1.1898)
- Date
- 1898-01-28
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 76 Nr. 4 Piecen der Mademie, die nimmermüde Jugend in fröhlichster Stimmung bis in den grauen Morgen tanzend, blicken mit Befriedigung auf den Erfolg des Abends. Der Protector des Vereines, unser Reichsrathsabgeordneter Hofrath Kareis, Herr Dr. Benno Rothziegel, Herr Dr. Alfred Kohu und Herr G e i r i n g e r, sie Alle haben mit der unermüdlichen Vereinspräsidentin Frau kais. Rath Bertha K o h n, das Fest zu einem allerersten Ranges gemacht. Daß dem anmuthigen Damen-Comits ein gut Theil des Gesammterfolges zuzuschreiben ist, muß nicht erst betont werden. Die Capelle des 61. Infanterie-Regimentes leitete das Fest mit brillanten Vorträgen ein. Frl. R o s e n st o ck trug hierauf mit feiner Pointirung den von Dr. Alfred K o h n verfaßten Prolog vor. Der Claviervirtuofe Roderich Baß, der in meisterhafter Weise den L i s z t'fchen „Liebestraum", den „Feuerzauber" aus der „Walküre" und die „Tarantella" von Ru bin stein spielte, wurde mit Beifall überschüttet. Nach ihm kam Herr Z e s k a, dessen Vortrag nichts zu wünschen übrig ließ. Die Liedervorträge der Opernsängerin Fräulein Rosa Günther-Gottlieb, die Hallen-Arie aus „Tannhäuser", die „Nachtigall" und die „Quelle" von Goldmark, ernteten stürmischen Beifall. Daß Herr Chiavacci durch den Bortrag einiger seiner Dichtungen die Herzen aller Zuhörer gewann, ist selbstverständlich. Die Kunstfertigkeit des Quartetts Hellmesberger, ist allbekannt. Fräulein Annie Dirke ns-Drews sang einige Piecen aus „Geisha" in englischer Sprache. Stürmischer Applaus! B l a s e l und Opernsänger N e i d l bildeten den gelungenen Schluß der Vorträge. Der Elablissement-Director Herr Waldmann räumte in loyaler Weise den großen Vortragssaal zu Tanzzwecken ein, und es wurde in fröhlichster Stimmung fortgetanzt bis zum anbrechenden Tag. Ein Erfolg, auf welchen die Veranstalter stolz zu sein Grund haben. Den Tanz eröffneten die Paare: Benno Rothziegel mit Fräulein Hedwig Kohu Dr. Alfred Kohu „ „ Elsbeth Brauchbar Dr. Wilhelm „ „ Johanna Brody Ludwig Friedländer „ „ Olga Schlesinger. Wie«. Zur Ehrung der Frauen, welche sich um die Förderung der Tendenzen unseres Gewerbevereines wesentliche Verdienste erwerben, inscenirt der Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien am 5. Februar halb 8 Uhr Abends, in Khuner's Saallocalitäten einen D a m e n - A b e n d, an welchem auch Damen bei der Debatte sich betheiligen können. Die P. T. Vorstandsdamen der verschiedenen Frauenvereine sind zu diesem Vortragsabende eingeladen. Tagesordnung:!. Bericht des Vorstandes. II. Bortrag der Präsidentin des Wiener Hausfrauen-Vereines, Frau Ottilie Bondy über „A l l e r l e i W o h l f a h r t s e i n r i ch t u n g e n". III. Vortrag der V i c e - P r ä s i d e n t i n des Ferienheim, Frau Antonia Graf, über „Aufgaben der Zeit". IV. Anträge und Interpellationen. Gäste, sowohl Damen als Herren, willkommen! Hochachtungsvoll für die Vereinsleitung: Der Schriftführer: Der Präsident: A. K i s ch. S. B r o d. Wien. (Ausweis.) Eingegangene Spenden zur Er- Erbauung eines Tempels in der Brigittenau: Herr M. Gerstle u. Co. fl. 100; Herr Arpad Spitz, Budapest fl. 100; Herr Alois Kolben fl. 15; Herr Richard Au fl. 7; Herr Bernhard Erndt fl. 15; Teplitzer Chamottefabrrk fl. 50; Herr Karl Kral fl. 5; Herr Karl Jarisch fl. 5; Herr David Spitz fl. 10; Herr Josef Steiner fl. 5; Herr Heinrich Weiner fl. 5; Herr Michael Reiter fl. 2; Summe fl. 319. Bereits ausgewiesen fl. 14.113, im Ganzen fl. 14.432. Wie«. Das Programm der großen Wohlthätigkeits- Akademie des Frauen-Wohlthätigkeitsvereines im VIII. Bezirke in Wien ist so außerordentlich reich und interessant, daß es nicht Wunder nimmt, wenn sich schon jetzt ein lebhaftes Interesse des kunstsinnigen Wiener Publicums für diese Akademie kundgibt. Hermann Bahr und Felix D ö r m a n n haben dem Festcomits ihre Mitarbeiterschaft zugesichert und eine Reihe hervorragender Künstlerinnen und Künstler der Wiener Hoftheater, sowie aller übrigen Wiener Bühnen werden an diesem Abende ihr bestes Können in's Treffen führen. Das C o m i t e hat sich eines decenten, für Familien geeigneten Pro gram mes versichert. Das Reinerträgniß dieser Akademie ist dem Fonde zur Errichtung eines Reconvalescentenheims für arme Witwen und Waisen gewidmet, welches zur unvergänglichen Erinnerung an die 50jährige glorreiche Regierung unseres Kaisers von dem Vereine in's Leben gerufen werden soll. Anmeldungen für Karten zu dieser Akademie mit Ball werden von der Präsidentin des Vereines, Frau Amalie Beck, VIII. Bezirk, Langegasse 1, ferner von dem Obmanne, Herrn Leopold G u t t m a n u, VI. Bezirk, Mariahilferstraße 25 und von dem Cassier, Herrn Alfred Pollitzer, IX. Bezirk, Maria Theresienstraße 34, entgegengenommen. Wien. Die in der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes gebrachte Nachricht von dem vom Vereine „Moria" ain 8. Februar d. I. zu veranstaltenden Vortrags-Abend mit nachfolgendem Tanzkränzchen bitten wir dahin zu ergänzen, daß das Reinerträgniß desselben zur Errichtung eines jüdischenHospitales für Br u st kranke in K i e r l i n g verwendet wird. — Sonntag den 30. d. findet wieder ein literarischer Nachmittag im Vereinslocale I., Schottenring 23 statt und wird Herr Med.. Dr. Gottlieb Stern über das Thema „Männer und Frauen in der heiligen Schrift" einen Vortrag halten. Beginn 3 Uhr Nachmittags. Gaste (Damen) herzlich willkommen. L—r. Wien. (Verein der Un g.-B r o d e r in Wien.) Bei der Samstag den 22. d. M. im Restaurant Hauswirth stattgefundenen Generalversammlung dieses Vereines wurden zum Obmann Herr Dr. Sigmund Fischer, zum Obmannstellvertreter Herr Gustav R i e s e n f e l d mit großer Majorität wiedergewählt. Der genannte Verein veranstaltet Dienstag den 8. Februar im Concertsaal des Hotel „Bayrischer Hof" ein Costümkränzchen, zu dem sich bereits eine äußerst lebhafte Nachfrage bemerkbar macht. Die Ballmusik besorgt die Capelle des k. u. k. Infanterie- Regimentes Nr. 25, Freiherr von Purker. Anmeldungen von Gruppen nimmt das Ballcomitö im Cafe Moser, II., Praterstraße, entgegen. Wien. V e r g a n i thut den reichen Juden nichts, wenn sie sich mit ihm entsprechend verständigen. Aber die Aermsten der Armen verfolgt sein Grimm und er schreibt: Ein jüdisches Massenquartier. Daß die Juden sich in Wien sehr viele Eigenmächtigkeiten erlauben, ist leider eine allbekannte Thatsache; daß sie aber sogar die Keckheit besitzen, sogenannte Massen quartiere zu halten, ohne die Polizei davon zu verständigen, ist eine Frechheit, welche wir hier zu erwähnen nicht unterlassen können. In der Leopoldstadt, Kleine Schiffgasse 36, I. Stock, Thür links, wohnt ein erst vor Kurzem cingewanderter polnischer Jude, welcher eine solche unerlaubte, der Polizei nicht bekannte Massenspelunke hält. Dort treibt sich allerhand lichtscheues, meistens jüdisches unterstandsloses Gesindel, Nacht für Nacht umher. Uni einen kleinen Betrag (5 bis 20 kr.) erhält Jedermann, sei es wer immer, für die Nacht Unterkunft. Jüdische Buben im Alter von 12 bis 13 Jahren bis zum höchsten Alter werden ausgenommen, ohne ihre Namen angeben zu müssen, gehen des Morgens gleich wieder ihrer Wege, ohne daß der Inhaber der Wohnung, welcher den hochedlen Namen Graf führt, dieselben polizeilich angemeldet. Daß mitunter oft 15 bis 20 Personen jeden Alters und jeden Standes dort nächtlich weilen, ist an der Tagesordnung und wäre es endlich an der Zeit, daß die Polizei in diesen jüdischen Schlupftvinkel eindringt und d^m ganzen unsauberen Treiben ein baldiges Ende bereitet. Welche „Frechheit" arm zu sein, welche „Keckheit" kein Obdach zu besitzen! „U n s a u b e r e s T r e i b e n!?" Das mag man glauben, denn gar besonders reinlich wird man für 5 Kreuzer die Nacht kaum schlafen können. Vielleicht hat die Notiz des Ehrenmannes und Gemeindeobligationärs von Mühldorf eine ganz andere Wirkung als die beabsichtigte. Vielleicht sehen sich unsere mildherzigen Reichen das Elend im jüdischen Maffenquartier einmal an und stellen es ab — aber in ganz anderer Weise als das „Deutsche Bolksblatt" es sich vorstellt! Brünn, 23. Jänner. Löbliche Redaction der „Oesterr. Wochenschrift" in Wien. Eine aus Brünn datirte Notiz in der vorwöchentlichen Nummer Ihrer gesch. Zeitschrift hat mir die Ehre erwiesen, sich mit meiner Person zu beschäftigen. Indem ich die gewiß wohlmeinende Absicht Ihres Herrn Correspondenten dankend anerkenne, fcfie ich mich gleichwohl veranlaßt, meine Freunde und näheren Bekannten inständig zu bitten, mich in der Weise zu Dank zu verpflichten, daß sie dem Inhalt jener Notiz keine Bedeutung beimessen und die darin gegebene Anregung als nicht vorhanden ansehen. Mit dem Ausdruck aufrichtigen