Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-01-28 · 4 (28.1.1898) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
4 (28.1.1898)
Date
1898-01-28
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021223-3021228--07516-3031848
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 4 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 73 Nikolsburg. Am 8. Jänner 1898 fand nach dreijährigem Bestehen des Frauen-Wohlthätigkeitsvereines der israelitischen Cultusgemeinde Nikolsburg die statutengemäße Generalversammlung statt. Dieselbe war überaus zahlreich besucht, durch die Gegenwart Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, der eine Ansprache hielt, beehrt und verlief feierlich und der Würde des Vereines entsprechend. Der Rechenschaftsbericht wurde von der Präsidentin Frau Rabbiner Dr. Feuchtwang erstattet. Dieselbe hob in ihrer mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache besonders hervor, daß die Erfüllung der religiösen Pflichten an Kranken, Sterbenden und Tobten, sowie die Uebung geräuschloser Wohlthätigkeit dem Vorstande, bestehend aus den Damen Frau Regine Pater und Frau Eva Kohn besonders am Herzen lag. Durch die hochherzigen Gaben der Frau Baronin Hirsch (1000 fl.) und mehrerer Mitglieder ist das Bereinsvermögen erheblich vermehrt worden. Der Verein zählt 158 Mitglieder; von der Allwerbung auswärtiger Mitglieder habe der Vorstand abgesehen und überlasse die Anmeldung dem freien Willen wohlthätiger Gönner. In den drei Jahren seines Bestehens hat der Verein an Unterstützungen verausgabt 1124 fl. 52 kr.; das Bereinsvermögen beträgt circa 1500 fl. Bei der Neuwahl wilrde der alte Vorstand wiedergewählt. — Des verstorbenen Vorstandsmitgliedes der Frau Genofeva Kohn s. A. wurde ehrend gedacht. — Der Vorstand hält es für seine Pflicht, allen Mitgliedern lind Gönnern des Vereines innigen Dank auszusprechen. Groß-Enzersdorf. (Zehntes Spendenverzeichn iß zum Tempelbau.) H. Kuffner, Lundenburg 10 fl; I. M. Beef, Wien 10 fl; H. B., Wien 1 fl; Spr. u. Comp., 1 fl; Jg. Kohn, 2 fl; Adolf Springer, Breitensee 2 fl; Leop. Rosenbaum, gesammelt 5 fl; Heinrich Mandl 3 fl; Julius Pollenz. Tscheitsch 5 fl; B. Sch., Wien 1 fl; M. u. M., Wien 3 fl; Em. Freund, Wien 5 fl; Hirsch u. Söhne, Wien 5 fl; Sam. Herzl, Wien 1 fl; Silberstein, Wien 2 fl; E. D., Wien 1 fl; Adolf Schramek, Wien 5 fl; Notar Schiffmann, Wien 5 fl; Novak, Wien 1 fl; Pl., Wien 1 fl; B., Wien 1 fl; A. C. P., Wien 1 fl; Herinann von Goldschmidt, Wien 5 fl; Gustav Natbanus, Wien 10 fl; Adolf Winterstein, Wien 5 fl; Sammlung durch Frl. Theresia Halm, Gr.-Enzersdors 11 fl; David Strauß, Tavonhof 20 fl; Leopold Mandl, Wien 3 fl; Johann Lederer, Kornenburg 3 fl; O. Müller, Korneuburg 1 fl; M. Sofer, Korneuburg 2 fl; G. Deutsch, Kornenburg 1 fl; L., Korneuburg 1 fl; S. Sagl., Korneuburg 1 fl; D. Beer, Korneuburg 1 fl; Johann Schafranek, Kirchberg a. Wagram 2 fl; Anna Schönfeld, Königsbrunn 1 fl; Moritz Politzer, Aspern, 2. Spende, 2 fl; Sal. Kaufmann Stud. jur., Wien 3 fl; Michael Tauber, Wien 10 fl; Markus Heublein, Wien 2 fl; Josef Keßler, Aspern 5 fl;.Hermann Bauer, Floridsdorf 5 fl; Max Neumann, Floridsdorf 3 fl; David Eisniger, Floridsdorf 2 fl; David Fleischmann, Floridsdorf 1 fl; S. Schnidek, Ekartsau 10 fl; S. Wachtl, Budweis 5 fl; Jacob Ankowitsch, Gr.-Enzersdorf 57 fl. Summe 191 fl. Mit den bereits ausgewiesenen 1287 fl. zusammen 4478 fl. Weitere Spenden mögen entweder an den Minjan-Verein in Groß-Enzersdorf oder an den Gefertigten gesendet werden. Heinrich R e i ch s f e 1 d. Obnkann des Tempelbaucomites in Groß-Enzersdorf. Preßburg. (25 Jahre G e m e i n d e b e a m t e r.) Der in hiesigen weiten Kreisen bestens gekannte und allgeachtete Notar der hiesigen israelitischen orthodoxen Cultusgemeinde, Herr Wilhelm G r ü n s f e l d, begeht, wie wir erfahren, am 1. Februar l. I. das Jubiläum seiner 25jährigen Amtswirksamkeit bei der genannten Gemeinde. Als gebürtiger Preßburger hatte Herr Grünsseld schon lange vorher in der Eigenschaft eines Lehrers an der Knabenschule dieser Gemeinde Gelegenheit, fünf Jahre lang zu wirken, wo er durch sein reiches pädagogisches Wissen, seine allerorten gerühmte Lehrmethode diese Schule zu einer der bestgeleiteten des Landes zu machen verstand. Dem wiederholten ehrenvollen Rufe der Klausenburger israelitischen Gemeinde Folge leistend, verließ Herr Grünsfeld seine Vaterstadt, um als Director der dortigen Hauptschule eine ebenso segensreiche, wie allseits belobte Thätigkeit zu entfalten. Nach zwölfjähriger ehrenvollster Wirksamkeit in Klausenburg wurde der beliebte Pädagoge seitens seiner hiesigen Verehrer für das Schriftführer- und Matrikelamt der hiesigen israelitischen Gemeinde ausersehen, welchem Ruse derselbe umso williger Folge leistete, als es ihn, als treuen Sohn dieser Stadt, mächtig nach den: Orte seiner früheren Wirksamkeit hinzog. Die Art und Weise, wie Herr Grünsfeld sein Bertrauensamt bei dieser Gemeinde ausfüllt, wie groß und mannigfach die Verdienste sind, welche der Jubilant durch diese lange Reihe von Jahren sich in dieser verantwortungsvollen Stellung um Vorstand und Gemeinde erworben, das werden seine Gönner und Vorgesetzten wohl am besten zu würdigen wissen. Zur Ehre der orthodoxen israelitischen Gemeinde kann es gesagt werden, daß dieselbe speciell ihren Gemeindebeamten gegenüber stets eine rühmenswerthe Fürsorge bekundete, weshalb es auch außer Zweifel steht, daß Vorstand und Gemeinde diesen Anlaß keineswegs vorübergehen lassen werden, ohne diesem hier allgemein geschätzten, tüchtigen Beamten sür seine bisherigen erprobten treuen Dienste einen nachhaltigen Beweis ihrer Anerkennung und Werthschätzung zu bieten, wie dies übrigens auch in allen anderen israelitischen Cultusgemeinden stets usuell ist. Nach 30jähriger treuer, aufopfernder Thätigkeit, während welcher der Jubilant dieser Gemeinde geradezu unschätzbare Dienste geleistet, wäre demselben eine seinen Fähigkeiten, wie seiner Stellung würdige Anerkennung nur zu gönnen. Karlsbad. Am 29. November 1897 erschien eine Extra-, Fest-, Sieges-, Jubel-, Fackelzugs- und Jlluminationsausgabe des Karlsbader Tagblatt, Herausgeber Hans Feller, mit entsprechendem Bum-bum. Badeni war gefallen, der Reichsrath vertagt, das Deutschthum gerettet. Es war eine Depesche ans Eger angesügt, daß beim Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde Gottlieb, bei Znckermann und Söhne die Fensterscheiben zertrümmert wurden, weiters, daß Ausschreitungen befürchtet werden. Augenscheinlich als nachahmenswerthes Beispiel hingestellt. — Aber die Herren vom Karlsbader Bürgerverein verwahren sich doch — aus Geschäftsrücksichten — gegen den Vorwurf der antisemitischen Gesinnung. Wir haben es hier mit dem uns wohlbekannten Win^erant'isemitismus der Curorte zu thun, etwa wie in Baden bei Wien. Diese sauer-süße Melodie kennen wir bereits zur Genüge, wir sind auch darüber ausreichend informirt, daß der Bürgerverein unter Führung des Buchhändlers Hans Feller und des Dr. Med. Nag! in seiner jüngsten Vollversammlung mit fliegenden Fahnen und dröhnendem Heilö in das Lager des deutschnationalen Antisemitismus übergegangen ist. Die Herren sind zwar nicht die Obmänner, allein doch die Wortführer, die Maßgebenden des genannten Vereines. Der „deutschfortschrittliche" Hosbuchhändler Feller hat in seiner Blatt-Extraausgabe — siehe oben — das Fenstereinschlagen bei Juden indirect, aber deswegen nicht minder nachdrücklich empfohlen Dr. Nagl wieder ist liberal, Jesuit, Antisemit — zugleich oder nacheinander Alles nach Bedarf. Karlsbad. (Drei interessante Berichtig u n g e n.) Wir erhalten nachstehende Zuschriften: Herrn Dr. Joses S. Bloch, Herausgeber und verantwortlicher Redacteur von Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" Wien, II., Untere Augartenstraße 1 a. Unter Bezugnahme auf § 19 des Preßgesetzes ersuche ich um Aufnahme der folgenden Zeilen: Sehr geehrter Herr Redacteur! Ihre Zeitung vom 14. Jänner 1898, Nummer 2 bringt eine Mittheilung aus Karlsbad vom 11. Jänner, in der es unter Anderem heißt, daß der liberale Bürgerverein unter der Führung des Buchhändlers Hans Feller und des Med. Dr. Nagl in seiner-jüngsten Vollversammlung mit fliegenden Fahnen und dröhnenden Heilo-Rusen in das Lager des deutsch-nationalen Antisemitismus übergegangen ist. Ich erkläre diese Mittheilung als unwahr. Der liberale Bürgerverein, der seit Jahren Juden zu treuen Mitgliedern hat, ist nicht in das Lager des deutschnationalen Antisemitismus übergegangen, derselbe steht auch nicht unter Führung des Buchhändlers Herrn Hans Feller und des Herrn Med. Dr. Nagl, sondern unter Leitung des Herrn Anton Pupp, als Obmannes, des Herrn Richard Pöhl und des Gefertigten als Obmannstellvertreter. Hochachtungsvoll für den Bürgerverein in Karlsbad: Rudolf Damm. Karlsbad, am 18. Jänner 1898. Geehrter Herr Redacteur! In Ihrem geschätzten Blatte Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" vom 14. Jänner 1898, Nummer 2 befindet sich unter den Correspondenzen auch eine aus Karlsbad vom ' 11. Jänner (Aus dem antisemitischen Karlsbad), in der es unter Anderem heißt: „Im privaten und öffentlichen Leben

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.