Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 3 (21.1.1898)
- Date
- 1898-01-21
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 3 Vr. Bloch'» Mochenlchrlfl. Seite 57 vielen Elende und der großen Noth die dringendst begehrte Hilfe ' zu bringen. Von dem Streben geleitet, durch Vermehrung seiner materiellen Mittel sich dem Ziele zu nähern, jeder nothleidenden Witwe, jeder unglücklichen Waise des III. Bezirkes die unentbehrliche Unterstützung gewähren zu können, sieht sich derselbe veranlaßt, die Akademie zu veranstalten, welche allseitige Förderung verdient. Obmann: Dr. Moriz Brunner, Director des israelitischen Taubstummen - Institutes, III., Rudolssgasse 22; Obmann-Stellvertreter: Dr. Hermann Elia s, praktischer Arzt; Cassier: Philipp Popper, Kaufmann; I. Schriftführer: Josef F r i e d lj Taubstummen-Lehrer; II. Schriftführer: Max Wolf, Kaufmann; Moriz G l o g a n, Kaufmann; Salo I a ß n i g e r, Confectionär; Leopold Klein, Kaufmann; Ignaz O r l i k, Bürger und Fleischhauer; Adolf T a u s k i, Confectionär; Josef Wolf, Fabrikant. Geldsendungen sind an Herrn Philipp Popper, III., Obere Viaductgasse 34, zu richten. E. B. Brünn. Am 2. Februar vollendet Herr Moritz Brecher, Professor an der hiesigen Landes-Oberrealschule, sein sechzigstes Lebensjahr, was die zahlreichen Freunde und Verehrer desselben zu Sympathiekundgebungen veranlassen dürfte. Professor Brecher, ein Sohn des berühmten Gelehrten weiland Dr. Gideon Brecher, nimmt hier eine sehr geachtete Stellung ein und erfreut sich als Lehrer nitb Bürger allgemeiner Beliebtheit. Brünn. (Ein D a n k b a r k e i t s a c t.) Im Schaufenster der Buchhandlung W i n i k e r sind gegenwärtig die wohlgetroffenen Porträts des Herrn Baron Hirsch und dessen Frau G e m a l i n ausgestellt. Die beiden Bilder sind im Aufträge des Conventes der Barmherzigen Brüder aus Dankbarkeit für die hervorragenden Unterstützungen, welche Baron und Baronin Hirsch dem Orden stets angedeihen ließen, und namentlich für die großherzige Widmung zu Gunsten des Neugebäudes, hergestellt worden. Die beiden Porträts haben die Bestimmung, als Schmuck dieses Neugebäudes dortselbst aufgestellt zu werden. Nikolsburg. Der hierortige israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein „Nächstenliebe" versendet soeben den Jahresbericht für das III. Vereinsjahr 1897. Dank der zielbewußten und unermüdlichen Fürsorge der Präsidentin dieses Vereines, Frau Johanna Kohn, im Vereine mit den ihr wacker zur Seite stehenden Vorstandsdamen Frau Mathilde Frankfurther, Frau Julie Gewitsch. Frau Therese Schlesinger und Frau Cäcilie Spitzer, erfreut sich dieses Wohlthätigkeitsinstktut der zunehmenden Unterstützung seitens vieler unserer Glaubensgenossen sowohl hier, als auch auswärts. Durch die Munificenz edler Menschenfreunde sind dem Vereine im Verlaufe der verflossenen 3 Jahre ansehnliche Spenden und Legate, wovon insbesondere jenes des seligen Herrn Baron Moritz Freiherrn von Hirsch-Gereuth im Betrage von 1000 fl. hervorzuheben ist, zugekommen, wodurch der Verein in der Lage war, auch Kohlen und Brennholz sowie Kleider für Anne anzuschaffen. Dem Jahresberichte ist zu entnehmen, daß der Verein 232 Mitglieder, darunter zwei Ehrenmitglieder und 17 Gründerinnen, zählt. Gemäß der Cassa-Ausweise der abgelaufenen 3 Jahre wurden seit denk Bestände des Vereines im Ganzen eingenommen an Gründungs- und Unterstützungsbeiträgen 3031 fl. 31 kr. und hievon an Unterstützungen verausgabt. 1224 fl. 86 kr. Das Vereinsvermögen beträgt jetzt 1839 fl. 39 kr. Jtzkany, 11. Jänner. Am 2. d. M. feierte der Chef der Firma Gebrüder Hellmann — Herr Samuel Hellmann, Vicebürgermeister von Jtzkany, Cultusvorstand-Stellvertreter der Stadt Suczawa, Börsenrath der Stadt Czernowitz u. s. w., 'das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlasse war das Jubelpaar Gegenstand herzlicher Ovationen, denn dasselbe erfreut sich in der ganzen Bukowina der allgemeinsten Sympathie. Der Wohlthätigkeitssinn desselben, seine Rechtschaffenheit sind geradezu sprichwörtlich geworden. — Cs waren erschienen: Dr. Ritter v. Duzienkiewicz, k. k. Bezirkshauptmann von Suczawa, Herr Bürgermeister Franz Ritter des Loges, Johann Lichtberger, Stadtvorsteher von Jtzkany, Bahninspector Michael Ritter v. Kalmucki, Vostofficial Ozarkiewicz, Dr. Finkler, Cultusvorstand von Suczawa, Polizeicommissär von Tarnowiecki, Herr Heinrich Singer, Zollverwalter, u. s. w. Herr Hellmann spendete 5 Waggon Holz für die Ortsarmen von Jtzkany und 1000 fl. für das aus Anlaß der 50jährigen Regierung Seiner Majestät zu gründende Spital für arme Sieche. Prag, 14. Jänner. Aus K r i n e tz bei Nimbnrg wird berichtet, daß daselbst in der Nacht auf den 7. d. M. den dortigen Juden die Fenster eingeworfen und auch die Fensterscheiben der Synagoge zertrümmert worden seien. Auf dem jüdischen Friedhofe wurden arge Verwüstungen angerichtet, viele Grabsteine zerstört und umgeworfen. Prag. Das Ehrenmitglied und Gründer des „Ersten Rechtsschutzverein für Hausirer im Königreich Böhmen", Herr Adolf Schiller und seine Frau Gemalin Rosa feiern am 26. Jänner l. I. ihre silberne Hochzeit. Raab. (G e s e l l i g k e i t s a b e n d.) Das Streichquartett der Herren Dr. Vajda, Köppl, Kirchner und Hugo Weiß, sowie die Budapester Gesangskünstlerin Helene Naday und der sie begleitende Clavier-Virtuos Szabados, ferner das Ehepaar Hirsch haben an dem mit Tanz verbundenen Geselligkeitsabende des Raab- und Raab-Szigeter israelitischen Frauenvereines durch ihre gediegenen Leistungen Beifall erworben. Das Vereins-Präsidium, bestehend aus der von edelster Ambition beseelten Präsidentin Frau Johanna Herzl-Keppich, der Vicepräsidentin Frau Moritz Wertheimer, der Cassierin Frau Carl Fischer und Controlorin Frau Dr. Michael Vogl, sowie der Vereins-Ausschuß bemühten sich außerordentlich um das Gelingen des Abends. Das vornehmste jüdische und christliche Publicum füllte den Saal des Lloyd-Gebäudes bis aufs letzte Plätzchen. Ebenso anziehend wie Musik und Gesang waren die humoristischen, geistreichen Vorlesungen der Schriftsteller Szavay und Rudnyansky. Der Verein hat mit diesem Abend einen schönen Erfolg errungen. Tyrnav. Der hiesige israelitische Frauenverein hielt am 16. d. M. seine 36. ordentliche Jahres-Generalversammlung, bei welcher Gelegenheit seiner Präsidentin der Frau Josephine Koppel von dem Bereinsausschusse eine besondere Ovation bereitet wurde. Zu dieser Generalversammlung hatten sich Se. Ehrwürden der Herr Oberrabbiuer Maximilian Stein, der Cultus- und Schulvorstand, der Lehrkörper und die übrigen Bereinsvorstände in corpore eingefunden. Die Bicepräsidentin Frau Fanny Horn begrüßte die Präsidentin mit einer herzlichen Ansprache. Frau Regine Schlesinger, als das älteste Ausschußmitglied des Vereines, hielt an die Präsidentin eine formvollendete Ansprache, ihre um den Verein erworbenen Verdienste würdigend, und überreichte im Namen der Generalversammlung das Ehrendiplom als lebenslängliche Präsidentin des Vereines. Das Ehrendiplom wurde von der Firma M. Munk, Rothenthurmstraße, Wien, kunstvoll ausgeführt. Es hielten ferner Ansprachen Se. Ehrwürdeu der Herr Oberrabbiuer, der Präses der Gemeinde Herr Hermann Messinge r, im Namen des Vereinsausschusses der Schriftführer Herr Heuberger, der Schulpräses Herr Edmund Eisler, Herr Lehrer S. K o h n und schließlich Herr Dr. Eduard Frommer. Die Präsidentin, tief bewegt, dankte in warmen und herzlichen Worten. Mit stürnlischen Eljenrufen nahm die schöne Feier ihren Abschluß. H a m a s k i r. Kopenhagen, 14. Jänner. Bei der gestern stattgehabten Wahl eines zweiten Rabbiners für unsere Gemeinde wurde einstimmig Herr Bezirksrabbiner Dr. H. G o i t e i n, seither in Nachod (Böhmen), Schüler des Berliner Rabbinerseminars, gewählt. Abazzia. Am 18. Jänner fand in der Pension B r e in e r in Abazzia die Trauung von Frl. Therese B r e i n e r mit Herrn Gustav Reiniger statt. Petersburg, 14. Jänner. (V e r u r t h e i l t e Antisemiten i n R u ß l a n d.) In U m a n, Gouvernement Kiew, fand die Verhandlung wegen der antisemitischen Unruhen in S ch p o l a statt. Von 58 Angeklagten wurden zwölf freigesprochen, die übrigen zu G e f ä n g n i ß st r a f e n von a ch t M o n a t e n bis zu ein und einem Vierteljahre verurtheilt. Boston. Die vereinigten jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten erstatteten kürzlich den zweiten Jahresbericht seit ihrer Vereinigung. Dieselben haben im Berichtsjahre circa 80.000 Mark ausgegeben, aber besonders bemerkenswerth ist, daß das Stellenvermittlungsbureau von 773 Bewerbern volle 676 in passende Stellungen unterbrachte. Bonze Hai geschwiegen. Aus dem Jüdisch-Deutschen des I. L. Perez, bearbeitet von Theodor Z l o c i st i. (Berlin). In der großen Welt hatte sich nichts geändert, nichts geregt, als Bonze starb. ... Kein Mensch wußte, wer er gewesen, wie er gelebt und woran er gestorben. Ob ihm das Herz gebrochen, ob er kraftlos verdorrt, oder was ihm sonst gefehlt hat. mssmamässm