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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-01-21 · 3 (21.1.1898) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
3 (21.1.1898)
Date
1898-01-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr.^3 <5eue. langte q.uch — — G l o ck e-n! Keine Bimbelglückcheu an den. MoLagWhE,-ftlein^-,yMfltliche^ äusgewächWe Mockeü zu-! erst, .festgemauert in perHrden und öänn choch in deö. Thurmes^ Glockenstube.,.. Der Mann war , nür..consequMt. EntWer oder' — aber nicht Eins ohne das Andere I — '. Ludwig Ängust F r ä n' k l, der doch kein orthodoxer Jude' war, hat sich ..immer gegen die Orgel im Judentempel äüsge-? stzrochen, .ist beredter,,'in fast heftig beredtst-WM Es verlohnst sich, wie Rede nachzulesen,' welche er' in Wien vostdem Vorstande der israelitischen, Cultusgemeinde gehalten hat, als die Einführung der Orgel beschlossen werden sollte. Die wichtigsten Abschnitte daraus erscheinen in dem Schriftchen des Herrn R.'Nobel ungezogen. - Zu weit führen und für die Allgemeinheit der Leser nicht eben bequem verständlich würde das Eingehen in das gelehrttheologische Material sein, das der Verfasser um sich herum aufgethürmt hat, um darzuthun, daß das Orgelspiel in der Synagoge sogar direct verboten ist. Aber alles, was er vorbringt, scheint einleuchtend und überzeugend zu sein und ist jedenfalls geschickt gruppirt. Die Orgelfrage ist eine Streitfrage, ein Zankapfel geworden, der den Frieden in so mancher Gemeinde.stört. Nie haben Eintracht und Verträglichkeit und Verbrüderung dem Judenthum mehr Noth gethan, als eben heute. Wenn wir an dem Büchlein Nobel's einen kleinen Mangel aussetzen, so wäre es der, daß er das Urtheil Meyerbeer's, gewiß eines Competenten in der Sache, der mit dreinzureden ein Recht hat, nicht wörtlich anführt, sondern in einer Fußnote blos darauf knapp hinweist. Ein besonderer Zufall fügt es nun, daß gerade in diesen Tagen ein Buch herausgekommen ist, welches diesen bedeutsamen Anspruch wieder in's Gedächtniß ruft.*) „Meverbeer äußerte einst, als er von Dr. Ludwig August Frankl ersucht wurde, eine Composition zur Einweihung des neuen israelitischen Bethauses in Wien zu componiren, Folgendes über die Musik in der Synagoge : „Sie werden doch keine Orgel in der Synagoge einführen! Das ist ein rein christliches Instrument. Und dann! Ich rechne es mir als ein großes Verdienst an, daß ich in Übereinstimmung mit Mendelssohn-Bartholdy im protestantischen Dome in Berlin nur einen singenden Chor eingeführt habe. Der betende Mensch soll ohne alle Vermittlung Zu seinem Gott sprechen. Nun halten das so die Juden seit Zerstörung des Tempels; es ist so eingebürgert durch zwei Jahrtausende. Wir sollen keine Neuerung machen. Wenn aber durchaus andere Musik verlangt wird, so müßte es, nach meine Ansicht, eine von Posaunen und Flöten herrührende sein, wie sie im Salomonischen Tempel erscholl. Die Menschenstimme ist aber das Erschütterndste!" Meyerbeer hat aber einen Theil unserer Cantoren vergessen, die die Orgel brauchen, damit sie sie deck t, ihren falschen, kunstfremden Gesang. Gewiß gibt es auch anderseits viele große und tüchtige Meister und Musiker unter ihnen, würdige Nachfolger Sulzer's des Einzigen. Aber leider auch, und nicht blos in ärmeren Gemeinden, sondern überall dort, wo Protection und nicht Tüchtigkeit bei Besetzung frei werdender Stellen entscheidet, unmusikalische heulende Derwische, eher zur Gattung festes Ltentor gehörig, als zur Species Luscinia Philomela. Die brauchen freilich die Orgel sehr nothwendig und den, der, nach der alten Anecdote non hoch oben herunterruftMarand Josef! Der ganze Schmäh Jissroel ist heint' wieder bei'n Teifel!"- Das Büchlein des Rabbiners Nobel kann allen, denen der jüdische Gottesdienst noch etwas gilt — den Gegnern wie den Freunden der Orgel — zur Lectüre empfohlen werden, zur Bekräftigung oder zur Beherzigung — je nachdem! _ I. Saschar. Correspondenzen. Wien. (Aus der Sitzung des Vorstandes vom 16. I ä u n er, B e g i n u lO Uhr Vormittag s.) Die Sitzung fand unter dem Vorsitze des Präsidenten kaiserlichen Rath K l i n g e r statt. Vor Beginn der Tagesordnung erbat sich der neugewählte Obmann der Finanz-Section Herr Moritz Hirsch das Wort, und sprach für die auf ihn ge- *) „Foyer". Heiteres Feuilleton aus 55 Jahrgängen der Signale für die musikalische Welt 1842 - 1897. Leipzig 1898. sallene Wahl den Vorstaudsmitgliedern seinen wärmsten Dank aus. Er versicherte, daß er seine ganze Kraft der Gemeinde widmen werde. (Beifall.) Zur Vorlesung gelangt: Ein Dankschreiben der Repräsentanz der Cultusgemeinde Prag für die vom Vorstande der Wiener Cultusgemeinde zu Gunsten der durch die letzten Pöbelexcesse in Rothstand gerathenen Glaubensgenossen der Cultusgemeinde Prag und Umgebung votirten 1000 fl. Eine Zuschrift des Herrn Baurathes Wilhelm Stiaßny, in welchem derselbe für seine Ernennung zum Mitgliede des Comites der Dr. Rappaport'schen Stiftung für Preisausschreibungen seinen Dank ausspricht. Eine Zuschrift des Herrn Moriz Eisler, mit welcher derselbe die Berufung zum Borstandsmitgliede der Chewra- Kadischa dankend annimmt. Sohin werden nachstehende Spenden zur Kenntniß gebracht. Der Präsident kaiserlicher Rath Klinger übermittelt den ihm als Präsenzgebühr aus der Pollak von Rudinffchen Familirn-Stiftung im Sinne des Stiftbriefes zugekommeuen Betrag von 100 fl., mit der Widmung, hievon der Armenanstalt 50 fl., dem Armenamte der Cultusgemeinde 50 ft. zuznwenden. Herr L. Brettaner übermittelt in pietätvollem Gedenken des Sterbetages seines Vaters 300 fl. für vom Vorstande zu bestimmende Wohlthätigkeitszwecke. Herr Ignaz Victor Karmin übersendet anläßlich des Ablebens seiner Mutter Frau Dorothea Karmin einen Betrag von 250 fl. zur Vertheilung an verschämte Arme am Begräbnißtage seiner Mutter. Anonymus übersendet bei Einhebung der Cultussteuer 60 fl. zur Vertheilung an Arme. Herr Ludwig Großmann erlegt einen Betrag von 300 fl. zur Errichtung einer Kadischgebet-Stiftung für seine verstorbenen Eltern. Den Spendern wird der Dank votirt. Herr Präsident kaiserlicher Rath Klinger berichtet, daß er im Vereine mit den Vice-Präsidenten die neu ins Amt getretenen Minister, und zwar den Minister-Präsidenten Paul Freiherrn von Gautsch-Frankenthnrn, den Unterrichtsminister Grafen Vineenz Latour und den Justizminister Dr. Ignatz Edlen von Rüben begrüßt habe, und daß bei diesem Anlasse auch die für unsere Glaubensgenossen sehrdrückenden Zeitverhältniffe zur Sprache gebracht wurden. Der Präsident theilt mit, daß um die ausgeschriebene Stelle eines Rabbiners für die Gemeindebezirke XVI.—XVII. bis zum Ablaufe des Competenztermins 46 Gesuche eiugelausen sind, welche nunmehr der geschäftsorduungsmäßigen Behandlung zugeführt werden. Seitens des Herrn Architekten Fleischer ist die Mittheilung eingelaufen, daß er die auf ihn gefallene Wahl zum Obmann-Stellvertreter der I. Section nicht annehme. Zu dieser Mittheilung ergreift Dr. Steger das Wort, um in beredter, eindringlicher Weise Herrn Fleischer zu bewegen, im Interesse der Sache, dem an ihn ergangenen Rufe Folge zu leisten, welchem Wunsche sich' mehrere Herren in wärmster Weise anschließen. In Folge dieses^ dringenden und einmüthigen Appells erklärt Herr Fleischer die Wahl anzunehmen, was mit lebhaftem Beifall zur Kenntniß genommen wird. Ueber Antrag der II. Section wird beschlossen, die Herren Ignaz Brüll, Julius Epstein und Carl Goldmark zur llebernahme des Juroren-Amtes für Prüfung der Gesuche um Verleihung der Ignaz Blumenfeld'schen Widmung für Musiker zu ersuchen und spricht sich der Vorstand bei dieser Gelegenheit über Antrag des Herrn Dr. Berger dahin aus, daß bei Verleihung dieser Widmung in erster Linie schaffende Künstler (Componisten) zu berücksichtigen wären. Ueber Antrag des Herrn Obmannes der Wohlthätigkeits-Section, Baurath von Goldschmidt, werden periodische Unterstützungen vom 1. Jänner bis 31. December 1898 an 15^ PaÄeien im Gesammtbetrage von fl. 12.000 bewilligt.

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