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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-01-14 · 2 (14.1.1898) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
2 (14.1.1898)
Date
1898-01-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 36 Vr. Vlvch» WochrnschrM Nr 2 Groh-Meseritsch. Wie alljährlich wurde auch am diesjährigen Chanukafcste eine Betheilung armer Schulkinder mit Winterkleidern und Schuhen im Schullocale der israelitischen Cultusgemeinde vorgenommen, woselbst sich aus diesem Anlasse die israelitische Schuljugend mit dem Lehrkörper, der Cultusvorstand und andere Honoratioren eingefunden hatten. Nachdem Obercantor Steiner das Abendgebet vorgetragen und die Chanukalichter unter Begleitung von Choralgesang entzündet hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. Weiner eine feierliche Ansprache, worin er die Jugend zum Vertrauen auf Gott und zur Dankbarkeit gegen Wohlthäter ermahnte. Die Mittel widmeten in munificenter Weise der humanitäre Verein der Groß- Meseritscher in Wien, sowie die Hinterbliebenen Kinder nach den leider so früh verstorbenen Eheleuten K e l l n e u. Den edlen Spendern wurde der Dank seitens des Cultusvorstandes votirt. Der Verein der Groß-Meseritscher in Wien hat nicht blos bedeutende Summen zur Bekleidung armer Schulkinder und behufs Beschaffung von Brennholz für israelitische Ortsarme alljährlich gespendet, er hat auch Stipendien errichtet, welche strebsamen Hochschülern und Haudwerkeru der Heimatsgemeinde zufallen. Ebenso hat der genannte Verein eine aus nahezu 1000 Bänden bestehende Freibibliothek hierorts errichtet. Möge es denl Bereiusvorstande und den Mitgliedern, die sich in der erwähnten dankenswerthen Weise um die Hebung unserer Heimatsgemeinde und ihrer Institutionen materiell und moralisch so vielfache Verdienste erworben haben, gegönnt sein, ihre segensreiche Thätigkeit noch lange zu Nutz und Frommen der Heimatsgemeinde zu entfalten. Triefch. Der Cantor der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, Herr S. Lew in, der seit 10 Jahren in hervorragender Weise unsere» Gottesdienst leitet, feiert am 22. Jänner dieses Jahres das Doppelfest seiner silbernen Hochzeit mit seiner Gattin, Eva Lewin, und seines 25jährigen Cantorjubiläums. Ung.-Brod, 2. Jänner. Zum Vorsteher der hiesigen Gemeinde wurde der wegen seiner Thätigkeit und Menschenfreundlichkeit allbeliebte Herr Dr. Med. H. S p i e g l e r mit Stimmeneinhelligkeit gewählt. Vicevorsteher ist der frühere Obmann der Cultusgemeinde Herr Karl Schnabel. Prag. Zur Unterstützung der bei den Excessen in unserer Stadt geschädigten Israeliten sind neuerdings 50.000 fl. ans Deutschland eingettoffen. Darunter sind 15.000 fl. von Baron Rothschild aus Frankfurt a. Main. Karlsbad. Der deutsche Kaiser hat Herrn Badearzt Dr. H e r tz k a hier zum Sanitätsrath ernannt. Friedek. (Schulbau.) Der Vorstand der hiesigen Cultusgemeinde hat schon seit längerer Zeit Vorberathungen gepflogen, um Anläßlich des Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. nicht nur diesen Tag in erhebender Weise zu feiern, sondern auch zur steten Erinnerung an die ruhmreiche Regierungszeit eine größere Stiftung ins Leben zu rufen. Zu diesem Zwecke wurde eine allgemeine Versammlung der Mitglieder der Cultusgemeinde einberufen. Unter zahlreicher Betheiligung wurde dieselbe durch eine erhebende, von lauterstem Patriottsmus durchwehte Rede seitens des Cnltnsvorstehers Herrn Hermann Löw eröffnet. Im Sinne des kundgegebenen allerhöchsten Wunsches, nur humanitäre, dem allgemeinen Wohle dienende Stiftungen zu errichten, sprach sich die Versammlung dahin aus, ein eigenes Schulgebäude für die israelitische Volksschule in Friedek zu erbauen. Um den Gefühlen der Loyalität und Dankbarkeit für die erhabene Person des Kaisers besonderen Ausdruck zu verleihen, wurde beschlossen, die Schule möge den Namen „Kaiser Franz Joseph-Jubiläumsschule" ttagen und hiezu die Genehmigung Sr. Majestät zu erbitten. Nameszto, 7. Jänner 1898. (V e r l o b u n g e n.) Der Rabbinats-Candidat Herr Michael Duschinsk y, Sohn des gelehrten Rabbiners Herrn B. D u s ch i n s k y aus Nameszto, verlobte sich mit Frl. Lea G o i t e i n, Tochter Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners E. M. G o i t e i n aus Högyesz. — Die Tochter desselben Herrn Rabbiners, Viktoria Duschinsky, wurde mit Herrn David M a r t o n aus Steinamanger verlobt. Budapest. Der deutsche Kaiser hat den königlichen Hofphotographen Moritz E d 6 l i und den königlichen Hofschneider Weiner, Beide in Budapest, zu königlich preußischen Hoflieferanten ernannt. Wag-Neustadtl. Am 4. d. M. veranstaltete die israelittsche Cuttusgemeinde eine Trauerfeier (Hesped) um ihren jüngst verstorbenen Rabbiner Josef Weisse seligen Angedenkens. Dieselbe wurde unter großer Betheiligung im Tempel und in der ' israelitischen Realschule abgebalten. Mit der Leitung der Trauerfeier im Tempel wurde Herr Rabbiner Jsr. Frankl, ein - Sohn unserer Gemeinde, betraut. In seiner Rede legte er der Gemeinde ans Herz, das Andenken des großen Verstorbenen, durch Förderung des Studiums der jüdischen Wissenschaft, zu ehren. Nach Beendigung des Gottesdienstes begaben sich die Versammelten in den Zeichensaal der israelitischen Realschule, wo die Feier in ungarischer Sprache fortgesetzt wurde. Herr Director I. A l t m a n n hob in seiner Eröffnungsrede hervor, die Schule werde dem Verstorbenen ein Denkmal errichten, das dauernder als Erz und Marmor sei, indem diese Anstalt im Geiste des Verstorbenen, der Director vor 15 Jahren war, geleitet wird, und verlas jene beiden Anerkennungsschreiben, mit welcher! der Verewigte von Seite der ungarischen Regierung für seine selbstlose und erfolgreiche Thätigkeit auf dem Gebiete des Unterrichtes ausgezeichnet wurde. Hierauf folgt die Gedenkrede des Professors Donäny, in welcher der Redner in großen Zügen das Lebensbild des Rabbi Josef Weisse und seine großen Verdienste um die Religion, Schule und Gemeinde schilderte. Herr Dr. Sonnenfeld, Vorsteher der Cultusgemeinde, dankte hierauf dem Professorenkörper für seine Bemühungen um diese erhebende Feier, welche sodann mit dem Absingen eines Trauer- Chorales schloß. Belovar, 10. Jänner. In würdiger Weise beging letzten Donnerstag die hiesige Chewra-Kadischa die Feier ihres 20jährigen Bestandes. Unsere jüdische Cultusgemeinde kann, wie die meisten in Croatien, noch auf kein langes Alter zurückweisen. Als sich aber vor mehr als zwanzig Jahren die ersten hier angesiedelten jüdischen Familien zu einer Gemeinde vereinigten, war eine der ersten Aufgaben, deren Lösung sich die damaligen Gründer derselben stellten, die Schaffung der Chewra-Kadischa. Später wuchs die Zahl ihrer Mitglieder, die die segensreiche Thätigkeit des Vereines in der Gemeinde und im Bezirke gewonnen hatte. Am letzten Donnerstag beging die Chewra-Kadischa in feierlicher Weise ihr 20-jähriges Stiftungsfest. Zum Feftgottesdienste im hiesigen Tempel hatten sich alle Mitglieder der Gemeinde und sehr viele aus dem Bezirke eingefuuden. Nach den Gesangsvorttägen des Herrn Cantors M. F a u st hielt der Herr Bezirksrabbiner S. D. Tauber die Festpredigt, deren Eindruck bewirkte, daß nach beendigtem Gottesdienste 27 Personen der Chewra-Kadischa als Mitglieder beitraten. Abends fand ein Festbankett mit 120 Gedecken im großen Saale des Hotel Stern statt. In den Toasten wurde namentlich die aufopfernde Thätigkeit des Vereinspräsidenten Herrn Albert L i e b e r m a n n, der bereits seit zehn Jahren der Chewra-Kadischa vorsteht, und des Gemeindevorstandes Herrn Jacques F l e i s ch m a n n hervorgehoben. Ein hiesiges croatisches Blatt forderte in seinem Berichte über die Feier die Katholiken auf, durch Gründung ähnlicher Vereine dem nachahmenswerthen Beispiele der jüdischen Gemeinde zu folgen. Ungvar, 4. Jänner. Sonntag den 2. Jänner wurde unter sehr großer Betheiligung Herr Salamon G u t t m a n n, einstmaliger langjähriger Cultusvorsteher der Ungvarer orthodoxen Cultusgemeinde, zur Ruhe getragen. Der Verblichene, der sehr viel zur Hebung der Gemeindeangelegenheiten beigetragen hat, erfreute sich zeitlebens einer besonderen Beliebtheit und war auch die Theilnahme den Hinterbliebenen gegenüber eine allgemeine. Friede seiner Asche. Berlin. Der Kaiser hat dem Legationsrath im auswärtigen Amte Dr. C a h n den Titel eines Geheimen Legationsrathes verliehen.,— Dem bekannten Chemiker Professor Dr. Carl L i e b e r m a n n ist der Charakter eines Geheimen Regierungsrathes verliehen worden. Der außerordentliche Professor in der medicinischen Facultät und Director des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Krankenhauses zu Berlin Dr. A. Baginsky hat das Officierkreuz des Ordens der italienischen Krone erhalten. — Herr Commercienrath Hugo Landau ist vom König von Serbien mit dem Komthurkreuz des Takowa-Ordens ausgezeichnet worden. Breslau. Die Cantvrenfrage an der hiesigen „Neuen Synagoge" hat eine schnelle und nicht ganz unerwartete Lösung gefunden. Herr C e r i n i hat sein Entlassungsgesuch zurückgezogen oder vielmehr sich von Neuem um die durch seinen beabsichtigten Weggang entstandene Vacanz beworben und der Vorstand hat mit 8 gegen 5 Stimmen seine Wiederwahl beschlossen. Wir können Herrn Cerini und dem Gemeindevorstand zu ihrem Entschlüsse nur gratuliren. — Wie alljährlich, trat auch diesmal unter der erprobten und rührigen Leitung des Herrn Theodor

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