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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-01-14 · 2 (14.1.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
2 (14.1.1898)
Date
1898-01-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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4r. 2 Vr. Vlvltz » VochrnkchrM Seile 35 das neue Hospital m Jerusalem ist, geht unter Anderem aus den folgenden Ziffern hervor: In den 9 Monaten vom März bis November dieses Jahres hat allein Dr. Wallaah in seiner Armenpraxis 30.396 Kranke behandelt und 3019 Besuche ge« macht. Unter den Kranken waren 87 Kinder, welche von Diphterie befallen wurden; dieselben wurden mit Serum behandelt und 73—84% genasen, während sonst die Sterblichkeitsquote viel höher war. Unter diesen Fällen waren 39 mit Larynx- Diphterie, von denen 26 wieder gesund wurden, während diese Erkrankung in früheren Jahren fast immer tödtlich verlief. Das neue Hospital mit seinen 45 Betten wird sicher wesentlich zur Besserung der sanitären Verhältnisse bei den Juden in Jerusalem beitragen. Johannisk urc». Die Antwort des Staatssecretärs Leyds; auf die Beschwerde des jüdischen Gleichberechtigungscomites ist jetzt eingegangen, ist aber nicht sehr befriedigend. Sie gesteht zwar einige Kleinigkeiten zu, bleibt aber zurückhaltend in allen wichtigen Punkten. Die jüdischen Gemeinden beabsichtigten ihr Votum, 3—400 Stimmen, für denjenigen Präsidentschaftscandidaten in die Wage zu werfen, der den Inden Aushebung der beschränkenden Bestimmungen verheißt. Auch ein Organ der Buren nimmt sich jetzt der Rechte der jüdischen Bevölkerung Transvaals an. „Land en Volk" schreibt in einer Besprechung der bekannten Petition an die Regierung in Pretoria, daß die Juden so gut wie sie zu den Steuern und sogar zu dem Militärdienst herangezogen werden, auch berechtigt sein muffen, die vollen bürgerlichen Rechte zu genießen. — Die Dampsercompagnien, welche die Auswanderer von England nach Südafrika bringen, haben schon seit längerer Zeit für die jüdischen Passagiere die größten Bequemlichkeiten beschafft. Sie sind bemüht, dieselben in Gruppen zu verschiffen, und besorgen dann für dieselben alle religiösen Erfordernisse, wie koscheres Fleisch rc. Kürzlich prüfte wieder der Superintendent des Asyls für jüdische Arme in London die Einrichtungen der Castellinie und fand, daß dieselben allen billigen Anforderungen, welche die jüdischen Passagiere stellen können, vollkommen entsprechen. Vermilchtes. Wien. Herr Dr. v. Sonnenthal, Chemiker bei Siemens u. Halske, ein Sohn des Oberregisseurs am Hosburgtheater Adolph Ritter v. Sonnenthal hat sich mit Fräulein Margarethe Herz, Tochter des Directors der Bodencreditanstalt Julius Herz verlobt. T»ixn. Herr Bernhard Grimm, Beamter der Oesterreichischen Gasglühlicht-Actiengesellschast, hat sich mit Fräulein Therese Schreiber verlobt. Wien. Herr Felix B e r a n in Zürich hat sich mit Frl. Lilli Marx in Mannheim verlobt. Wien. Der kaufmännische Unterstützilugsverein „Osten" veranstaltet am 5. Februar d. I. ein Elite-Kränzchen im Fest- Saale des Hotel Continental, Eingang Taborstraße, Ball-Toilette. Das Reinerträgniß ist für wohlthätige Zwecke des Vereines bestimmt. Kartenausgabe vom 15. Jänner ab von 3 bis 6 Uhr beim Vereinscassier Herrn Ferdinand Berger, II., Litiellbrunngasse 3. Ersten. In der am 2. Jänner d. I. abgehaltenen Generalversammlung des Bethausvereines „Machasike-Thora" im V. Bezirk wurde dem Gesammtvorstand Dank und Anerkennung ausgesprochen und neu gewählt: als Präses Herr Philipp N u ß b a u m und als Vorstandsmitglieder die Herren Simon Hecht, Samuel Krauß, Josef Glückselig, Karl Schein, Salomon B a r o t t i und Moriz Doma n. Wien, im Jänner. Die Plenarversammlung des „literarischen Geselligkeits-Vereines jüdischer Mädchen „Moria" hat Sonntag den 2. Jänner; stattgesunden. Aus der Tagesordnung stand die Verlesung des Rechenschaftsberichtes und Vornahme der Neuwahlen. Alls ersterem entnehmen wir mit Befriedigung, daß aus dem Reinerträgnisse der vom Verein „Moria" am 2. März verflossenen Jahres veranstalteten Wohlthätigkeits- Akademie a r m e n j ü d i s ch e n Waisenkindern der Betrag von 100 fl. zugeführt lverden konnte. Die Neuwahl verlief in folgender Weise: zur Präsidentin wurde Fräulein Camilla Wagner wiedergewählt, zur Bice-Präsidentin Fräulein Rosa W o r t m a n n, l. Schriftführerin Fräulein Rosa F e i t h, U. Schriftführerin Fräulein Bertha Pfeiffer und zur Cassierin Fräulein Wachtel gewählt. L -r. Wi?». („Treubun d".) Samstag den 15. Jänner findet in Khnuer's Restanration Schottenring 19, die diesjährige G e n e r a l v e r s a m m l u n g des Humanitären Vereines „Treubund" statt. Anschließend an die Versammlung wird ein Vortragsabend, verbunden mit Tanzkränzchen, bei freiem Entree veranstaltet, zu welchem alle Gönner des Vereines und Kinderfreunde höflichst eingeladen werden. Der Verein hat im abgelaufenen Jahre 204 arme Kinder mit vollständiger Winterkleidung versehen und verdient allseitige Sympathien. Wie,'. Mittwoch den 19. Jauner 1898, Abends 7 Uhr, findet ill Krautslosfel's Favoritensälen, X., Himbergerstraße 55, die diesjährige Generalversammlung des Israelischen Humanitäts- Vereines für den X. Wiener Bezirk statt. Derselbe Verein veranstaltet Sonntag den 16. d. M. um halb 5 Uhr Nachmittags im Israelitischen Tempel, X., Humboldtgasse 27, den diesjährigen Trauergottesdienst für die verstorbenen Vereinsmitglieder. Die Bereinsgenossen werden ersucht, bei-der Trauerseier vollzählig zu erscheinen. Wien. (W o h l t h ä t i g k e i t s k r ä n z ch e n.) Am 5. Jänner d. I. fand das zu Gunsten des Brigitternmer israelitischen Frauen-Wohlthätigkeitsvereines im Saale des Ho'els „zum bayrischen Hof" veranstaltete Kränzchen statt, welches in jeder Beziehung als ein Elitekrünzchen bezeichnet zu werden verdient. Der Besuch war ein geradezu massenhafter, denn nur sehr wenige fehlten aus den besten Kreisen der Brigittenauer Gesellschaft, welche hierdurch dem Frauen- Wohlthätigkeitsverein die wohlverdiente Sympathie zu erkennen geben wollten. Aber auch aus anderen Bezirken Wiens waren zahlreiche Gäste gekommen, und dies hatte zur Folge, daß die Localitäten fast überfüllt waren. Nichtsdestoweniger unterhielten sich alle Besucher bei den ausgezeichneten Musikaufsührungen einer Militärcapelle in vorzüglicher Weise und fast graute der Morgen, als die letzten Paare den Tanzsaal verließen. Zu dem Kränzchen, das ein Reinerträgniß von nahezu taufcub Gulden liefern dürste, war der Vorstand des Brigittenauer Bethausvereines erschienen. Besondere Ovationen wurden der verdienten Bereinspräsidentin, Frau Anna Spitz, zu Theil, welcher die Damen des Vorstandes eine „Theresien-Polka" widmeten und der zu Ehren auch der mit dem Ball-Arrangement betraute Tanzmeister Herr Singer prächtige Cotillon-Figuren, die Initialen 1'. 8. darstellend, mit großer Verve arrangirte. Wien. (C v n c e r t.) Am 30. December des abgelanseuen Jahres veranstaltete der blinde Violinvirtuose Otto Steinh e i m e r im Bösendorsersaale ein gut besuchtes Concert. Der Künstler hatte sich bereits einige Tage vorher im Tonkünstlervereine vor einem Kreise von Fachgenossen hören lassen und für seine gediegenen Vorträge vielen Beifall geerntet. Der blieb ihm auch vor der großen Oeffentlichkeit treu. Er spielte mit großer Bravour Goldmark's eminent schwieriges und ausgedehntes Violinconcert und später einige virtuose Effectstücke von Sarasate. Durch schönen Ton, eminente Technik und echt musikalisches Empfinden waren alle diese Darbietungen ausgezeichnet. Dieser des Augenlichts gänzlich beraubte Jüngling wird bald zu den ersten Meistern seines Faches gezählt werden dürfen. Er ist ein Schüler von Hermann Csillag und lebt in den allerdürstigsten Lebensumständen unter Entbehrungen nur seiner Kunst. i&mn. (Todesfall.) Im hohen Alter von 86 Jahren verschied am 27. December Frau Elena Spitzer. Die Hinterbliebenen verlieren an der Verblichenen eine edle Mutter, im Style unserer biblischen Frauen, die nur in der Erfüllung ihrer Pflichten als Gattin und Mutter, und in Ausübung von Wohlthaten ihren Lebenszweck fand. Frau Elena Spitzer hiuterläßt ihre Kinder in vornehmen Stellungen, die gleich der unvergeßlichen, nun in Gott ruhender: Frau ungezählte Wohlthaten im Stillen üben. Wie»,. Letzten Samstag verschied hier nach langem schweren Leiden Frau Betti G o l d s ch m i d t geb. Max, tief betrauert von ihrem Gatten und Kindern. Montag den 3. d. fand unter großer Betheiligung die Beerdigung der Verblichenen aus dem Centralsriedhofe statt. Floridsdorf. Der israelitische Frauenverein hat im abgelauseuen Bereinsjahre an Unterstützungen für arme kranke Frauen 561 fl., fiir Kinderbekleidung 195 fl., an Unterstützung armer Bräute 245 fl., Kohle, Apotheke u. s. w. 120 fl. verausgabt. Unter den Einnahmsposten find hervorzuheben: Bereinsbeiträge 342 fl., Spenderl 79 fl., Erträgniß des Balles 279 fl., Sammlurrgeu 276 fl.

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