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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-12-24 · 52 (24.12.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
52 (24.12.1897)
Date
1897-12-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
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^eite 1052 Vr. VUntz's Wochenfrtzrtfl. - Nr. 52 Vermischtes. Wien, 19. December. Geehrter Herr Redacteur! Gestatten Sie, daß ich auf die unter „Kauft nur bei C h r i st e n" in Ihrer letzten Nummer gebrachte Zuschrift des Einsenders zurückzukommen Veranlassung nehme und ist dieser Herr jedenfalls irrig berichtet, wenn er die Behauptung aufstellt, daß ich die jüdischen Bäcker im Stiche lasse. Ich beziehe mein Gebäck von zwei jüdischen Bäckern und ich kann, wenn es den Herrn Einsender interessirt, chn mit Namen dienen. Indem ich Sie, geehrter Herr Redacteur bitte, zur Steuer der Wahrheit dies in der nächsten Nummer Ihrer geehrten Zeitschrift bringen zu wollen, zeichne ich hochachtungsvoll M. Winternitz, Hotelier. Wie». (JsraelitischeCultusgemeindeWien.) Sonntag den 26. December 1897, Vormiltags 10 Uhr, findet eine öffentliche Plenar-Sitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, im Sitzungssaale, I., Seiten-, stettengasie 4, 1L Stock, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Einlauf; 2. Bericht des Vertreter-Collegiums : a) Festsetzung der Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Cultusgemeinde sowie sämmtlicher unter der Verwaltung der Cultusgemeinde stehenden Fonde und Anstalten (Referent Herr I. Vicepräsident Dr. Alfred Stern); b) Ernennung von Vorstehern der Chewra- Kadischa; 3. Bericht der II. Section: a) Prämien für Bibelschüler; d) Conferenz der Mittelschulreligionslehrer. Wien. Dienstag den 28. December 1897, Abends 7 Uhr findet im Ceremoniensaale des Tempels, IX., Müllnergasse 21, die Generalversammlung für das XXXl. Vereinsjahr des israelitischen Bethausvereines „Chewra Beth-Hatfilah" im IX. Bezirke statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht; 2. Neuwahl von drei Mitgliedern in den Vorstand; 3. Neuwahl des Ausschufies; 4. Anträge und Interpellationen. Wie«-Marrahilf. Wie alljährlich veranstaltet der Vorstand des israelitischen Tempel- und Schulvereines im Vereinstempel, VI., Stumpergasse 42, auch in dieftm Jahre Sonntag den 26. December, 4 Uhr Nachmittags, einen feierlichen Gottesdienst für die Jugend mit Ansprache des Vereinspredigers Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Julius Max Bach. Wien. Der Leopoldstädter Frauen - Wohlthätigkeitsverein 11., Stefaniestraße Nr. 2, hält Sonntag den 26. December 1897, 5 Uhr Nachmittags, im Festsaale des Kaufmännischen Vereines, 1., Johannesgaffe 4, die erste ordentliche Generalversammlung ab. Wien-Mariahilf. Die am 19. d. M. im Tempel, VI, Schmalzhofgaffe 3 abgehaltene Chanukafeier erfreute sich trotz der an diesem Tage herrschenden unfteundlichen Witterung eines ungemein zahlreichen Zuspruches seitens des Publicums, worunter erfteulicher Weise eine große Anzahl von Kindern, welche dem Verlaufe der würdigen Feier mit Andacht folgten. Eingeleitet wurde dieselbe mit dem Anzünden des Chanukalichtes, worauf die altehrwürdigen Klänge des Moos zur jesehuossi vom Chore herab ertönten und in weihevoller Weife die nun folgende Festrede Sr. Ehrwürden Herrn Dr. I. Taglicht einleiteten. Derselbe führte aus, daß, wenn auch das Chanukafest in ärmlicher ceremonieller Gewandung einherschreite, dennoch das schönste Symbol desselben das Licht sei, als wahrhaftes Sinnbild der Aufklärung und göttlicher Wahrheit. Er kam sodann auf die große sittliche Miffion Israels zu sprechen, als welche er die Verbreitung des Gottesgedankens hinstellte, welcher Miffion das Judenthum trotz Unterdrückung und Anfeindung jederzeit gerecht zu werden bestrebt war. Die gedankenreiche und formschöne Ansprache des beliebten Predigers machte auf alle Anwesenden sichtlichen Eindruck. Montag, den 27. d. M.. 7*7 Uhr Abends, findet im Sitzungssaale des Tempelvereines VI., Schmalzhofgasse 3, die 24. ordentliche Generalversammlung statt. — y. Wien-Simmering. (Chanukafest.) Im Hause des kaiserlichen Rathes Herrn Friedrich Vogel wurde, wie alljährlich, Sonntag Abends das Chanukafest gefeiert. An dieser Feierlichkeit nahm nebst der Familie des obgenannten Herrn eine Anzahl hervorragender Mitglieder unserer Gemeinde Antheil. Es wurde daselbst das Minchagebet verrichtet und bei dem Anzünden des ersten Chanukalichtleins das übliche Lied »Moaus zur« unter der trefflichen Leitung des Cantors von den Anwesenden gesungen. Die jüngste Tochter des kaiserlichen Rathes, Frau Doctor, hielt hierauf eine Ansprache an die Kinder, welche mit der Aufforderung schloß »Auro su tauroh«, d. h. „die Gotteslehre ist Licht", sie mögen getrost und hoffnungsvoll leben und bescheiden sich jene Heroen der Vorzeit vor Augen halten, welche nach -langen Mühen kämpften und siegten. Nach diesen schlicht und wirkungsvoll gesprochenen Worten wurde die Vertheilnng der Kleider an die Kinder vorgenommen, die darnach angethan war, die jugendlichen Gemüther im vollsten Maße zu befriedigen und zu erfreuen. Mit einer guten Jause, bei der die Frau Räthin als Hausftau ihres Amtes waltete, nahm die erhebende Feier ihr Ende, nachdem noch jedem Kinde ein Silberstück in die Hand gedrückt wurde. Herrn kaiserlichen Rath Vogel, der sich überdies noch durch eine namhafte Spende für die armen Glaubensgenossen hervorthat, sowie den übrigen Veranstaltern des gelungenen Festes sei hiemit von einem Theilnehmer der Feier der herzlichste Dank ausgesprochen. W. Wien. Am 12. d. M. fand in der israelitischen Kinderbewahranstalt, II., Schiffamtsgasse 15, die alljährliche Chanukafeier statt, welche mit einer Prüfung der Zöglinge der Anstalt und Bekleidung der armen Kinder verbunden war. Die Leistungen der Kleinen fanden bei dem zahlreich versammelten Publicum, unter welchem sich die Ortsschulräthe Heit und Kauders, Rabbiner Dr. Uugerleider, Religionsinspector Dr. Kanitz und mehrere christliche Lehrer befanden, ungetheilten Beifall. Wien. (Humanit'ärerGeselligkeitsverein „F i d e §".) Am 19. d. M. hielt der im Frühjahr gegründete Verein zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder seine erste Bescheerung ab, indem er 29 Kinder vollständig bekleidete. Nachdem der Religionslehrer Herr A. Schnürmacher dasChanukalicht angezündet und den Versammelten die Bedeutung des Festes geschildert hatte, begrüßte der Obmann Herr Dr. L ö w bte Erschienenen und brachte ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät den Kaiser als den Beschützer aller seiner Unterthanen aus, worauf die Kinder die Volkshymne sangen. Wien. Der Verein jüdischer Mädchen „Hadaffa" hatte am 12. d. M. einen glücklichen Abend. Herr B. Tag sprach über „Geschichte und Gestalten des Judenthums". Der Vortragende ist bereits genügend bekannt und es erscheint fast überflüffig, zu erwähnen, daß der Vortrag bei tüchtigster und gediegenster Ausarbeitung geschmackvoll und lebendig gesprochen wurde. Die Parabel von der heiligen Rolle erfreute und entzückte die zahlreichen Zuhörer. Als liebenswürdige Zugabe brachte Frau Jenny Grünwald ein kleines Gedichtchen zu Gehör, das dem poetischen Talente der Dame das beste Zeugniß ausstellte. Wien. Der Wohlthätigkeitsverein „Frauenhort", IX. Bezirk, Müllnergasse 21, hat am 23. November d. I. seine Bekleidung armer Schulkinder vorgenommen, indem er 170 Kindern die Bescheerung an Kleidern, Schuhen, Wäsche, Kämmen, Zahnbürsten, Seife, Backwerk u. dgl. directinsHaus zuschickte. Wien. Der Boskowitzer Vertreter der Firma Jacob Fridetzko in Wien, Herr Sigmund Z a h e l, erklärt es für unwahr, daß er in Boskowitz einer Wählerversammlung beigewohnt habe, in welcher man die Rufe „Hinaus mit den Juden und mit den Socialdemokraten" nur zu oft hören konnte. Gestützt auf die Aussagen unserer durchaus verläßlichen Gewährsmänner halten wir unsere diesbezügliche Behauptung in Nr. 49 der „Oesterr. Wochenschrift" vom 3. d. M. vollinhaltlich aufrecht. Herr Zahel kann den § 19 Pr. G. mißbrauchen, aber beglaubigte Thatsachen kann er nicht hinwegleugnen. Wie». Obercantor I. Bauer, Redacteur der „Oesterreichisch-ungarischen Cantoren-Zeitung", hat seine seit vielen Jahren geleitete „Cantoren-Bildungsanstalt" ausgelassen und wird derselbe von nun ab nur Privatunterricht an junge strebsame Leute, welche sich dem Cantorate widmen wollen, ertheilen. Aus der Anstalt des Obercantor Bauer sind circa 75 Schüler, welche in größeren und kleineren Gemeinden des In- und Auslandes wirken, hervorgegangen. Wien. Samstag den 18. d. M. fand im Saale Bösendorfer das Concert des Pianisten Roderich Baß vor ausverkauftem Hause statt; der junge Künstler hatte einen glänzenden Erfolg, und wurden demselben seitens des zahlreichen, distinguirten Publicums sttirmische Ovationen dargebracht. Wie». An die befugten Hausirer! Der „Erste österreichische Rechtsschutzverein für Hausirer" bringt hiemit allgemein zur Kenntniß, daß durch Jnterventton seines Rechtsanwaltes Herrn Dr. Heinrich Scharfmesser depräs. 22. September und 27. November 1897, Zahl 24.961, die Orte Berndorf bei Baden und Gnntramsdorf bei Mödling für den Hausirhandel freigegeben sind und wird jedem das Visum ananstandslos ertheilt. Die Vereinsleitung. Otmütz. Am 26. d. M. findet in Olmütz die Trauung des Herrn Georg Schnabl, Disponenten der Zuckerfabriksfirma Gebrüder Mai, mit Fräulein Anna Lew in, Tochter des hiesigen mährischen Landesadvocaten Herrn Dr. Berthold Lew in,

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