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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-12-03 · 49 (3.12.1897) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
49 (3.12.1897)
Date
1897-12-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 994 Vr. Vlortz's »ochrnfchrM Nr. 49 Süd-Afrika. In Pretoria wird eine neue Synagoge erbaut werden, um dem Bedürfnisse der wachsenden Gemeinde zu entsprechen. Das Gebäude wird sehr elegant in maurischem Style errichtet werden, es soll 520 Sitzplätze enthalten und wird mit elektrischem Licht und allen modernen Einrichtungen versehen sein. Sam. Mark liefert die Ziegel zum Bau als Geschenk kostenlos, trotzdem werden die Kosten circa 120.000 Mark erreichen. Der Verein für jüdische Geschichte eröffnete seine Saison in Birmingham mit einer glänzenden Versammlung unter dem ersten Vorsitze des Rev. Emanuel. Mr. Joseph Jacob, Mr. Israel Abrahams, Mc. B. H. Joseph und Andere redeten in dieser Sitzung, die dem Vereine in Birmingham eine ganze Menge Mitglieder erwarb. -- Der berühmte jüdisch-holländische Maler Joseph Israels ist der Mittelpunkt einer großen Ausstellung in der Goupil Gallery, wo nicht weniger als 50 Gemälde von ihm glänzen, die viel Aufsehen erregen. In den Räumen der Fme Arts Society ist eine Sammlung von Aqnarellen aus dem heiligen Land ausgestellt, circa 90 Bilder, von denen aber nur drei oder vier jüdische Themata behandeln. Eine andere Palästina-Ausstellung eröffnete am Mittwoch den 17. November in Toyebu Hall, Oxford, der Lordkanzler von England. Aber diese Ausstellung findet zum Bfften des Baufonds für ein neues Spital der Judenmission in Jerusalem statt. Aus der Rede des hohen Beamten heben wir hervor, daß derselbe betonte, wie die Juden jetzt in ihr altes Vaterland zurückströmten, nachdem sie in der alten Welt Qualen genug durch gekostet hätten. Nach seinen Informationen betrage jetzt die Zahl der Juden in Jerusalem 40—45 000 unter insgesammt 60.000 Einwohnern. Wien. (Trauun g.) Mittwoch den 8. December d. I. findet in Waitzen die Trauung des Herrn Josef Schlesinger, Sohn des hebräischen Verlagsbuchhändlers Herrn Jacob Schlesinger aus Wien, mit Fräulein Melissa U l l m a n n, Tochter des in weitesten Kreisen bekannten Kaufmannes Herrn Isidor Ullmann aus Großwardein statt. Wien. Der Amtsleiter der Wohlthätigkeitssection der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herr Max Groß, hat am 20. November im engste n Familienkreise seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Wien. In dem Befinden des schwer erkrankten Buchhändlers, unseres geschätzten Freundes, Herrn Ch. D. Lippe, Praterstraße 13, welcher in Folge einer acuten Lungenentzündung seit fünf Wochen das Bett hüten mußte, ist insoferne eine erfreuliche Besserung eingetreten, als derselbe feit einigen Tagen bereits das Bett verlassen kann und nur mehr auf den Aufenthalt im Zimmer angewiesen sein muß, wovon die geehrten Geschäftsfreunde und Kunden des Herrn Lippe gefällige Notiz nehmen wollen. Der greise und allgemein beliebte, gelehrte Bibliograph vollendet am 22. December d. I. sein 75. Lebensjahr und erfreut sich trotz seines leidenden Zustandes, der ihn oft von der gewohnten Thätigkeit im Geschästslocal fernhält, einer seltenen geistigen Frische und Schaffensrüstigkeit, welche ihn nach wie vor bibliographisch thätig sein läßt, wozu wir und seine zahlreichen Freunde ihm aufrichtig noch für lange Jahre Glück wünschen. —88— Wien. Der humanitäre Verein „I. Wiener Weihnachts- Wohlthäter" veranstaltet Samstag den 4. December 1897 im Etablissement Tökes, XVIL, Ottakringerstraße 3, anläßlich der Bekleidung 40 arnrer Schulkinder mit completen Winterkleidern ein Bekleidung sfe st, verbunden mit einer W o h lthätigkeitsakademie unter Mitwirkung hervorragender Theaterkräfte und anschließendem T a n z k r ä n z ch e n. Festbeginn 9 Uhr Abends. — Vorverkaufskarten a 50 kr. sind im Clublocale, Th. Hilfreich's Restauration, VIII., Schlösselgasse 13, sowie bei den nachstehenden Comitemitgliedern erhältlich: Gottlieb D r a b, IX., Mariannengasse 32; Jacques Ziegler, XVIIL, Theresiengasse 28; Adolf Lazansky, XVIII., Czermakgasse 5; Josef Cerwenka, IX., Alserstraße 30; Edmund L e i t e r s d o r f, VIII., Alserstraße 57; Ignaz M a tz n e r, XVIII., Zimmermanngasse 6; Simon Frankl, IX., Kinderspitalgasse 7; Gustav Fränkel, IX., Währingerstraße 57; Simon Wilhelm, VIII., Alserstraße 45; Moritz Werner, VIU , Alserstraße 29; Moriz Drab, XVIII., Zimmermanngasse 6; Nathan Pollitzer, VIII., Piaristengasse 46; Emanuel K o h n, XVIII., Joh. Nep. Voglplatz; Karl Mondschein, IX., Alserstraße 30; Alois L u k a, XVIII., Kutschkergasse 36. Wien. Am 24. d. M. wurden vom Humanitären Verein „Fürsorge" 45 arme jüdische Kinder mit vollständigen warmen Winterkleidern betheilt. Die Bekleidung fand in Fischer's Restauration, II., Schiffamtsgasse Nr. 20, statt, wo Obmann Moritz A. Raubitschek die Ansprache hielt. Am 7. December veranstaltet der Verein „Fürsorge" ein Costümkränzchen im „Bayrischen Hof". Musik besorgt eine Militärcapelle. Reinerträgniß zu Gunsten armer jüdischer Kinder. Wien. Der humanitäre Verein „Zum Armenvater" veranstaltet Mittwoch, den 8. December 1897, 8 Uhr Abends, in Sacher's Prachtsaal „Hotel Central", II., Taborstraße 8, eine Kinderbekleidung und Bewirthung von 100 Kindern mit daranschließendem Concert und Tanzkränzchen. Das gesammte Reinerträgniß fließt dem Kinderbekleidungsfonde zu. Brünn. (M ä h r i s ch e r C a n t o r e n v e r e i n.) Der Präses des mährischen Cantorenvereines Herr Obercantor I. Heller erhielt von der Allerhöchsten Cabinetskauzlei folgendes Allerhöchste Schreiben: Seine k. u. k. apostolische Majestät haben dem „mährischen Cantorenvereine" für ein am 1 November 1897 anläßlich dessen Constituirung an die Allerhöchste Cabinetskanzlei gerichtetes Huldigungs-Telegramm den Allerhöchsten Dank anszusprechen geruht. Raudnitz, 23. November. Die neue Wahlperiode unserer Cultusgemeinde brachte, bedingt durch die politische Strömung, einen Personenwechsel in der Verwaltung derselben herbei. Es wurden gewählt: zmn Cultnsvorsteher Herr Adolf Braun, der bisherige Borstandsstellvertreter, ein Mann, dessen edler Charakter, seltene Begabung und Opferfähigkeit die beste Gewähr für das Gedeihen unserer Cultusgemeinde bietet. Ihm gur Seite stehen tüchtige Männer, als Vorstandsstellvertreter Herr Ignaz Pollak, als Cassier Herr Heinrich Mestitz und als Schriftführer Herr Ludwig Weinberg. Dem abtretenden Vorstande und ehrwürdigen Greise, Herrn Med. Dr. Adolf Eisler, wurde am 22. d. M. eine solenne Feier bereitet. Der verstärkte Cnltusvorstand und der Rabbiner Herr Dr. Julius Beuch, erschienen bei demselben und überreichten ihm nach herzlichen Ansprachen eine glänzend ausgeführte Adresse, in der seine hohen Verdienste für die während einer langen Aera musterhafte Führung der Cultusgemeindegeschäfte, die Hebung des Gottesdienstes, die Wiedergeburt der Cultusgemeinde der wärmste Dank ausgesprochen und die Ernennung zum Ehrenpräsidenten bekanntgegeben wurde. Tief gerührt dankte der Gefeierte, worauf derselbe in den Tempel aus den Ehrensitz geführt wurde, den er durch fünfzehn Jahre ehrenvoll eingenommen hatte. Prag. (S t e r b e f a l l.) Hier ist. nach kurzer Krankheit plötzlich Herr Leopold Winterberg im Alter von 64'Jahren gestorben. Obzwar er selten nur in die Oeffentlichkeit trat, wie im Jahre 1890, wo 'er bei der g r o ß e n U e b e r s ch w e mm u n g die schwierigen Bergungsarbeiten an den Prager Brücken leitete, wußte man in allen Kreisen, die mit ihm in Berührung traten, seinen selbstlosen Charakter, seine unbegrenzte Opferwilligkeit hoch zu schätzen. Als Begründer und Chef des Hauses Löwy und Winterberg schuf er mit rastlosem Eifer weitverzweigte Industrie- und Handelsunternehmungen, deren zahlreiche Arbeiterschaft mit dankbarer Liebe an dem großherzigen Manne hingen. Seinem Wohlthätigkeitssinn, der sich auf jedem Humanitären Gebiete in ebenso großartiger, wie bescheidener und verschwiegener Weise bewährte, wird gar manche Thräne nachgeweint werden. Prag, 26. November. Heute wurde der gewesene Verlagsbuchhändler und Schriftsteller Jacob W. P a s ch e l e s vom israelitischen Badhofe aus zu Grabe geleitet. Eine unübersehbare, ansehnliche Trauerversammlung erwies dem jäh und unvermuthet aus dem Leben Geschiedenen, der sich durch sein großes Wissen, seinen Humor ebenso, wie durch seine Frömmigkeit die Liebe Aller, die mit ihm verkehrten, zu erwerben verstanden, die letzte Ehre. Rabbiner, Vertreter der israelitischen Beerdigungsbrüderschaft und vieler humanitärer Vereine trugen den Sarg aus dem Badhofe zu dem im Ufergäßchen bereitstehenden sechsspännigen Leichenwagen, worauf sich der Zug — eine besondere Ehrung für den Todten — durch die Judenstadt an der Altneusynagoge-und dem alten Rathhause vorüber zu dem neuen israelitischen Friedhofe in Straschnitz bewegte. Unter den Trauergästen befanden sich alle Rabbinern mit Seiner Ehr würden dem Herrn Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld an der Spitze,

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