Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 48 (26.11.1897)
- Date
- 1897-11-26
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 976 Vr. Bloch's WochrnkchrM Nr. 48 gaffe 4, eine Wohlthätigkeits-Akademie, verbunden mit Tanzkränzchen, statt. Das Reiuerträgniß fällt dem Humanitären Verein „Zwanglos" zur Bekleidung armer Schulkinder zu. Musik des k. u. k. Jufanterie-Regintents Nr. 61 Ritter von Hold. Tanzarrangement Herr Tanzmeister Singer. Soiree- Toilette. Wien. Der Verein jüdischer Mädchen „Hadassa" hatte am 14. d. M. einen gelungenen Bortrag über ein neues Theaterstück von G. Zapolska „Malta Schwarzenkvpf" und waren die intereffanten Ausführungen des geschätzten Redners von wärmsten Beifall begleitet. Der nächste Vortragsnachmittag findet am 28. d. M. im Sitzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde statt. Gäste herzlich willkommen. E. B. Wien. (Todesfall.) Im hohen Alter von 87 Jahren verschied hier am 20. d. M. Frau Fanni M ä r z r o t h, Witwe nach dem vor zehn Jahren verstorbenen bekannten Schriftsteller, Dr. Moriz Märzroth, nach kurzem Leideu. Alle, welche die Dahiugeschiedene kannten, beklagen den Verlust einer ehrenhaften, charattervollen Frau und werden derselben ein treues Angedenken bewahren. Friede ihrer Asche. Wien. (F e r i e n h e i m.) Letzten Sonntag fand im Ballsaale Ronachrr die erste Sitzung des großen Akademie- Comitss statt, welche sich eines sehr guten Besuches von Seiten der besten Gesellschaftskreise zu erfreuen hatte. Man bemerkte unter Anderen die Herren Baurath Theodor Ritter v. Goldschmidt, Kammerrath N. Schefstel, den ehemaligen Reichsrathsabgeordneten Dr. Bloch, Uuiversitätsdocenten Dr. Jos. Grünseld und Gemalin, Architekten Max Fleischer, Cultusvorstand Arthur Edlen von Mises und Gemalin, Rabbiner Dr. G e l b h a u s und Gemalin, Bezirksausschuß Ludwig W a l d st e i tt und Gemalin, Dr. Herm. F i a l l a und Gemalin, Profeffor S u l z e r rc. Nachdem Herr Baurath Th. v. Goldschmidt als Obmann des Akademie-Comites die Anwesenden begrüßt und sie mit der Aufgabe bekannt gemacht hatte, welche ihnen bei Veranstaltung der heurigen Akademie zufällt, nahm die Präsidentin des „Ferienheim" Frau Sofie Grünfeld das Wort und gab ihrer Freude Ausdruck, die getreuen Anhänger des so erfolgreich ■ wirkenden Vereines auch heuer wieder in so stattlicher Anzahl um sich versammelt zu sehen. Sie hob die Verdienste des ständigen Mädchen-Comitäs, das sich allwöchentlich im Vereinslocale einfindet und Arbeiten für die Ausrüstung der Kinder anfertigt, lobend hervor und gedachte auch dankbar der hilfreichen Unterstützung des Junge Herrcu-Comites, welches im letzten Sommer die Recherchen der eingelaufeuen Gesuche besorgte. Mit einem warmen Appell an die Versammelten um ihre eifrige Mitwirkung für das Gelingen der Akademie schloß die Rednerin. Es folgte noch eine Ansprache des Obmann- Stellvertreters N. Schefftcl und eine äußerst sinnvolle Rede des Herrn Dr. Bloch. Hieran schlossen sich einige sehr gelungene Vorträge und verdient ein Meudelssohn'sches Trio, welches die Herren Professor S u l z e r, Hugo Knepler und Carl T r e t t e r meisterhaft executirteu, besonders erwähnt zu werden. Mit einem animirten Tanz schloß der äußerst amüsante Abend. Brünn. (Ein S ch u l v e t e r a n.) Der hier bestbekannte israelitische Religionslehrer Herr Sigm. Rössel feierte am 17. November seinen 70. Geburtstag. Er ist in Proßnitz am 17. November 1827 als Sohn armer Eltern ge-' boren. Nachdem er in seiner Vaterstadt Trebitsch die Volksschule mit sehr gutem Erfolge zurückgelegt hatte, absolvirte er in Prag das Gymnasium mit vorzüglichem Erfolge. Nebstbei hörte er auch an der dortigen Technik die naturwissenschaftlichen Gegenstände als außerordentlicher Hörer. Dann kam er nach Brünn. Hier besuchte er die commerciellcn Fächer an der Technik unter Director Fridolin Schindler mit sehr gutem Erfolge. Dann machte er den Lehrercurs unter Director Johann P a t e k und wurde am Schluffe des Curses mit durchaus sehr guten Noten als Lehrer für Hauptschulen befähigt. Hier wirkt er nun als öffentlicher Religiouslehrer seit 1860, also durch 37 Jahre an mehreren Schulen gedeihlich und ersprießlich. Noch jetzt ertheilt er eifrig und gewissenhaft Religionsunterricht den israelitischen Lehramtscandidatinneu, seit 30 Jahren, und an der Kronprinzcsiin Stefanie-Schule. Jglau, 22. November. Aus Wien geht uns die Trauerkunde zu, daß dort Herr Emanuel S u b a k, Begründer der Firmen: Emanuel Subak Söhne, Brünn und Jglau, vorgestern nach kurzem Krankenlager im 82. Lebensjahre verschieden ist. Der Verblichene, der ungefähr anderthalb Jahrzehnte in Jglau domicilirte, war ein Seif-made man im eigentlichsten Sinne des Wortes, rang sich aus bescheidenen Anfängen zu einer sehr bedeutenden kaufmännischen Stufe empor und verschaffte seinen beiden Großhandlungsfirmen ein Renomms, um welches ihn Viele beneiden durften. Neben seinem Geschäftsberufe aber, in welchem er rastlos mit Glück und Geschick arbeitete, vergaß es der Verewigte niemals, sich für gemeinnütziges Schaffen und Leisten einen offenen und empfänglichen Sinn zu bewahren, und ließ er sich jederzeit gern bereit finden, seine schätzenswerthen Kenntnisse und Erfahrungen im Bereiche des jüdischen Gemeinwesens im Interesse der Gesammtheit ersprießlich zu verwerthen. So bekleidete er hier ein volles Decennium hindurch das Ehrenamt eines Bicepräses der jüdischen Cultusgemeinde und entfaltete in dieser Eigenschaft eine so rühmliche Thätigkeit, daß ihn Letztere in Anerkennung seiner dankenswerthen Verdienste gelegentlich feiner Uebersiedlung nach Wien zu ihrem Ehrenmitgliede ernannt hat. — Zum Leichenbegängnisse des Dahingeschiedenen entsandte die hiesige Cultusgemeinde und die „Chewra-Kadischa" eine Deputation, während der israelittsche Frauenverein der sehr ehrenwerthen Familie Subak im telegraphischen Wege sein Beileid zum Ausdrucke brachte. Das Gleiche thut der Schreiber dieser Zeilen, dessen precäre Gesundheitsverhältnisse es ihm zum tiefsten Leidwesen unmöglich machen, seinem langjährigen, verewigten Freunde persönlich die letzte Ehre zu erweisen. Der vortreffliche Charakter des Verblichenen, seine Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit, seine unentwegte Redlichkeit und Rechtlichkeit, seine freundschaftliche Treue und sein reger, echt jüdischer Wohlthätigkeitssinn sichern ihm in einem sehr großen Kreise ein ehrendes und gesegnetes Andenken. Erlau. Der k. u. k. Regimentsarzt Dr. Emanuel Friedlieber hat zum Andenken an die hier vorige Woche gefeierte sechzigste Wiederkehr des Hochzeitstages seiner Eltern zu Gunsten der hiesigen „Chewra-Kadischa" eine Stiftung von tauseird 'Kronen gegründet. dl. Ans Prag wird uns unter dem 22. d. M. geschrieben: Unser Landsmann und Glaubensgenosse Herr Berthold S el i g m a n n, Herausgeber und Redactenr der „Karlsbader Zeitung" und des „The Herald Karlsbad" wurde vom Fürsten von Montenegro mit dem O f f i c i e r s k r e u z des D anilo-Ordens ausgezeichnet. E. B. Protznitz. Die zu Gunsten der Dr. Brecher- Siecheuhausstiftung am 20. d. M. stattgefundene Akademie hat Dank der Bemühungen ves Förderers dieser humanen Institution, Herrn Marcus N e u m a n n, das uanihafte Erträgniß von fl. 350 abgeworfen. Die Hoffnung, ein den Zwecken entsprechendes Heim zu erbauen, rückt in immer größere Nähe, was mit Befriedigung constatirt zu werden verdient. Nicht unerwähnt mag bleiben, daß seitens des hochw. Herrn Ortspfarrers, des B e z ir ks ger i ch t s v or st an d e s, der ehrw. Barmherzigen Brüder, der slavischen Feuerwehr, dem Veteranen -Vereine, namentlich aber von dem Bürgermei st er der Christen st adt Herrn Wojaczek ansehnliche Spenden eingelangt sind. Holleschau. Für die öffentliche Bibliothek der Cultusgemeinde haben ferner gespendet: Herr Bernhard Kaufmann in Olmütz 5 fl., Herr Adolf Freund in Wien 10 fl., Herr Nathan Beer in Hamburg 5 fl., Herr Professor I. Beer in Reichenberg 1 fl., Herr Knöpfelm ach er, Cultusvorsteher in Loschitz 3 fl., Herr I. K u s u l i k in Lipthal 3 fl., Herr Heinrich K u s u l i k' ebendaselbst 2 fl., Herr Ignaz Redlich in Bfchemina 1 fl. An Büchern haben gewidmet: Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. I. Freimann in Holleschau 1 Band, Herr I. Baum garten in Holleschau 1 Band, Frau Fanny Fried mann in Sternberg 1 Band. Die Bibliothek wird sehr fleißig benützt; die schönen Werke sind demnach nicht nur vorhanden, sondern werden auch vielfach gelesen. Herr Adolf Fried in Holleschau hat für 12 arme, fleißige Kinder der hiesigen deutschen Volksschule Winterkleider gespendet.