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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-11-26 · 48 (26.11.1897) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
48 (26.11.1897)
Date
1897-11-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 974 Nr. 48 Dr. Vlvch's Wochrnschrtst. auf einen so fruchtbaren Boden fallen werden, wie er ihn in Frankfurt a. M. zu seiner großen Befriedigung gefunden hat. Ausgehend von der Tbatsache, daß die Erforschung jüdischer Kunftdenkmäler ein im Wesentlichen noch unerschloffenes Gebiet ist und es kein Werk gibt, aus dem unsere Architekten und Kunsthandwerker sich in geeigneten Fällen unterrichten könnten, legte der Herr Vortragende darI wie er, theils aus eigenen Mitteln, theils durch Herrn Charles Hallgarten materiell unterstützt, zuerst in Deutschland, dann auf seinen Reisen in Holland, Italien, Spanien und anderen Ländern ein unerwartet großes Material von jüdischen Kunstdenkmätern in Stein-, Metall- und Textilarbeiter! vorgefunden hat. Die große Anzahl der herumgereichten Photographien und Nachbildungen erregte die lebhafteste Bewunderung der aufmerksamen Zuhörer, die erstaunt waren, zu sehen, einen wie reichen Schatz zur Kenntniß des Kunstsinnes bei den Juden die Sammlung des Herrn Director Frauberger schon jetzt birgt. Werden erst reichere Mittel zur Verfügung stehen und sachkundige Gelehrte und Kenner zur Mitarbeit herangezogen werden können, so soll nicht nur ein Organ zur Mittheilung der Ergebnisse der Nachforschungen geschaffen, sondern auch ein Museum jüdischer Kunstdeukmälr in einer hiefür besonders geeigneten Stadt Deutschlands begründet werden. Daß man letzteres bereits in Wien versucht hat, kann uns. nur zur Nacheiferung anfeuern. Wir hoffen schon binnen Kurzem nähere Mitteilungen bringen zu können und sind Herrn Director Frauberger zu herzlichstem Dank für seine Anregungen verpflichtet. Auch in Frankfurt a. M. hat sich vor Kurzem eine Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler gebildet, welche soeben den folgenden Aufruf erläßt: Die Unterzeichneten sind zu einem Counts für die Gründung einer Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunftdenkmäler zufammengetreteu. Die Anregung zu diesem Unternehmen gab der Vorschlag des Directors des Knttstgewerbemusenms in Düsseldorf, Herrn Frauberger, ein großes Borlagewerk über israelitische Cuttusgegenstände heranszugeben. Herr Director Frauberger hat seit längerer Zeit vorbereitende Studien für dieses Werk gemacht und hat auf seinen Reisen ein unerwartet großes Material von jüdischen Knnstdenkmälern ans früheren Jahrhunderten vorgefuuden. Schon diese vorläufigen Forschungen haben gezeigt, daß hier ein im Wesentlichen noch unerschloffenes Feld brach liegt, welches reiche Schätze birgt, dessen Bebauung Kunde von dem Geistesleben der Juden in biblischer wie nachbiblischer Zeit bringen und die Kenntniß des Judenthums und seiner geistigen, sittlichen und künstlerischen B'deutung vertiefen und erweitern wird. Solche Forschungen übersteigen aber die Kräfte und die Mittel einzelner; es ist deshalb erforderlich, daß eine Gesellschaft sich diesen Arbeiten widme. Zu diesem Zweck ist beabsichtigt, hervorragende, sachkundige Gelehrte in allen Ländern der Welt zur Mitarbeit heranzuziehen, welche diese Forschungeil betteiben und dieselben wissenschaftlich durch Berathnng und Begutachtung fördern sollen, und ferner ein Organ zu schaffen, in welchem alle Ergebnisse der Nachforschungen mitgetheilt, neue Anregungen gegeben werden und ein Austausch der Ansichten der Forscher uird Sachkundigen erfolgt. Der Redactenr dieses Blattes würde zugleich die wissenschaftliche Centtalstelle bilden, während die technische Leitung des Unternehmens in den Händen des Herrn Directors Frauberger liegen würde. Zur Ausführung sind größere Summen nöthig, welche wir hier wie in allen größeren europäischen und außereuropäischen Städten aufbringen wollen. Wir bitten Alle, welche sich für dieses große culturgeschichtliche Werk intereffiren, uns mit reichlichen (zunächst einmaligen) Beiträgen zu unterstützen und damit ein Unternehmen zu fördern, welches der allgemeinen Erkenntniß und Aufklärung und der gerechten Würdigung jüdischer Cultur zu dienen geeignet ist. Das Comite: Charles L. Hallgarten. Georg Speyer. Rechtsanwalt Julius Plotke. Josef Baer. Max Baer. Simon L. Baer. Director Dr. Hermann Baerwald. Eduard Cohen. Conservator Otto Cornill. Stadtbibliothekar Dr. Friedrich Ebrard. Justizrath Dr. S. Fuld. Julius Goldschmidt. Leopold Hamburger. Rabbiner Dr. M. Horovitz. Julius H. Jeidels. Moritz Oppenheim. Rabbiner Dr. Rud. Plaut. Jacob L. Posen L. A. Ricard-Abenheimer. Philipp Schiff. Leopold Sounemann Berlin. Professor Dr. Steinthal feierte am 1. November sein goldenes Doctorjubiläum. Aus diesen! Anlässe wurden dem berühmten Sprachforscher zahlreiche ehrende Kundgebungen dargebracht. Am frühen Morgen lvurde ihm im Aufträge des Kaisers der Kronenorden dritter Claffe mit der Zahl 50 überreicht. Aus Tübingen traf gleichzeitig mit einem Schreiben des dortigen Decans die Erneuerung des Doctordiploms ein, das mit dem Satze schließt: Originis Et Cognationis Linguarum Indagatori Assiduo Et Felici Philosopho Ingenii Animique Humani Scrutatori Sagaci Historico Artis Grammaticae Antiqu. Illustri. (Dem emsigen Bahnbrecher auf dem Gebiete des Ursprungs und der Entwicklung der Sprachen, dem erfolgreichen Philosophen, dem scharfinnigen Erforscher der menschlichen Seele und dem berühmten Historiker der alten Sprachwissenschaft.) Im Namen der Berliner Universität brachte der derzeitige Rector Professor Gustav Schmoller dem Jubilar, welcher 47 Jahre hindurch hier docirt hat, herzliche Glückwünsche dar. In seiner Ansprache hob er besonders die Universalität der Gelehrsamkeit Steinthal's hervor und feierte ihn als Philologen, Philosophen, Historiker, als Ethiker und Socialphilosophen; glücklich sei die Zeit und die Universität, die einen Mann von so vornehmer Gesinnung als Lehrer begrüßen könne. Die philosophische Facultät hatte zur Beglückwünschung den derzeitigen Decan Geheimen Rath Kekute von Stradonitz, ferner die Professoren Weinhold, Johannes Schmidt, Tobler, Dilthey, Albrecht Weber und Geiger entsandt. Der Decan feierte in seiner Ansprache den greisen Gelehrten als Denjenigen, welcher die Sprachauffassung aus den Fesseln einer kleinlichen Logik zu den Höhen der Psychologie erhoben habe. Als „alter Freund" ergriff dann Professor Albrecht Weber das Wort und sprach den Wunsch aus, daß dem Jubilar die innere Harmonie, welche sein ganzes Wesen auszeichne, auch fernerhin verbleiben möge. In wenigen schlichten Worten dankte darauf der Jubilar für die ihm erwiesenen Ehren. Breslau. (G e h e i m r a t h Ferdinand C o h n.) Bekanntlich hat am 13. d. M. einer der größten unter den jetzt lebenden Naturforschern, Geheimrath Professor Dr. Ferdinand Cohn in Breslau sein 50jähriges Doctorjubiläum gefeiert. Unter den wissenschaftlichen Corporationen, welche den berühmten Gelehrten aus diesem Anlässe beglückwünscht haben, befand sich auch die Gesellschaft für Sammlung und Conservirung für Knnst- und historische Denkmäler des Judenthums (Jüdisches Müseum), welche an den Jubilar folgende Depesche gerichtet hat: „Das Cüratorium der Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthunls beglückwünscht den gefeierten Gelehrten, den Begründer der bakteriologischen Wissenschaft, dessen Name mit unauslöschlichen Lettern in den Annalen der Naturwissenschaften verzeichnet ist, anläßlich seines fünfzigjährigen Doctorjubiläums." (Folgen Namen der sämmtlichen Curatoren.) — Geheimrath Cohn hat nun vor wenigen Tagen mit folgendem Schreiben geantwortet: „Breslau, 17. November 1897. Dem hochverehrten Curatorium der Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums spreche ich innigen Dank aus für die große Freude, die Sie mir durch Ihr Glückwunschtelegramm zur Feier meines goldenen Doctorjubiläums bereitet haben; dasselbe hat erhöhten Werth durch die Namen der Unterzeichner erhalten, unter denen so viele von Weltruf sich befinden, einige auch als verehrte Freunde mir persönlich nahe stehen. Mit ausgezeichneter Hochachtung Professor Dr. Ferdinand Cohn, geheimer Regierungsrath." Frankfurt a. M., 1. November. Der Verein Lemaan Zion berichtet: Wiederum ist ein Jahr angestrengter Thätigkeit verflossen und wohl dürfen wir sagen: viel Gutes hat unser Verein gethan. Vor Allem haben wir auch im abgelaufenen Jahre den Kranken in Jerusalem unsere Fürsorge zugewendet. Herr Dr. Jsaac Krischewsky, unser Arzt, behandelte in den Sprechstunden etwa 13.000 Patienten und machte 2300 Besuche; außerdem wurden in der Privatpraxis fiir Rechnung des Vereines 900 Patienten behandelt, wofür 1268 Francs in die (Lasse flössen. Von den erstgenannten Zahlen fällt der fünfte Theil auf die Vorstadt Meah Schearim. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der behandelten Kranken nahezu auf die Hälfte gesunken. Dies ist zum Theil dem gebesserten Gesundheitszustände Jerusalems zuzuschreiben. Dann aber möchten wir noch darauf Hinweisen, daß die Zahl der für unseren Verein behandelten Kranken durchaus nicht die Wirksamkeit unseres Armenarztes erschöpft. Während der längeren Abwesenheit der beiden jüdischen Aerzte, Dr. Wallach und Doctor D'A r b e l a, hat nänilich mit unserer Zustimmung Herr Dr. Krischewsky deren Stellvertretung übernommen und ohne daß wir über seine Wirksamkeit in dieser Hinsicht genaue statistische Mittheilungen machen können, wissen wir doch, daß er auch hier eine rege Thätigkeit im Interesse der armen Bevölkerung Jerusalems entfaltet hat. Für ärztliches Honorar in Hebron wurden wie seither 100 Mark bewilligt, dem Vereine Linath Zedek in Tiberias ärztliche Jnsttumente

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