Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-11-26 · 48 (26.11.1897) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
48 (26.11.1897)
Date
1897-11-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021169-3021217--07327-3031650
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 972 Vr. Vwch's Wochrnschrtfl 'Mi 48 »oriränbcH für ihr Erscheinen bei dem Feste in gewohnter, beredter Weife Ausdruck verlieh, auch die des Herrn B. Hosbancr, welcher das patriotische Empfinden aller Festtheilnehmer durch die zum Ausdruck acbrachtc Verehrung für unseren geliebten Monarchen verdolmetschte, und welche mit einem dreimaligen Hoch auf Seine Majestät unseren Kaiser und der Absmgung der Kaiserhymne seitens der Festversammlung beantwortet wurde. Schließlich sollen noch die schönen Reden und Toaste der Herren M. Bondy, Professor Hofmann, B. Back, B. Schiff, Schreiber, Wolf, Pappenheim, Perl's Erwähnung finden, die alle zur Verherrlichung des Festes beitrugen. Wenn wir noch ■ mitthcilen, das; das „Benschen" zu Gunsten des Beth Hamidrasch versteigert und die hohe Summe von 430 fl. durch Herrn M. Neumann dafür erzielt wurde, wären wir mit unserem Berichte zu.Ende und schließen wir denselben mit dem Wunsche, daß dieses schöne jüdische Fest, welches feinen Theilnehmern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird, in kürzerer Zeit als bisher sich erneuern möge. H. L—-r. Budapest. Von dem Wachsthum der jüdischen Gemeinde in Budapest legt auch ihr Budget ein gutes Zengniß ab. Dasselbe schwoll von 247.201 fl. im Jahre 1880 auf 428.389 fl. im Jahre 1896 an. Darunter waren vor sieben Jahren 57.600 fl. für die Schulen, jetzt sind es 87.433 fl. Noch g'ößer ist die Steigerung bei der Position Wohlthätigkeit, die von 58.375 fl. auf 109.849 fl. anschwoll. Bekanntlich hat auch die Stadtgemeinde in Budapest ihre Subvention von 12.600 fl. auf 20.000 fl. erhöht. Auch ein Zeichen des guten Verhältnisses zwischen Inden und Christen in unserem Lande ist es, daß für die in Pancsowa gebaute Synagoge auch zwei Christen Zuschüsse gaben, Beide Serben, der eine, Obradovics, 500 fl., der andere, Manuo, 50 fl. Budapest, 18. November. Sonntag den 14. d. M. fand zu Ehren der Fran Charlotte R o s e n z w e i g - S a p h i r, welche seit 25 Jahren dem von ihr gegründeten Central-Fröbel- Frauenvereine als Präsidentin vorsteht, in dem prachtvoll decorirten Turnsaale der vorn Verein errichteten Kindergärtnerinnen- Präparandie eine schöne und erhebende Jubiläumsfeier statt, zu welcher sich eine zahlreiche und distinguirte Festgemeinde versammelte. Unter vielen Anderen hatten sich eingefundeu: in Vertretung des Unterrichtsministers Ministerialrath Dr. Ludwig Axamßthy, Sectionsrath Dr. Victor Molnür, seitens der Hauptstadt Magistratsrath Julius Rozsavölgyi und Bezirksvorsteher Karl S z o b ö, Stadtrepräsentaut Johann G e l l ö r i - S z o b ü, Magistratsuotar G6za A m t m a n n, Schulinspector königlicher Rath Dr. Karl Veredy, Sectionsrath Karl Nagy, Abgeordneter Edmund Karl Jönüs, Dr. Paul v. U l l m a u u, Aladär G y ö r g y und viele andere Sommitäten der hauptstädtischen Bevölkerung. Selbstverständlich zierte die Gesellschaft auch ein Kranz schöner und vornehmer Damen, unter denen wir die Frauen K. Her ich, Therese C s i l l a g, G. E m i ch, A. B a r ä z s y, A. H e r z l, Directrice Läzär-Kasztner hervorheben. Die lange Reihe der sympathischen Ovationen nahm folgenden Verlauf: Schulinspector Dr. Karl V e r d y würdigte in gediegener Rede die Verdienste der Jubilarin, welche den von ihr geleiteten Verein und dessen Anstalten zu solch' herrlicher Blüthe brachte und meldete, daß Oberbürgermeister Josef M ä r k u s z, der am Erscheinen verhindert tvar, durch ihn seine besten Grüße übersende. Herauf trug der Dichter Emil A b r ä n y i die von ihm verfaßte schwungvolle Gelegenheitsode vor. Ministerialrath Dr. Axam 6 thy beglückwünschte die Jubilarin namens des Unterrichtsministers Wlasst cs und überreichte dessen Gratulationsschreiben. Namens der hauptstädtischen Unterrichtssection sprach Magistratsrath Julius Rüzsavölgyi, seitens des Vereinsausschüsses Abgeordneter K. Jonas; Frau Hermine K u g l e r überreichte im Namen der Ausschußdamen einen prächtigen Silberkranz mit Goldschleife. Bereinsarzt Dr. Karl Ziffer hob in seiner Ansprache die Verdienste der Jubilarin um die Errichtung des großartigen und musterhaften Anstaltsgebändes, sowie um die Magyarisirung des Vereinsgebahrens hervor. Director Alexander Peres sprach für den Professorenkörper, Aladar György im Namen der Kindergärtnerinnen-Präparandien, .Director S z ö k c für den hauptstädtischen Lehrverein, königl. Rath Alexander P e t e r f y im Namen des Eötvösvereines, Sectionsrath Gabriel Na gy, Schuldirector I. Sz6p für den hauptstädtischen Bolkserzieherverein und Bürgerschullehrer Bernhard M a n d 1 für den israelitischen Landes-Lehrerverein. Hierauf folgten die Repräsentantinnen der gewesenen und jetzigen Zög-! linge, hübsche Mädchen, die schön sprachen und sinnvolle Spenden! überreichten, kleine reizende Bebes, die hübsch declamirten j ii. s. w. Znm Schlüsse wurde der Stiftungsbrief des Ausschusses verlesen, laut welchem derselbe ans den Namen der gefeierten Präsidentin eine Tausend-Gulden-Stiftung errichtet, deren Zinsen alljährlich am 14. November, der Jahreswende des Jubiläums, vertheilt werden sollen. Im Anschlüsse an diese Feier fand auch die Jnbiläumsfeier der 25jährigen Thätigkeit der Vereinscontrolorin Frau Hermine K a n d e r s statt, die ebenfalls Gegenstand vieler ehrender Ovationen war. 6. Budapest, 21. November. Wie „Egyenlvsög" berichtet, machte vor Kurzem, als der griechisch-katholische Ungvarer Bischof Inlius Firczok behufs Einweihung einer nenerbauten Kirche nach' Nyiregyhäza, dem einstigen Schanplatz des weltberühmten Tisza-Eszlärer Processes kam, auch die dortige israelitische Gemeinde bei diesem Kirchenfürste ihre Aufwartung. Der Führer und Sprecher der Gemeindedeputation Arnold Baruch sagte unter Anderem auch Folgendes: „In unserer Stadt herrscht jetzt ein musterhaftes Einvernehmen zwischen den verschiedenen Confessionen. Auch wir sind von der Freude der hiesigen griechisch-katholischen Kirchengemeiude durchdrungen und nehmen innigen Antheil daran. Der Allmächtige gestatte, daß Ew. Eminenz, neben der Verbreitung Ihrer vom ganzen Lande anerkannlen liberalen Ideen, noch lange sich der Entfaltung und des Aufblühens ihrer Kirche erfreuen mögen. Der Bischof sagte in seiner Erwiderung, daß es ihn sehr freue, daß in der Stadt unter den Confessionen solch' s ch ö n e E i n t r a ch t herrsche und daß es n u r d i e s e m .U m st a u d e z u - zu schreiben sei, wenn die Stadt so s e h r a u fblüh e. Er wünscht, daß es auch weiterhin so bleibe, da wir doch allesammt Kinder Eines Vaters sind. Nach diesen schönen Worten ließ sich der Bischof mit den einzelnen Mitgliedern der Deputation in eine Conversation ein und erkundigte sich beim Präses der Schnlcommiffion nach dem Standeder neuen jüdischen Schule. Budapest. (Die indirecte Cultussteuer (Gab e l l a) der jüdischen Lehrer.) Die jüdischen Lehrer hatten sich wiederholt darüber zu beschweren, daß sie von den Religionsgemeinden, bei welchen sie angestellt sind, schlechter behandelt werden als die Rabbinen, Cantoren und Gemeindediener. Während diese in der Regel von der sogenannten Gabella, der Schlachtgebnhr befreit sind, das Osterbrod von den-Gemeinden unentgeltlich bekommen und ihnen anläßlich der großen Feiertage je ein Tempelsitz zur Verfügung gestellt wird, werden von den armen Lehrern die Schlachtgebühren eingehoben und sie müssen ihre Osterbrode und ihre Tempelsitze bezahlen, wie jedes andere Gemeindemitglied. Anläßlich eines concreten Falles hat nun in Folge der Beschwerde eines Lehrers der Cultusminister eine Verordnung erlassen, in welcher er den erwähnten Nebelständen abhilft. Er betont, daß die Lehrer laut § 14 des Congreß- Organisationsstatuts als Gemeindelehrer zu betrachten und von den directen Cultussteuern befreit sind. Wenn in der betreffenden Gemeinde keine directe Cultussteuer ausgeworfen ist und die Gemeinde Ihre Ausgaben mit dem Erträgnisse der Gabella deckt, so hat sie kein Recht, auch vom Lehrer die Entrichtung der Gabella zu fordern. Aber abgesehen hievon, kann die Gemeinde von ihrem Lehrer auch dann keine Gabella fordern, wenn die anderen Angestellten der Gemeinde, wie Rabbiner, Kantor rc. davon befreit sind, denn der Lehrer fällt in dieser Beziehung in dieselbe Kategorie, wie die anderen Angestellten. Dasselbe gilt auch für die Vertheilung des Ostermehles, welches dem Lehrer ebenfalls gebührt, wenn die anderen Angestellten damit betheilt werden. Jedenfalls ist die Gemeinde verpflichtet, ihrem Lehrer einen seiner Stellung angemessenen Sitz im Tempel anzuweisen, wofür sie von ihm gar keine Gebühr zu fordern berechtigt ist. Wenn die Gemeinde ihrem Lehrer diese Beneficien entzieht, so schädigt sie ihn, und dem Lehrer gebührt ein Schadenersatz, dessen Feststellung im angegebenen Fälle zur Competenz der Verwaltungsbehörde gehört. Ans Ungarn. Bor etwa zwei Decennien starb in Budapest Anton Fochs, welcher in seinem Testamente den größten Theil seines Vermögens — circa eine halbe Million Gulden — zur Gründung eines israelitischen Landes-Taubstummen-Jnstitutes stiftete. Die gewesenen Zöglinge der Anstalt beabsichtigen nun dem großen Philantropen ein Denkmal zu errichten und haben diese schon circa 500 fl. zu dem Zwecke gesammelt; welche durch weitere Sammlungen noch werden ergänzt j werden. — Herr Rabbiner Dr. Salamon Spira, ein Bruder i des Rabbiners in Mährisch-Ostrau, wurde von der aut. orth. j Cultusgemeinde in Miskolcz zuni ungarischen Prediger berufen; die aut. orth. Landeskauzlei hat diese Wahl, und zwar ans-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.