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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-11-19 · 47 (19.11.1897) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
47 (19.11.1897)
Date
1897-11-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 47 Vr. Vloch's WochrnfchrM Seite 957 dentin Frau Sofie Grünfeld einen Jahresbeitrag voll 500 fl. gespendet. Wie bekannt, stellt die Philantropin ihr Rossitzer Schloß alljährlich im Sommer dem Vereine zur Unterbringung von 130 Colonisten zur Verfügung. Jni letzten Sommer besuchte sie auch die „ Ferienheim "-Colonie und bezeichnte die Organisation derselben als mustergiltig. Wien. (Humanitärer Geselligkeits-Verein „Rudolfsb und".) Zum achtenmale begeht dieser bekannte Verein heuer seine Kinderbekleidung. Dieselbe findet am 4. December, 8 Uhr Abends, in Riedl's Hotel „Bairischer Ho f", II., Taborstraße Nr. 39 statt. Nach der Bekleidung findet ein Concert ^er Musik des k. u. k. Infanterie-Regimentes Nr. 61 statt, hierauf folgt ein Tanzkränzchen. Das gesammte Reinertägniß fließt dem Kinderbekleidungsfonde zu. Weit über 300 Gesuche, durchaus sehr bedürftiger Familien, um Bekleidung ihrer Kinder liegen vor, leider muß ein Theil der Bittsteller mangels der nöthigen Mittel zurückgewiesen werden. Der Verein, der seine sich gestellte Aufgabe sehr ernst nimmt, verdient alle und jede Unterstützung seitens wohlthätiger Menschen. Spenden zur Kinderbekleidung, seien es Geldspenden, alte Kleider, Wäsche, Strümpfe, Schulrequisiten, Nahrungsmitteln, werden beim Obmanne Josef Pollak, Armenrath und Waisenvater, II., Ferdinandsstraß; e Nr. 30 dankend entgegengenommen und im Jahresberichte ausgewiesen. Im Vorjahre bekleidete dieser Verein 100 arme Kinder vollständig. Wien. (Literarischer Geselligkeits- Verein jüdischer Mädchen „M o r i a" Wie n.) Der nächste Vortragsnachmittag findet Sonntag den 21. d. M. im Vereinslocale, I., Schottenring 23 statt. Gäste (Damen) sind herzlich willkommen. Wien. Am 16. d. M. ist hier ein in Wiener Bürgerkreisen hoch angesehener und allgemein beliebter Mann, der Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Otto K e r p a l, nach achttägigem Krankenlager im 52. Lebensjahre gestorben. Dr. Otto Kerpal war einer der geachtetsten und gebildetsten Rechtsanwälte von Wien. Er war in Prag als Sohn eines Stadtphysicus geboren, vollendete auch in Prag seine Gymnasial- und Universitätsstudien und ließ sich dann in Wien nieder, wo er zuerst in der Kanzlei des Dr. Max Menger in die Advocaturspraxis eintrat. Selbstständig geworden, zeichnete er sich alsbald durch außergewöhnliche juristische Bildung, durch Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit aus, was im Kreise seiner Berufsgenossen anerkannt wurde. Durch achtzehn Jahre gehörte er der Wiener Advocatenkammer, theils als Mitglied des Ausschusses, theils als Mitglied des Disciplinarrathes an, in welchen Körperschaften er ein so großes Ansehen genoß, daß er wiederholt auch als Candidat für die Präsidentschaft der Advocatenkammer genannt wurde. Kerpal war ferner Obmann des Advocatenclubs, nahm hervorragenden Antheil an den Berathungen über die Civilproceßordnung, führte eine hochgeachtete Stimme auf den deutschen Juristen- und Advocatentagen und war auch Obmann des Comitös für den diesjährigen Advocatentag. Mehr noch aber als wegen seiner außergewöhnlichen Begabung war Dr. Kerpal wegen der Makellosigkeit seines Charakters und seines Wohlwollens namentlich für Unbemittelte allgemein geschätzt. Zahllos sind die Vertretungen, die er unentgeltlich mit der größten Gewissenhaftigkeit führte, auch war er Obmann des Baron Hirsch'schen Wohlthätigkeitscomitös. Wien. (Der humanitäre Geselligkeitsclub „Flotte Geister".) veranstaltet Samstag den 20. d. M. im Theresiensaale des Hotel „Englischer Hof" zu Gunsten des Bekleidungsfonds für arme Schulkinder eine große Wohlthätigkeits- Akademie, wozu erste Kunstkräfte unserer hiesigen Bühnen ihre Mitwirkung zugesagt haben. Die bisherigen Veranstaltungen dieses Club erfreuten sich in Folge ihrer amüsanten Programme stets besonderer Beliebtheit und steht zu erwarten, daß auch dieses Fest, für dessen Gelingen das rührige Co mit« die umfassendsten Vorbereitungen getroffen hat, mit Rücksicht auf seine humanitäre Tendenz vom günstigsten Erfolge begleitet sein wird. Wien. (Leopold st ädter Frauen-Wohlthätigkeitsverein.) Dieser Verein, der sich unter der Leitung der Frau kaiserl. Rath Dr. S. K o h n in der kurzen Zeit seines kaum einjährigen Bestandes auf das Glänzendste bewährt hat, veranstaltet unter dem Ehrenpräsidium des Reichsrathsabgeordneten k. k. Hofrath Josef K a r e i s am 20. Jänner 1898 im Etablissement Ronacher eine Wohlthätigkeits-Akademie mit darauffolgendem Tanzkränzchen. Die vorbereitenden Arbeiten, insbesonders die Acquisition hervorragendster Kunstkräfte sind bereits ziemlich vorgeschritten und fand am 14. d. M. im Hotel Conttnental die constituirende Sitzung des großen Bergnügungscomitäs statt. Die äußerst zahlreiche Betheiligung an derselben, sowie das lebhafte Interesse, welches von allen Seiten dieser Veranstaltung entgegengebracht wird, lassen mit Sicherheit erwarten, daß dieselbe unter den Veranstaltungen der heurigen Saison einen hervorragenden Platz einnehmen wird, Bielitz-Biala. Der vom Director des Tarisstellungs- und Abrechnungsbureaus im Eiseubahnministerium 511m k. k. Regierungsrathe beförderte Herr Richard B r ü l l in Wien ist der Sohn unseres Bielitzer Mitbürgers und Vorsitzenden des Cultusvorstandes der Bielitzer israelitischen Gemeinde, Herrn Adolf Brüll. — Der kürzlich verstorbene Herr Simon M u u k, welcher den größten Theil seines Lebens in Zablocie bei Saybusch gelebt hat und nur die letzten Jahre in Bielitz verbrachte, hat in seinem letzten Willen auch der Armen von Bielitz und Biala gedacht und den israelitischen und christlichen Armen von Bielitz 200 fl., respective 100 fl., dem Beköstigungsfond des Bielitzer Armenversorgungshauses 200 fl., dem Bielitzer israelitischen Beerdigungsvereine 400 fl., dem Bielitzer israelitischen Frauenverein 150 fl., den israelitischen Armen von Biala 200 fl. und den christlichen Armen derselben Stadt 100 fl. zugewendet. Wr.-Neustadt, 7. November. Der vor Kurzem von jungen Leuten der hiesigen Cultusgemeinde und ihrer Umgebung gegründete humanitäre Verein „Eintracht" hat beschlossen, nebst profanen Vorträgen auch der hebräischen Wissenschaft in seiner Mitte einen Platz einzuräumen. Der Verein erfreut sich trotz seines kurzen Bestandes bereits einer entsprechenden Mitgliederzabl. E. B. Protznitz. (Todesfall.) Anfangs dieser Woche verschied hier Herr Dr. Osias Wittenberg nach langem qualvollen Leiden im fünfzigsten Lebensjahre. In seinem Berufe als Rechtsanwalt und als Bürger unserer Gemeinde erfreute sich der Dahingeschiedene des besten Ansehens und allgemeiner Sympathien. Beweis dessen die intensive Theiluahme, welche der tiefgebeugten trauernden Familie entgegengebracht wurde. Er ruhe im Frieden, die Erde sei ihm leicht! E. B. Protznitz. Samstag den 20. d. M. findet im Festsaale des Deutschen Hauses eine Akademie zu Gunsten der Dr. Brecher Siechenhaus st ist ung statt, inscenirt von dem rührigen und unverdrossenen Förderer dieser Stiftung, Herrn Marcus N e u m a n n. In Anbetracht des humanitären Zweckes haben die besten Kräfte unserer Gemeinde ihre Mitwirkung zugesagt. Auch unser neuer Obercantor, Herr B u n i m 0 w i t s ch, wird mit dem Vortrag einer großen Arie aus der Oper „La Gioconda" debutiren. Im Hinblick auf die humanitäre Tendenz darf der Hoffnung ans ein reiches Erträgniß Raum gegeben werden. Prag. Nach kurzem Krankenlager ist Frau Anna Kisch geb. Lion, Gattin des Schriftstellers und Functionärs der israelitischen Beerdigungs-Brüderschaft in Prag, Herrn Mathias Kisch, im 47. Lebensjahre verschieden. Das LeiDenbegängniß fand Montag um 3 Uhr Nachmittag aus der Leichenhalle des neuen israelitischen Friedhofes in Zizkow statt. An der Bahre trauern außer dem schwergetroffenen Gatten auch die niedergeschmetterten Eltern, ein Greisenpaar, von denen jedes weit über 80 Jahre zählte. Die Betheiligung war eine bedeutende, das gesammte Rabbinat mit dem Herrn Oberrabbiner Doctor Ehrenfeld, fand sich ein, aus allen Kreisen der Bevölkerung zeigte sich die Theilnahme für den Gatten, der sich allgemeiner Beliebtheit erfteute. E. B. Merau. Herzogin Louise von C 0 b u r g ist zum Winterausenthalt hier angekommen und hat in der reizend gelegenen Villa „Praderhof" des Herrn T. Markus Logis bezogen. Erlau. (Hohes Alter.) Hier starb ein 104 Jahre alter Greis, Salomon Rittermann. Der Alte war in der ganzen Stadt wohlbekannt, er hatte auch im Jahre 1848 49 an mehreren Schlachten theilgenommen, worauf er immer sehr stolz war. Noch vor einigen Tagen sah mau ihn, wie er sich selbst aus dem auf der Gaffe befindlichen Brunnen Wasser schöpfte und es nach Hause trug. Budapest. Einige hiesige Blätter brachten die Mittheilung, daß der Herausgeber und Cheftedacteur der „Ungarischen Montan-Jndustrie- und Handelszeitung" Bergrath Silberstein im Aufträge der ungarischen Regierung, der königlich ungarischen Geologen-Gesellschaft und der ungarischen Akademie der Wissenschaften eine Studienreise nach dem neuen Goldlande Alaska machen soll. Wie wir nun von verläßlichster Seite hören, beabsichtigt der Genannte, falls er von seinem Berufe auf einige Monate abkommen könne, allerdings erst im Frühjahr, eine Studienreise nicht nur nach Alaska, sondern auch nach anderen Montan-Jndustrie- Centre» Nordamerikas, wie Colorado, Californien rc., zu machen.

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