Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 47 (19.11.1897)
- Date
- 1897-11-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seit« 954 Dr. Vloch's Wochrnptzrifi Nr. 47 Vorsteher des Fünfhauser Tempels. Herr Gottlieb Tauszig, Hoflieferant, und Vorsteher im polnischen Tempel Baruch Landau und das Teppichhaus S. Schein stellte in der selbstlosesten Weise gelegentlich der Einweihung sämmtliche Teppiche zur Verfügung. Die Einweihungsfeier, welche durch die Anwesenheit des Herrn Dr. Berge r, Edlen v. Mises und Secretär Dr. Lieben als Vertreter der Wiener Cultusgemeinde, sowie der Vorstandsmitglieder des Fünfhauser Tempels, an der Spitze Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Wolf und der meisten Wiener Tempelvereine ausgezeichnet wurde, nahm einen sehr würdigen Verlauf. Herr Obercantor Mayer S ch o r von der Synagoge in der Leopoldgasse leitete die Feier mit dem herrlich vorgetragenen „Ma Towuh-®e6et" ein. wobei er durch seinen wundervollen Chor unterstützt wurde. Hierauf hielt Herr Präses H o f f b a u e r eine warme Begrüßungsrede, worauf nach Absingung des „Mismor Schur Chanukas Habasia« und nach dem Mincha-Gebet Herr Rabbiner Hirsch die Festpredigt hielt und das ewige Licht anzündete. Mit dem Gebete für das Kaiserhaus schloß die schöne Feier. Wien. (Ausweis zum Baue eines Tempels in der Brigittenau.) Von den Herren: Max Makler 5 fl.; M. Goldsand für Block 3 fl.; Bondy für Block 1 fl.; David Spitz für Block 1 fl. 50 kr.; L. Pinkas für Block 50 kr.; Josef Süß für Block 3 fl.; Em. Liesner für Block 3 fl.; Herrn. Eltbogen für Block 1 fl. 50 kr.; M. Schmidt u. Söhne 5 fl.; Karl Kral 5 fl.; Groß 5 fl.; Hydrauer 10 fl; Fischer u. Herschel 10 fl.; Ignaz' Wassermann 300 fl.; Heinrich Weiner 25 fl.; Dr. Heinrich Schreiber 25 fl.; L. Spira 20 fl.; Hermann Eltbogen 10 fl.; Ph. Weiß 5 fl.; Dr. Ernst Rosenthal 10 fl.; H. Kahlen Hof 5 fl.; Josef Kohn 3 fl.; A. Hauser 10 fl.; Joses Wünsch 50 fl.; A. Schreiber 10 fl.; M. Hochstim 20 fl.; A. Feuer 10 fl.; M. Erber 2 fl.; I. Pollitzer 4 fl.; Carl Fischer 20 fl.; M. Reiter 4 fl.; Josef Steiner 15 fl.; B. Kaiser 2 fl.; I. Neuhauser 2 fl.; Heinrich Glaser 3 fl.; Jacob Kohn 5 fl.; Jacob Zeisel 5 fl. Summe: 618 fl. 50 kr.; bereits ausgewiesen 13.199 fl., im Ganzen 13.817 fl. 50 kr. Prag. Dem von dem Geschäftsleiter Herrn Dr. Friedrich Duschenes erstatteten Geschäftsbericht des „Centralvereines zur Pflege jüdischer Angelegenheiten" entnehmen wir: Im südwestlichen Böhmen versuchte man die dort bestehende antisemitische Bewegung dadurch zu schüren, daß man von gegnerischer Seite darauf hinwies, es sei an den öffentlichen Volksschulen eine unverhältnißmäßig große Anzahl jüdischer Lehrer angestellt. Da es sich hier um ein Gebiet handelt, welches näher beleuchtet zu werden verdient, so haben wir an competenter Stelle die nöthigen Recherchen eingezogen und folgende statistische Daten gesammelt: Böhmen zählt bei einer Gesammtbevölkerung von beiläufig olU Millionen Einwohner und einer jüdischen Einwohnerzahl von beinahe 100.000 Israeliten an den öffentlichen Volks- und Bürgerschulen in den czechischen und deutschen Schulbezirken im Ganzen 17.000 Lehrer, unter denen blos etwa 36 Lehrer und Lehrerinnen jüdischer Consession sind. Nach dem Verhältnisse von 1 : 55 sollten auf die israelitischen Lehrer mindestens 300 entfallen. In Wien sind bei einem Lehrercontingent von 3874 Lehrer blos 167 jüdische Lehrer angestellt, während nach der jüdischen Bevölkerungszahl auf die Juden Wiens etwa 400 Lehrerstellen entfielen. In Mähren sind die israelitischen Volksschulen zumeist öffentliche, an denen selbstverständlich nur jüdische Lehrer angestellt sind: an den übrigen öffentlichen Schulen Mährens dürsten circa im Ganzen 14 jüdische Lehrer wirken. In den anderen Kronländern sind keine jüdischen Lehrer an öffentlichen Schulen angestellt. — Es ereignete sich ferner der Fall, daß eine Cultusgemeinde, die ihren Vertreter in den Ortsschulrath entsenden wollte, aus nichtigen Gründen zurückgewiesen und ihre Vertretung im Ortsschulrathe abgelehnt wurde; wir haben ihr die Rechtsmittel angegeben, um dem Gesetze Geltung zu verschaffen. Abwehr gegen antisemitische Angriffe zu leisten haben wir nie außer Acht gelassen, allein unser Ausschuß einigte sich hier in folgenden Grundsätzen: Wir sind der vollen Ueberzeugung, daß die feindlichen Angriffe gegen unsere Consession überwunden werden, wenn wir das Vorbild unserer ehrwürdigen Ahnen uns vor Augen halten, welche in der Zeit der schlimmsten Bedrängniß treu zu einander standen, Abtrünnigkeit und Renegatenthum als das schändlichste Mittel zur Abwehr verwarfen, vielmehr in ihrem unerschütterlichen Gottvertrauen ausharrten und an ihrer Consession sesthielten; wir sind vollends überzeugt, daß wir dieser Bewegung feste Dämme entgegensetzen, wenn wir im öffentlichen Leben und in unseren Berufsnnd Erwerbskreisen ein musterhaftes, tadelloses Verhalten beobachten, wenn wir uns als patriotische Bürger dieses Staates von allen politischen Ausschreitungen ferne halten, wenn wir zwar überall dort, wo wir zu gemeinnützigen und Humanitären Arbeiten herangezogen werden, unsere Mitwirkung bereitwilligst leisten, nie und nimmer aber uns anderen Kreisen aufdrängen, sondern bescheiden uns eine gewisse Reserve auferlegen, wenn wir ferner in unseren Bedürfnissen keinerlei demonstrative Prunksucht zur Schau tragen, unseren confessionellen Verhältnissen die vollste Aufmerksamkeit widmen, aber Alles auch hintanhalten, was dem Zeitgeiste und den Zeitverhältnissen widerstrebt. Diese Gesichtspunkte empfehlen wir unseren Glaubensgenossen, und für diese Grundsätze werden wir auf's Entschiedenste cintreten und wir hoffen mit vollster Zuversicht, daß, wenn sich diese Grundsätze allgemein Bahn brechen, wir dann ruhigeren Tagen und einer ruhigeren Zukunft entgegengehen. Prag. Am 6. d. M. sah man aus Prag und den Vororten zahlreiche Festgäste nach dem Smichower Tempel strömen, um dem von der dortigen Gemeinde zum 25jährigen Amtsjnbiläum ihres verehrten Rabbiners Herrn D r. Samuel Back veranstalteten Festgottesdienst beizuwohnen. Der Tempel war in all' seinen Räumen gefüllt von Gemeindemitgliedern und distinguirten Gästen. Punkt halb 10 Uhr trat der Jubilar, von feierlichen Gesängen begrüßt, in Begleitung der zwei ältesten Vorstandsmitglieder in das Gotteshaus ein. Hierauf sprach D r. Back vor der geöffneten Lade beim Ausheben der Thora ein schwungvolles Dankgebet für den göttlichen Beistand während der verflossenen, langen Wirkungszeit in seinem schweren Amte und erbat sich fernere Hilfe vom Allvater für seine folgende Amtsthätigkeit, um auch in der Zukunft seine ganze Kraft dem Dienste Gottes widmen zu können. Nach meisterhafter Absingung von Gesängen des Smichower Chores unter der bewährten Leitung des Dirigenten Herrn M. U. C. Robert F l e i s ch m a n n verrichtete der Jubilar das Kaisergebet, worauf Herr Rabbiner Dr. Alexander Kisch die Kanzel bestieg und die Festrede hielt, in der er von der Entwicklung und dem Lebenslaufe Dr. B a ck 's, dem er durch mehr als 30 Jahre als Freund zur Seite steht, ein anschauliches Bild gab. Mit treffenden Worten zeichnete der Redner das segensreiche Wirken des Jubilars als Seelsorger in seiner Gemeinde, als Jugendbildner, sowie seine hervorragende, ungewöhnliche Bedeutung als Gelehrter, gedachte seiner Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiete, deren bedeutendste er namentlich hervorhob, so „Die Fabel in Talmud und Midrasch", die schon Professor Strack in seiner „Einleitung in den Talmud" hervorhebt, und „R. Meir ben Baruch aus Rothenburg". Die schöne und gediegene Rede Dr. Kisch's fand den ungetheiltesten Beifall bei den zahlreichen Hörern. Nach Schluß des Gottesdienstes sprach der Vorsteher der Smichower Gemeinde, Herr Rudolf Grab, im Namen derselben den innigsten Dank für das unermüdliche und segensreiche Wirken Dr. B a ck' s und gab der Hoffnung Ausdruck, daß derselbe auch in Zukunft in ungeschwächter Kraft zum Wohle der Gemeinde' wirken werde, worauf Herr Dr. B a ck in längerer Rede dankend erwiderte, indem er an seine einstige Antrittsrede anknüpfte und die Aufgabe des Seelsorgers dahin präcisirte, die jeweiligen religiösen Zeitströmungen immer zu ihrem gemeinschaftlichen Urquell zurückzuleiten. Es sprachen dann die Vorstände der Vereine „Chewra- Kadischa" und „Bikkur-Cholim" von Smichow, Herr Dr. Ludwig Bendiener, Vicepräses der Prager Gemeinde-Repräsentanz im Namen der Prager Gemeinde, Herr Dr. Moritz Lichtenstern im Namen der Repräsentanz der böhmischen Landesjudenschaft, Herr Director Philipp Falkowits im Namen des jüdischen Centralvereines, Rabbiner Dr. Hirsch und der Karolinenthaler Vorstand im Namen dieser Gemeinde, die Vorstände der Vorortegemeinden, sowie der Gemeinde Königsaal und Rabbiner M. Stark mit einer Deputation des „Verband der israelitischen Religionslehrer von Prag und der Vororte", welche eine schöne Adresse überreichte. In Vertretung der Unterrichtsanstalten, an denen der Jubilar seit einer langen Reihe von Jahren wirkt, sprachen die Herren: k.u. k. Gymnasialdirector Fridolin Sch im e k vom Smichower Staatsgymnasium, Herr Julius P o h l im Namen der deutschen Mädchen-Bürgerschule in Smichow, Herr Meyer im Namen der deutschen Knaben-Volksschule Smichow, sowie" die Herren Professoren Basler, Cloot und Dürschmidt