Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-11-19 · 47 (19.11.1897) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
47 (19.11.1897)
Date
1897-11-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021169-3021216--07307-3031629
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ar. 47 Vr. Vlvch's Wochenschrifl Sette 953 wird Herrn Banrath Stiaßny, dem Erbauer des Hauses für sein selbstloses Wirken der Dank des Vorstandes ausgesprochen. Der I. Vicepräsident Dr. Alfred Stern referirt namens des Vertreter-Collegiums über die Verhandlungen, welche im Aufträge des Ministeriums neuerlich mit den Vertretern des türkisch-israelitischen Gemeindeverbandes geführt worden sind. Für die Herausgabe einer deutschen Uebersetzung des Werkes „Bar- Kochba" wird eine Subvention von 200 fl. genehmigt. Zum Zwecke der Beschaffung eines geeigneten Locales für die Abhaltung des Gottesdienstes an den hohen Feiertagen im Allgemeinen Krankenhause wird nach mündlich gepflogenen Verhandlungen die Ueberreichung einer entsprechenden Eingabe an die Direction des Krankenhauses beschlossen. Herr Baurath Stiaßny referirt über die Heizung im Stadttempel. Um den Klagen des Publicums wegen ungenügender Temperatur in diesem Bethanse Rechnung zu tragen, beantragt er namens der I. Section, im Innern des Tempels eine sogenannte Heizschlange und weiters in der Vorhalle und im Vestibüle zwei Gasöfen anzubringen. Der Antrag der I. Section wird genehmigt und der entsprechende Kostenbetrag bewilligt. Weiters werden die Kosten für die Reparatur des Sonneubrenners in diesem Tempel genehmigt. Referat des Vorstehers Arthur v. Mises über Aufnahmen in das Altersversorgungshaus. Es gelangen 7 Plätze zur Besetzung. Namens der Wohlthätigkeitssection beantragt der Referent die Ausnahme von vier Männern und 3 Frauen, bezüglich welcher die Erhebungen die besondere Würdigkeit ergeben haben, außerdem die Vormerkung von weiteren 6 Personen, welche bei Eintritt von Vacanzen sofort in das Altersversorgungshaus ausgenommen werden sollen. Herr Baurath v. Goldschmidt referirt namens der Wohlthätigkeitssection über an 10 Vereine zu gewährende Subventionen. Die Anträge werden angenommen. An Spenden sind eingelaufen: Von Herrn Victor Silberstein zur Vertheilung an Arme..fl. 100'— Von einer ungenannten Dame für Arme . „ 5 — Von Herrn Sigmund Mandl.. 100'— zur Vertheilung an nachstehende Vereine: Der Armenanstalt.fl. 25 — Der Speiseanstalt.„ 10'— Dem Vereine zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten . . . „ 15 — Dem israelitischen Blindeninstitute „ 12°50 Dem israelitischen Taubstummeuinstitute.. „ 1250 Dem Vereine zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israelitischen Cultusgemeinde.. 25 — Bon Herrn Moriz Bruckner für Arme . . fl. 2'— Bon Herrn Sigmund Schnell für Arme . „ 5 — Bon Herrn Hugo Cohn für das Altersversorgungshaus .. 20'— Herr und Frau Moriz Brammer spendeten wie bereits in früheren Jahren so wieder aus Anlaß des letzten Simchas-Thora- Festes Weißbrode und Kuchen, desgleichen eine ungenannt sein wollende Dame eine Jause für die Insassen des Altersversorgungshauses. Herr Adolf Stern, welcher seinerzeit bei Erbauung des Altersversorgungshauses für dasselbe circa 40 Uhren unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, spendete neuerdings anläßlich des Ausbaues des dritten Stockwerkes desselben weitere 20 Stück Wanduhren. Den Spendern wird der Dank votirt. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Kundmachung. In den verschiedenen Bezirken Wiens besteht derzeit eine übergroße Anzahl von Fleischbänken, welche sich mit dem Verkaufe von „Koscherfleisch" befassen, wobei aber den in ritueller Beziehung nothwendigen Voraussetzungen zu dem Verkaufe entweder gar nicht oder aber in ungenügender Weise entsprochen wird. Hiedurch erscheint einerseits das Publicum, welches auf „Koscherfleisch" reflectirt, irregeführt, anderseits leiden auch bei diesem Umstande jene Fleischhauer, welche die rituellen Vorschriften bei der Ausschrotung des „Koscherfleisches" in gewissenhafter und das religiöse Gewissen befriedigender Weise beobachten. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde hält es nun für seine Pflicht, diese Angelegenheit in seinem Wirkungskreise einer endlichen Regelung zuzuführen, und beabsichtigt zu, diesem Zwecke in verschiedenen Bezirken Wiens unter Aufhebung der bisherigen Befugnisse und in dem dem Erfordernisse entsprechenden Umfange einzelne Gemeinde-Fleischbänke zu creiren, welche als unter der besonderen Aufsicht der israelitischen Cultusgemeinde respective des ehrwürdigen Rabbinates stehend in religiöser Beziehung vollkommen vertrauenswürdig sind und deren Namen und Adressen sohin dem Publicum in officieller Weise (durch Anschlag in den öffentlichen Bethäusern und durch Verlautbarung in den für religiöse Interessen bestehenden Zeitungen) zur Kenntniß zu bringen sind. Ueberdies werden seitens der Cultusgemeinde den in Betracht kommenden Fleischhauern eigene Firmatafeln zur Verfügung gestellt werden, durch welche das besondere Verhältniß zur Cultusgemeinde entsprechend zum Ausdrucke gebracht werden wird. Als Princip für die Regelung des Vertrags-Verhältnisses ist festgesetzt, daß die Schächter und Aussichtsorgane (Maschgichim) direct von der Gemeinde angestellt und besoldet, dagegen von den Koscherfleischbank-Jnhabern unabhängig gestellt werden. Es geht daher an alle Diejenigen, welche in das oben angedeutete Verhältniß zur israelitischen Cultusgemeinde in Wien treten wollen, die Einladung, sich bis zum 15. December 1897 zu melden und werden dieselben dann behufs der näher zu treffenden Vereinbarungen aufgefordert werden, sich im Secretariate der israelitischen Cultusgemeinde einzufinden. Der Vorstand behält sich vor, bezüglich jener derzeitigen Koscherfleischbank-Jnhaber, welche den zu fassenden und verlautbarenden Bestimmungen über die Regulirung des Koscherfleischhandels nicht Folge leisten werden, die entsprechenden Verfügungen zu treffen. Der V o r st a n d. ' Wien, den 15. November 1897. Wien. Der israelitische Bethaus-Verein „Emunas Awes" im Bezirke Sechshaus beging am 16. v. M. die schöne Feier der Einweihung seines neu renovirten und erweiterten orthodoxen Bethauses. Das seit nahezu 30 Jahren bestehende Bethaus erwies sich schon seit Langem sowohl in sanitärer als _ auch in anderer Richtung nicht mehr seiner Bestimmung entsprechend. Durch die Initiative und unermüdliche Thätigkeit des allgemein geachteten Vorstandsmitgliedes Herrn S. L. Schoßberger, Eiergroßhändler, ist es endlich gelungen, dieses Bethaus zu erweitern, den modernen Anforderungen entsprechend umzugestalten. Sämmtliche Arbeiten wurden nach seinen Anordnungen und nach seiner persönlichen Leitung in eigener Regie in sehr kurzer Zeit genau nach den Vorschriften für orthodoxe Bethäuser durchgeführt, und ist es lobenswerth, daß Herr Schoßberger den größten Theil der Arbeiten durch jüdische Handwerker ausführen ließ. Das Bethaus in seiner jetzigen Gestaltung und praktischen Einrichtung ist im maurischen Style gehalten und macht einen effectvollen und höchst würdigen Eindruck. In finanzieller Beziehung haben sich für das Zustandekommen dieses edlen Werkes in erster Linie der Präses des Vereines Herr Philipp Hoffbau e r, ferner die Vorstandsmitglieder Herr Abraham Fi s ch er und Isidor Turner verdient gemacht. Allein alle diese Opfer hätten nicht hingereicht, dieses Bethaus gleichzeitig seinem Zwecke zu den hohen Feiertagen übergeben zu können, wenn sich nicht die löbliche Cultusgemeinde Wien mit einer namhaften Unterstützung in munificenter Weise an die Spitze gestellt hätte. Auch das Bankhaus S. M. von Rothschild hat dem Vereine in gewohnter Antheilnahme an der Förderung des Judenthums zu diesem Zwecke eine namhafte t Spende zukommen lassen. Eifrig haben in Freundeskreisen für die Sache gewirkt: die hochgeachteten Vereinsmitglieder Herr Ascher Rubin und Baruch Landau, welche sehr namhafte Spenden sammelten, ferner die Herren Friedrich Fuchs unk> Vorstandsmitglied Eduard Schwarz. Dem Vereine ganz fern stehend, ließen Herr Karl S e l i g m a n n, Vorsteher des Tempelbau-Vereines im X. Bezirke, werthvolle Porauches und andere Geschenke zukommen. Spenden und werkthätige Unterstützung ließen dem Vereine angedeiheu; Emil v. Mises

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.