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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-11-12 · 46 (12.11.1897) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
46 (12.11.1897)
Date
1897-11-12
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 46 -r Vloch'S Worrreulchrist. Sette 937 Dr. Oelbhaus: Die Psalmen für Lehramtscandidaten für Volks- und Mittelschulen. Wien. (Verein jüdischer Mädchen „H ad a s s a".) An dem letzten Vortragsnachmittage dieses Vereins hielt Herr I. Berkowitsch einen geistreichen Vortrag über „Die ersten Anfänge der Assimilation im Judenthume", den das zahlreich erschienene Publicum mit reichen Beifall anfnahm. Der nächste Vortrag findet Sonntag den 14. d. M. statt und wird Herr Dr. Landau über die berühmte Ghettonovelle „Chava Rubin" sprechen. Gäste sind herzlich willkommen. Anfang präcise 4 Uhr,!., Seitenstettengasse, im Sitzungssaale der Cultusgemeinde. Wien. (S P e n d e.) Für den israelitischen Friedhof in RoLnau sind uns „Ungenannt" fl. 12.— zugekommen, welche wir Ihrer Bestimmung zuführten. W»en-F1oridsdorf. Die hiesige Cultusgemeinde beschloß beider am 31. v. M. stattgefundenen Sitzung, sich dem Proteste der Wiener Cultusgemeinde gegen die Kundgebung des Wiener Gemeiuderathes in Angelegenheit der Ernennung jüdischer Richter, anzuschließen. Graz. Hof- und Gerichtsadvocat Herr Dr. Julius Spieler hat seine Kanzlei Postgasse 3, 1. Stock, eröffnet. Holleschau. Mit besonderer Genngthuung können wir constatiren, daß die Spenden für unsere Gemeindebibliothek es ermöglichen, dieselbe wiederum zu vergrößern und Allen, die Belehrung suchen, zugänglich zu machen. Es haben unserer Bibliothek gewidmet: Ein ungenanntseinwollender Schulcollege des Herrn Albert Löw in Budapest 50 fl.; ein Ungenanntseinwollender aus Arad 10 fl.; Herr Julius Wolf in Wien 50 Mark; Herr Albert Löw in Budapest fl. 12.53; Herr Med. Dr. Pollak in Kremsier 5 fl.; Herr Josef Wolf in Holleschau 2 fl.; die Herren Horowitz & Wittrofsky in Brünn 5 fl.; Herr Wilhelm Redlich in Olmütz 5 fl; Herr Moriz Neuhaus in Wien 1 fl.; Herr Salomon Berger ebendaselbst 1 fl.; an Büchern: Herr Alois Lemberger in Wien 7 Bände; Herr Albert Löw in Budapest neuerlich 8 Bücher; Herr Adolf Adler in Kaschau neuerlich 2 Bücher; Herr S. Poll in Budapest ein Buch. Prag. (Verein der jüdischen Hochschüler in Prag.) Sonntag den 6. d. M. fand der erste diesjährige Vortragsabend statt, der sehr gut besucht war. Med. Max Meißner hatte als Thema gewählt: „Jüdische Charaktergestalten in der neueren Literatur." Redner behandelte ausführlich die Werke Freytag's, Spielhagen's, Spindler's, Max Ring's, Filger's rc. Als Repräsentanten eines getauften Juden nahm er Daniel Danieli aus dem gleichnamigen Drama von Richard Voß, der uns in ergreifender Weise den inneren Seelenkampf des Helden vorführt. Der Vortragende wußte in lebhafter Darstellung die wichtigsten Momente dieses inneren Zwiespalts hervorzuheben; er schloß mit der Zuversicht, daß die Zahl der Autoren, die auch dem Juden gegenüber vorurtheilslos ihre Objectivität bewahren, sich immer mehren werde, und der Jude in der Literatur wie im Leben mit den übrigen nicht nur gleiche Pflichten, sondern auch gleiche Rechte theilen werde. Das Publicum folgte den Ausführungrn mit gespannter Aufmerksamkeit und zollte dem Redner lebhaften Beifall. Hohenau, 8. November 1897. An weiteren Spenden zum Tempelbau in Hohenau sind ei »gelaufen: Von Herrn K. F ü r st, Hohenau, 2. Spende 22 fl. 80 kr.; Adolf Sonnen mark, Hohenau, 2. Spende 16 fl.; Dr. Gunzer, Drösing 5 fl.; Simon S t r a.u ß, Böhmischkrut 15 fl.; Jakob Altbach, Hohenau 2 fl.; N. L ö w e n r o s e n, Ringelsdorf 5 fl.; Löbliche Cultusgemeinde Ausspitz 5 fl.; Samuel Klein, Hohenau 5 fl.; Friedrich E i s i n g e r, Floridsdorf 1 fl. Am Simchas-Thora-Abend veranstaltete ein Comite, bestehend aus den Herren Sigmund Reiß, Ludwig Reiß, Otto Hoffmann und Heinrich Paschkes einen Ball, deffen Reinerträgniß von 58 fl. deni Tempelfond zugewendet wurde. Es wird hiemit dem geehrten Ballcomitö der innigste Dank ausgedrückt. Summe der eingelaufenen Spenden 144 fl. 80 kr. hiezu die bereits früher ausgewiesenen 1749 „ 85 „_ Summe 1894 fl. 65 kr. Wirr ersuchen edelherzige und für die Institutionen unserer heiligen Religion warmfühlende Glaubensgenossen um weitere Spenden. Für das Tempelbau-Comitö Dr. Leopold Leimdörfer. Adolf Sonnenmark. Rokitzan. Der hiesige israelitische Cultusvorstand hat in seiner am 7. d. M. abgehaltenen Sitzung einhellig beschlossen, dem Borstande der Wiener Cultusgemeinde seine Anerkennung für dessen mannhaftes Eintreten zur Wahrung der Ehre des Jndenthums gegen die unqnalificirbaren Angriffe des Bicebürgermeisters Dr. N e u m a y e r anszusprechen. Podersam, 8. November. Für den verunglückten Fanlilienvater sind ferner eingegangen: Bon Herrn I. Schur, Wien, 2 fl.; von Herrn Adolf Proßnitz, Brünn, 5 fl.; von Herrn Dr. Winter, Brünn, 2 fl. und einem Ungenannten aus Weitentrebetitsch 1 fl. Bergelt's Gott! Lemberg. In einem princiviellen Punkte muß die Ungenauigkeit der Lemberger Correspondenz in voriger Nummer corrigirt werden. Das Recht, Ausbietungen in der vorstädtischen Synagoge vorzunehmen, wurde Herrn Rabbiner Schmelkes nicht von .der Statthalter ei ertheilt. Schon vor Jahresfrist hat Herr Rabbiner Dr. Caro, der bisher sämmtliche Ansbietungen vorzunehmen hatte, den Cultusvorstand schriftlich ersucht, ihn zu entlasten und die Aufbietungen auch noch in einem anderen Gotteshause zu gestatten. Zuerst hat der Vorstand dieses Ansuchen abgelehnt, vor Kurzem aber hat er beschlossen, es den Parteien anheimzustellen, von welchem der beiden Rabbiner sie die Aufbietung vornehmen lassen wollen. Bon einer Verfügung der Statthalterei hierüber ist factisch nicht die Rede. L. R. Fiume. (T o d e s f a l l.) Am 3. d. M. starb hier im 69. Lebensjahre der Ehrenpräses unserer Cultusgemeinde, Herr Gemeinderath Josef M a y l ä n d e r, ein Mann, der nicht nur innerhalb seiner Glaubensgemeinschaft, sondern auch unter seinen christlichen Mitbürgern der höchsten Werthschätzung sich erfreute. Um die Fiumaner israelitische Cultusgemeinde hat sich Herr M ayländer unvergängliche Verdienste erworben, und die aufrichtige Trauer über sein Hinscheiden manifestirte sich in der außerordentlichen Beteiligung der gesammten Bevölkerung bei seinem am 5. d. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse. Kaposvar, 7. November 1897. Es wird Sie und Ihren großen Leserkreis gewiß höchlich interessiren, daß in der heutigen vom Antisemitismus verseuchten Zeit noch immer edeldenkende Menschen und Institute zu finden sind, die, der Zeitströmung trotzend, keinen Unterschied der Confession gelten lassen wollen. An der Steiermärkischen Escomptebauk zu Graz starb vor einigen Jahren ein jüdischer Beamter, der seinem Amte etwa 7 Jahre mit hingebungsvoller Treue gedient hatte. Als Ludwig T r e b i t s ch starb, erhielt die Witwe nicht nur die Begräbnißkosteu, ferner eine Abfertigung von 3 Monaten Gehalt, sondern eine jährliche Pension von 300 fl. Bor einigen Tagen erhielt nun die hier mit zwei unmündigen Kindern wohnende Witwe, geb. Johanna H o f f e r, von der Bankverwaltnng ein schönes Schreiben, in welchem ihr mitgetheilt wird, daß die Direktion sich bewogen gefühlt hat, heute nach 7—8 Jahren, ihre jährliche Pension von 300 fl. auf 400 fl. zu erhöhen. Skotscha«. (Jubiläum eines W o h l t h ä t e r s.) Bor einiger Zeit feierte Herr Sigmund Hochwälder, Geschäftsführer der Firma S. Stein berg in Skotschau sein dreißigjähriges Dienstjubiläum. Zu diesem seltenen Feste wurde der rüstige Jubilar, der sich durch sein bescheidenes und zuvorkommendes Wesen überall die lebhaftesten Sympathien zu erwerben gewußt hat, von Jung und Alt, von Nah und Fern auf das Herzlichste beglückwünscht. Diesen Anlaß benützte Herr H o ch- Wälder dazu, um verschiedene Spenden zu machen, die so recht von seinem Wohlthätigkeitssinn zeugen. Unter diesen vielen, den edelsten Zwecken gewidmeten Spenden wollen wir vor Allem jener Erwähnung thun, die er zur Schmückung unserer Synagoge dem hiesigen Cultusvorstande Herrn David Spitzer überreichte. Das von ihm gespendete, einen bedeutenden Werth repräsentirende Kle-Kodesch hat er seinem heiligen Zwecke am heurigen Rosch-Haschono zugeführt. Der hiesige Rabbiner, Se. Ehrwürden Herr Dr. L. D o b s ch ü tz, ehrte den Jubilar durch eine treffliche Ansprache, in welcher er die Vorzüge, die edle Gesinnung und die Anhänglichkeit des Jubilars zur jüdischen Religion hervorhob. Außerdem hat Herr Hochwälder auch der Jugend nicht vergessen, denn er übermittelte der Schulleitung der hiesigen Volksschule einen namhaften Betrag zur Vergrößerung der Schulbibliothek und übersandte auch den Volksschulen der umliegenden Gemeinden bedeutende Spenden zur Bekleidung und Unterstützung armer Schulkinder. Unermüdlich in Veranstaltung von Wohl-

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