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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-11-12 · 46 (12.11.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
46 (12.11.1897)
Date
1897-11-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 936 Kr. WLoch » IvottrrnfehrM Nr. 46 Mogador, den 30. September. Unsere Stadt hat die seltene Ehre gehabt, einen europäischen Monarchen in ihren Mauern zu empfangen. Seine Majestät der König der Belgier Leopold der Zweite hat auf seiner Mittelmeerreise auch unsere von Touristen nicht gerade ausgesuchte Stadt mit seiner Anwesenheit beehrt. Bei dieser Gelegenheit nahm er alle Sehenswürdigkeiten der Stadt in Augenschein, und kam, begleitet von dem belgischen Gesandten Grafen Anspach und' von dem belgischen Gesandten Johnston auch in das Judenquartier des Mellah. Ein angenehmer Anblick war es freilich nicht, den ihm dieses Quartier bieten konnte. Bei der ungeheuren Armuth, in der die Juden hier leben, sind sie uätürlich ziemlich verkommen, und, da sie in ihr schmutziges enges Quartier zusammengedrängt sind, vielen Krankheiten ausgesetzt. König Leopold zeigte trotz des theilweise unangenehmen Anblicks ein großes Interesse für die Lage unserer Glaubensgenoffen, und vielleicht gereicht es diesen zum Nutzen, daß ein europäischer König ihre jammervolle Lage betrachten kann. Süd-Afrika. Im Blaemfontein im Oranje-Freistaat fand kürzlich die Generalversammlung der Gemeinde statt, bei der beschlossen wurde, eine Synagoge zu errichten, zu der die Stadtgemeinde den Platz geschenkt hat. Ungefähr 6000 Mark wurden für diesen Zweck gesammelt, den Rest werden die anderen jüdischen Bürger des Oranje-Freistaates aufbringen, die ihr Centrum in der jüdischen Gemeinde von Blaemfontein sehen. Zu den hohen Festtage kommen die zerstreut wohnenden Israeliten alle nach dieser Stadt, wo der Gottesdienst an diesen Tagen im Rathhause stattfindet. — Aus Port Elizabeth wird mitgetheilt, daß der neue Geistliche Rev. Philippis mit großem Erfolge Jugendgottesdienste eingeführt hat und auch die neu organisirte jüdische Religionsschnle gut besucht wird. — Auch in Upington im wilden Betschuanaland hat in diesem Jahre ein jüdischer Gottesdienst stattgefunden. Mr. Harry Harris, welcher hier mitten in der Kalahariwüste eine kleine Synagoge errichtet hat und sich sogar einen eigenen Schochet hält, hatte an alle Jude», die in dieser fern von aller Cultur gelegenen Gegend hie und da zerstreut wohnen, eine Einladung ergehen lassen und in der That fanden sich circa 20 Israeliten zusammen, die vom 26. September bis 6. October in Upington zusammen blieben und Neujahr und Versöhnungssest in würdigster Weise feierte». — In Buluwaya im Matabelelaud, wohin jetzt eine neue Eisenbahn gebaut ist, ist schon eine recht ansehnliche Gemeinde, welche bereits 130 Mitglieder zählt. Die Synagoge ist im Ban und dürfte bald vollendet sein; es sind auch schon recht ansehnliche Geschenke für dieselbe gemacht worden. In diesem Jahre fand wieder der Gottesdienst in dem großen Börsensaal statt, da nicht weniger als 300 Theilnehmer vorher angemeldet waren. — In Krujeßdap beabsichtigt man eine Synagoge zu bauen, wozu Mr. Abner Cohen den Grund und Boden geschenkt hat. — Die größte Gemeinde in Südafrika ist in Johannisbucg, wie bekannt, wo denn auch das jüdische Leben am stärksten pulsirt. Hier bestehen bekanntlich mehrere Gemeinden, deren jede mehrere hundert Mitglieder zählt. Als in diesem Jahre die Sitzung des Stadtrathes aufs Versöhnungsfest fiel, entschloß sich der Bürgermeister auf die Bitte der jüdischen Mitglieder, dieselbe um einige Tage zu verlegen. Der Simchat-Thora-Ball hat einen namhaften Ueberschuß für die Religiousschulen ergeben. Vermischtes. Wien. (O e st e r r e i ch i s ch-i s r a e l i t i s ch e U n i o n.) Samstag, den 13. November halb 8 Uhr Abends, findet im Restaurant Khuner, 1., Schottenring 19, eine Vereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Dr. M. Güdemann: „Ueber die inneren Ursachen der Blüthe und des Verfalls in der Geschichte der Juden." 2. Mittheilungen des Vorstandes. 3. Stellungnahme zum Anträge des Bice-Bürgermeisters Dr. Neumayer, betreffend die Ernennung von Richtern jüdischer Confeffiou. 4. Anträge und Interpellationen. Der Vorstand. Wie«. (Zur gefälligen Beachtung.) Der Kaufmannschaft sowie den Angehörigen aller Stände wird hiemit bekannt gegeben, daß am 20. d. M. im R e st a u r a n t Kühner eine Vollversammlung des Vereines zur Hebung der Gewerbe in Wien stattfindet, bei welcher Herr Reichsrathsabgeordneter Carl Wrabetz seinen ersten Vortrag über die im Januar 1898 einzuführende P e r s o n a l - E inkomm e n st e u e r mit sehr interessanten Daten halten wird. Nach dem Vortrage können kurze Fragen über Steuerangelegenheiten von Jedermann gestellt werden. Sowohl der Vortragende als auch andere im Steuerwesen versirte Fachmänner werden diese Fragen beantworten. Damen und Gäste willkommen! Für die Leitung des Vereines zur Hebung der Gewerbe in Wien: der Schriftführer Alfred Kisch. der Präsident S. B r o d. Wien. Der diesjährige Kalender der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" erfreut sich vieler Anerkennung. Aus Nah und Fern kommen Nachfragen und Nachbestellungen, während ein Theil der zur Versendung gelangten Exemplare noch nicht bezahlt ist. Die Empfänger werden deswegen hiermit an die Einsendung der Beträge höflichst erinnert. (8ud auspiciis Imperatoris) Am 10. November fand im Prachtsaale der „Akademie der Wissenschaften" in Budapest die feierliche Promotion sub auspiciis Imperatoris der beiden Med. univ. Doctoren Bsla Fenyvessy und Roth statt. Es war dies die erste unter den Auspicien Sr. Majestät des Kaisers erfolgte Promotion an der medicinischen Facultät der Budapester Universität, und es gereicht uns zur Genugthuung, daß es gerade zwei unserer Glaubensgenossen sind, die dieser hohen Ehre und Auszeichnung theilhaftig geworden. Wien. Dienstag den 16. November, halb 2 Uhr Nachmittags findet zu Berlin Hotel Jmperal (Unter den Linden) die Trauung des Herrn Aron B o n d i aus Wien mit Fräulein Esther Hirsch, Tochter des Herrn Commercienrathes Gustav Hirsch aus Halberstadt, statt. — Herr Alfred Löwy, Procnrist der Firma Mendl u. Löwy in Wien, hat sich mit Fräulein Frieda Wolf, Tochter des Herrn Ignaz Wolf, Chefs der Firma Leopold Wolf's Söhne in Eisenstadt, verlobt. — Fräulein Ella Zwieback, die jüngste Tochter des Herrn Ludwig Zwieback, Chefs des bekannten Mode-Etablissements, hat sich mit Herrn Alexander Zirner, Chef der Firma I..u..A. Zirner in Wien, verlobt. Wien. (Von der Universität.) Wie die „Wiener Zeitung" verlautbart, hat der Kaiser den Privatdocenten Dr. Sigmund Fuchs zum außerordentlichen Professor der Physiologie an der Wiener Universität ernannt. Wien. Der humanitäre Verein „F r e u n d s ch a f t sb u n d" veranstaltet am Montag, den 15. November 1897 im Saale „zum goldenen Widder", II., Taborstraße 36, ein Kinderbekleidungs-Fest mit Vorträgen und Tanzkränzchen. Spenden zu obigem Zwecke, sowie zu dem gleichzeitig stattfindenden Wohlthätigkeits-Bazar erbitten wir an die untenstehende Adresse. Der Vorstand Julius Weiß Obmannn, II., Obere Donaustraße 45A. Wien. Im Saal Bösendorfer findet Samstag den 13. November 1897, Abends halb 8 Uhr, ein Concert der Pianistin Fricka H o f f m a n n unter gefälliger Mitwirkung der Cello- Virtuosin Fräulein Josefine Donat und des Herrn Baron Franz von Buschmann mit sehr interessantem Programm statt. Die Clavierbegleitung haben die Herren Neumann und Jaques Wolf übernommen. Sitze: Cercle ä 3 fl., Parterre a 2 fl. und 1 fl. 50 kr. Entrses a 1 fl. Kartenverkauf in der k. und k. Hof-Musikalienhandlung des Herrn Albert. I. Gutmann (Hof-Opernhaus), in der Musikalienhandlung des Herrn Carl Haslinger, Tuchlauben 11 und am Concertabende an der Cassa. Wien. (Vorlesungen im Wiener Betha- Midrasch im Wintersemester 1897 — 1898.) Sonntag von 9—10 Uhr Vormittags, Herr Lector Weiß: Talmud-Csubod, von 6—7 Uhr Abends Herr Lector Friedmann: Die Könige und die zeitgenössischen Propheten. — Montag von 9—10 Uhr Vormittags Herr Lector Weiß: > Talmud-Csubod, von 6—7 Uhr Abends Herr Lector Friedm a n n: B.'rachot. — Dienstag von 9—10 Uhr Vormittags Herr Lector Weiß: Talmud-Csubod, von 6—7 Uhr Abends Herr Lector F r i e d m a n n: Midrasch (Schmot Raba.) — Mittwoch werden abwechselnd Hörer des Seminars Vorträge halten. — D o n n e r st a g von 6—7 Uhr Abends Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus: Die Psalmen für Lehramtscandidaten für Volks- und Mittelschulen. — Samstag von 11—12 Uhr Vormittags Herr Lector F r i e d m a n n: Die laufende Parascha, von 6—7 Uhr Abends Herr Rabbiner

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