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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-10-22 · 43 (22.10.1897) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
43 (22.10.1897)
Date
1897-10-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 43 Dr. VUntz's Woaxenkap:m Sette 867 werk mag vielleicht das berühmte Wandgemälde Kaulbach's in Berlin höher stehen, den Juden ist sicherlich das des Venetiauers sympathischer. Mein Aufsatz ist größer ausgefallen, als ich erwartet hatte, und doch habe ich nur die in Italien befindlichen Kunstwerke und auch von diesen nicht alle in Betracht gezogen. So würde auch diese, man könnte sagen, pafiive Kunstthätigkeit der Juden zu ihrer vollständigen Darstellung ein ganzes Buch erfordern, und man würde daraus ersehen, wie die ganze europäische Malerei als verstümmelter Torso erscheinen würde, wenn man ihr die biblischen Stoffe entzöge. Nicht blos die christliche Moral, auch die christliche Kunst würde ohne die Bibel nicht existiren. L. Correspondenzen. Wien. (Aus der P l e n a r s i tz u n g d e s C u ltusvorstandes vom 17. O c t o b e r 1897 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Heinrich K l i n g e r.) Im Einlauf bringt der Präsident zur Kenntniß eine Zustimmungskundgebung der Cultusgemeinde Brüx zur Protestkundgebung des Wiener Cultusvorstandes gegen die von Dr. Neumayer im Wiener Gemeinderathe wegen der Ernennung von Richtern israelitischer Confession vorgebrachten Anwürfe. — Ferner ein Ansuchen des k. und k. Platzcommandos in Wien, dahingehend, daß am 1. November d. I. anläßlich der neuerlichen Eidesleistung der zum Präsenzdienste eingerückten Recruten ein feierlicher Gottesdienst abgehalten werde. — An Spenden sind eingelaufen, und zwar: In Würdigung der Aufforderungen in den Predigten am Versöhnungstage. Von den Herren: A. Herm. Frankl und Söhne für Arme 100 fl.; Kohn und Löwy für Arme 5 fl.; R. Bondy für Arme 2 fl.; Frau Fanny Neff für Arme 5 fl.; Herren Ignaz Kantor für Arme 100 fl.; Ignaz Baranyi für Arme 50 fl.; Jacob Kann für Arme 25 fl.; Dr. Paul Mittler für Arme 10 fl.; Anonymus 120 fl.; Herrn Sandor Flaschner für Arme 5 fl.; von mehreren Geschwistern in Währing und Ottakring für Arme 5 fl.; Herrn David Glück für Arme 20 fl.; Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl für Arme 5 fl.; ferner von den Herren: Julius Hellmann für Arme 15 fl.; von demselben für verschiedene Wohlthätigkeitsaustalten 100 fl.; Herrn Albert Mandl in Nagy-Barod für das Gleichenberger Hospiz 3 fl.; Adolf Pollitzer zum Fonde für Ansspeisung jüdischer Gefangener 5 fl.; Ludwig Weishut zur Stärkung des Fondes zweier jüdischer Vereine 200 fl. Kronenrente; der Chewra-Kadischa im XVI. und XVII. Bezirk Wien für Arme desselben Bezirkes 70 fl.; Sammlung für Bekleidung armer Kinder anläßlich der Trauung Zwicker-Kohn im Bethause Fünfhaus 8 fl. 16 kr.; Frau Rosalie Edle v. Kuffner für das Chorpersonale 20 fl.; Herrn L. Brettauer für Arme 100 fl.; Frau Josefine Paul-Schiff für das israelitische Taubstummeninstitut 25 fl.; Herrn Moriz Edlen von Kuffner für Arme des XVI. und XVII. Bezirkes 100 fl.; Frau Sarah von Stern für die israelitische Kinderbewahranstalt 15 fl.; Herrn Karl Rotier für Arme 3 fl. Den Spendern wird der Dank votirt. — Dem Bethausverein „Emmas Awes" im XIV. Bezirke, Stor'chengasse 21, wird eine Subvention für das laufende Jahr von 300 fl. und zur Adaptirung dieses Bethauses ein nnverziusliches Darlehen von 600 fl. votirt. — Weiters wurden einige Personalien erledigt und über Votirungen von Subventionen an Bezirksbethäuser verhandelt. Zustimmungskundgebnngen zu der Resolution der israelitischen Cultusgemeinde sind außer von B r ü x, welches in vorstehendem Bericht erwähnt worden, auch von anderen Gemeinden eingelaufen. So meldet man aus Prag: Die Repräsentanz der Prager israelitischen Cultusgemeinde hat in ihrer letzten Sitzung einstimmig beschlossen, sich dem Proteste der Wiener israelitischen Cultusgemeinde gegen die in dem Anträge des Wiener Vice-Bürgermeisters Dr. Neu mayer enthaltenen groben Verdächtigungen und Ausschreitungen gegen das Judenthum und die Juden vollinhaltlich anzuschließen und auch ihrerseits diese grundlosen Behauptungen als durch die israelitischen Religiousvorschriften, wie auch durch das im Laufe von Jahrtausenden bewährte religiöse und moralische Verhalten der Juden vollkommen widerlegt, zurückzuweisen. Ferner schreibt man aus K r e m s i e r: In der öffentlichen Ausschußsitzung der israelitischen Cultusgemeinde in Kremsier vom 17. October l. I. wurde über Antrag des Vorstandes folgende Resolution einstimmig beschlossen: „Mit Rücksicht auf den ganz unerhörten Fall, daß am 1. October l. I. im Gemeinderathe der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, anläßlich einiger Ernennungen von israelitischen Richtern, ein oberster S t a d t v a t e r es für gut fand, ganz ohne Grund über die erhabene Moral der jüdischen Religion herzufallen, insbesondere über die Heiligkeit des Eides, welche jeder Israelit mit der Heiligkeit Gottes gleichstellt, ferner mit Rücksicht darauf, daß die öffentlichen Religionsunterrichtsbücher vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht approbirt sind und auch für jeden Nichtjuden zugänglich sind, insbesondere in den Religionsbüchern § 55 vom Religwnsprofessor Leopold Breuer (1869) und vom Rabbiner Dr. Sigmund Auerbach § 121 vom Jahre 1892, nachgelesen werden können, unter ausdrücklicher Betonung, daß die seit 500 Jahren bestehende Cultusgemeinde ihre Aufgabe nur darin fand, innerhalb der durch die Staatsgesetze gezogenen Grenzen für die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu sorgen und sich jeder Politik zu enthalten; aber mit Rücksicht auf diesen ganz erschütternden Fall der absichtlichen Verunglimpfung der heiligen israelitischen Mutterreligion sich der Resolution der israelitischen Cultusgemeinde in Wien vom 10. October l. I. vollinhaltlich anzuschließen und eine Abschrift derselben der Wiener Cultusgemeinde zu übersenden. Kremsier, am 17. October 1897. Hochachtungsvoll Der Cultusvorsteher: Carl L i e b m a n n. Wien, 17. October. (Professor D r. Josef Grube r.) Der Hörsaal des Herrn Professor Schrötter prangte gestern in grünem Schmuck und eine Anzahl von Professoren, Docenten, Aerzten uttb Studenten hatte sich eingefunden, um den 70. Geburtstag des Universitätsprofessors Herrn Josef G r u b e r zu feiern. Die große Antheilnahme der wissenschaftlichen Welt von Fern und Nah ist das beste Zeugniß für die Stellung, die der Begründer der Ohrenheilkunde in Oesterreich, der Leiter der ersten Ohrenklinik der Welt einnimmt, welche Ehrung man dem Gelehrten und welche Sympathien man dem Lehrer entgegenbringt. Viele Fachschriften, ein großes Lehrbuch in mehreren Auflagen, das vielfach in fremde Sprachen übersetzt wurde, zeigen von der unermüdlichen Arbeitskraft Professor Gruber's, der als erster die otiatrische Wissenschaft aus anatomischer und physiologischer Grundlage anfbaute. Wie Biele schon bei ihm Heilung gesucht und gefunden, davon gibt das Ambulatoriumsjourual der Klinik Kunde, dessen fortlaufende Nummer im neunzigsten Tausend steht. Als Professor Gruber im Saale erschien, wurde er mit brausendem Applaus begrüßt. Als Erster nahm der Vorstand der zweiten Ohrenklinik, Professor Dr. Adam Politzer, das Wort, gedachte zunächst der bahnbrechenden Verdienste Gruber's um die wissenschaftliche Entwicklung der Ohrenheilkunde und bemerkte sodann, daß die Zahl der aus der Wiener Ohrenklinik hervorgegangenen Schüler diejenige aller Universitäten des deutschen Reiches zusammengenommen übertreffe. Der Redner charakterisirte hieraus den Gefeierten als Forscher, Lehrer und Arzt und überreichte schließlich dem gefeierten College» eine Silberplaguette mit dessen Reliesbild. Sodann hielten der Reihe nach Ansprachen: Professor Dr. Victor U r b a n t s ch i t s ch im Namen der österreichischen Otologischen Gesellschaft, Docent Dr. Josef P o l l a k im Namen der gewesenen und gegenwärtigen Assistenten, Professor Doctor Ritter v. R e d e r im Namen des Wiener medicinischen Doctoren-Collegiums, Sanitätsrath Director Dr. U llm a n n im Namen des Rudolsspitales, dessen Ohrenkranke Gruber seit Jahren behandelt, Ober-Sanitätsrath Director des allgemeinen Krankenhauses Dr. Victor M u ch a int Namen der Direction und Primarärzte der Anstalt; ferner gratulirten der Decan der medicinischen Facultät Hofrath Professor Dr. Ritter v. Ebner- R o s e n st e i n, Hofrath Professor Dr. Ritter v. D i t t e l im Namen der k. k. Gesellschaft der Aerzte, die Obmänner anderer ärztlicher Vereine und eine Deputation der Budapester Ohrenärzte. Zum Schluffe richtete Hofrath Professor v. Schrötter namens der Freunde Gruber's an diesen eine Ansprache. Mit tiefgefühlten, in sichtlicher Gefühlsbewegung gesprochenen Dankesworten des Gefeierten schloß die officielle Feier.

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