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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-10-08 · 41 (8.10.1897) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
41 (8.10.1897)
Date
1897-10-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 820 Dr. VUntz's HVortzenfüxrtft. Nr. 41 An dieser Stelle seien auch die Daten des durch sein rühmliches Wirken bekannten Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten angeführt. Der Verein verausgabte im Jahre 1895 für 756 Lehrlinge, die in seiner Obhut standen 33.991 fl. 53 kr.; 123 Lehrlinge wurden unentgeltlich verpflegt, 79 beherbergt. Zum Schlüsse haben wir in den Vorjahren die Anzahl der jüdischen Bittsteller angeführt, welche bei den einzelnen Armeninstituten bethellt wurden; das stattstische Jahrbuch des Jahres 1895, wiewohl es um 8 Seiten stärker ist und manche schätzenswerthe Bereicherung erfuhr, bringt nun diesmal die Angaben über die Confession der Beschenkten nicht; im Vorworte wird angegeben: die Jndividualangaben der betheilten Personen seien bedeutend gekürzt, da in Zukunft die weitergehenden Daten, um Raum und Zeit zu ersparen, nur in jedem fünften Jahre bearbeitet und veröffentlicht werden sollen. Wie viel jüdische Bittsteller noch zur Zeit Unterstützungen erhielten, als der Gemeinderath eine liberale Majorität hatte, mag aus den Ziffern ersehen werden, die wir im Vorjahre an dieser Stelle brachten; aus dem statistischen Jahrbuche des Jahres 1894 war zu entnehmen, daß unter den im Jahre 1894 bei den Armeninstituten betheilten 53.216 Personen 143 männliche und 113 weibliche Bittsteller Juden waren, und zwar in den Bezirken: L n. DL IV. V. VL VH. Vffl. IX. X. XL XII. XHI. XIV. XV. XVI. XVII. xm XIX. von 9t tr 99 ft 497 Betheilten — 3.342 2.142 842 29 3 2.947 717 1.567 1.601 2.187 1.209 152 2.047 1.275 749 834 6.907 8.191 1.836 593 6 1 1 2 1 1 2 8 3 1 1 männl. und — weibl. „ „ 36 „ " " 3 " 1 JO =53 1 Im Armendepartement des Magistrates (für außerhalb des Wiener Armenbezirkes wohnhafte Arme) wurden betheilt 9195 Personen, darunter 61 Juden (36 männliche, 25 weibliche). Vom Bürgerspitalfond 1104 Personen, darunter keine Juden, vom Waisenfond 72 Personen, auch keine Juden, von Legaten und Spenden 3310 Personen, darunter 80 Juden (48 männliche, 32 weibliche). Dauernd (mit Pfründen) aus Mitteln der öffentlichen Armenpflege wurden im Jahre 1894 betheilt 21.136 Personen, davon waren 20 männliche und 15 weibliche jüdische Bittsteller, und zwar waren in den Bezirken: Gesammtzahl der Bethellten männliche, weibliche jüdische Bethellte. I. 902 1 — II. 1194 3 7 HL 1497 2 — IV. 649 > 1 1 V. 1761 2 — VL 1064 1 — VH. 1125 1 1 vni. 1070 1 1 IX. 1218 — 1 X. 803 1 — XL 197 — — XII. 833 2 1 XHL 547 1 — XIV. 846 — — XV. 720 1 1 XVL 1898 1 1 XVIL 1259 1 1 XVIII. 811 1 — XIX. 283 — — Im Armendepartement des Magistrates wurden betheilt 716 Personen, darunter kein jüdischer Bittsteller, vom Bürgerladfoud mit 162, dem Bürgerspitalfond mit 1578 und Landwehrfond mit 3 Personen keiner. Im städtischen Asylhause wurden 1895 ausgenommen 1368 Personen, darunter 8 Juden und 1 Jüdin. Im städtischen Werkhause befanden sich 1894 unter 998 Arbeitern 10 männliche und 1 weibliche Personen. Im Anschlüsse hieran seien auch die Daten über die unentgeltliche Verpflegung im Spitale der Wiener israelitischen Cultusgemeinde im 18. Bezirk angeführt; es wurden 453 männliche und 332 weibliche Patienten verpflegt und überdies 2631 Personen ambulatorisch behandelt; die Zahl der Verpflegstage betrug27.757, u m 2200 mehr als im Vorjahre, und die Summe der Auslagen im Jahre 1895 66.285 fl., um f a st 9000 fl. m e h r als im Vorjahre; es war dies nach dem Spitale der Barmherzigen Brüder der größte Aufwand, welcher von einer Privatanstalt gemacht wurde; während aber bei dieser ein Berpflegstag auf circa 95 kr. zu st e h e n kam, kostete in e r st e r e r jeder Tag f a st 2 fl. 50 kr. ■ Von den aus den Mitteln der öffentlichen Armenpflege bestrittenen Auslagen fiir Armenkinderpflege außerhalb der Anstalten wurden im Jahre 1895 an Unterstützungsbeiträgen 94.480 fl. ausbezahlt, an Waisenpfründen 106.697 fl., an Kostgelder für Kinder 151.402 fl. Bezüglich der ersteren zwei Gruppen war aus dem Jahrbuche 1894 ersichtlich, daß unter 5978 unterstützten Personen gar keine jüdischen Kinder sich befinden, ob unter den Kostttndern Juden sind, war nicht zu ersehen und deshalb nicht bekannt, ob an der Hanptsumme von 353.876 fl. auch Juden parttcipiren, in diesem Jahre fehlte aber überhaupt die Rubrik über Confession. In der Liste der Privatwaisenhäuser finden wir auch das israelitische Waisenhaus für Mädchen im 19. Bezirke, welches 53 Zöglinge mit einem Aufwande von 17.759 fl. erhält, ferner das Waisenhaus der Max v. Springer'schen Stiftung 50 Knaben mit Aufwand von 13.780 fl. Unter den sonstigen Anstalten für Armenkinderpflege sind, das israelitische Taubstummeninstitut in Wien angeführt, welches 26 männliche und 21 weibliche Zöglinge mit einem Aufwande von 19.931 fl. verpflegt, und das israelitische Blindeninstitut, welches 26 männliche und 12 weibliche Zöglinge unentgeltlich verpflegt und im Jahre 1895 22.504 fl. verausgabte. In den städtischen Versorgungshäusern befanden sich im Jahre 1895 4165 Personen, darunter 23 männliche und 20 weibliche Personen mosaischer Confession; im Altersversorgungshaus der israelitischen Cultusgemeinde im IX. Bezirke befanden sich 48 Männer, 61 Frauen; die Auslagen ihrer Verpflegung betrugen 27.044 fl., um 3000 fl. mehr als im Vorjahre: Dr. A. A. Jüdische Richter. Der Antrag Neumayer. In der letzten Sitzung des Wiener Gemeinderathes hat Vicebürgermeister Dr. Neumayer den Anttag eingebracht: Der Gemeinderath wolle zur Beseitigung des Uebelstandes, daß Christen durch Juden beeidet werden, und zum Zwecke der Erwirkung eines dahingehenden Gesetzes eine Petition an die Regierung, eventuell an beide Häuser des Reichsrathes richten. Zum Vorwände für diesen Antrag, dessen bloße Verlesung bei der fortschrittlichen Minorität einen Sturm der Entrüstung wachrief, wurde die in jüngster Zeit erfolgte Ernennung mehrerer getaufter und nichtgetaufter Juden für höhere Richterstellen genommen. Seine wahre Ursache ist natürlich, wie immer, wenn es sich um die gefürchtete Concurrenz der Juden handelt, der nackte Brotneid. Das Arierthum will aus dem Staate eine große Sinecure machen. Das religiöse Moment, die Heiligkeit des Eides wird herangezogen, um den wirtschaftlichen Egoismus zu beschönigen; das wird vollends klar aus der Begründung des Antrages. Es heißt in demselben wörtlich, daß „eine im Verhältniß zum wirklichen Staude der deutschen und christlichen Bevölkerung weitaus zu große Anzahl von Juden zu höheren Richterstellen berufen wurde, daß der von der Be-

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