Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 39 (24.9.1897)
- Date
- 1897-09-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 796 Dr. Vloch's Wochenptzrist. Nr. 39 Eigenthum der Gemeinde und schloß, während das Bild enthüllt wurde, mit einem von der ganzen Versammlung lebhaft acclamirten „Hoch" auf Herrn H o f s m a n n und seine ganze Familie. Herr Rabbiner S o r ertheilte hierauf nach einer ergreifenden Rede dem Jubelpaar den Segen; Herr Architekt Fleischer feierte Herrn Hoffman n als Freund und Collegen und versprach, das Präsidium zu veranlassen, daß es dieses Bild, sowie jenes des Vorstandsmitgliedes der alten Gemeinde Währing, des Herrn Jacob K a tz, in seine besondere Obhut übernehme. Schließlich überbrachte der Kanzleileiter, Herr P e t erst l k a im Namen der Angestellten ihren Dank und ihre Glückwünsche. Abends fand in Khuner's Restauration eine gemüthliche Zusammenkunft statt; von den hiebei ausgebrachten Toasten wollen wir nur erwähnen jenen des Herrn Rabbiners auf Se. Majestät dem Kaiser und einen zweiten desselben Redners auf die Repräsentanz der großen Wiener Cultusgemeinde; ferner des Herrn Ignaz K a tz auf den Jubilar, worauf Herr H o f fm a n n tief gerührt für die ihm und seiner Familie dargebrachten Ovationen dankte und sein Glas auf den Frieden und auf das Zusammenwirken der Gemeindemitglieder leerte. Es toastirten noch Herr F r ä n k l auf die Chewra-Kadischa, Herr Z e ck e n d o r f auf den Bethausvorstand, den Frauenverein und die engere Familie des Jubilars. Bis spät in die Nacht folgten heitere Toaste und erst üm 11 Uhr Nachts schloß das schöne Fest, welches allen Betheiligten noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird. BZien, 22. September. Unter außerordentlicher Theilnahme fand hier am vergangenen Montag die Beerdigung der Frau Johanna Böhm, Gattin des Herrn Leopold Böhm, Filzschuhfabrikanten, Währing, Theresiengasse 26, statt. Die Verblichene war eine schöne, anmuthige Erscheinung, eine treue Gattin, eine zärtliche Mutter, eine musterhafte Hausfrau und eine fromme Seele. Wohlthun war ihr geradezu Bedürfnis Armen und Bedürftigen zu spenden und unter die Arme zu greifen, war ihr weit wichtiger, als Putz und Aufwand zu treiben. Frau Johanna B ö h m erlag im 41. Jahre ihres Lebens einem Herzschlage, tiefbetrauert von ihrem Gatten und ihren sieben Kindern, wie von Allen, denen es gegönnt war, diese seltene Frau näher zu kennen. Herr Rabbiner S o r hielt ihr den wohlverdienten Nachruf, in welchem er das Leben und Wirken der edlen Verblichenen in beredten Worten schilderte. Ehre und Segen ihrem Andenken! Wieu. Donnerstag den 9. d. verschied hier nach langem schweren Leiden der Chef eines der größten ungarischen Großhandlungshäuser, Herr Hermann Eifenstädter von Buzias. Der Verblichene, in werten Kreisen ob seiner Tüchtigkeit und Wohlthätigkeit bekannt, stand im höchsten Ansehen bei Allen, die Gelegenheit hatten, ihm nahe zu stehen. Sonntag den 12. d. fand auf dem Centralfriedhofe das Leichenbegängniß statt. Marburg, 20. September. Herrliche Tage, an deren Erinnerung wir noch lange zu zehren haben, liegen hinter uns. Vergangenen Mittwoch feierte die hiesige Gemeinde das Fest der Einweihung der neuen Synagoge. Vor fast einem Jahrzehnt machte sich die Nothwendigkeit einer neuen Synagoge geltend, da die Mitgliederzahl der Gemeinde von Jahr zu Jahr wesentlich wuchs. Schon am frühen Morgen des 15. September versammelte sich die Gemeinde und es machte einen erhabenen Eindruck auf den unbefangenen Beobachter, wie die Erschienenen den Ausdruck der Festesfteude zeigten. Es war ein Zeugniß von Opfersinn, wie Gabe auf Gabe sich häufte, die die Mitglieder zum Schmucke des neuen Gotteshauses in das alte gebracht. Eine Ansprache des Herrn Dr. Munk beschloß die tiefe und ernste Feier. Um die Mittagsstunde vollzog sich dann die Einweihuugsfeier der neuen Synagoge unter Anwesenheit des Landrathes, der U n i v e r s i t ä t s- und st ä d t i s ch e n B e h ö r d e n. Unter den üblichen Ceremonien wurde der Schlüssel dem Gemeindeältesten, dem Landrathe überreicht, der selben wieder mit einerkurzen Ansprache dem Rabbiner einhändigte, worauf Letzterer, anblüpfeud an die Worte, welche über der Thüre der Synagoge sich befinden, eine Ansprache hielt und hierauf das Thor öffnete. Mit einem von dem bekannten Synagogalcomponisten Levandovski verfaßten Präludium, welches die hiesige Militärcapelle verständnißvoll interpretirte, wurden die Eintretenden begrüßt. Mehrere von einem aus Mitgliedern der hiesigen Gemeinde bestehenden Chor gesungene gemüthvolle Festlieder, um deren Einstudirung unser verehrter Lehrer, Herr Strauß, sich verdient gemacht, folgten diesem Musikwerk. Die Festpredigt des Herrn Rabbiner Dr. Munk schilderte das Gotteshaus als Stätte der Weihe, des Gebetes und der Vereinigung. Auch der Act des Anzündens des -ewigen Lichtes wurde von einer sehr beifällig aufgenommenen Ansprache und einem trefflich gesungenen Solo begleitet. Nach dem Gebet für den Landesvater und einem Schlußchvr endete dieser Theil der Feier, die wohl allen Theilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Es folgte dann ein gemeinschaftliches Mahl, welches mit einem Trinkspruch auf den Kaiser von Herrn Dr. Munk begann. Bon den übrigen Festreden sei diejenige des Herrn Geheimen Regierungsrath Professor Cohen auf die Gemeinde als die wohlgelungenste und inhaltlich geistvollste hervorgehoben. Möge an der Synagoge der von dem Herrn Rabbiner Dr. Munk ausgesprochene Wunsch sich erfüllen; möge sie eine Stätte der Weihe, des Gebetes und der Vereinigung bleiben. Nikolsburg. Nach Beschluß des mährischen Landesfchulrathes wurde die hiesige vierclassige Volksschule in der Jsraelitengemeinde zu einer fünfclassigeu erweitert und hiebei eine Oberlehrer-, zwei Lehrer-, eine Unterlehrer- und eine Unterlehrerinstelle systemisirt. — Der hiesige Geschäftsmann Adolf O s e r, welcher viele Jahre die Functionen eines Gemeinderathes und des Obmannes des Ortsschulrathes mit größter Pflichttreue und Umsicht versah, resignirte auf diese beiden Ehrenämter. Die Gemeindevertretung, der Ortsschulrath, sowie der Lehrkörper der hiesigen Jsraelitengemeinde gaben ihr Bedauern unter Hinweis auf die Verdienste, welche sich Oser während seiner Amtsthätigkeit erworben hat, Ausdruck. Jglau, 19. September. (E r n e n n u n g.) Der jugendliche, geniale Augenarzt Dr. Max Bondi aus Jglau ist vorgestern zum Assistenten der e r st e n Augenklinik an der k. k. Universität Wien ernannt worden. Prag, 15. September. Die Rathssecretäre Dr. Goldman» und Dr. Jacob Tausig wurden zu Landesgerichtsräthen ernannt. Prag, 15. September. Heute wurden unter zahlreicher Betheiligung die irdischen Reste Hermann Pick's der in feinem 78. Jahre aus dem Leben schied, zur Erde bestattet. Der Verstorbene, dessen Sohn der allgemein geachtete Advocat Dr. Ludwig Pick ist, entstammt mutterseits einer alten berühmten Familie. Sein Urahn, Rabbi Maier Fischel mar in der Mitte des vorigen Jahrhunderts Rosch Bes Din (Bicepräsident des Prager Rabbinates) und galt als hohe Autorität. Sein — des Verstorbenen — Urgroßvater, Rabbi Löw Fischel, ein Sohn des Vorgenannten, war ein hervorragender Talmudist, der, obgleich Kaufmann, doch Talmudvorträge vor Bachurim hielt und aus dessen Schule bedeutende Rabbiner hervorgingen. Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld hielt die Trauerrede. Chlumetz. In den Vorstand der Cultusgemeinde von C h l u m e tz wurden gewählt die Herren : Friedrich T a ch a u, Richard G u t h, Heinrich K o v a n i c, Leopold B o n d y, Marcus S i l b e r st e r n, Ludwig Passer, sämmtliche aus Chlumetz, und Herr Marncs B r o d aus L o w c i tz. Kolin, 14. September. (I u b i l ä u m.) Samstag den 28. d. M. beging Herr Moriz K u l k a das Jubiläum seiner 30jährigen Amtsthätigkeit als Obercantor der hiesigen Cultusgemeinde. Essegg. (R a b b i n e r i n st a t l a t i o n.) Am 22. d. M. um 10 Uhr Vormittags fand die feierliche Installation des neugewählten Oberrabbiners von Essegg und Umgebung in der hiesigen Synagoge statt. Oberrabbiner Dr. Armand Kaminka, wirkte bekanntlich bisher als Prediger in Prag und erfreut sich iu fachwissenschaftlichen Kreisen eines großen und wohlverdienten Ansehens. Lemberg. Auf Initiative des hiesigen Oberrabbiners Herrn Isaak S ch m e l k e s, der bei Sr. Excellenz dem hiesigen Corpscommandanten FML. Ritter von Schullenberg am 17. d. M. in einer Audienz die Bitte stellte, daß die der Armee angehörigen Landwehristen jüdischen Glaubens nicht am 6. October, auf den der Versöhnungstag fällt, sondern am darauffolgenden Tage einrücken mögen, hat Se. Excellenz FML. Schullenberg der Bitte Folge geleistet. Im hiesigen Tempel wird an den herannahenden Feiertagen die Orgel mit Damenchor eingeweiht; ob diese neue Einrichtung mehr Andächtige herbeiziehen werde, wird selbst bei der Fortschrittspartei bezweifelt. — Wie verlautet, sind die Statuten der Cultusgemeinde wiederum zurückgewiesen worden. Hunnsdorf, 7. September. In der Nacht auf den 3. September verschied in unserer Gemeinde Herr Abraham Moses Grün in dem hohen Alter von 86 Jahren. Der Ver-