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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-09-24 · 39 (24.9.1897) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
39 (24.9.1897)
Date
1897-09-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 39 Dr. Vloch's WochrnschrM Sette 793 Geschäftsleiter, Dr. I. H i r s ch zum Cassier und Oberlehrer S. Springer zum Schriftführer gewählt wurden. Zu Geschäftsleitern der Sectionen wurden die Herren Kraus I, D. Löwy und Donat gewählt. Prag. Das „Mvntagsblatt" schreibt: Die n e u e st e Stütze des c z e ch i s ch e n Antisemitismus bildet das „S a c ch a r i n". Wie bekannt, haben die verschiedenen Zuckerfabriksvereine in letzter Zeit zur Wahrung der eigenen Interessen eine energische Action gegen den der Gesundheit notorisch abträglichen übermäßigen Consum von Saccharin, wie er namentlich in Arbeiterkreisen eingerissen ist, eingeleitet. Gewissen czechisch-antisemitischen Hetzblättern genügt jedoch diese selbst nicht, sie wollen noch ein Uebriges thun und eröffnen eine Proscriptionscampagne gegen einzelne jüdische Kaufleute auf dem Lande, welche, wie fachmännisch festgestellt wurde, allen anderen Kauflenten gleich, förmlich gezwungen sind, Saccharin zu führen. Dabei wird ganz verschwiegen, daß sämmtliche heutige Saccharinerzeuger unverfälscht arischer Abkunft sind. Das bekannte antisemitische Jungbunzlauer Localblatt, die „Mladobol-Listy", geht soweit, daß es in einer blutrünstigen Notiz den Specereihändler Herrn Hermann Kaufmann „in fetten Lettern" an den Pranger stellt und betont, daß er und seines Gleichen kein anderes Ziel verfolgen, als die „dummen Gojim" zu vergiften, denn Saccharin sei aus „eitel Gift" hergestellt." — In mittelalterlicher Zeit hat man die Angehörigen jüdischer Confession der „Brunnenvergiftung" beschuldigt, heute wird ihnen die Beschuldigung unterschoben, sie verkaufen statt Zucker „Gift". Wir glauben, daß es höchste Zeit wäre, einem solchen systematischen Treiben endlich doch einige Aufmerksamkeit zuzuwenden — ehe es auch für „Nichtssccharinerzeuger" und — Nichtjuden zu spät wird. Holleschau, 19. September. Heute wurde hier eine Institution eröffnet, die in unserer Gemeinde mit Freuden begrüßt wurde; es ist dies eine Gemeindebibliothek für jüdische Wissenschaft und Literatur. Dem allgemein verehrten Herrn Albert Löw in Budapest gebührt das Verdienst, diese segensreiche Institution ins Leben gerufen zu haben. Nach einigen Wochen der Anregung ist es ihm gelungen, eine Collection von nahezu 200 Stück ausgewählter Werke, berühmter jüdischer Schriftsteller als Grundstock für die Bibliothek zu sammeln; die meisten sind von ihm selbst gespendet. Herr Albert Löw hat sich hiedurch ein würdiges Denkmal in unserer Gemeinde errichtet. Anläßlich der Gründung der Bibliothek hielt Herr Löw einen interessanten Vortrag über „die Stellung der jüdischen Frau", welcher mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Die Cultusgemeinde hat Herrn Löw zum Protector der Bibliothek ernannt. Boskowitz. Im Beisein der Spitzen: der politischen Behörde, des Bezirksrichters mit den Gerichtsbeamten, der Verttetung der Christenstadt, der Vorstände unserer Schulen, der Feuerwehr und der Gemeinde fand Sonntag den 18. d. M. die feierliche Einweihung des anläßlich des 50jährigen Regierungsjubiläums umgebauten und renovirten Tempels statt. Nachdem die Herren Obercantoren Heller (Brünn) und Hatschek die üblichen Psalmen in wirksamster Weise vorgetragen, hielt Rabbiner Dr. Funk eine begeisterte patriotische Rede. Besonderen Eindruck machten die Schlußsätze, in welchen derselbe auf den eingefügten Denkstein und auf dessen Inhalt verweisend mit Jakob ausrief: »Wehuewen hasaus ascher samthi mazewuh jihjeh bes elaukim.« „Der Stein, den wir als Denk- und Markstein eingefügt haben, künde, daß es die schönste Aufgabe des Gotteshauses sei, dem Baterlande bescheidene, edle, gute Menschen und treue Bürger zu erziehen." Mit dem herrlichen Psalmen 150 und Adaun Aulam schloß die äußerst würdig verlaufene Feier. Besondere Verdienste um das Gelingen des Werkes im Allgemeinen und des Festes im Besonderen haben sich außer den Herren Cultusvorstehern Eisler und Bosch die Herren Dr. Weiß, Georg Ticho, Jacob Eisler und Josef Ticho erworben, denen auch die Vertreter der Behörden ihre volle Anerkennung ausgesprochen haben. Mitzlitz. Am 17. d. M. fand hier die Einweihung der renovirten Synagoge und einer vom Herrn Leopold Spitzer hier gespendeten Orgel in feierlicher Weise statt. Herr Leopold Spitzer wurde von einer Abordnung unseres Cultusvorstandes, bestehend aus dem Herrn Cultusvorsteher Adolf König und den Herren Adolf Grünbaum und Theodor Rattinger, in die Synagoge geleitet, wobei die Schuljugend Spalier stand. Im Borzimmer der Synagoge wurden die Thorarollen den hiezu bestimmten Ehrengästen zugetheilt, worauf sich der Zug unter den feierlichen Klängen eines Orgelpräludiums, von Fräulein Hermine Mayer in vortrefflicher Weise ausgeführt, in Bewegung setzte. Nach einem vom Obercantor L. Schlesinger in Begleitung unseres gutgeschulten Tempelchores (Dirigent Jac. Holzer, II. Cantor), executirten Chorals zündete Se. Ehrwürden unser Herr Rabbiner Dr. L. Goldschmied das ewige Licht an und sprach dabei das Weihe- und Kaisergebet. Hierauf folgte der Psalm 84 mit Chor und Orgelbegleitung. Dann bestieg Herr Dr. L. Goldschmied die Kanzel und hielt eine inhaltsreiche Festpredigt, die sowohl ihrem Geiste, als auch ihrer Form nach einen tiefen Eindruck auf die zahlreich versammelten Festgäste übte. Um beu Umbau des Tempels, der sich nunmehr als ein mit einer Apsis abgeschlossenes griechisches Bauwerk präsentirt, haben sich unvergängliche Verdienste erworben, außer den bereits genannten Mitgliedern unseres Cultusvorstandes die Herren Josef Pollenz, Salomon König und Moritz Samstag. Ein von unserer Jugend arrangirtes Tanzkränzchen, das überaus animirt verlief und zur weiteren Ausschmückung unseres Gotteshauses ein namhaftes Reinerträgniß lieferte, bildete den Abschluß dieses durch die Munificenz des Herrn Leopold Spitzer ermöglichten Festes. Krakau, 20. September. Bor einigen Tagen hat im Aufträge der politischen Behörde der hiesige Stadtphysikus Herr Dr. B u ß e k das israelitische Spital der hiesigen Cultusgememde inspicirt und hat sich in den schmeichelhaftesten Ausdrücken über das Gesehene ergangen und für die musterhafte Ordnung seine volle Anerkennung und Zufriedenheit ausgedrückt. In den Zeiten des verwerflichen Antisemitismus, wo derselbe, wie die „Oesterr. Wochenschrift" neulich richtig bemerkte, nicht einmal vor dem Kranken Halt macht, muß dies umsomehr befriedigen. Bor kurzer Zeit sind in diesem Spitale eine Abtheilung für Frauenkrankheiten unter Leitung des Gemeinderathes Herrn Dr. K o h u, am 6. d. M. Abtheilungen für Chirurgie und Kinderkrankheiten errichtet worden, die Ersprießliches leisten. Unentgeltlich haben sich Specialisten in den Dienst der guten Sache gestellt und leisten Hilfe den kranken Glaubensgenossen. In kurzer Zeit wird auch eine Abtheilung für Ohren- und Halsleiden errichtet werden. Möge diese Anstalt als ehernes Denkmal der erfolgreichen und segensreichen Thätigkeit unseres Cultusvorstandes ein Sporn für die künftigen Generationen sein, daß sie stets das Wohl der Armen und Bedrängten fördern. Podersam. An Spenden für den unglücklichen Familienvater gingen beim Vorstands-Rabbinate der israelitischen Cultnsgemeinde Podersam folgende Spenden ein: Ungenannt, Klattau, 50 kr.; Rudolf Weil, Wien, 2 fl.; Leop. Schlesinger, Mährisch- Ostrau, 2 fl.; Eisinger, Zistersdorf, 2 fl.; Karl Stein, Zwittau, 2 fl.; Ungenannt, Coupon 1 fl. 50 kr.; H. F., Budweis, 3 fl.; Salomon Tauber, Mistek, 2 fl.; A. Haas, Mährisch-Ostrau, 1 fl.; Adolf Gottlieb, Kolin, 1 fl.; Josef Sachs, Wien, 1 fl.; M. A. Saaz, 2 fl.; Emma Heller, Eger, 1 fl.; B. H., Witkowitz, 1 fl.; N. N., Poisdorf, 1 fl.; Maßin Hahn, Karbitz, 2 fl.; Kohn Bondi, Proßnitz, 1 fl.; M. S., Brünn, 2 fl.; Wilhelm Löwy, Saaz, 3 fl.; Jda Waldemann Weiß, Pardubitz, 2 fl.; Ludwig Fischl, HoraLdowitz, 1 fl.; Josef Freund, Budweis, 1 fl. 50 kr.; Adolf Lederer, Eger, 1 fl.; Salomon Brück. Wien. 1 fl. 10 kr.; Cilli Pfau und Frau Kirsch, Baden bei Wien, 2 fl. — Allen edlen Spendern sei hiemit im Namen der Unterstützten der herzlichste Dank und ein heißes „Vergelt's Gott!" ausgesprochen. Um weitere gütige Spenden wird innigst gebeten. Israel. Cultusgemeinde Podersam, am 17. September 1897. Karl L ö b l, Vorsteher. Groß-Enzersdorf. (Siebentes Spenden- Verzeichniß z u m T e m p e l b a u.) Herr F. Broch, Bankbeamter, Jägerndorf 2 fl.; Moriz Schwarz, Floridsdorf 5 fl.; Moritz Schwarz, Sammlung 4 fl.; Leopold Stagl, Groß- Enzersdorf 5 fl.; Leopold Klein, Groß-Enzersdorf 10 fl.; Emil Kohn, Groß-Enzersdorf 10 fl.; Heinrich Deutsch, Groß-Enzersdorf 10 fl.; FrauTheresicrFleischmann, Groß-Enzersdorf 10 fl.; Herr A. K. Perschak 10 fl.; Jonas Weil, Wien 5 fl.; I. Körpel, Oedenburg 5 fl.; N. Süßmann, Wien 5 fl.; Ferdinand Mandl, Groß-Enzersdorf, zweite Spende 10 fl.; D. Fischl Söhne, Wien 5 fl.; Leopold Weiß, Wien 3 fl.; Basch und Braun, Wien 2 fl.; S. Hoffmann und Comp., Wien 3 fl.; M. und I. Mandl, Wien 15 fl.; W. Kollman, Wien 2 st.; M. Ripper, Wien 10 fl.; L. und H. B., Wien 1 fl.; Sig. Stein, Wien 5 fl.: Schöstlein und Comp., Wien 5 fl.; A. Blunck, Wien 3 fl.; Dr. Stöger, Wien 5 fl.; Hermann S.

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