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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-09-10 · 37 (10.9.1897) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
37 (10.9.1897)
Date
1897-09-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 37 Dr. Vloch's WochrnfitzrM Seite 753 Beifall.) Jetzt sind wir am vorläufigsten Schluffe unserer Arbeit, wir müssen zunächst unseren Dank dieser gastlichen Stadt aussprechen, die uns mit Wohlwollen empfangen hat, der Regierung für ihre Smnpathien durch Erleichterung der Vorarbeiten und Anwesenheit des Regierungspräsidenten. Wir müssen ferner den christlichen Zionisten, die wir als unsere Freunde ansehen, ebenfalls danken, Monsieur Dunant, den Urheber des Rothen Kreuzes, Baron Manteuffel und Andere. Jetzt, meine Herren, bin ich vorläufig zu Ende. Nun noch eine persönliche Bemerkung: Ich habe mich in der Leitung vielleicht manchmal etwas zu stark oder zu schwach gezeigt. Doch der Wille war gut. Ich glaube, tvir haben etwas zil Stande gebracht. Der Zionismus braucht sich seines ersten Eongresses nicht zu schämen. Er war maßvoll, doch entschieden. Wie die Zukunft sich gestalten wird, läßt sich ja nicht sagen. Aber wenn wir den Aermsten den Pflug in die Hand drücken, ist es eilte Frage, ob sie die Arbeit der Ehrlosigkeit und denk Elend vorziehen? An dem Tage, wo wieder der Pflug in der Hand des Juden sein wird, tvahrlich, da wird die Judenfrage gelöst sein!" Unter frenetischem Jubelgeschrei der Versammlung sprach hierauf Herr Dr. M a n d e l st a mm dem Herrn Dr. .N o r d a n für seine packende Rede und dem Leiter des Eongresses Herrn Tr. H e rz l für seine anßerdordentlichen Bemühungen und Verdienste den Tank der anwesenden Zionisten ans. S ch l n ß 10'/, Uhr. * ch * Am Montag Abends fand ein Eommers in der Burgvogtcihalle statt, der einen schönen Verlauf nahm und die Zionisten bis tief in die Nacht hinein zusammenhielt. Correspondenzen. Wien. (Aus der Sitzung des B o r st a u d e s am 3. September 1897.) Vorsitzender: Herr Präsident kaiserlicher Rath K l i n g e r. Beginn der Sitzung '/;4 Uhr Nachmittags. Der Präsident läßt zur Kenntniß bringen folgende eingelanfene Spenden: „Anonym" durch Fräulein Marianne Frankl als Kranzablöse anläßlich der Beerdigung der Frau Louise Frankl 20 fl. Aus der Moses Adutt'scheu Stiftung zur Bertheiluug air israelitische Arme 19 fl. 43 kr. Durch Herrn Dr. Edmund Kornfeld als Legat der verstorbenen Frau Amalie Rappaport-Lothriuger 5OO fl. zur Vertheilung an verschämte jüdische Arme. Von Herrn Wilhelm Freistadt für das Altersversorgungshaus 2 fl. Von Herrn Dr. Wilhelm Bloch aus Mährisch-Weißkircheu für die Armenanstalt der israelitischen Eultusgemeinde IO fl. Von Fräulein Emma Hamburger für eine arme Frau 6 fl. Von Herrn Karl Ritter von Hahn für die Armeuanstalt der israelitischen Eultusgemeinde 6 fl. Von Herrn Dr. Eduard Laugfelder sind in pietätvollem Angedenken an seinen verstorbenen Schwiegervater Herrn Adolf Kohn zur Ertheilung von Stipendien behufs Förderung des Bibelstudinms 300 fl. wie in den Vorjahren übermittelt worden. Die Spenden wurden im geschäftsordnungsmäßigen Wege ihrer Bestimmimg zugeführt; den Spendern wird der Dank votirt. Im Einlauf befindet sich eine Zuschrift des Statthalters von Niederösterreich, betreffend die Ernennung des k. k. Bezirksschulrathes Wilhelm S t i a ß n y als Bertteter des israelitischen Religions-Unterrichtes zum Mitgliede des neu zu constituirenden B e z i r k s s ch u l r a t h e s der Stadt Wien für die am 16. December 1897 beginnende 6jährige Functiousperiode. Der Vorstand des Vereines Beth-Hamidrasch, Thora Ez Ehaiul gemeinschaftlich mit dem Vorstande des israelitischen Bethauses in Wien, II., Große Schiffgasse 8 macht Mittheilung von der Berufung Sr. Ehrwürden des Herrn Sigmund Fürst aus Eperies zum Vereinsrabbiuer und ersuchen gleichzeitig, denselben im Sinne des Statuts der Eultusgemeinde zum Gemeinderabbiner zu bestellen. Der Art wird der geschäftsorduungsmäßigen Behandlung zugeführt. Bei der Installation des neuernauuten Rabbiners von Floridsdorf, Dr. M. Rosenmaun, war der Vorstand der Wiener Eultusgemeinde vertreten und wird der Bericht hierüber zur Kenntniß genommen. Herr Bezirksschulrath Theodor R. v. Gold schmidt berichtet über den Stand der Adaptirungsarbeiten in dem zu Bureauzwecken neu gemietheten Localitäten des Nachbarhauses I, Seitenstettengasse 2. Durch diese neuen Localitäten werden die Bureaux der Eultusgemeinde wohl eine bedeutende, aber leider noch immer keine ausreichende Vermehrung erfahren. Mit Befriedigung wird zur Kenntniß genommen, daß bei den Adaptirungsarbeiten wo immer möglich jüdische Gewerbslente herangezogen werden. In den neuen Localitäten werden nachstehende Aemter Raum finden: Das Matrikenamt, das Trauungsamt, das Rabbiner-, das Armenamt, die Gebäude-Jnspection. Weiters wird ein eigenes geräumiges Locale der Armeuanstalt, der Chewra-Kadischa und dem Frauen-Vereine zur Verfügung stehen. Der Bericht des Referenten wird einhellig genehmigend zur Kenntniß genommen, bei welchem Anlässe der Präsident Herr kaiserlicher Rath Kling er dem Herrn Baurath Theodor R. v. Goldschmidt für seine besondere eifrige und ersprießliche Thätigkeit, welche derselbe auch in den abgelaufenen Sommermonaten ohne Unterbrechung im Interesse der Gemeinde in hervorragender Weise entwickelte, den lebhaftesten Dank und die vollste Anerkennung unter lebhafter Zustimmung der Versammlung zum Ausdruck bringt. Es gelangt zur Verhandlung die Vergebung der Ignaz Blumenfeld'fchen Widmung für Maler im Betrage von 980 fl. Es sind im Ganzen 19 Bewerber eiugeschritten. Drei derselben wurden von den Juroren als nicht competent erklärt. Von den übrigen 16 competenten Bewerbern waren 9 Oesterreicher, 4 Ungarn und 3 Russen. Das Jurorencollegium, bestehend aus den Herren: Leopold Horowitz, Isidor Kaufmann und David Kohn, hat nachstehenden Vorschlag erstattet: primo loco : David Mosö, secundo loco : Jehuda Epstein, tertio loco : Josef K r i w e r. Im Sinne des Antrages des Vetretercollegiums beantragt Referent Herr Architekt Fleischer dem primo loco vorgeschlageneu David Mose die Stiftung zu verleihen. Dieser Antrag wird zum Beschlüsse erhoben. Sohin erklärt ein Vorstandsmitglied, welches nicht genannt sein will, dem tertio loco vorgeschlagenen Herrn Josef K r i w e r mit Rücksicht darauf, daß der secundo loco vorgeschlagene Maler Jehuda Epstein bereits früher mehrfach im Genüsse von Stipendien war und die Leistungen des Herrn Kriwer vielversprechend sind, ohne daß derselbe aber im Besitze eines Stipendiums sei, demselben einen Beitrag von 300 fl. zur künstlerischen Ausbildung aus Eigenem zuwenden zu wollen. Der hochherzige Entschluß des betreffenden Vorstandsmitgliedes wurde lebhaft acclamirt. Ignaz Blumenfeld'sche Widnntug für Bildhauer. Vonl Jnrorerrcvllegium, den Herreil Professoren Josef Hellmer, Earl K u n d m a n n , Caspar Ritter v. Z n mb u s ch, sind vorgeschlagen: primo loco: Eduard M 0 r g e tt st cm, secundo loco : Julius Plaschkes , tertio loco : Gerfvn S a l z m a n n. Im Sinne des Beschlusses des Bertretercollegiums und in Uebereinstimmung mit dem obgenanntetl Vorschläge des Jnroreurollegiuttls beantragt Referent Herr Baurath Theodor- Ritter v. Goldschmidt die Verleihung des Stipendiums an den in Budapest gebürtigen und dort wohnhaften Eduard M v r g e nst e r n, der Antrag wird angenommen und gleichzeitig den Herren Juroren für ihre Mühewaltung der Dank des Vorstandes ausgesprochen. Der Vertheilung der Josef Spitzer'scheu Armenstiftung an 16 arme Familien in Theilbeträgen 29 fl. wird über Antrag des Herrn Theodor Ritter von Gvldfchmidt nachträglich zugestimmt. Desgleichen der Verleihung der Salomon Altmann'schen Waisen-Stiftuug an 2 arme Waisen, der Marie Goldschmidt Wöchneriunen-Stiftuug und der Jsak und Nathan Figdor'schen Wöchneriunen-Stiftung an je eine arme Wöchnerin. Die Andreas Feigl'sche Witweu-Stiftung wird an 8 arme Witwen verliehen. Die nothweudige Herstellung einer Anzahl von Familiengräbern wird beschlossen und die Ausschreibung einer diesbezüglichen beschränkten Offertenverhändlnng zur Kenntniß genommen. Der jüdischen akademischen Lesehalle wird über deren Ersuchen um eine Beisteuer zti den Kosten der nothwendigen Localveränderung eine außerordentliche Subvention von 150 fl. gewährt. Für einen von der Hartdelsschnle des Herrn Karl Porges sowie für einen von der Horak'schen Clavierschule zur Verleihung eingeräumlen Freiplatz wird je ein tüchtiger Bewerber in Vorschlag gebracht.

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