Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 36 (3.9.1897)
- Date
- 1897-09-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 36 Vr. Bloch'» Wochrnkchrifl- Seite 731 träges vielfach der Verfasserin der Wunsch geäußert, denselben zu publiciren. Frau Geheimrath Prof. Lazarus ist diesem Wunsche nachgekommen und hat den damaligen Vortrag als größere Erzählung (14 Vogen) unter dem Titel: „Ich suchte D i ch" psychologisch und biographisch ausgeführt. Zweifellos wird das neue Werk der berühmten Schriftstellerin in keiner jüdischen Familie fehlen. Wien. (F e r i e n h e i m.) Die Leitung des Vereines „Ferienheim", l., Schottenring 23, hat schon vor drei Jahren eine Erweiterung ihrer Aufgabe nach der Richtung gesucht, diejenigen Kinder, welche wegen verschiedener Gebrechen oder specieller Leiden für die Aufnahme in die großen Colonien des Vereines llicht geeignet erscheinen, nach den von den Vereinsärzten fallweise bestimmten Curorten, oder bei herzleidenden Kindern, nach Einzelstellen zu entsenden. Solche kleine Gruppen wurden in der Henrigen Ferialsaison untergebracht in Baden bei Wien, Bad Hall in Oberösterreich und Jodbad Darkau in Oesterr.-Schlesien. In der abgelaufenen Woche kehrten die Kinder aus Darkau und Hall geheilt zurück, und verdient besonders erwähnt zu werden, daß die in der rituell geführten Pension der Frau Charlotte Klein in Bad Hall untergebrachten sechs Kinder eine Gewichtszuuahme zwischen 4—6 Kilo anfweisen, ein Resultat, welches in einem Zeitraum von einem Monat erzielt, kaum übertroffen werden kann. Die letzten drei Ahtheilnngen der großen Colonien in Schattmannsdorf, Rossitz und Petra», kehren zwischen 6. und 9. September nach Wien zurück. Wien. Fräulein Charlotte F r i e d l ä n d e r, Tochter des Schriftstellers Herrn Rabbiner Dr. Friedländer in Pisek, hat sich mit Herrn Moritz Kurzweil, Cautor und Religionslehrer in Neu-Oetting verlobt. Wien. (P o l l a k Ritter v. Rudi n'sche Kindergarten-Stiftung.) Das Unterrichtsjahr 1897/08 in diesem für 100 Kinder eingerichteten Kindergarten beginnt am 1. September 1897 und findet die Aufnahme der Kinder im Jnstitntsgebände am 1., 2. und 3. September statt. Ausnahmsprogramme beim Portier der Anstalt!!., Castellezgasse 35. E. B. Wien. (Todesfall.) Am 27. d. M. verschied nach kurzem Leiden Frau Mathilde R o s e n z w e i g, Tochter des in weiten Kreisen bekannten Großindustriellen Herrn Salomo» Stein, im hoffnungsvollen Alter nach kurzer, glücklicher Ehe. An ihrer Bahre trauern der tiefbetrübte Gatte, der Industrielle Herr Armin R o f e n z w e i g und zwei Söhne in zarten Kinderjahren. Durch diesen unerwarteten Todesfall sind zwei der angesehensten Patricierfamilien Wiens in tiefe Trauer versetzt und allgemein gibt sich für dieselben warme Theilnahme kund, die in außerordentlicher Betheiligung beim Leichenbegängnisse und in zahlreichen Condolenzbezeugnngen zum Ausdrucke kamen. Friede der Asche der allzufrüh Dahingeschiedenen und Trost den gramgebeugten Familien. Wie». In Folge des Inserates: „Große Roth" über eine in den erbärmlichsten Verhältnissen lebende kränkliche blinde Witwe mit vier unmündigen Kindern, die denk Hnngertode beinahe preisgegeben ist, sind uns von Herrn Jacob Spitzer, Krapina 3 fl., ein Abonnent anonym 5 fl., Josef Langer Oblt., derzeit Königgrätz 1 fl., M. D. Robitschek, Wien 1 fl., Jos. Sachs, Wien 1 fl., zugekommen, welche wir der Bestimmung zuführten. Wie«. Wie uns aus Ungarn gemeldet wird, hat der Wiener Violin-Professor Herr Max Adler dort mit colossalem Erfolg concertirt und hat der Künstler einem ehrendem Ruse, bei einer kirchlichen Feierlichkeit ein Biolinsolo zu spielen, Folge geleistet. Prof. Adle r hat diese Aufgabe in einer solch meisterhaften Weise gelöst, daß sich die dortige Presse zu der Aeußerung hinreißen ließ, in den heiligen Hallen nie so etwas Aehnliches gehört zu haben. Herr Prof. Adler beginnt seine großartige Lehrthätigkeit bekanntlich Anfangs September. Dux. (Verlob u n g.) Frl. Charlotte Freu d, Tochter des Herrn M. Freu d, hat sich mit Herrn Emil Friedm a n n aus Prag verlobt. Lundenburg, 31. August. Fräulein Johanna Grünwald, Tochter des Herrn Obercautors K. H. Grünwald in Göding, staatlich geprüfte Lehrerin für Clavierspiel und Harmoniumlehre, eröffnet ain 15. September l. I. hierorts eine behördlich concessionirte und vom k. k. Laudesschulrathe bewilligte Schule für Clavierspiel, verbunden mit Kammermusikübungen, Chorgesang und theoretischen Nebenfächern. K . . . Croat. - Kreutz, Ende August. (R e q u i e m.) Am 3. August waren es gerade zwei Jahre, daß unser langjähriger Rabbiner Leopold Loew seine verdienstvolle irdische Laufbahn beendete. Der Cultusvvrstand H. M. B r e y e r hatte beschlossen, das Andenken an den Verblichenen durch eine würdige Feier zu ehren. Am Vorabende versammelte sich die ganze Gemeinde in dem neuen schönen Tempel zur Trauerfeier, der auch die Söhne des Verstorbenen anwohnten. Es wurde ein Gottesdienst abgehalten, den Obercantor B u ch s b a n m mit dem Absingen eines Psalmes einleitete: der Chor trug eine Trauerchoral vor, worauf der Obercantor vor der offenen Bundeslade dem unvergeßlichen Rabbi »mnsüor« hielt. Mit dem Bortrage eines weiteren Chorales schloß die erhebende Feier, für die die Gemeindemitglicder und die Angehörigen des Verblichenen den Mitwirkenden ihren wärmsten Dank aussprachen. Eine Trauerrede wurde nicht gehalten, da Herr Bezirksrabbiuer Dr. Enge l leider derzeit auf Urlaub war. Berlin. (L e h r a n st a l t f ü r die Wissenschaft des I ud e n t h n m s in Berlin sLindenstraße48—50s.) Die Eröffnung des Wintersemesters findet am 21. October um 12 Uhr Mittags statt. Alle Vorlesungen an der Anstalt sind unentgeltlich. Als Zuhörer für diese Vorlesungen sind in erster Reihe die rite immatriculirten Studirenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Facnltät — in Aussicht genommen, Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen theilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem zeitigen Vorsitzenden des Lehrer-Collegiums, Herrn Dr. B a n e t h, in seiner Wohnung, Wallner-Theaterstraße 21, täglich (mit Ausnahme der Sabbathe und jüdischen Festtage) von 2—3 Uhr. Berlin. (Preisaus schreib u u g.j Auf vielseitig geäußerte» Wunsch hat der Stifter des 500 Francs-Preises für den bestell Text einer jüdischen National h y m n e den E n d t e r m i n für den Eingang der Sendungen bis zum 16. S e p t e m b e r 1897 verlängert. Das Preisrichteramt hatten die Güte zrl übernehmen die Herren : Dr. N. B i r nb a u m, Schriftsteller R. B r a in i it, Dr. Ehrenpreis. Dr. Theodor Herz l, Professor Kellner und Dr. Max N o r d a u. Stuttgart, August. Herrn Fabriksbesitzer Isidor L o e w e in B e r l i n ist das Ritterkreuz des Ordens der W ü r t t e m b e r g e r K r o n e verliehen worden. Strasburg i. E, August. Die hiesige i s r a e l itische R e l i g i o n s g e s e l l s ch a f t hat von der e ls aß-lothringischen Regierung zum ersten Male eine staatliche Subvention im Betrage von 500 Mark erhalten. Berlin, August. Herrn Prvfeffvr Dr. K v e b n e r ist der Charakter als Geheimer M e d i c i n a l r a t h verliehen worden. Samter, August. An der hiesigen königl. L a n dw i r t h s ch a f t s s ch u l e, die zur Zeit von 39 jüdischen Schülern besucht wird, ist nach mehreren vergeblichen Anträgen nunmehr die Einführung des jüdischen R e l ig i o n s u n t e r r i ch t e s von der Regierung genehmigt und derselbe (drei Stunden wöchentlich) unserein Rabbiner, Herrn Dr. W r e s ch n e r, übertragen worden. Der Schlemiel in den jüdischen Erzählungen. Borgctragcn im Makkabäerverei» zu London von Reverend A. 'A. Green. (Aus dem „Fewifh Chronicle" übersetzt von I g n a tz K a n f m a n n, .ziojctein.l Was die jüdischen Anekdoten so interessant macht, ist nicht zum Mindesten die Rolle, die dariir der Schlemiel einnimmt. Wir haben in der That unsere guten Gründe auf unseren Schlemiel stolz zu sein. Die Wahrhaftigkeit seines Unglücks, seine Einfalt und Unweltlichkeit stehen in deutlichem Gegensätze zu der in Erzählungen über Juden geförderten Vorstellung, daß dem Hebräer durchaus das Glück wohlwolle, daß er immer durch List und Ränke den Erfolg an seine Seite zu bannen im Stande sei. Der Schlemiel weiß nichts von List und Erfolgen, die Hartnäckigkeit seines Unglücks ist in jetziger Zeit für uns Juden eine! Art Dankestitel, zu dem er uns verpflichtet. Die Deutschen haben