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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-09-03 · 36 (3.9.1897) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
36 (3.9.1897)
Date
1897-09-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 728 Nr. 36 Vr. Vloch's WochrnschrM- Ein volles Vierteljahrhundert fördern Euer Ehriuürden mit unermüdlichem Eifer und mit unbeugsamer Kraft jenes Wohl der Gemeinde. das edler und theuerer ist als die materielle Wohlfahrt: „D a s W o h l d e r S e e l e n". Ein volles Vierteljahrhundert sprießt der Gemeinde der uiter schöpfliche, klare und stärkende Born Ihrer g e i st l i ch e u F ü r sorge. Nie erlahmte in fünfundzwanzig Jahren Ihr Herz und G c i st, wemi es galt, die Jugend im heiligen Glauben zu lehren, Alle zu erbauen, die Betrübten zu trösten, die Glücklichen zu segnen. Jede Phase des wechselvollen Erdcnwallens fand abgeklärten Widerhall in Jhrein Herzen und bald zu Hohem und Edlem beg e i st e r n d, bald mit dem grausamen Geschick versöhnen d, drang die Harmonie der geweckten Töne jedes Herz, hier, daß es höher jubelte in Wonne, dort, daß in ihm herbes Leid Zerfloß wie Wintereis vor sonnigem Lenz. Jede humane That weckt Dankbarkeit, stete Humanität zeugt tief gegründete Liebe. Beides: Dankbarkeit und Liebe bringt Ihnen jedes rechtlich denkende Mitglied der Cultusgemeinde entgegen. Heute flammen die Herzen aller Wohlgesinnten in einem Wunsche auf, heute vereinigt alle Cultusgenossen ein zum Throne des Allerhöchsten empor sich hebendes Gebet: Erhalte, gnädiger Gott, bis an die fernsten Grenzen menschlichen Erdcnwallens in ungetrübter Gesundheit, in reinem Glücke, iu fröhlicher Harmonie des Geistes und Herzens d e n g e i st l i ch c n L e h r e r, E r b a n e r, T r ö st e r u n d S e g e n sp e n d e r u n sc r c r Gemeinde zu seinem Wohle, zum Wohle seiner Familie und zum Wohle aller Glaubensgenossen! Ter Cultusausschuß schätzt sich glücklich, Euer Ehrwürden diesen Wunsch aussprechen zu dürfen und bittet nur: Euer Ehrwürdcn wollen denselben gütigst aufnehmen und ihn betrachten als den schwachen Ausdruck unserer aufrichtigsten Dankbarkeit, Liebe und Verehrung. L n n d e n b u r g, 29. August 1897. Für den Eultusansschuß: der Cultnsvorsteher: Adolf Schreiber. Herr Dr. Groß erwiderte in passender Gegenrede und dankte mit herzlichen Worten für die ihm erwiesene, ganz besondere Aufmerksamkeit. Auch eine Abordnung der Vertretung der politischen israelitischen Gemeinde, bestehend aus dem Herrn Bürgcrnieister, Herrn Jacob Fischer, Herrn Florian Morgenstern, brachte ihre Glückwünsche dar. Der ganze folgende Theil des Tages brachte zahlreiche Gäste, welche sämmtlich Herrn Rabbiner Dr. Groß ihrer aufrichtigen Anerkennnng, sowie ihrer Freude an seinem Jubiläum versicherten. Floridsdorf. (I n st a l l a t i o u s f e i e r.) Dienstag den 31. August, wurde der neugewählte Rabbiner Dr. R o s em flitn in Floridsdorf feierlich installirt. Eine Deputation fuhr dem ehrwürdigen Herrn bis Gänserndorf entgegen, eine zweite begrüßte ihn namens der israelitischen Cultusgemeinde am Floridsdorfer Bahnhofe und geleitete ihn in seine Wohnung, dann wurde der neue Seelsorger von einer weiteren Abordnung der Cultusgemeinde abgeholt und in die Synagoge geführt. Beim Betreten derselben stimmte der trefflich geschulte Chor eineu Psalm zur Begrüßung au, worauf der Rabbiner vom Präses der israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Dr. I. K ö n i g, vor der Bundeslade mit folgender Ansprache feierlich installirt wurde, „Ehrwürdi ger Herr! Ich entledige mich mit Vergnügen der angenehmen Pflicht, E>v. Ehrwürden im Namen der Cultusgemeinde zn begrüßen und Sie herzlichst willkommen zu heißen. Durch Uebernahme der Seelsorge in unserer Gemeinde seitens Euer Ehrwürden tritt dieselbe in ein neues Stadium. Nach einem mehrmonatlichen Provisorium und nach einer einjährigen Vacanz unseres Rabbinates sind Euer Ehrwürden der erste Seelsorger unserer neuconstituirten Gemeinde. Die Aufgaben, welche Ihrer Thätigkeit harren, sind schwierige, mannigfache, aber auch dankbare. Schwierige, weil es sich um Regelung und Hebung des Religionsunterrichtes und der religiös-sittlichen Erziehung unserer Jugend handelt, mannigfache, weil unsere n.euconstituitte Gemeinde eines weiteren Ausbaues bedarf, und dankbare, weil Ihre Bestrebungen in unseren Herzen den lebhaftesten Widerhall finden werden, daß die Lösung dieser Aufgaben Euer Ehrwürden gelingen werde. Dafür bürgen Ihre systematisch durchgemachten Studien, die Schule, aus welcher Sie hervorgegangen nnd Ihre mehrjährige erfolgreiche Thätigkeit in der alten, angesehenen Gemeinde Bisenz und schätzt sich unsere Gemeinde glücklich, eine so günstige Wahl getroffen zu haben. Die Leitung unserer Gemeinde tvird mit ihren schwachen Kräften benüiht sein, Sic in Ihren Bestrebungen zu unterstützen, um das 2fusehen unserer Gemeinde auf das Niveau zu bringen, welches ihr als der zweitgrößten Gemeinde in Niederösterreich.gebührt. Die Richtung, welche unserer Gemeinde in ritueller Beziehung innewohnt, ist eine conservative und hat die Gemeinde bei der Wahl ihres Seelsorgers sich von diesem Standpunkte leiten lassen. Nun gestatten Sie, ehrwürdiger Herr, daß ich Ihnen die Kanzel übergebe, von welcher es Ihnen gelingen möge, das Wort Gottes zum Heile und zum Wohle unserer Gemeinde zu verkünden. Der Schüler Kuno Wald begrüßte dann namens der Schuljugend den Rabbiner mit einer deutschen Uebersetzung eines Psalmes Nach einigen rituellen Gesängen folgte die Predigt des neuen Rabbiners. Redner zeichnete die Aufgaben des Rabbiners in lebendigen Farben und weist zunächst daraus hin, daß durch die Pflege und Wiedererweckung der jüdischen Wissenschaft der religiöse Sinn in den breiten Volksschichten geweckt werden muß; im zweiten Theile seiner Predigt betonte Redner, daß das moderne Leben mit seinen vielen socialen und wirthschaftlichen Formen gleichfalls, wenn auch in äußerst reservirter Weise der Fürsorge der Religion bedarf. Im letzten Theile schilderte Redner die Aufgaben, die aus der praktischen Thätigkeit der Seelsorge erwachsen, denen er — unter Anwendung einer Midraschstelle — mit Opferwilligkeit, Berufsfreude, Begeisterung und Ausdauer nachzukommen gelobt. Nach Beendigung der formvollendeten Predigt sprach der neue Rabbiner unter Aushebung der heiligen Schrift das Gebet für den Landesfürsten, die kaiserliche Familie und die Behörden. Hierauf wurde das „Hallelnjah" gesungen, und mit einem Schlußgebet schloß die Synagogenfeier. Der Gottesdienst war sehr zahlreich besucht und bemerkten wir unter beit Gästen Herrn k. k. Statthaltereirath Freiherrn v. H o ck, k. k. Polizeirath Dr. Perl, Herrn Bürgermeister Autvu Schwaiger, Vertreter der Wiener israelitischen Cultusgemeinde und zahlreicher Humanitätsvereiue, die zum Sprengel der Floridsdorser Cultusgemeinde gehörigen Bethausvereine und auswärtige Cultusgemeindeu. Zur Begrüßung, in Gänserndorf hatten sich eiugefunden die Herren: Frischm a n n, Cassier der Cultusgemeinde, Neu m a n n, Obmann der Chewra-Kadischa, sowie die Vorstandsmitglieder Herren P i ck und Kan n. Am Floridsdorser Bahnhof Präses Doctor König, Präses - Stellvertreter Mandl, Dr. Leopold G r ü n w a l d, Dr. Löwy als Sprecher, Dr. S ch r ö d t e r und Emanuel G r ü n w a l d. Schließlich erwähnen wir noch, daß das Arrangement, welches eine nach vielen Richtungen schwierige Arbeit darstellt, sich mit musterhafter Ruhe und Ordnung abwickelte. Ein intimes Souper schloß die schöne Feier. Groß-Enzersdorf. (Sechstes S p e n d e n - V erzeich n i ß zum T e m p e l b a u.) Familie Fischer, Wien 7 fl., die Herren B. Werndorfer, Wien 5 fl., Lion R., Wien 1 fl., Sigmund Geidnschek, Wien 3 fl., Wilhelm Leutmann, Wien 1 fl., Bernhard Fleiszig, Wien 1 fl., M. Benedikt, Wien 3 fl., H. Neumann, Wien 3 fl., Adolf Friedrich, Wien 1 fl., Isidor Mautner, Wien 10 fl., Dr. Loschitzer, Wien 1 fl., S. Hnnwalder, Wien 1 fl., Adolf Groß, Wien 1 fl., A. Geber, Brünn 50 kr., Joses Schafranek, Jägerndorf 20 fl., Leopold Knlka, Jägerndorf 5 fl., Julius Fisvl, Jägerndorf 1 fl., Berthold Markus, Jägerndorf 1 fl., Filipp Broch, Jägerndorf 1 fl., Bämische Unionbank-Filiale, Jägerndorf 2 fl., Brüder Knlka, Jägerndorf 2 fl., M. Löwin, Jägerndorf 2 fl., Brüder Belak, Jägerndorf 2 fl., Jacob Bänmel, Jägerndorf 1 fl., Ungenannt, Jägerndorf 2 fl., Dr. K. Blitz, Jägerndorf 2 fl., Ignatz Steiner, Jägerndorf 1 fl., Westreich, Jägerndorf 1 fl., Dr. Kohn, Jägerndorf 2 fl., Dr. Schorr, Jägerndorf 2 fl., Filipp Hahn, Poysdorf 5 fl., Ignatz Grünwald, Floridsdorf 5 fl., Bernhard Paul, Floridsdorf 5 fl., Glaser, Poysdorf 2 fl., I. Eisinger, Poysdorf 1 fl., Dr. Selig Fritz, Poysdorf 2 fl., Ungenannt, Wien 5 fl., Brüder Fabrik, Wien 5 fl., N. N., Wien 5 fl., Josef Pollak, Wien 1 fl., Handl und Schwartz, Wien 10 fl., H. Schwitzer und Söhne, Wien 10 fl., I. Bl., Wien 10 fl., Louis Modern, Getreidehändler, Wien 10 fl., Mitglieder des Minjan- Vereines im Monat Juli 50 fl., Wilhelm Sinai, Floridsdorf 5 fl., Moritz Beamt, Zwikau 2 fl. Summa 218 fl. 50 kr. Mit den bereits ausgewiesenen 3355 fl. 50 kr. zusammen 3574 fl. Weitere Spenden mögen entweder an den Gefertigten oder an den Minjan-Berein in Groß-Enzersdorf gesendet werden. Heinrich Reichsfeld Obmann des Tempelbau-Comitäs Radmus, 22. August. Als Gegensatz zu den in dieser Gegend weilenden Missionären, die in den Predigten — 10 Tage dürfen solche andanern — dem Proletariat einschärfen, während der 10 Tage mit den Juden keinen Diseurs zu führen, können

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