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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-08-27 · 35 (27.8.1897) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
35 (27.8.1897)
Date
1897-08-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 718 Dr. Vlortz's Wochrnschrtst Nr. 35 ihrer Bahre trauern außer dem unglücklichen Gatten, drei Töchter und drei Söhne, welche in der Gesellschaft geachtete Stellungen einnehmen und der entschlafenen Mutter mit innigster Zärtlichkeit anhängen. Friede ihrer Asche? Wien, 18. August. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers hat heute in der Synagoge des Vereines „Beth Israel", II., Leopoldsgasse 29, ein zahlreich besuchter feierlicher Gottesdienst stattgefunden. Die patriotische, treffliche Festrede wurde vom Herrn Rabbiner Josef B r e i e r gehalten. Wien. In Folge des Inserates: „Große Noth." Eine in den erbärmlichsten Verhältnissen lebende kränkliche blinde Witwe mit vier unmündigen Kindern, die dem Hnngertode beinahe preisgegeben ist, sind uns von Herrn Moritz Fuchs, Rican, Post Schwarzkirchen 5 sl. und von Frau Hedwig Th .. . | Prag 1 fl. 50 kr., zusammen 6 fl. 50 kr. zugekommen, welche 1 wir der Bestimmung zuführten. 1 St. Pölten. (R a b b i n e r w a h l.) Herr Doctor Adolf Schächter, Rabbiner in Horn, wurde einstimmig zum Bezirksrabbiner der hiesigen Cultusgemeinde gewählt. Hirschwaug. (B e r l o b u n g.) Herr Adolf H i r s ch l aus Graz hat sich mit Frl. Johanna R i e g l e r, Tochter des Herrn Max R i e g l e r in Hirschwaug, verlobt. Der Familie sind aus diesem Anlaß aus vielen Gesellschaftskreisen Zeichen der Sympathie und Theilnahme zugekommea. Proßnitz. Herr Isidor B u n i m o w i t s ch, Aushilsscantor und erster Solotenorist am Wiener Stadt-Tempel, ist nach Abhaltung eines sehr erfolgreichen und allgemein befriedigenden Probegottesdienstes im hiesigen Tempel, im Hinblick auf seine schöne Vortragsweise und sein klangvolles sympathisches Organ zum Obercantor unserer Gemeinde ernannt worden. Herr B u n i m o w i t s ch tritt sein neues Amt schon am 1. September an; die Gemeinde wird sich daher schon an den nächsten Feiertagen an den weihevollen Gesängen desselben erbauen können. Unser neuer Cultussuuctionär, einer jüdischen Gelehrtenfamilie entstammend, hat es verstanden, sich in unserer Gemeinde rasch allseitig Sympathien zu erwerben und darf wohl der Erwartung Raum gegeben werden, daß er dieselben auch festzuhalten bestrebt sein wird. Marieubad, 22. August. Von der rühmlichst bekannten Novellistin, Frau Nahida Lazarus (Remy), wird in Kurzem ein neues Buch unter dem Titel: „Ich suchte Dich" die Presse verlassen und bei Siegfried C r o n b a ch in Berlin erscheinen. In dem großer Leserkreise der phantasiereichen und gemüthsvollen Schriftstellerin dürfte diese Mittheilung nicht verfehlen, das regste Interesse zu erwecken. Marienbad, 24. August 1897. Der Prinz von Wales, der hier zur Cur weilt, nahm heute im Restaurant Loewenthal, vis-ä-vis der Waldmühle, sein Diner. Der Secretär des Prinzen kam um 'A12 Uhr, besichtigte die Räumlichkeiten und bestellte für 1 Uhr Nachmittag ein Menu für 5 Personen. Wie angesagt, kamen die hohen Persönlichkeiten und verblieben da länger denn zwei Stunden; beim Verlassen des Locals sprach der Secretär im Namen des Prinzen seine volle Zufriedenheit aus. Holleschau, 18. August. Aus Anlaß des Geburtsfestes Sr. Majestät unseres Kaisers Franz Josef I. wurde heute ein solenner Gottesdienst abgehalten, wobei Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. I. Frei m a n n, k. u. k. Feldprediger, eine im patriotischen Geist gehaltene Festrede hielt und zum Schluffe ein Gebet für das Allerhöchste Kaiserhaus verrichtete. Straßnitz, 23. August. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers fand in der Synagoge ein Festgottesdienst statt, an welchem zahlreiche Gemeindemitglieder mit dem neugewählten Bürgermeister Herrn Max Reiß, festlich gekleidet, theilnahmen. Den Glanzpunkt der Festesfeier bildete die vom Rabbiner Dr. Friedmann gehaltene patriotische Festrede und das vor der geöffneten heiligen Bundeslade verrichtete tief empfundene Dank- und Bitt-Gebet. Dukla, 20. August. Ueber Initiative des Herrn M. H. Reich, Obmann des Local-Comites, der Baron Hirsch-Stiftung, traten am 18. d. M., dem Geburtstage Seiner Majestät unseres vielgeliebten Kaisers, mehrere angesehene hierortige Bürger, und zwar die Herren: M. Ch. Ehrenreich, M. Goldhammer, S. Mahler, Jonas Ungar, Moses Weinberger, I. A. Ungar und I. B. Ungar zusammen, um die Gründung und Erhaltung eines jüdischen Krankenhauses in unserer Stadt, zu berathen. Es wurde beschlossen, zu diesem Zwecke einen jüdischen Spital- und Krankenpflege - Verein zu gründen und die nöthigen Arbeiten sofort in Angriff 51t nehmen, damit das zu erbauende Krankenhaus am Tage des Kaiser-Jubiläums seiner Bestimmung zngeführt werde, und soll zu diesem Zwecke schon in den nächsten Tagen eine Versammlung zur Berathung der Statuten stattfinden. Herr M. H. Reich, der jede Gelegenheit ergreift, sein für unsere armen leidenden Glaubensgenossen warm empfindendes Herz offen zu bethätigeu, hat auch . für die Gründung des Krankenhauses 1(100 st. gespendet. Auch die übrigen der anwesenden Herren spendeten je 50 bis 100 fl. — Wer die hiesige Stadt und die unter der armen Bevölkerung herrschende Noth einigermaßen kennt, der wird die Errichtung eines jüdischen Krankenhauses mit Freuden begrüßen und den Gründern den besten Erfolg wünschen. Nordhausen, 22. August. Gestern, am Sabbath, hatten wir die Freude, den Herrn Prediger Dr. L e i m d ö r s e r aus Hamburg, welcher früher fast acht Jahre in unserer Gemeinde als Seelsorger gewirkt — nnd zwar auf besonderes Ersuchen seines jetzigen Amtsnachfolgers nnd des Vorstandes — in einer Gastpredigt über Psalm 19, Vers 8 zu hören. Die Begeisterung über das Gehörte war eine unbeschreibliche nnd tiefergriffen verließ Jeder das zu Ehren des verehrten Gastes herrlich geschmückte Gotteshaus. Die Rede gipfelte hauptsächlich in der philosophischen Beleuchtung der Gegenüberstellung r el i g i ö s e r Ethik zu den Principien der mode r n e n ethischen Gesellschaft. Andrychau, August 1897. Am 2. d. M. wurde hier Frau Antouie I s r a c l i, gcborne Uuger, Gattin unseres verehrten Mitbürgers, des Herrn Julius Israeli (Großhaudlungssirma I. Israel i's Söhn e) zu Grabe getragen. Sie erlag nach langein schwerem Leiden jener räthsclhaften heimtückischen Krankheit, deren Veranlassung noch kein Weiser erkundet und deren Heilung keinem Aesenlap noch je gelungen — dem Krebse! Die Verstorbene war eine edle, hochsinnige Dame; bediirfnißlos für sich selbst, war es ihr stetes Streben, ihr Wissen und Können und alle ihr zu Gebote stehenden Mittel in den Dienst der leidenden Menschheit zu stellen und das Los der Armen und Schwachen nach Möglichkeit 311 lindern. Ihrer Anregung entsproß die Gründung des hiesigen Israelitischen^ Frauen-Wohlthätigkeitsvercines, welcher seit 18 Jahren so ersprießlich hier wirkt und dem sie als leitendes Ausschnsnnitglied ihre warmen Dienste weihte. Die selige Verstorbene blieb bis zum Tode den edlen Intentionen des Hauses ihres Gatten getreu, indem sie unter dessen bcrathendem Beistände das ihr in den jüngsten Wochen erst zngefallene mütterliche Erbtheil an ärmere Verwandte nnd an wohlthätige jüdische Stiftungen testirte. Die Becrdigungsfeier bildete eine förmliche Manifestation der Gefühle des innigsten Bedauerns nnd des herzlichsten Beileids der hiesigen Bevölkerung. Ta war die ganze Stadt erschienen! Bürger, Beamtenschaft nnd Landbevölkerung in friedlichem Vereine mit unseren Glaubensgenossen und unendlich schien der Zug, welcher der Verehrten und nun Dahingeschiedenen das letzte Geleite gab. Herr Rabbiner Dr. Glaser wußte in warmer Rede den allgemeinen Gefühlen kräftige Worte zu leihen und Töne des schmerzlichsten Mitgefühls zu entwickeln, welche in den Herzen der Versammelten anf's Lebhafteste tviderhallten. «Kurahumora, 16. August. Die Feier des vergangenen „Schabbas nachmu" gestaltete sich in der hiesigen israelitischen Gemeinde zu einer besonders erbaulichen durch eine Predigt, welche der hier zur Erholung weilende Herr Oberrabbiner Dr. Josef R 0 s e n f e l d aus Czernowitz in der zahlreich besuchten großen Synagoge vor dem Muffafgebete hielt. Die Ausführungen des Herrn Dr. R 0 s e n f e l d gipfelten in der beherzigenswerthen Mahnung, eine größere Sorgfalt der Erziehung der Heranwachsenden Generation zu widmen nnd darauf bedacht zu sein, daß derselben das religiöse und nationale Gefühl erhalten bleibe, wobei unter vielen anderen auch das Citat: „ilmule nischtabru lichaus hurischaunim" (Die ersten Lehren, die die Jugend empfängt) „lau nischtakchu tauru miiisroel" eine sehr passende Anwendung fand. Brüssel. Professor L. Kahn, der Director der Institution pour Lommerce et Landes modernes wird in der nächsten Zeit seinen siebzigsten Geburtstag und sein 50jähriges Jubiläum feiern. Johannesburg. Die neue jüdische Schule wurde im Beisein des Oberrichters Kotze eröffnet. Mr. Leopold Grahame hatte den Vorsitz und begrüßte den Oberrichter, welcher eine für die Juden höchst schmeichelhafte Ansprache hielt.

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