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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-08-20 · 34 (20.8.1897) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
34 (20.8.1897)
Date
1897-08-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 34 Vr. Vloch's WochrnkchrM Seite 701 Bevölkerung Prags, welche ein beredtes Zeugniß für die Beliebtheit des Dahingeschiedenen ablegte, fand gestern nm halb IO Uhr- Vormittags von dem Trauerhause in der Rubensgasse (Weinberge) aus das Leichenbegängniß des langjährigen Mitgliedes der deutschen Landesbühne, Herrn Carl Schlesinger, statt. Der Sarg mit der irdischen Hülle war im Studirzimmer des Verblichenen aufgebahrt, dessen die Wände zierenden Trophäen aus Schlesinger's Künstlerlaufbahn einen merkwürdigen Contrast bildeten zu den duftigen Abschiedsgrüßen. Aus der großen Zahl der Kranzspenden seien besonders folgende hervorgehoben: Ein Prachtkranz von der Intendanz des königlichen deutschen Landestheaters mit der Widmung: „Dem ausgezeichneten Künstler"; eine Riesenpalme mit schwarzen Schleifen, auf denen die Inschrift steht: „In tiefster Trauer unserem unvergeßlichen Carl Schlesinger — In treuem Angedenken die Direction des königlichen deutschen Landestheaters", ein Palmenzweig mit Blumenarrangement und der Aufschrift auf schwarz-roth-goldener Schleife: „Der deutsche Theater - verein in Prag"; ein Kranz, dessen schwarz-gelbe Schleife folgende Widmung trägt: „Dem verdienten Commissions mitgliede, die Pensionsanstalt des königlichen deutschen Landestheaters"; ein Kranz mit schwarz-roth-goldenen Schleifen: „Dem Meister der heitern Kunst in Trauer und Treue die Concordia"; eine prachtvolle Palme mit weißen Rosen und der Widmung: „Dem Künstler und treuen Genossen Carl Schlesinger ein schmerzliches Lebewohl! Johanna B n s k a"; ein Kranz mit schwarz-roth-goldenen Schleifen und der Aufschrift: „Dem theueren Freunde und Gönner treu bis über's Grab der deutsche Dilettantenverein in Prag"; ein Lorbeerkranz mit Schleifen in deutschen Reichsfarben und der Widmung: „Dem lieben Freunde, der Hilfsverein deutscher Reichsangehöriger in Prag"; ein Kranz mit schwarzer Schleife von der Direction und den Mitgliedern des Deutschen V o l k s t h e a t e r s in Prag; ein Palmenbouquet mit schwarzer Schleife: „Meinem lieben langjährigen Collegen —Minna Richter"; ein Kranz mit der Widmung: „Ihrem Valentin seine letzte Rosl — in tiefer Trauer Julie Kopaczi-Karczag u. s. w. Unter den Trauergästen sah man in Vertretung der Intendanz des königlichen Landestheaters den Landesansschußbeisitzer-Ersatzmann Herrn Dr. Werunsky mit dem Jntendanz-Secretär und Landesausschußrath Herrn Krticzka R. v. Jaden, in Vertretung des deutschen Theatervereines den Director der böhmischen Nordbahn Herrn Dr. B a u d i ß, in Vertretung der deutschen Section des Landesculturrathes Herrn W a l d e k Edlen von Waldried, den Director des deutschen Landestheaters Herrn Angelo N e u m a n n mit Gemalin Frau Johann a B u s k a, den Dramaturgen Herrn Teweles und das gesammte Personal des deutschen Landestheaters, Vertreter des C o n - sortiums des czechischen Nationaltheaters und viele ausübende Mitglieder dieser Bühne, Abordnungen zahlreicher deutscher Vereine Prags und der Vororte, Vertreter der deutschen Kunst- und Schriftstellerwelt Prags rc. — Die rituellen Gebete im Trauergemache verrichtete der Weinberger Rabbiner Herr Dr. Stark und nach denselben sang ein Doppelquartett des deutschen Landestheaters mit dem Weinberger Tempelchor in wahrhaft ergreifender Weise einen Trauerpsalm. — Nachdem der Sarg von den Mitgliedern der israelitischen Beerdigungsbrüderschaft in den Leichenwagen gehoben worden war, bewegte sich der Trauerzug, bei dem Mitglieder des deutschen Theater-Dilettantenvereines als Ordner fungirten, zum Neuen deutschen Theater, das eine nach Tausenden zählende Menschenmenge umstand. Den Zug eröffnete eine Riesenpalme, welche — gewidmet von den Collegen und (Sötteginnen des Verewigten — von Mitgliedern des deutschen Dilettantenvereines getragen wnrde; dann folgten die Mitglieder des deutschen Landestheaters und die übrigen erschienenen Trauergäste. Bor dem Leichenwagen, um welchen Mitglieder der deutschen Vereine Prags ambulantes Spalier bildeten, wurde die von der Direction des königlichen Landestheaters gespendete Riesenpalme getragen, während demselben die gramgebeugte Witwe mit ihren zwei Töchtern, dem jüngeren Sohne und dem Schwager des Verewigten, sowie die Trauergäste folgten. Vor dem Theater sang der Bassist Herr N ö t h i g, unterstützt von dem Chore des deutschen Landestheaters und einem Waldhornquartett den Priesterchor aus der „Zauberflöte", worauf Herr Director A n- , gelo Neu m a n u dem Verstorbenen folgenden Nachruf hielt: „In schmerzlichen Klagen stehen wir an Deiner Bahre, Karl Schlesinger, und fragen uns: Ist es möglich? — Der heitere Mund verschlossen? — Die frohe Laune versiegt für immer? — Der Wohllaut verstummt? -- Ja, Tu mußtest sterben, um uns weinen zu machen. Du, der uns die Gewohnheit des Daseins süß und freundlich gemacht hat, uns allen, als Mensch und als Künstler, uns und Dir selbst. Tu hast es geahnt, als Du mit deni Aufgebot Deiner letzten Kräfte, pflichttreu wie Tn Dein Leben lang gewesen, Deine letzte Rolle spieltest, Du hast es gemerkt, wie der Tod Dir zugeflüstert: „Hrüderl komm!" Es ist Dir schwer geworden, das Scheiden, aber kaum schwerer als uns. Das Institut, dem Du durch 22 Iah r e Z i e r d e u n d Stütze gewesen, Deine Berufsgenossen, die große Zahl Deiner Freunde, sie können heute nur Deine Bahre mit dem Lorbeer schmücken, den sie dem Lebenden neidlos gereicht haben. Und nur einen Abschiedsgruß für immer kann ich Dir, lieber Schlesinger, noch zurufen von dieser Stätte, an der Tn so lange erfolgreich gewirkt. Dir, der Tn uns, der Kunst und Deiner Familie zu früh und grausam entrissen wurdest — armer Freund und Genosie — Fahr' wohl!" Dann sang der Chor des deutschen Landestheaters wieder mit Waldhornbegleitung das Lied: „Es ist bestimmt in Gottes Rath". Nun bewegte sich der Zug zum neuen israelitischen Friedhofe in Straschnitz, wo wiederum ein hundertköpfiges Publicum denselben erwartete. Hier hielt in der neuen Ceremonienhalle der Feldprediger Herr Dr. Kisch Worte solch' tiefster Trauer, daß Frau S ch l es i n g e r bewußtlos wurde. Am offenen Grabe hielt das Mitglied des deutschen Landestheaters Herr Richard Tauber eineli tiefempfundenen Nachruf. Sambor. (Die O s i a s G o t t h e l f's ch e Handelsschule in S am b o r), welche nunmehr seit sieben Jahren besteht und Dank der besonderen Mühe von Seite des Leiters und des Lehrkörpers sich bedeutend vergrößert hat, weist eine zahlreiche Frequenz auf, wobei die Schüler ans allen Theilen Galiziens dieser Handelsschule zuströmen. Sämmtliche Abiturienten dieser Handelsschule bekleiden sehr gute Anstellungen. Um den ^Anforderungen, die schon jetzt — nach so kurzen! Bestände — an diese Anstalt nach jeder Richtung gestellt werden vollkommen entsprechen zu können, sah sich das Cnratorium veranlaßt, für das neue Schuljahr 1897 98 einen Vorbereitungscurs zu eröffnen. Paris, 9. August. Der bekanntePublicistHerr Bernard Lazare, Redactenr des französischen Theils der Monatsschrift „Zion", ist als Professor f ü r j ü d i s ch e Geschichte an die freie Hochschule in Brüssel berufen worden. Professor Dr. Joseph an der Universität in B r ü s s e l ist zum Leiter der Abtheilung für Archäologie und Kunstgeschichte im belgischen Unterrichtsministerium ernannt worden. — Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Italien besuchten jüngst die spanisch - portugiesische Synagoge von A m st e rd a m. Die königlichen Hoheiten interessirten sich sehr für ein altes Sepher Thora, das von Spanien von einem der ältesten Mitglieder der Gemeinde gebracht wurde, wie für die kostbaren antiken Schätze der Synagoge. Jaffa, den 6. Menachem-Abh. Die Weinlese hat in den jüdischen Colonien seit zehn Tagen begonnen, und ein ungeheures rühriges Leben ist nun in allen diesen Colonien zu beobachten, das sich in vollstem Maße am Kelter in Rischon-l'-Zion concentrirt. Hier kommen die Wagen und Kameele her mit den Trauben von allen Colonien und allnächtlich werden an die Kelterei bis zu 160.000 Kilo Trauben abgeliefert und gekeltert. Die Colonisten von Kafra, Rehobhoth, Wadi-el-Nanin und Pethach-Thikwah bringen auf Kameelen die großen Körbe mit Trauben nach Rischon, wo sie auf Wagen geladen und so gewogen und abgeliefert werden. In diesem Jahre wurden die Preise für die Trauben, über die berechtigte Klage erhoben worden war, auf Anweisung vom Baron erhöht, und zwar werden gezahlt für den Kantar Trauben: 1 SSiMi Bordeanx-Semillon 50 Fr., vor 3 Jahren 25 Fr. 40 Fr. Gewöhnl. Semillon n. andere weiße Sorten 20 „ 1892 28 „ 20 „ Alicante 35 „ ursprünglich 35 „ seit 1892 25 „ 25 „ (Ein kleiner Theil, der länger auf dem Stock blieb) 30 Cabernais-Sevignon 70 Fr. 7o „ Malbec 60 „ ursprünglich 7o Fr. 5o „ Schwarze Sorten (Carignan) 25 „ „ 35 „ 25 „

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