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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-08-13 · 33 (13.8.1897) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
33 (13.8.1897)
Date
1897-08-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 33 Vr Vlvch's Wochrnfchrtfl Seite 679 wurde, daß Jacob Baue r eiue Anzeige gegeu M ü u z e r habe machen wollen, die Geldstrafe von 100 sl. auf 10 fl. Bei Verkündigung des Urtheiles drückte sich Jacob M ü uze r, welcher eine Aufforderung des Vorsitzenden, sich mit einer Ehrenerklärung zufrieden zu geben, abgelehnt hatte, aus dem Saale. Baden, 3. August. (Rohheit eines Knabe n.) Bor dem Strafrichter des Badener Bezirksgerichtes, Adjuncten Dr. W e i n l i ch, fand heute die Schlußverhandlung gegen den 14jährigen Ferdinand Kirchner statt, der in der Böslauerstpaße gegen den 11jährigen Sohn Edgar des Privatiers D r e ll i n g e r unter dem Rufe „Jud'! Jnd'!" einen großen Kieselstein geschleudert hat. Dem Knaben wurde der Stirnknocheu zersplittert und er erlitt eine lebensgefährliche Verletz u n g. Edgar Drellinger ist zur Verhandlung in Begleitung seines Vaters erschienen. Die Stirne zeigt noch die verunstaltende Narbe der furchtbaren Verletzung, in Folge deren ihm auf der Klinik des Professors Mosetig der beschädigte Knochen trepanirt werden mußte. Drellinger wurde zwar hergestellt, aber die Cnrkosten betrugen 1500 fl. Der Angeklagte gesteht die That ein und gibt zu, daß er auf dem Wege zur Stadtpfarrkirche, wo erden Äbendsegen besuchen wollte, dieselbe vollführt habe. Der Vater des beschädigten Drellinger schließt sich dem Strafverfahren an und verlangt den Ersatz der Heilnngskosten von 1500 fl. Der Richter vernrtheilte deir Angeklagten Ferdinand Kirchner, der am Tage der Ausführung seiner That, die sich eigentlich als Verbrechen qnalificiren würde, das vierzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht hatte und darum auch nur vor dem Bezirksgerichte zur Verantwortung gezogen wurde, zu einer A r r e st st rase in der Dauer von vierzehn Tagen. Bezüglich des Kostenersatzes von 1500 fl. wird der Privatbetheiligte auf den Civilrechtsweg gewiesen. Kirchner, der während der ganzen Verhandlung ein frömmelndes Wesen zur Schau getragen hatte, hörte das Urtheil ganz gleichmüthig an. Rossitz, 5. August. (F e r i e n c v l o n i e R o s s i tz.) Die Feriencolonie des Vereines „Ferienheim" hat am 7. Juli den Landaufenthalt in Rossitz bezogen und ist am 5. August nach mehr als vierwöchentlichem Aufenthalte nach Wien zurückgekehrt. Die Colonisten Volks-, Bürger- und Mittelschüler, haben sich durch musterhaftes Benehmen die Liebe ihrer Vorgesetzten erworben, ihre militärischen Exercitien sind stramm und exact, allch die Stilübungen bieten recht erfreuliche Resultate. Die Ortseinwohner behandelten sie sehr liebenswürdig und geht mit dem besten Beispiele der Centraldirector des Gutes Rvssitz, Herr- Ed. Swoboda, voran. Am Vorabende der Abfahrt der Kleinen, die sich hier infolge der kräftigen Nahrung, der guten Luft und der Exercierübungen prächtig erholt hatten, so daß eine durchschnittliche Gewichtszunahme von zwei Kilogramm per Kopf constatirt wurde, erhielten die Colonisten eiue Spende der hoch herzigen Frau Baronin Clara Hirsch de Gereuth, u. zw. jeder Cvlonist einen Silbergulden und einen Betrag für ein festliches Abschiedsmahl. Der Präsect der Anstalt hielt in Anwesenheit des Herrn Centraldirectors eine Ansprache, worin er die Verdienste der Frau Baronin Hirsch um die Feriencolonie rühmend, dankend hervorhob, worauf der Herr Centraldirector erwiderte, daß sich die Colonisten stets seines ungeschmälerten Wohlwollens erfreuen werden. Mit donnernden Hochrufen auf die Frau Baronin Hirsch, den Centraldirector des Schlosses, den Vorstand des Vereines „Ferienheim", das anwesende Fräulein Caroline Schneider, Vicepräsidentin des Mädchencomitö „Ferienheim" und den anwesenden Gast Herrn Alois Witrowsky aus Brünn, schloß die schöne Abschiedsfeier. Josef Nciinidnn, Commnnalschullehrer, Colonienleiter. Brürii». (Ei n Kapuziner v o r G eri ch t.) Borden Geschwornen fand am 9. d. M. ein Diebstahlsproceß statt, der durch die Persönlichkeit des Angeklagten weit über die Grenzen des Thatortes hinaus Interesse wachruft. Der jugendliche Kapuziner-Laienbruder Wilhelm Ruß stand als Dieb vor den Geschwornen. Ein förmliches Lager von gestohlenen Gegenständen förderte die Durchsuchung seiner Zelle zu Tage, Gegenstände so verschiedener Art, daß man nicht begreift, welchen Vortheil die Aneignung für den Klosterbruder — der in Brünn übrigens eine ziemlich bekannte Person ist — bilden sollte. Sechzehn Bestohlene zählt die Anklageschrift auf. Die gestohlenen Object e sind zumeist H e i l i g e n st a t n e t t e n, W e i hb r u rr n kc s s e l, Kelche, B i l d e r, C r u c i f i £ e; dazwischen fand man aber auch ein kostbares O v e r n i! n s. Garnituren von K ä m m e lt, C i g a r r e n - E r n i s, v : e r g olde :r e U h r k e t t e n , 9t i n g e, Bild e r r a o nr e n , z'i t v n >n s. Nebrigens scheint die Diebstahls manie de-? Angeklagten s'nh ani Alles erstreckt zu haben, was nicht nier- und nagelfeß war. wenn man das Verzeichniß der entwendeten Obiecce, deren Werlbzrster dreihundert Gulden übersteigt, betrachtet. Als Cnrionun sei eur Bilderdiebstahl n ia L e n k e i errvähnt, den. 9i n s; in der H e i in r i ch G o m p e r z'schen G e m älde g alerie i n B r ü n n verübte, wodurch auch die Stadt Brünn als Berwalieri'n der Galerie in die Reihe der durch den Laienbruder Beschädrgten rangirt. W i l h e l nl R lt ß, welcher in Dcnatto im Känealande geboren ist, gestand, alle ihm zur Last gelegten D'ebstalllstacten theils bei Privatpersonen, kheils bei Geschäftsleuten verübt zu haben. Auch des Diebstahles in der Gemäldegalerie der Werth des Bildes ist ans fl. be;isserl - war 9t n ß ge ständig. Eine Blnmenvase entwendete er a n s d e r K a v n - zinerkirche, wo sie von ein-nn unbekannten Svender iuu einem Blumensträuße anfgestellt toorden rvar. 'Auch einen 9legen schirm mit Silbergriü, den rin Andächtiger in der K ircbe vergessen hatte, eignete sich der Laienbruder an. Da W i l h e l m Ruß bereits in der erfreu Unterfnchnng an gab. bistveilen an Sinnesverwirrnngen zu leiden, und da anch von dem Guardian des Kapnztnerklosters eine ähnliche Aenßernng in einer Eingabe an das Gericht gemacht wurde, wurde der Angeklagte auf seinen Geisteszustand untersucht. Die Gutachten lauten, jedoch überein., stimmend dahin, daß der Beschuldigte v b i) f i s ch n n d g e i ft t a völlig normal sei und das; die Annahme einer Sinne-?. Verwirrung zur Zeit der Verübung der einzelnen Diebstähle ..nsgeschlossen sei, daß vielmehr Ruß dieselbe!', nr zr'.rechnNilgsrah;ge>u Zustande verübte, was der Angeklagte fchließlich auch zngab. An? diesen Tbatbestand stützt sich die erhobene Anklage. Mit eiirem jungen Mädchen, da-? im Kloster die Wäsche besorgte, unterhielt er intime Beziehungen. Das Mädchen. Namens Caroline G ü r t l e r. bat u> ibrend der Unterinchungs hast des Kapuziner-Fraters ans Schani aber denen Verhaftung -einen Selbstmord perübt. Ans den Verlaufe der Verhandlung ist das mit dein Guardian P. ttönlec :n';envm.ue-.te Prvtvko hervorzilhebeii, rvelcher erklärte, daß der Geiß.'s;nßand des an geklagten Kaptlziners im Hinblicke auf die vieUach-.m von dem selben im Kloster verübten, ürrrp'ns baru-los'n. geradezu knaven basten Streiche nicht norma! sei. Auf aörn-.'.d des Wabrwrnches der Geschwornen, welche die Hanv:frage e.insrinimig be?abreu, wurde der Angeklagte W : - li e t m R n ß ut a i!i r z e h n 9A on a t e n s ch iv e r e:r K e r k e r s v e r n r c a e i! r. Die Eventualfrage in Betreff des unwiderstehlich--.; Zgvaiiges wurde verneint. Ischl.;E i n I n b i l a r. > Wahrend der nun glücklich überstandenen Ueberschwemmnng iß eine Angetegenheir in den Hintergrund getreten, die ikvch kurz verlier in Ischl viel besvrvchen wurde. Tie hiesige W a s s e r n e i l a n n a l c, oder vielmehr un Gründer, Dr. H e r tz k a, feiert am!2. d. M. die Wiederkehr des Tages, an welchem vor 25 Jahren die ersten Patienten aur genommen wurden. Ein Vierteljahrhnndert rühmlicher und erfolgreicher Thätigkeit sollte festlich begangell werden uitD fo hatte sich vor einigen Woche i Eil Comitd von ehemaligen Patienten und alten Freunden Tr. Hertzka's gebildet, welches am l2. d. M. ein Banket veranstalten wollte. Auf svecicllcn WLtnfch des Gefeierten wurde jedoch, im Hinblick auf die eingetretene Katastrophe, hievon Umgang genommen und der gesammelte, sehr namhafte Betrag milden Zwecken zngewender. Es tvird rrotzdem der 12. August nicht klanglos vvrübergehen. In der Anstalt selbst hat ein DameiicvinitH verstärkt durch das Vergnügnngs cvmite, die Sache in die Hand genommen, und wird ein Gartenfest veranstalten, dessen Reinertrag gleichfalls den Ovfern der Ueberschwemmnng zugute kommen soll. Ueber die Persönlichkeit Dr. Hertzka's ist zu bemerken, daß derselbe 1 s«i 1 vromovirrc mtb schon vier Jahre darauf in 'Alexandrien, während der furchtbaren Cholera-Epidemie eine damals viel bemerkte Thätigkeit entfaltete. Hier in Jfchl, wo er seit einem Viertetjahrhnndert thätig ist, besitzt er die allgemeine Svmvatbie und wie groß die Zahl seiner Freunde ist, zeigt die Tbeilnabme an seinen! Jubiläum. E. B. Ischl. JA rischer L e b e n s m i t t e l w n ch e r. , Ischl ist jndenrein in Bezug aus Lebensmittelverkauf. Derselbe \ wird ausschließlich von Ar i e nt cultwirt. Hören unitutir, n>ie

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