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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-07-30 · 31 (30.7.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
31 (30.7.1897)
Date
1897-07-30
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 644 Dr. Vlvch's Mochensrtzrist Nr. 31 und »St. Marks Hospital« 8000 Mark * »New-York Orthopaedie Dispensary and Hospital« 4000 Mark; das sGerman Hospital« 4000 Mark und das »Hebrew Infant Asylum« 4000 Mark. Montreal. Am 6. Juli d. I. wurde hier die diesjährige Centralconferenz der Rabbiner von Nordamerika eröffnet. Die stark besuchte Versammlung wurde von Rabbiner Wise eröffnet und wählte denselben zum Vorsitzenden. Derselbe nahm Gelegenheit, sich gegen die Zionisten und den Congres; zu München, respective Basel zu äußern. Bemerkenswerth und charakteristisch für die engherzige Anschauungsweise dieses Rabbiners ist die Motivirung, mit der er die Betheiligung am Congreß ablehnt. Er führt Folgendes aus: „Der Congreß und der Judenstaat beabsichtigen, verfolgten und bedrückten Juden eine Heimatsstätte zu schaffen. Wir Juden in Amerika leben so frei, daß auch ein jüdischer Staat keine größere Freiheit gewähren kann, folglich geht uns der Judenstaat nichts an." Man braucht noch lange kein Anhänger des Congresses zu sein, um diese Motivirung recht verwerflich zu finden. Philadelphia. Während des Monats Juni kamen in unserem Hafen an: 215 jüdische Einwanderer, von denen 153 aus Rußland, 15 aus Oesterreich, 14 aus Galizien, 8 aus Ungarn, 7 aus Deutschland, 7 aus Polen, 4 ans Rumänien, 3 aus England, 2 aus Frankreich, je einer aus Norwegen und Schweden waren. Unter den 215 Eingewanderten waren 8 männlich und 107 weiblich. Die Ankömmlinge zerstreuten sich nach 22 verschiedenen Städten. Bemerkenswerther Weise waren darunter 83, deren Billets schon von ihren in Amerika lveilenden Angehörigen vorausbezahlt waren. Vermilchtes. Wien. (P e r s o n a l n a ch r i ch t e n.) Fräulein Rahel Friedman lt, Tochter des Herrn Lector M. F r i e d m a n n, hat sich mit Herrn Alfred E d e l st e i n in Baden verlobt. — Herr Dr. Moriz I n f e l d, Sohn des Secretärs der israelitischen Cultusgemeinde in Baden, ist am 25. d'. M. an der Klinik des Hofratdes Professor Krafft-Ebbing zum Assistenten ernannt worden. (Ein siegreicher ö ster r e i ch is ch er S ch wimm e r in Amerika.) Der bekannte Sieger in den olympischen Spielen, Dr. Paul N e u m a n n, der sich erst vor fünf Wochen im Dantalcolleg Amerikas den Dantistry- Doctorgrad erworben hat und auch der Nordwestern University als Ehrendoctor angehört, hat seit seiner Promotion wieder den Schwimmsport ausgenommen und sich am 6. d. M., wie aus Chicago berichtet wird, unter dem Nameit der größten Schwimmfportvereinigung der Welt, der Chicago Athletik Association, der er als honorary member angehört, zum Wettschwimmen um die M e i st e r s ch a f t v o n A m e r ik a über 1 Meile und V- Meile gemeldet. Die Meisterschaft - über 1 Meile gewann er in 27 Minuten 35% Secunden, alle früheren Records um 20'/-, Secunden schlagen d, und errang damit den Titel „Champion Conge distance s w i m m er o f Amerika" und den Victoriabecher im Werthe von 1000 Dollars. Die Musik spielte die amerikanische Hymne und die amerikanische Flagge wurde am Siegespfosten gehißt. Dr. N e u m a n n aber verweigerte seinen nochmaligen Start, wenn nicht die österreichische Flagge gehißt und die österreichische Volks Hymne gespielt werde. Seinem Wunsche wurde entsprochen, und als Dr. Reumann abermals am Start erschien, bereiteten ihm die anwesenden Oesterreicher und Deutschen glänzende Ovationen. Er siegte, lebhaft acclamirt, auch über die halbe Meile. Otto Wahle hat Sonntag den 25. Juli 1897 in Triest das große Schwimmen, 900 Meter, in brillantem Styl gewonnen und war im Schwimmen über 90 Meter hinter dem Pester S u g a r, auch ein Jude, zweiter. Wahle ist schief geschwommen deshalb kam er um den ersten Platz. Simon O r l i k hat am Sonntag den 25. Juli 1897 zwei Siege in Siofok in Ungarn auf 800 resp. 1000 Mieter unter Betheiligung der besten Schwimmer aus Pest und dem Ausland leicht gewonnen. Wien. (S p e n d e.) In Folge Aufrufes durch Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Simon Mandl in Kostet zur Rettung eines völlig unverschuldet ruinirten Kaufmannes vom Rande der Verzweiflung, dessen wackere, mit allen Tugenden geschmückte Gattin ihm und ihren sieben unversorgten Kindern im blühenden Alter von 47 Jahren durch den Tod entrissen worden, nachdem die schwere Krankheit derselben (Typhus), die letzten Mittel erschöpfte, sind uns ferner eingegangen von Herrn Leopold Pollak, Komorn 2 fl., Sigm. Habndl, Göding 2 fl., B. M. Budapest 2 fl., zusammen 6 fl. ö. W., welche wir der Bestimmung zuzeführt haben. Kaaden. (P r o m o t i o u.) Herr Dr. Wilhelm Klauber, Rabbinats - Candidat an der israelitisch - theologischen Lehranstalt in Wien, wurde Donnerstag den 15. Juli au der k. k. deutschen Carl Ferdinands-Universität in Prag zum Doctor der Philosophie promovirt. Berlin. Der Professor der Chemie Dr. L a f s a r - C o h n in Königsberg wird als Docent an die Universität M ü n ch e n übersiedeln und zugleich als Director der Volkshochschulcurse fungiren, die nach Art der englischen „University Extension" eilt festgefügtes Ganzes werden sollen. Frankfurt a. M., 18. Juli. Die Oberlehrer an der Realschule der hiesigen jüdischen Gemeinde Herren Dr. Isidor Krakauer und Stein h ard sind zu Professoren ernannt worden. Breslau. Bei der hiesigen Universität habilitirte sich Dr. William Stern aus Berlin als Privatdocent für Philosophie. Sein Arbeitsfeld ist die experimentelle Psychologie. Stuttgart. Der vom 13. bis 15. d. M. in Stuttgart stattgehabten zweiten D i e n st p r ü f u n g für württembergische Rabbtuatseandidaten haben sich die Herren Dr. I. B e r l i n g e r, Bicar in Braunsbach, Dr. H. K r o n e r in Oberdorf, I. Straßburger in Göppingen mit Erfolg unterzogen. Kimberley. Auch hier ist das Jubiläum der Königin von England gefeiert worden und der Reverend Jaffe, welcher in der Synagoge an diesem Festtage predigte, benutzte die Gelegenheit, um auf die Opferfreudigkeit der jüdischen Unterthanen der Königin Victoria hinznweisen und auch der braven Glaubensgenossen zu gedenken, welche in den Eingebornen-Aufständen der letzten Jahre ihr Leben für die Wohlfahrt des englischen Reiches geopfert haben. Süd-Afrika. In Bulowaya wurde am 20. Juni der Grundstein zur Synagoge gelegt. Diese Feierlichkeit wurde mit großem Pomp veranstaltet und nahm der größte Theil der Honoratioren in der jungen Stadt an derselben theil, unter Anderen auch der Bischof Gaul und die Würdenträger der dortigen Freimaurerlogen. — In B l o e m f o n t a i n e, der Hauptstadt des Orangefreistaates, feierte die kleine jüdische Gemeinde das Jubiläum der Königin Victoria durch einen besondereu Gottesdienst, bei dem etwa 20 Personen anwesend waren. Perth (Australien). Am 16. Juni wurde die neu gegründete jüdische Geselligkeits- und Literaturgesellschaft eröffnet. Rev. D. I. Freedmann hatte die Freude, eine große Anzahl von Damen und Herren zur ersten Versammlung erscheinen zu sehen, an der auch christliche Freunde des neuen Vereines, darunter auch der Oberrichter, Sir Alexander Onslow, theilnahmen. Feuilleton. Federzeichnungen aus der Gaffe. Eigentlich hieß sie Rebekka, denn ihr Vater war bei ihrer Geburt noch nicht so reich, sich den Luxus gestatten zu dürfen, ihr einen deutschen Namen zu geben. Aber er war ein glücklicher Productenhändler, und als sie zwölf Jahre zählte, stand er schon ganz auf der Höhe der Zeit. Sie mußte zur Vollendung ihrer Ausbildung in ein Pensionat in der Stadt, und da konnte sie doch nicht den Namen Rebekka beibeh'alten. Es war dies ein jüdisches Pensionat, aber in negativem Sinne — alles Jüdische wurde darin lächerlich gemacht, und wie die Nonnen mit dem Eintritte in ein Kloster andere Namen erhalten, so wurden auch da die Pensionärinnen, die zumeist vom Lande waren, anders benannt, als worauf sie bis jetzt im Elternhause hörten. Die Vorsteherin des Pensionates hatte eine große Liste romantischer Namen, wie: Amanda, Arabella, Romalda, Leonore, Eulalia Malvine und ähnliche vorräthig. Rebekka wurde nun Regina benannt. Nach drei Jahren kehrte Rebekka-Regina in's Elternhaus zurück, und mit ihr kam auch ein Clavier an.

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