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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-07-30 · 31 (30.7.1897) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
31 (30.7.1897)
Date
1897-07-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Gelte 642 Vr. Wochrnfchrtp :Xr. 31 Budapest, 18. Juli. Die Landesrabbinerschulc versendet soeben ihren 20. Jahresbericht, dem wir einige Daten entnehmen. Vom 8. bis 11. Februar fanden die mündlichen Rabbiner- Prüfungen statt, zu welchen die Hörer Dr. Moritz L i ch tm a n n, Dr. Gabriel S ch w a r z, Dr. Max Weiß und Dr. Julius W e l l e s z zugelassen wurden. Die Prüfungscommissiou bildeten die Herren Dr. Moritz Klein, Oberrabbiner in Nagy-Becskerek und Dr. Adolf Sidon,' Oberrabbiner in Bersecz, ferner die Professoren Dr. Wilhelm.Bache r, Moses Bloch und Dr. David K a u f m a n n. Sämmtliche Candidaten erhielten Rabbiner-Diplome. Bon den im Schuljahre 1896—07 zu Rabbinern promovirten Hörern wurde Dr. G. Schwarz in Karlsbad gewählt, von den im vorgegangenen Schuljahre Entlassenen Dr. W. A d l e r nach Hatvan, Dr. Armin H o f f e r nach Szent^s, Dr. M. Schwarz nach Turocz-Szt.-Marton, Dr. Jacob Singer nach Temesvar-Gyarvaros als Rabbiner berufen. Dr. D. H e r s k o v i c s wurde von der Pester israelitischen Gemeinde zum Religionsprofessor ernannt. — Auf die 1895—96 ausgeschriebenen Preisarbeiten : I. David Gans' Leben und Werke sowie deren Quellen." II. „Die halachischeu Lehrsätze TiK-Ti mstfc und kS nrvn nr? in ihrer Begründung, Begrenzung und Anwendung bei der Erfüllung verschiedener Religionspflichten", ist je eine Preisarbeit eingelaufen. Die Urtheile werden im nächsten Jahresberichte veröffentlicht werden. Für das Schuljahr 1897—98 wurde folgende Preisarbeit ausgeschrieben: „Kritische Analyse der Midraschwerke zum Buche Esther, Nachweis ihrer Quellen und ihres gegenseitigen Verhältnisses." Einreichungstermin: 1. Mai 1898. — Das Schuljahr 1897—98 beginnt am 1. September. Dem Jahresberichte geht eine Abhandlung des Professor Moses Bloch „Das mosaisch-talmudische Besitzrecht" voran. Pretzburg, 18. Juli. In Abwesenheit des königlichen Schulinspectors und mehrerer Mitglieder der orthodoxen „Durchsührungscommission" wurden in der P r e ß b u r g e r R a b bitte r s ch u l e die Jahresprüfungen abgehalten. Der königliche Schuliuspector mußte nun wieder die traurige Wahrnehmung betonen, daß die Uebelstände, die vor Jahresfrist unter Androhung der Sperrung der Anstalt gerügt wurden, nicht behoben wurden. 248 Bachurim nahmen an der Prüfung Theil. — In S. A. U j h e l y trat ein Individuum, Namens S. H. I u d ov i t s, als Apostel der Baptistenlehre ans und lud die jüdische Bevölkerung mittelst jüdisch-deutscher Billete zu einer „biblischen" Vorlesung ein. Jüdovits, der vorgab, Rabbiner gewesen zu sein, bekundete in seiner „Vorlesung" die crasseste Unwissenheit auf jüdisch-theologischem Gebiete und versuchte die Glaubensgenossen durch wüste Jnvectiven gegen Juden und Judenthum zu „bekehren". Der saubere Patron dankt es nur dem Eingreifen der Polizei, daß er ohne die wohlverdiente Züchtigung mit heiler Haut davoukam. — Zwei Lehrer der hiesigen orihvdoxen Gemeindeschule haben das Verdieilst, eine jüdische Ferienc o l o n i e gegründet zu haben. Dieser Tage wird, Dank der Edelherzigkeit einiger Menschenfreunde, die zweite Gruppe nach Trencsen-Scucs abgehen können. RoLnau. (B i erun d z w a n z i g ste s Spendenverz e i ch u i ß.) Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und eines Asylhauses für lungenkranke, arme Glaubensgenossen im Curorte Poznan sind weiters nachstehende Spenden eingegangen von: Kais. Rath Dr. Moudri, Auffee 10 fl.; S. Kapralik, Lemberg 6 fl.; Josef Jerusalem, Wien 5 fl.; Wilhelm Breitenbach, Wien 5 fl.; Dr. L-chneyer, Bukarest 2 fl. 40 kr., E. Waekler, Wien 3 fl.; I. Apfelbaum, Wien 2 fl.; Moritz Felsenburg, Wien 2 fl; Josefa Hahn, Bischofteinitz 2 fl. 50 kr.; Emilie Kornhauser, Wien 1 fl. 50 kr.; Mina Wolf, Eisenstadt 1 fl. 50 kr.; Dr. Löw, Wien 1 fl.; Stefanie Lindner, Szenitz 1 fl.; Anna Wollner, Wien 1 fl.; Josefine Weiß, Wien 1 fl.; Samuel Kober, Weißkirchen 1 fl.; Adolf Weiß, Floridsdorf 1 fl.; Friedrich Pollak, Wien 5 fl.; Zusammen 51 fl. 90 kr.; letzter Ausweis 3992 fl. 38 kr; Summa 4044 fl. 28 kr. Dr. L. S. S k r e i n k a, Adolf Pollak, Curarzt in Ro^nau, Fabrikant in Proßuitz. Marcus N e n m a n n, Mitglied des Cultusvorstandes in Proßuitz (Mähren). Rozrrarr, 25. Juli. Diefeierliche Einweihung des hier durch d i e M u n i f i c e n z vaterländischer und ausländischer frommer Bruder- und Frauen vereine und anderer Wohlthäter neu erbauten Gottesackers fand heute unter zahlreicher Betheiligung in programmgemäßer Weise statt. Curarzt Herr Dr. Skreinka vollzog die Uebergabe des Friedhofes mit einer kurzen Ansprache, worauf ein Quartett des Brünner israelitischen Tempelchvres einen Trauerchoral anstimmte, der von mächtiger Wirkung war. Rabbiner Dr. R a b i n o w i tz aus Mähr.-Weißkirchen hielt hierauf die Weiherede, welche auf die Anwesenden einen tiefen, nachhaltigen Eindruck machte und die in einem Gebete für den Kaiser und in einem Danke für die Förderer, namentlich für Herrn Markus N e u m a n n aus Proßnitz, dessen unermüdlicher Thätigkeit und aufopferungsvollen Hingebung die cnlturelle Institution zu danken ist, ausklang. Cultusvorsteher Herr Ignaz Löw sicherte hierauf in einer Ansprache die Pflege und den Schutz des neuen Campo sante seitens der Cultnsgemeinde Wall.-Meseritsch zu, worauf die erhebende Feier mit der Absingung eines Psalmes und des Kadischgebetes würdigen Abschluß fand. Der allgemeiu gehegte Wuusch geht dahin, daß es Herrn N e u m a n n gelingen möge, seinen Plan zu verwirklichen, in Roznau auch ein Asyl für arme, die Cur persolvirende Glaubensgenossen zu errichten, denn ein solches erweist sich immer als ein unerläßliches Bedürfniß. Strastburg (Elsaß), 19. Juli. (Geschichte einer „M e s u s a".) Als ich vor zwei Jahren in meine Wohnung einzog, fand ich dort an allen Thürpfosteu Mesusas vor. Bei meinem in diesen Tagen erfolgten Auszuge vergaß ich diese abznnehmen, obschon der Hauseigenthümer sowohl als auch der mir folgende Miether katholisch sind. Und nun kam ich nach einigen Tagen in die alte Wohnung wieder, um die Mesusas, die von meinem Vorgänger herrühren, von den Thürpfosten abzunehmen. Da meinte aber die Hausfrau, daß ich, da die Mesusas nicht mir gehören, sie nur da lassen möchte. Auf meine Frage: „Wozu nutzen sie denn Ihnen, Sie sind doch katholisch?" bekam ich zur Antwort: „Macht nichts. Wenn diese Dinge Ihnen Segen bringen, dann sollen sie nur hier bleiben, um auch mir Segen zu bringen." Und es blieb dabei. Die Mesusas prangen nun an der Wohnung einer achtbaren Familie, die, soweit ich sie kenne, streng katholisch ist. Das ist die Frucht der seit zwei Jahren hier stark betriebenen antisemitischen Agitation, wozu Redner ans Berlin und Karlsruhe direct hieher kamen, um die Straßburger mit ihren Tiraden glücklich zu machen. Die Bevölkerung hiesiger Stadt kam den Volksbeglückern mit derartigem Verständniß entgegen, daß der antisemitische Redner bei seinem letzten Auftreten hier als Zuhörer nur die Kellner um sich erblickte. Kappeln (Schleswig-Holstein). Der „Schlei-Bote", Kreis blatt für Angeln und Schwansen, berichtete kürzlich: „Unser langjähriger Mitbürger, der Inhaber der weitbekannten Handlungsfirma I. Moses und Sohn Hierselbst, Herr Adolph Moses und Frau Gemalin, feierten am gestrigen Tage ihre silberne Hochzeit. Die Familie Moses rechnet zu denjenigen Patricierfamilien unserer Stadt, deren Name von jeher einen guten Klang gehabt haben und deren im In- und Auslande zerstreute Familienglieder bei unserer Bürgerschaft in Ansehen stehen. . . . Obwohl das Fest zuerst nur auf den engeren Familienkreis berechnet war, nahm die Feier doch bald einen a l l g e m e i n e n Charakter an. In allen Straßen der Stadt zeigte sich reicher Flaggenschmuck. Die Stadt Kappeln ließ dem Hochzeitspaare durch ihren Bürgermeister und zwei Herren aus dem Stadtverordneten-Colleg i u m — dem bekanntlich auch der Jubiläums-Bräutigam längst angehört — officiell ihre Glückwünsche darbringen." Die Stadt hat Herrn Moses viel zu verdanken. Er hat alle Bestrebungen, die auf Hebung der Stadt hinzielten, stets auf das Eifrigste, auch mit reichen Geldmitteln, in uneigennützigster Weise unterstützt. Paris, im Juli. Das Comitö cke Lien 1ai8ance israelite veröffentlicht seinen Jahresbericht, der eine ganz bedeutende Leistung dieses Institutes aufweist. Die Gesammtausgaben beliefen sich auf nicht weniger als 469.354°35 Francs (mehr als 375.000 Mark), welche in dreierlei Weise verausgabt wurden, Erstens erhielten circa 600 Arme regelmäßige monatliche Unterstützung, zweitens werden circa 1200 Personen durch größere einmalige Stipendien unterstützt, endlich sind in circa 20.000 Fällen kleinere Beträge aus der Hand verabfolgt. Außerdem wurden 49.470 Anweisungen auf Brot, 13.957 auf Fleisch und 52.134 auf Colonialwaaren vertheilt, wozu im Winter noch 3500 Anweisungen auf Heizmaterial kommen. 2793 Personen

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