Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 28 (9.7.1897)
- Date
- 1897-07-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- Ostroh 1× ep/1047766
- Werne 1× ep/1045992
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Seite 586 Vr. Vloch's Wochen,chrM. Nr. 28 eine förmliche Völkerwanderung nach dem Kunauk statt, um die Bäume zu bewundern, obwohl man durchaus keine Zeit gehabt hatte, die Bäume besonders auszusuchen oder zu Pflegen, sondern man mußte nehmen, was man am ehesten zur Hand hatte. Die Bäume haben von ihrer bisherigen Seereise infolge der vielfältigen und selbst minutiösen Sorgfalt des Herrn Glückmann kaum gelitten; im Gegentheile hatte der Gärtner die große Freude, sie schon in Alexandrien blühen und neue Schößlinge treiben zu sehen. Die Granatapfelbäume, die Cedratieu und die Ananas sind in voller Blütbe, während die Oliven-, Jukka-, Orangenbäume und Palmen ein frisches Grün zeigen. Zwei Anonabäume, welche alle ihre Blätter auf der Reise von hier nach Alexandrien verloren hatten, haben dort neue Zweige getrieben und sind bei ihrer nunmehrigen Abreise wieder völlig hergestellt. Jetzt hat Herr Glückmann oben auf dem Deck des Rhodos Alles wohl arrangirt und sie zusammen an dem geschütztesten Platze untergebracht, damit sie möglichst wenig vom Meere zu leiden haben. Viel wird von dem Wetter während der beinahe 20tägigen Ueberfahrt auf dem weiten Wege um Spanien herum ab hängen; doch gibt sich der Gärtner der guten Hoffnung hin, daß er die -Bäume wohlbehalten und in gutem Zustande an den Bestimmungsort bringen wird. In etwa 2—3 Wochen hoffen wir die ersten Melonen aus der Colonie Chudere, sowie bald auch Granatäpfel und Mandeln zur Ausstellung senden zu können. In Alexandrien beabsichtigen einige sephardische Chachamim ein arabisches Wochenblatt in hebräischen Typen herauszugeben, das dem Volke jüdisches Wissen, ein Bild von der Lage des jüdischen Volkes im Allgemeinen und der jüdischen Colonifatton in Palästina im Besonderen geben soll. Beer-Tobiah iEl-Kastine), 30. Juni. Für Weizen, Gerste und Wicken ist die Zeit der Ernte gekommen, und seit zwei Wochen herrscht ein fröhliches Leben und eine freudige Arbeitsamkeit, um den Segen einzuheimsen, dessen unsere Bauern in diesem Dorfe zum ersten Male sich erfreuen dürfen. Tag und Nacht wird gearbeitet uno beim Klange hebräischer Lieder, die Zion und die Landarbeit im heiligen Lande zum Gegenstand haben, regen sich fleißige Hände, um mit einander zu wetteifern in unermüdlicher Thätigkeit. Hier führen junge Colonisten die Schneidemaschine durch hohe goldene Saaten, während dort ihr älterer Genosse mit der Sense den Weizen schneidet, der weniger hoch und dicht gerathen ist. Dort wo auch im vorigen Jahre Weizen gesät war, ist die Ernte spärlicher, während hier üppige Erttäge den Fleiß und die Arbeit reichlich lohnen. In jedem Falle ist diese Ernte ein erfreulicher Beweis, daß wir in ferneren Jahren auf gute Ernten rechnen können. .Das Dreschen findet auf dem Felde selbst statt, und es ist eine Freude, zu sehen, lvie die Colonisten selbst Nachts sich nicht von ihrem Segen trennen wollen und draußen auf dem Dschären, d. h. den Getteidehaufen schlafen. Jetzt, wo die Melonen sich der Reife nähern, muß auch stets ein junger Colonist auf den Melonenfeldern nächten, um gegebenfalls die Schakale, die stets eine große Vorliebe für junge Melonen zeigen, von diesen Früchten fernzuhalten. Man kann aber nur wiederholen, daß im Durchschnitte Weizen, Gerste, Wicken und Melonen durchaus gut gerathen sind. Viele Colonisten haben auch wohlgelungene Versuche mit verschiedenen Anbauten selbst gemacht. So hatte ein Colonist mit einem kleinen Versuch mit Fla^s (linum usitatissimo) gemacht, der vorzüglichen Erfolg hatte. Wenn ich in meiner letzten Mittheilung über Beer-Tobiah schrieb, daß die Colonisten das Vorstands comitä um einen hebräischen Lehrer für sich ersucht hätten und daß man die Absicht hatte, nach dem Sukkothfeste ihrem Wunsche nachzukommen, so kann ich jetzt freudig constatiren, daß die neue Colonie schon jetzt in der Person des Herrn Kritfchewsky, eines Bruders des jüdischen Armenarztes Dr. Kritfchewsky in Jerusalem, einen Lehrer erhalten hat, der in hebräischer Sprache die Kinder in allen in Bettacht kommenden Schulgegenständen nach streng pädagogischen Grundsätzen unterrichtet. Auch hat ein jüdischer Lehrer aus Rußland sechzig hebräische Bücher für die Jugend gespendet und so den Grundstock zu einer geeigneten Schulbibliothek gelegt. Die Schule selbst wird bisher von 23 Kindern, und zwar von 14 Mädchen und 9 Knaben besucht. Schon jetzt hängen die Kinder mit inniger Liebe und Freundschaft an ihrem neuen Lehrer und es steht zu hoffen, daß in ganz kurzer Zeit auch hier die verschiedenen Volksdialecte einem reinen Hebräisch den Platz machen werden. Vermischtes. Wien. (Trauung.) Am 14. d. M. findet um 2 Uhr Nachmittags in der Synagoge II., Große Schiffgaffe 8, die Trauung von Frl. Sabine Sußmann, Tochter des Herrn Moses Sußmann aus Ostrog (Wolhynien) mit Herrn Doctor Karl H a l p e r n, Sohn des Großgrundbesitzers, Gemeinderathes und Cultusvorstandes Herrn Hirsch Halpern in Stanislan, statt. Wien. Herrn Regierungsrath Prof. O s e r wurde das Comthurkreuz U. Claffe des württembergischen Friedrich-Ordens verliehen. Wien. Einladung zu dem am M o n t a g, den 12. d. M., halb 8 Uhr Abends, in Khuner's Restaurationssälen, I., Schottenring 19, von dem R e i ch s r a t h s- und L a n dt a g s a b g e o r d n e t e u D r. Ferdinand Kronawetter abzuhaltenden Vortrage: „Winke für den Tag des Sreuerbekenntnifses". Mitbürger! Kaufleute und Industrielle, Angehörige aller Stände und B e r u f s a r t e n, erscheinet bei diesem Vortrage! Wer über die Absassnng des Erwerbstenerbekenntniffes Anleitung zu haben wünscht, wird selbe an diesem Abende in faßlicher Weise erhalten. Hochachtiurgsvoll Für die Leitung des Vereines zur Hebung der Gewerbe in Wien: Der Schriftführer: A. Kisch. Der Präsident: S. B r o d. Wien, 6. Juli 1897. („F erienhei m".) Montag den 5. Juli ist aus Petra» in Mähren die aus 28 Mädchen und 7 Knaben bestehende Vorcolonie am hiesigen Nordbahnhofe eingetroffen, wo sie von den Vorstandsmitgliedern erwartet wurde. Die Kinder sahen blühend aus und die daselbst vorgenommene Abwage zeigte allgemeine ltitb bedeutende Körperznnahme. Dienstag den 6. d. M. sind 50 Knaben mit 2 Lehrern in die Colonie Schattmannsdorf bei Preßburg abgereist, Mittwoch den 7. d. M. 50 Mädchen nach Petrau nub 65 Knaben, ebenfalls in Begleitung zweier Lehrer, nach Roffitz auf die Baron Hirsch'fche Besitzung, woselbst durch die Hochherzigkeit der Frau Baronin Hirsch-Gereuth dem Vereine noch mehr Räume, als im Vorjahre zur Verfügung gestellt wurden. Wien. (S p e n d e.) Anläßlich des Ablebens des Herrn Richard Mende, ehemaligen Proeuristen der Firma M. Thvrsch Söhne, haben die Schwestern desselben, die Frauen Lina Meyer, Cäcilie Pariser und Lud. Bert in Berlin dem Vereine „Ferienheim" in Wien, I., Schottenring 23, dessen Mitglied der Verblichene gewesen, zum Andenken an denselben eine Spende von 500 fl. übermittelt. Wien. (S p e n d e.) Von Herrn Dr. Jacob Engel, Hof- und Gerichtsadvocaten, Wien, VI., Mariahilferstraße 59, sind uns als Spenden für das jüdische Cnrhaus in Marienbad und für das „Ferienheim" je 10 fl. zugekommen, welche wir ihrer Bestimmung zuführen. Wien. Der Finanzmiuister hat den Stener-Oberinspector Herrn Salomon B e r st l zum Finanz-Secretär für den Dienstbereich der Finanz-Landes-Direction in Wien ernannt. Wien. (Bier Jubilare.) Am 7. d. M. begingen vier Mitglieder des Gremiums der Effectensensale der Wiener Börse die Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Dienstjubiläums. Die Jnbilare sind die Herren Louis C a l m, Armin K h n n, Adolf Pichler und Hugo Werne r. Alle vier Jubilare erfreuen sich an der Börse allgemeiner Beliebtheit. Herr Pichler gehört auch dem Borstande des Sensalgremiums als Vorsteher- Stellvertreter an. E- B. Wien. (Verlob u lt g.) Fräulein IenniTirnig, Tochter des Großindustriellen Victor T i r n i g, hat sich mit dem bekannten Med. Univ. Dr. Btax Scheuer in Wien verlobt. Dem Brautpaare, welches hochachtbaren Familien entstammt, sind von weitesten Kreisen Glückwünsche zugekommen. Wien. (A u s w e i s.) Eingegangene Spenden zum Baue eines Tempels in der Brigittenau von den Herren: H. Pottak 20 fl.; Ferdinand Spiegel 10 fl.; Dr. Ludwig Brück 5 fl.; S. Feuer 5 fl.; Dr. Albert Bauer 3 fl.; Dr. Adolf. Bäck 3 fl.; Dr. Heinrich Benies 3 fl.; Dr. Heinrich Geiringer 3 fl.; Rumpler und Oser 2 fl.; Strauß 2 fl.; L. Ponzen und Bruder 2 fl.; Ferdinand Patik 2 fl.; Simoncic 2 fl.; I. A. Fleischer 2 fl.; Gustav H. Pick 2 fl.; Adolf Volk 2 fl.; H. F. 2 fl.; Wiesenberg 1 fl.; David Löwy 1 fl.; Brüder Fischet 1 fl.;