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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-07-02 · 27 (2.7.1897) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
27 (2.7.1897)
Date
1897-07-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 27 Seite 565 Dr Bloch's WochrnschrM Berlin, 23. Jlini. Der Chemiker Dr. Julius Aron ist vorgestern hier gestorben. Derselbe hat sich um den wissenschaftlichen Ausbau der Thonindustrie hervorragend verdient gemacht. Er hat insbesondere sich das Studium der Thonanalyse angelegen sein lassen und auf diesem Gebiete Namhaftes geleistet. Durch Begründung der „Thon-Jndustrie-Zeitung" schuf er für die Thonindnstrie einen literarischen Mittelpunkt. Weiterhin richtete Aron ein Laboratorium für Untersuchungen zur Thontechnik ein, aus dem der Thonindnstrie wichtige Lehren und Rathschläge für den Ausbau und die Vervollkommnung ihrer Technik und ihres Betriebes zugekommen sind. Julius Aron, 1840 zu Bublitz geboren, machte seine wissenschaftlichen Studien auf der Universität und der damaligen Gewerbeakademie zu Berlin, vornehmlich als Schüler Karl » Rammelsberg's. der damals das chemische Laboratoriutu der Gejj Werbeakademie leitete. Später war er lange Zeit in den Verjl suchsanstalten Friedrich Eduard Hoffmann's, des Erbauers der Ringöfen, thätig. Aron war schon seit längerer Zeit leidend und hatte sich deshalb der Arbeit enthalten müssen. Frankfurt a. M., 21. Juni. (S il b ern e H o ch z ei t.) Gestern feierten Rabbiner Dr. H o r o v i tz und seine Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. Schon am Vorabend wurde das Jubelpaar durch ein Ständchen des Synagogeuchors erfreut. Am Jubeltage selbst reihte sich von früher Morgenstunde Deputation an Deputation. Zuerst gratulirte eine Abordnung Namens einer großen Anzahl von hiesigen und auswärtigen Freunden des Jubelpaares; sie überbrachte eine künstlerisch ausgeführte Adreffe und ein Ehrengeschenk. Dann kam eine Deputation der Besucher der Synagoge am Börneplatz, die gleichfalls eine prachtvolle Adresse und eine Ehrengabe überreichte. Adressen wurden ferner gewidmet vom Montefiore-Berein, von der israelitischen Religionsschule, dem Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina, von den Lehrern und Schülern der Lämmelschule in Jerusalem, vom Hospital in Jaffa, von der Loge der Bne Brith u. s. w. Der Israelitische Gemeindevorstand, der Palästinensische Hilfsverein in Lemann Zion, der Verein für jüdische Geschichte und Literatur, der Israelitische Hilfsverein, die Verwaltung des Kindergartens für Israeliten und des Gemeinde- (Königswarter-) Hospitals, die Großloge der Bne Brith, die jüdischen Schüler des Kaiser Friedrichsgymnasinms und Andere brachten ihre Gratulationen dar. Die hunderte von Besuchern, Telegrammen und Briefen, die große Zahl von Geschenken legten Zeugniß davon ab, welcher allgemeinen Werthschätzung sich das Jubelpaar und namentlich Rabbiner Dr. H v r o v i tz durch sein humanes Wirken zu Gunsten der Hilfsbedürftigen aller Orten und jeglicher Confession, durch sein, bei aller Principientreue mildes, liebenswürdiges Wesen erworben hat. London. Anläßlich des Jubiläums der 60jährigen Regierung hat die Königin Victoria den Bürgermeister George Faudel-Phillips zum Baronet ernannt. Ferner ist Major Julian Leverson, Mitglied der Grenzcommission kür Manicaland, zum Ritter des St. Michael- und St. George-Ordens ernannt worden. Major Leverson, 1853 in Landen geboren, absolvirte die königliche Militärakademie in Woolwich, nahm theil an dem egyptischen Feldzug 1882 und an der Bechuaua-Expedition 1884—1885, war von 1886—1861 ein hoher Beamter int Kriegsministerinm und erfreute sich des größten Vertrauens seiner Vorgesetzten. Außerdem hat zum erstenmale ein Jude den Orden des indischen Kaiserreichs (Oderof the Indian Empire) erhalten, und zwar ist dies Dr. Waldemar Mordecai Haffkine. Derselbe ist aus Südrußland gebürtig und zeichnete sich schon als Gymnasiast und Hochschüler durch besondere Begabung aus. Mit 23 Jahren wurde er Doctor, und es wurde ihm ein eigenes biologisches Laboratorium von der naturwissenschaftlichen Gesellschaft in Odessa errichtet. Dort arbeitete er fünf Jahre. 1888 wurde er zum Professor der Phisyologie an der Universität Genf ernannt und im folgenden Jahre ging er als Pasteur's Assistent nach Paris. Die Regierung von Großbritannien sandte ihn zur Untersuchung des Wasser rc. in Calcutta nach Indien. Als die Cholera in Bombay ausbrach, leistete er große Dienste durch Ergreifung von Maßregelungen zur Verhütung der Ausbreitung dieser furchtbaren Krankheit. Die indische Regierung bewies Dr. Haffkine ihre Anerkennung seiner seltenen Dienste, indem sie ihm einen monatlichen Gehalt von zweitausend Rupien aussetzte. Im Frühling hatte er den Vorsitz bei der alljährlich stattfindenden Preisvertheilung an der medicinischen Falcültät in Bombay, eine Ehre, die zum erstenmale einem Juden widerfuhr. Dr. Haffkine ist Jude mit Leib und Seele und nimmt das regste Interesse an der Verbesserung der Lage seiner Glaubengellossen. Auf seine Anregung wurden die Chovevi Zion-Bereine der alten und neuen Welt verschmolzen. London. Einer der interessantesten Punkte im Festprogramm war der Empfang Ihrer Majestät der Königin Victoria an der Citygrenze durch den Bürgermeister Sir Faudel-Phillipps und desgleichen der Empfang in Mansion House. Als die Equipage der Königin hielt, stellte der Bürgermeister der Königin seine Gemalin vor, welche einen wunderbaren Blumenkorb aus getriebenem Silber im Style Ludwig XVI., der mit herrlichen Orchideen gefüllt war, überreichte. Die Königin nahm das Geschenk huldvollst entgegen und dankte zweimal: „Ich bin Ihnen Beiden sehr dankbar." (I am grateful to you both). Dann reichte sie Lady Faudel-Phillipps die Hand, welche sie küßte. Mittwoch gab die Königin den Spitzen der städtischen Behörden eine Audienz. Unter ihnen befanden sich zwei Glaubensgenossen. Der Bürgermeister von London, Sir Faudel-Phillips und der Bürgermeister von Ramsgate, Rath Lazarus Hart. Unter den 10.000 Schulkindern, welche die Königin auf ihrem Wege nach Windsor begrüßten, befanden sich 130 jüdische. Die Kinder erhielten alle als Gäste der Königin eine Jause und eine eigens zu diesem Zwecke geprägte Medaille. In Vertretung Lord Rothschild's überreichte Mr. Louis Davidson die Huldigungsadreffe, welche mit „R o t h s ch i l d" unterzeichnet war. Sonntag Nachmittags wurden die sterblichen Ueberreste Mr. B. Barnato's im Willesden Friedhof beerdigt. Tausende von Menschen, zumeist Christen, nahmen an dem Leichenbegängnisse theil, welches das einfachste war, das man sich vorstelleu konnte: Zwei Pferde zogen den einfachen Leichenwagen; keine Spur von Kränzen. Telegramme aus allen Welttheilen kamen im Laufe des Tages an. Vermischtes. Wien. fBerlobung.) Fräulein Frida Hammer, Tochter des Stampiglien-Fabrikauten Herrn M. Ham m e r, hat sich mit Herrn Paul Rubl verlobt. Fräulein Ella Parnes, Tochter des Herrn Leon Parnes, hat sich mit dem in den weitesten Kreisen bekannten und geachteten Kauftnann Herrn S. Rapaport, Sohn des Banquiers Herrn M. Rapaport. verlobt. Wien. (Ordensverleihung.) Der König von Portugal hat dem Med. Dr. Theodor Joh. Zerner in Wien den Orden von Billa Biciosa verliehen. Wien. (A u s z e i ch n u n g.) Dem Chef der k. u. k. Hof-Uniformirungsanstalt Wilhelm Beck & Söhne wurde die hohe Ehre zutheil, in die Appartements des Königs von Siam behufs Uebernahme von Arbeiten sowohl für Se. Majestät selbst als auch für höchstdesselben Gefolge berufen zu werden. Durch Se. Exzellenz den Herrn Generaladjutanten des Königs wurde demselben die vollste Zufriedenheit ausgedrückt. Wten. (S p e n d e.) Die Schwestern des jüngst verstorbenen Herrn Richard M e n d e, Frau Lina Meyer, Frau Cäcilie Pariser, Frau Ludwig B e r l, Alle zu Berlin wohnhaft, haben dem Vereine „Einigkeit" für Feriencolonien zum Andenken an ihren verewigten Bruder den Betrag von 500 ft. zugewendet. Wien. (S t e r b e f a l l.) Herr Adolf Welsch, der sich um das Zustandekommen des Tempelvereines im IX. Bezirke besondere Verdienste erworben, hat einen schweren Verlust erlitten. Seine Frau Amalie, geb. Hecht, ist am 27. Juni nach langem Leiden im 60. Lebensjahre verschieden. An ihrer Bahre trauern eine stattliche Anzahl Söhne und Töchter. Das Leichenbegängniß fand am 26. Juni um '/,10 Uhr am Centralfriedhof statt. Wien. Professor Max Adler der bekannte Biolinlehrer, hat seinen Sommeraufenthalt in Baden genommen und setzt den Unterricht seiner Schüler fort. Budapest. Der Herausgeber der „Ungarischen Montan- Jndustrie und Handelszeitung", Bergrath S i l b e r st e i u, begibt sich in der ersten Hälfte des Monates Augusts zum Vit. internationalenGeologen-Congreßnach

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