Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 26 (25.6.1897)
- Date
- 1897-06-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 542 Nr. 26 Dr. Vloch's Wochenschrift. Wien. (Verlobung.) Herr Josef Schlesinger, Sohn des Verlagsbuchhändlers Herrn Jacob Sch l e s i n g e r, (Firma Jos. Schlesinger) .in Wien, hat sich mit Fräulein Melissa U l l m a n n, Tochter des in weitesten Kreisen bekannten und geachteten Kaufmannes Herrn Isidor U l l m a n it aus Großwardein, verlobt. Wien. Am 20. Juni fand um 12 Uhr Mittags in Ungereigen die Trauung von Fräulein Helene F r i e d l ä n d e r, Tochter des Secretärs der Baron Hirsch-Stiftung und als Schriftsteller in den weitesten Kreisen bekannten Herrn Dr. Moritz F r i e d l ä n d e r, mit Herrn Theodor D. Rotier statt. Wien, 23. Juni. (Regierungs r a t h v. W i n t e rn i tz.) Die gestrige „Wiener-Zeitung" verlautbart die von uns schon gemeldete Verleihung des österreichischen Adelsstandes an den im literarischen Bureau des Ministeriums des Aeußern in Verwendung stehenden Regierungsrath Herrn Jacob Winteru i tz. Dem allgemein hochgeschätzten Publicisten, der bis vor Kurzem Präsident des Journalisten- und Schriftstellervereines „Concordia" gewesen, sind anläßlich der ihm zu Theil gewordenen Auszeichnung aus allen Kreisen der Gesellschaft die herzlichsten Gratulationen zugekommen. Wien. (Ein Schriftsteller b ei m Kaiser.) Der bekannte Schriftsteller Dr. Adolf K o h u t aus Berlin wurde vom Kaiser in Audienz empfangen, um für die doppelte Auszeichnung durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit. der Krone und des Ritterkreuzes des Franz Josef-Ordens zu danken. Dr. Kohut hatte diese Auszeichnungen einerseits für seine literarische Thätigkeit, andererseits für seine Verdienste um das Ungarthum im Auslände erhalten. Der Monarch empfing den Schriftsteller überaus huldvoll und sprach ihm die Anerkennung für seine patriotische Thätigkeit, die er im Auslande entwickle, aus. „Wie lange leben Sie im Auslände?" fragte der Kaiser, worauf der Schriftsteller erwiderte: „Seit dreißig Jahren, Majestät." Der Monarch bemerkte nun: „Um so patriotischer ist es, daß Sie so treue Liebe für das Vaterland bewahrt haben." Dr. Kohut wurde in huldvollster Weise entlassen. Wien. Herr Wilhelm S ch o r, Rabbiner und Religionslehrer der israelitischen Cultusgemeinde, begeht am 31. August d. I. seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlässe werden von Seiten der Religionslehrer umfassende Vorbereitungen zur würdigen Feier dieses Tages getroffen. Wien. Am 6. Mai, am ersten Tage des Wocheufestes, feierte Herr Carl Seligmann, Obmann des Tempelvorstandes im X. Bezirke Favoriten, den 50. Geburtstag. Aus diesem Anlasse spendete er beim Aufrufen zur Thora den beträchtlichen Betrag von 300 fl. zu verschiedenen Zwecken der Wohlthätigkeit. Wien. (V o n d e r B a r o n H i r s ch-S t i f t u n g.) Das k. k. Unterrichtsministerium hat den Stiftungsschulen in Tarnow und Monasterzyska das Oeffentlichkeitsrecht verliehen. Die Stiftnngsschule in Kolomea hat bereits früher das Oeffentlichkeitsrecht erhalten. Wien. (Die Juden und die Somme rfrischen.) Zu öfteremnalen haben wir in diesen Blättern unsere warnende und ermahnende Stimme erhoben, um gegen Miethung und Beziehung von Wohnungen auf dem sogenannten, in Wirklichkeit und Wahrheit jedoch nur eingebildeten Land unser Veto einzulegen, und wiederholt haben wir zur Bekräftigung auf die antisemitische Bewegung hingewieseu, die sich nebst der Residenzstadt sämmtlicher Umgebungsorte von Wien in Niederösterreich bemächtigte, und können wir mit vollster und angenehmster Genugthuung constatiren, daß diese Worte, mindestens doch von einem ziemlich großen Theile unserer Glaubensgenossen verstanden und aufgefaßt, auch beherzigt wurden, wenngleich auch die Abtrünnigen sich hätten von den Landwohnungen absentiren sollen. Allein, da zahlreiche Parteien in Baden rc. ihr Logis über den Sommer genommen, wollen wir diesen Herrschaften nur d i e Mahnung zukommen lassen, sich von allen dortselbst abzuhaltenden Festlichkeiten nach Möglichkeit fernzuhalten, werden diese Festivitäten doch nur zu Gunsten antisemitischer Zwecke veranstaltet. In dieser Hinsicht leistet der beliebteste Aufenthaltsort Baden das Meiste. Durch zahlreiche Unterhaltungsabende soll das Jndengeld gut sein, um dann gleich oder besser gesagt, noch während der Abhaltung gegen uns loszuzieheu! Freitag, 11. d. M. Symphouieabend, Samstag großes Parkfest, Sonntag ebenso, Alles gegen Entree! Wollen die Herren Antisemiten Feste veranstalten, sie sollen dann nur immer ganz unter fick sein! E J. Wien. (Ausweis über eiu g eg ang e n e Sp ende n z u m B a u e eines Tempels in der B rigitten au.) Herren S. Reich & Co fl. 50; Herren Gebrüder Kamsler fl. 20; Herr Hermann Eltbogen 3. Spende fl. 10; Herr Heinrich Weiner 3. Spende fl. 30; Herren E. & L. Hirsch fl. 5; Herr Fürst fl. 5; Herr Carl Humbe fl. 5; Herr Heinrich Engel 2. Spende fl. 2; Herr Adolf Buchwald fl. 1; Herr M. Fischer fl. 1; Herr Jacob Segal fl. 1; zusammen fl. 110, bereits ausgewiesen fl. 11.175-50 im Ganzen fl. H.285'50. Grofi - Enzersdorf. (Erstes Spendende rzeichniß znnl Zwecke des Tempelbaues.) Der Minjan-Verein in Groß-Enzersdorf beginnt hieniit mit der Veröffentlichung der bisher zum Tempelbau daselbst eingelaufenen Spenden und stellt zugleich die Bitte an alle Glaubensgenossen, zur Förderung dieses gottgefälligen Unternehmens nach Möglichkeit beitragen zu wollen. Der Bau ist bereits in Angriff genommen, aber es mangelt noch sehr viel an Mitteln, um das Werk der Vollendung eutgegenzuführen: Herr S. M. Freiherr v. Rothschild in Wien 500 fl.; Herren Gebrüder Guttmann.Wien 300 fl.; Herr Nanman Schefftl, Wien,. 250 fl.; Herr Emil Fürth, Wien, 100 fl.; Herr Marcus Rosenbaum, Groß-Enzersdorf, 100 fl.;Herr Moritz Mandl, Groß-Enzersdorf, 100 fl.; Herr- Josef Winkler, Groß-Enzersdorf, 50 fl-; Moritz Mandler, Groß- Enzersdorf, 50 fl.; Herr Ludwig Grab, Schodnicza, 25 fl.; Herren Fabian Gallia und Sohn, Aspern, 25 fl.; Herrn Moriz Spitz, Groß-Enzersdorf 25 fl.; Löbl. Cultusgemeinde, Mißlitz 25 fl.; Herr G. Bettelheim, Wien 25 fl.; Herr Max Hahn, Groß-Enzersdorf 25 fl.; Löbl. Minjan-Berein Salzburg 25 fl.; Herr Moritz Schischa, Groß-Enzersdorf 25 fl.; Herr Leop. v. Popper, Budapest 25 fl.; Herr Dr. S. Bauer, Groß-Enzersdorf 25 fl.; Herrn I. Polenz, Brünn 30 fl.; Löbl. Minjan-Berein Stockerau 30 fl.; Herr Leop. Rosenbaum, Groß-Enzersdorf 30 fl.; Herr Heinrich Reichsfeld, Groß-Enzersdorf 30 fl.; Frau Fanni Grünwald, Groß-Enzersdorf 25 fl.; Cultusgemeinde in Brünn 20 fl. Zusammen 1865 fl. (Wird fortgesetzt.) Weitere Spenden mögen au den Minjan-Berein in Groß-Enzersdorf oder auch an den Gefertigten eingesendet werden. Heinrich Reichsfeld Obmann des Tempelbaucomitäs in Groß-Enzersdorf. Prag. (V e r c i n der j ü d i s ch e n H o ch s ch ü l e r in Prag.) Samstag, den 19. d. M. veranstaltete der „Verein der jüdischen .Hochschüler in Prag" seinen letzten Vortragsabend in diesem Semester. Herr Med. Max Meißner sprach über das Thema: „Herzl's Indenstaat und Güdemaim's Nationaljudenthum". Ein zahlreiches, distingnirtes Pnblicnm folgte den Ausführungen des Redners mit gespannter Aufmerksamkeit und spendete demselben großen Beifall. Der Vortragende erörterte die Ideen, welche den genannten Broschüren zu Grunde liegen, und vertrat der Hauptsache nach den Standpunkt Güdemaim's. An den Vortrag schloß sich eine äußerst interessante Debatte, an welcher sich Herr Dircctor Philipp Falkotvicz, Herr Professor Dr. L. Singer und Herr Professor Dr. I. Werner, von Seiten des Vereines Herr Phil. Eand. I. Pollak bcthciligten. Hierauf dankte der Obmann Herr JUC. Max Winkler den anwesenden Gästen für ihr Erscheinen und gab dem Wunsche Ausdruck, daß dieselben den Verein auch fürderhin in seinen Bestrebungen fördern mögen. Karlsbad. Der hier zur Cur weilende Unterrichtsminister Baron Gautsch hat in Begleitung des Sectionschefs Ritter von Hartl die unter Leitung des Dr. T y r u a u e r stehende medico-mechanische Anstalt des Kaiserbades besichtigt intb sich über die Leistungen derselben sehr befriedigt gezeigt. (Ans Rufiland ausgewiesen.) Seit neun Jahren ist der 57jährige gewesene Kaufmann Johann Macht von seiner hier wohnenden Familie abgängig. Er wurde aus Rußland ausgewiesen und am 30. October 1895 von den österreichischen Behörden am Grenzpunkte Wegezyer übernommen. Seither fehlt jede Spur von ihm. Lemberg. Herr Cultusvorsteher Dr. Simon Schaff hat dem hiesigen Tempel ein Paar kostbare, kunstvoll ausgearbeitete Sammtvorhänge zum Präsent gemacht, welche nun, ihrer Bestimmung gemäß, die Seitenwände vor der heiligen Lade schmücken. Der obgenannte Spender hat auch dem Fonde der im Baue begriffenen Orgel eine ansehnliche Spende zugedacht. Lemberg. (V e r l o b u n g.) Frl. M a r i e B a ch (Skarbekgasse 4), hat sich mit Sr. Ehrwürden Herrn Dr. O s i a s T h o n, Rabbiner und Prediger der israelitischen Cultusgemeinde Krakau, verlobt.