Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 25 (18.6.1897)
- Date
- 1897-06-18
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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Nr. 25 Vr. Bloch's »ortzrnfthrM Sette 531 des letzten Jahres in die Vereinigten Staaten Eingewanderten j auf ca. 100.000 Seelen, von denen unsere Glaubensgenossen etwa den vierten Theil ausmachen. Er betont, daß diese Einwanderer, nicht nur die Juden, sondern auch die anderer Bekenntnisse, fast ausschließlich in der Stadt New-Iork verbleiben, und schlägt vor, daß das Clearing-House zu einem großen Institut organisirt werde, von dem aus die Einwanderer über die ganzen Vereinigten Staaten vertheilt werden können. Vermischtes. Wien. Wie wir vernehmen, hat der Kaiser dem k. k. Regierungsrathe im literarischen Bureau des Ministeriums des Aeußern, Jacob W i n t e r n i tz, den Adelsstand verliehen. Im Jahre 1878 hat Regierungsrath Winternitz das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens erhalten. In den letzten fünf Jahren stand Regierungsrath Winternitz als Präsident an der Spitze des Wiener Journalisten- und Schriftstellervereins „Concordia". Wien. Am ersten Schebuvth-Tage fand im Stadt-Tempel die Confirmation des Sohnes des Herrn Theodor Reitling e r statt. Nachdem der Vater des Confirmanden und dessen Brüder Herr Julius Reitlinger zur Thora gerufen worden waren und bedeutende Beträge zu wohlthätigen Zwecken gespendet hatten, wurde der Confirmand zur Thora gerufen. Er trug den betreffenden Thoraabschnitt mit schöner Betonung vor und recitirte hierauf die Haftorah. Oberrabbiner Dr. ©übemann und Ober-Cantor Singer segneten in üblicher Weise den Confirmanden. Wien. (Mädchen-Confirmalion.) Am ersten Tage unseres Schebuothfestes fand in dem blnmengeschmückten Tempel des IX. Bezirkes die feierliche Confirmation zwölf jugendlicher Glaubensschwestern statt, die mittelst dieses weihevollen Actes in den Bund Israels eintraten. Es ist der bewährten Vorstandschaft dieses Tempels dankbar anzurechnen, daß sie diese erhebende Feier sinnig mit dem schönen Feste der Offenbarung verbindet. Diesem Zusammenhänge widmete auch Herr Rabbiner Dr. Gelb haus seine eindrucksvolle Rede, die in gelungenster Weise die Festpredigt mit der Ansprache an die Confirmandinnen verknüpfte, welche in zwei Halbkreisen den Redner umgaben. Mit guter Betonung und richtigem Verständnisse erlheilten die angerusenen Mädchen Irene Hecht, Gisela G o l d st e i n e r, Margarethe Schmitz, Elise Reumann, Rosa Sallmayer und Adele Weltmann auf die an sie gerichteten Fragen über die israelitischen Hauptlehren von Gott und dem Menschen präcise Antworten, welche von allen Confirmandinnen harmonisch im Chore wiederholt wurden. Rach einem stimmungsvollen Choräle betrat dann Fräulein Rosa B e t t e l h e i m die Kanzel und trug das Glaubensbekenntniß und nach ihr von derselben Stelle aus Fräulein Stephanie F i a l l a ein tiefempfundenes Schlußgebet vor, welche beiden Vorträge, voll Weihe und Gefühl dem Herzen der beiden überaus sympathischen Confirmandinnen entspringend, ihren Weg fanden in das andächtig lauschende Gemnth der überaus zahlreich versammelten Festgemeinde. Mit der Vertheilung schöner als Festgabe ausgestatteter Gebetbücher an die sämmtlichen zwölf Confirmandinnen, schloß unter den Tönen einer Cantate und mit dem Segensspruche des Priesters die würdige, dem Tempel zur Ehre und ollen Betheiligten zur Erhebung gereichende Feier. Wien. Herr Alois S ch i ck in Fünfhaus, Henriettenplatz Nr. 3 wurde vom israelitischen Cultusvorstand zum Tempel- Vorsteher für Mariahilf bestellt. Derselbe ist seit Jahren Vorstandsmitglied der Chewra* Kadiseha daselbst, und ohne ein besonders vermögender Mann zu sein, bringt er für Arme und Nothleidende die größten Opfer. Seine Bestellung zum Tempelvorsteher hat deswegen allgemeine Befriedigung gefunden. Wien. Am 26. v. M. feierte Herr Emanuel Hofmann das Fest seiner silbernen Hochzeit, Herr Emanuel Hofmann langjähriger Präses der ehemaligen Cultusgemeinde Währing und nunmehriges Vorstandsmitglied der Cultusgemeinde Wien, feierte dieses Fest in stiller Zurückgezogenheit und wurde dasselbe nur durch einen Wohlthätigkeitsact für Cultuszwecke seinen zahlreichen Verehrern bekannt. Möge er in dem von ihm geschaffenen Tempel zu Währing sein goldenes Hochzeitsfest feiern. Wien. Als Beisteiter zur Schaffung eines Fondes behufs Ermöglichung des Curgebrauches für den bei Rettung von Menschenleben seiner Gesundheit verlustig gewordenen Herrn Michael H a n s e r ist uns weiter von Herrn Adolf Schallinger in Brünn 1 fl. zugegangen. Wir sind gerne bereit, weitere Spenden für diesen edlen Zweck entgegenzunehmeu llnd die Namen der Spender zu veröffentlichen. Wien. Der in weitesten Kreisen beliebte Präsident des Wiener Börsenvereines, Banquier Eduard F r i e d e n st e i n, hat einen schweren Verlust erlitten. Seine Mutter ist im Alter von 75 Jahren verschieden. Die allgemeine Theilnahme zeugte von der Beliebtheit und Verehrung, der sich Herr Friedenst e i rr erfreut. Wien. Die hiesige türkisch-israelitische Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten. Herr Salamon D. Asriel, Chef der Firma Brüder Asriel & Farchy, ist Samstag, den 12. Juni in Baden bei Wien einem schweren Leiden im 52. Lebensjahre erlegen. — Au seiner Bahre trauern nebst der gramgebeugten Gattin und den Hinterbliebenen Kindern die ganze türkisch-israelitische Gemeinde und alle Geschäftsfreunde der renommirte» Firma. Wien. (O t t a k r i n g.) In der am 4. d. M. stattgesundenen Bezirks-Lehrerkonferenz des XVI. Bezirkes wurde Herr Samuel E p st e i u, Communal- und israelititischer Religionslehrer, in beu ständigen Ausschuß für das Schuljahr 1897-98 gewählt — ein unter den gegenwärtigen Wiener Verhältnissen sehr bemerkenswerthes Ereigniß. Wie». Unter großer Betheiligung der Finanz-, Kunst- und Schriftstellerwelt fand Freitag den 11. d. M. das Leichenbegäng niß des so jung dahingeschiedenen Dr. jur. Karl Baue r, Sohn des in den weitesten Kreisen bekannten und verehrten Directors des Wiener Bankvereines statt. In der Ceremonienhalle des Centralsriedhofes hatten sich u. A. eingefunden: Der Gouverneur der Länderbank für Bosnien und die Herzegowina Geheimer Rath v. I a n s e k o w i t s ch, die Sectionschefs R. v. H e r z und H a h n, Adoli R. v. Sonnentha l, Frau v. Ehre nst e i n, Alfred G ü n f e l d, Hans S ch l i e ß m a n n, die Bankdirectoren Hofrath R. v. Hahn, Julius Herz, Elbogen, R e ch n i tz e r, Dr. Ham merschlag, K o r i t s ch o n e r, K r a ß n y. die Collegen des Directors Bauer, Dr. I o l y. Popper und Stögermayer, ferner Dr. Raimund G r übl, Dr. Freih. v. H a e r d t l, Dr. B r a u n e i s, Freih. v. P o p p e r, M. S z e p s, Reichsrathsabgeordneter Professor F o u r n i e r, der Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift", Dr. Bloch, sowie zahlreiche Schriftsteller, Künstler und Bankvorsteher. Punkt 11 Uhr wurde der Sarg auf bcu Katafalk gehoben, worauf Obercantor Singer in tief ergreifender Weise die Trauerpsalmen intonirte; hierauf ergriff Oberrabiner Dvctor G ü d e m a n n das Wort, um in tiefempfundenen Worten dem so jung Dahingegangenen einen Nachruf zu widnien, der sich trotz seiner Jugend durch ein seltenes, auf viele Gebiete sich erstreckendes Wissen und einen ungemein edlen Charakter ausgezeichnet hat. Wien, 14. Juni. Mitten in dem zur Talmud-Thora- Vereins-Schule gehörigen, im Sommer in einen Blumengarten umgewandelten, lichten und luftigen Schulhofe — II., Malzgasse 16 — steht seit länger als eimem Decennium die Talmud- Thora-Synagoge, die sich stets eines sehr regen Besuches erfteut. Am verflossenen Wochenfeste wurde dieses Bethaus nach im Innern stattgehabter Renovirung feierlich wieder eröffnet. Allgemein überraschte die prachtvolle Malerei — Gold in Roth — die herrliche Decke und insbesondere die Ostwand mit sehr stylvoll ausgeführten Inschriften oberhalb der zierlichen Bundeslade, die schon für sich allein dem Gotteshause zur Zierde gereicht. Diese innere Ausschmückung verdankt das Gotteshaus einem eifrigen Mitglieds Herrn Leo S a l t e r, der keine Kosten scheute, um nur diese Andachtsstätte zu einer sehr schönen und würdigen zu gestalten. Am ersten Tag des Wochenfestes hielt Herr Rabbiner I. B. Kohn — den Dank der Bethausgemeinde würdig verdolmetschend — eine sehr beifällig aufgenommene Festrede. Ebenso fand unter besonderem Beifalle am zweiten Tage dieses Festes ein Vortrag des Vereinslehrers unseres Bet-Hamidrasch, des Herrn Rabbiner Kramer statt. Es sei hierbei auch erwähnt, daß die Vorträge an unserem neuen Bet-Hamidrasch sich täglich einer sehr regen Frequenz erfteuen und daß sich ein specielles Jugend-Comite aus intelligenten jungen Leuten gebildet hat, das die Förderung des Bet-Hamidrasch und den fleißigen Besuch der Vorträge sich zur lobenswerthen Aufgabe gestellt hat. Wien. (Der bekannte Re st au rate ur Guth von der Stephanie st raße) feierte am 10. Juni d. I. seine silberne Hochzeit mit seiner Frau Fanny. Herr Guth ist ein tüchtiger, gewissenhafter Wirth, seine treue Ehehälfte gilt als i? : §! i : ‘f i r. ' / i rS't.