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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-06-18 · 25 (18.6.1897) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
25 (18.6.1897)
Date
1897-06-18
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Sette 520 Vr VLoch's Wortzensttzrist. Nr. 25 Lord und Lady Rothschild, Mr. Paßmore Edward, Mr. Carrington Smith, Rev. W. Bolton hielten Ansprachen, und die schöne Feier schloß unter den Klängen der Nationalhymne. Constantinopel. Die Zeitungen brachten im Februar d. I. eine Notiz, daß in einer Schule der Alliance in G a l a t a Bomben gefunden worden seien. Das Central-Comite hat über diesen Vorfall von Herrn I. D a n o n. Director der Knabenschule in Ga lata, folgende Mitheilung erhalten: Am 9. Februar wurde ich von der Polizei von Vera benachrichtigt, daß im Keller unseres Schulhauses ein Krug mit Sprengstoffen vergraben sei. Ich theilte dies sogleich Herrn F e r n a n d e z, dem Präsidenten des Localcomites, und den Mitgliedern unseres Ichulcomitös mit, und im Einverständnisse mit diesen ließ ich die Polizei ersuchen, selbst die nöthigen Nachforschungen anzustellen, die Polizei antwortete, sie habe volles Vertrauen zu uns, wir sollten selbst den Keller durchsuchen und sie benachrichtigen, falls wir etwas fänden. Die Angaben der Polizei über die Stelle, wo die Sprengstoffe verborgen sein sollten, waren so genau, daß uns sofort der Gedanke kam, unsere früheren armenischen Bediensteten könnten wohl Sprengstoffe bei uns vergraben haben. In dem Keller, in dem wir unsere Kohlen und Brennholzvorräthe haben, befinden sich wirklich 4 Krüge, die fast ganz in den Boden vergraben sind. Sie dienten dem Hauseigenthümer zum Aufbewahren von Oel. Ich untersuchte aufmerksam den Inhalt dieser Krüge und fand in einem derselben einige kugelförmige Bomben von 8—9 Centimeter Durchmesser, ähnlich denen, welche die Armenier benutzt haben, als sie in die B a n q u e o t t o m a n e eiubrachen. Die Polizei wurde sofort davon verständigt und ersucht, selbst die Stoffe entfernen zu lassen. Herr F e r n a u d e z, der zugegen war, ließ einen Dolmetscher der italienischen Gesandtschaft holen, und bald wurden in Gegenwart einiger hoher Polizeibeamten die 11 Bomben aus dem Kruge vorsichtig entfernt und fortgeschafft, nachdem alle Anwesenden ein Protokoll über das Geschehene unterzeichnet hatten. Aus Vorsicht — ich fürchtete, die Bomben könnten beim Herausziehen zufällig explodiren — hatte ich die Schüler vorher entlasten, uatiirlich ohne ihnen die Gründe anzugeben, um sie nicht zu erschrecken. Unsere jetzigen Dienstboten, die S y r e r sind, wurden von einem Untersuchungsrichter ausführlich verhört. Nach den Fragen, die an sie gerichtet wurden, muß ich annehmen, daß die Polizei erfahren hat, die alten Dienstboten hätten den jetzigen geschrieben, au welcher Stelle die Bomben sich befänden. Wir hätten nie geglaubt, daß unsere Dienstboten, die in unserer Schule so viele Jahre treu gedient haben und immer gut behandelt worden sind, unsere Schüler einer so großen Gefahr aussetzen würden. Es ist unzweifelhaft, daß das Haus zerstört und alle darin Befindlichen vielleicht getödtet worden wären, wenn im Augenblicke der Unruhen diese Unsinnigen die Bomben aus unseren Fenstern geworfen hätten. Frau Baronin Hirsch hatte kürzlich mehreren Wohlthätigkeitsgesellschasten in C o n st a n t i n o p e l bedeutende Unterstützungssummen zugesandt. In H a s k e u y hat die Gesellschaft ZerorHachaim auf den Theil, der ihr davon zukamim Voraus eine Summe von 10.000 Piaster erhoben, wovon kleinen Handelsleuten, Gewerbetreibenden und Arbeitern Vorschüsse geleistet werden sollen. Dies ist eine ausgezeichnete, sehr wirksame Art, Mildthätigkeit zu üben; das Centralcomite hat dtt Directoren der Gesellschaft zu ihrem glücklichen Vorgehen beglückwünscht. Dieselbe Gesellschaft, sowie die Gesellschaft M e k o r Hachaim haben bei der Bekleidung der unbemittelten Schüler in den beiden Schulen der Alliance im Stadtviertel H ask e u y Beiträge gezahlt. Jaffa, den 29. Jjar. Bekanntlich führt seit einigen Jahren eine schmalspurige Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem und vermittelt besonders den Fremden- und Pilgerverkehr nach der heiligen Stadt. Zwar geht täglich ein Güterzug von Jerusalem nach hier und umgekehrt, doch werden noch immer die meisten Lasten auf dem viel billigeren Wege der Kameelkarawanen befördert. Um den Personenverkehr, der sich ebenfalls zum großen Theile der Eisenbahn noch entzieht, die freilich in jeder Beziehung noch viel zu wünschen übrig läßt, diesem Verkehrsinstitut mehr zuzuführen, sind jetzt für weniger bemittelte Einwohner, die sonst die Privatwagen vorziehen, billige Retourbillets von hier nach Jerusalem mit dreitägiger Giltigkeitsdauer eingeführt. Ein dreitägiges Rückfahrtsbillet kostet zwischen Jaffa und Jerusalem in der Regel 95 Regierungspiaster und wird nur für I. Classe ausgegeben, außerdem gibt es solche Rückfahrtskarten noch nach Ramle und Lydda für 11 beziehungsweise 10 Piaster in II. Classe. Für die jüdischen Colonien kommen drei Stationen in Betracht und zwar Ramle als Bahnhof für Katra (Gederah) und Wadi- Hanen, während die von der Bahn beinahe berührte Colonie Ekron zu weit von einer Station liegt, um directen Vortheil von diesem Verkehrsmittel zu haben. Dagegen ist die beste Verbindung mit der erst seit sieben Monaten bestehenden Colonie El-Kastine (Beör-Tobiah) über Sedached, von welcher Station das Dorf etwa zwei bis drei Stunden mit verhältnißmäßig gutem Fahrwege entfernt ist. Endlich liegt die kleine neue Ansiedlung Artuh (Nar-Tobh), die frühere Missionsstation, kaum mehr als zehn Minuten über dem Bahnhofe Dör-Aban. Sehr wichtig wäre es, bei der Anlage von etwa neuen Ansiedlungen die Nähe der Eisenbahnstationen zu berücksichtigen, da nicht nur die Bahn davon einen Vortheil ziehen würde, sondern eine gute Verbindung mit dem einzigen von regelmäßigen Dampferlinien frequentirten Seehafen wegen des Absatzes der Erzeugnisse eine der wichtigsten Lebensadern der gesammten Colonisation schon jetzt ist und bei weiterer Entwicklung noch mehr werden dürste. Damaskus. Eine sehr glückliche Einrichtung hat Herr O u z i e l, Director ~ der Schule zu Damaskus, getroffen. In dieser Stadt, wie in allen, in denen die Alliance ein Lehrlingswerk unterhält, nehmen die Lehrlinge Abends an Fortbrldungscursen theil, in denen sie im Zeichnen, Rechnen, in der Buchführung und 'Sprachen unterrichtet werden. Herr Ouziel hat nun mit Billigung des Bildungscomitös hierzu alle jüdischen jungen Leute, die theilnehmen wollten, zugelassen. Der Cursus hat im November begonnen, heute sind nahe an hundert Hörer darin. Der Hilfslehrer, Herr Rüben L e v y, der diesen Cursus übernommen hat, hat darüber dem Centralcomite einen Bericht erstattet, den hier im Auszuge wiederzugeben nicht ohne Interesse sein wird: Es ist unleugbar, daß der neue Fortbildungscursus sehr nützlich ist und sein wird. Die Arbeiterclasse, die bisher in der größten Unwissenheit dahinlebte, fängt an, aus ihrer Erstarrung zu erwachen. Zuerst ist zu bemerken, daß die gesammte Arbeiterwelt den ^, Willen hat, etwas zu lernen. Am Tage der Anmeldung war der Schulhof voll von Bewerbern, die meisten im Alter von 20—25 Jahren. Leider konnten wir nicht alle aufnehmen, wir mußten die Zahl auf hundert beschränken. Eine große Zahl blieb übrig, die unbefriedigt blieb; es that mir weh, sie alle Tage an dem Eingänge der Schule warten zu sehen, wenn ihre glücklicheren Kameraden zum Unterrichte gingen. Ich kann Ihnen mit Befriedigung mittheilen, daß all' diese braven Arbeiter eine musterhafte Aufmerksamkeit bewiesen, daß fie fleißig am Cursus theilnehmen und bedeutende Fortschritte machen. Inzwischen sind Maßnahmen getroffen worden, damit Alle, welche am Cursus theilnehmen wollen, zugelassen werden können. Ein derartiges Unternehmen ergänzt Schule und Lehrlingswerk in der glücklichsten Weise. Aus Mangel an Mitteln kann die Alliance nicht alle Kinder, die sich dazu melden, in ihre Schulen aufnehmen, oder sie als Lehrlinge unterstützen. Dagegen kann ein Fortbildungscursus überall ohne große Kosten eingerichtet werden, und die jungen Leute — seien es Arbeiter oder nicht — die nur eine mangelhafte Vorbildung erhalten haben, können sich hier die Kenntnisse erwerben, die zur tüchtigen Ausübung ihres Berufes unentbehrlich sind. Das Centralcomite geht damit um, das Institut der Fortbildungscurse allgemein einzuführen. Brisbane (Queensland). Mr. B. R. Lewin ist gestorben. Er war in Posen geboren und seit 20 Jahren hiesiger Bürger. Ihm ist die Errichtung der hiesigen Synagoge und des Tempels in Toowoomba fast ausschließlich zu verdanken. Das Leichenbegängniß war das größte, das man je hier gesehen hat; mehr als hundert Wagen folgten dem Sarge. Rabbiner C h od o w s k i hielt eine ergreifende Trauerrede und am Samstag fand außerdem ein Trauergottesdienst in der Synagoge statt, welche schwarz drapirt war. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe, einen Sohn und drei Töchter. New-Aork. Dr. Joseph Senner, der Einwanderungs- Kommissar von New-Iork, schätzt die Gesammtzahl der während

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