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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-06-18 · 25 (18.6.1897) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
25 (18.6.1897)
Date
1897-06-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 25 Dr. Vloch's Wochrnfchrifr Seite 519 Fayer, Samuel Bleuer, Secretäre. Ausschußmitglieder: Ignaz Barn o, Isidor Baumgarten, Reichtagsabgeordneter Dr. Franz Cor i n, Armin Fod o r, Ludwig Grube r, Moritz Kelemen, Des ider Markus, Franz Szekely. Das königl.-ung. landesstatistische Amt veröffentlicht den Ausweis vom Monat April l. I. Ehen zwischen Christen und Inden fanden 26 statt; außerdem erfolgte im Vormonate auch eine Eheschließung zwischen einem Mohammedaner und einer Jüdin. Primar-Augenarzt Dr. Leopold G r o ß m a n n in Budapest feierte sein 50 jähriges Doctor-Jubiläum. Dr. N a t h a n Feuer und Universitätsdocent Dr. Max Schächter überreichten am 31. Mai d. I. das Jubiläumsdiplom, mit welchem der Professorenkörper und die Wiener Universität den Jubilar bedachte. Frau Witwe Moses Diamant, die älteste Frau Ungarns ist am 28. Mai l. I. im Alter von 106 Jahren in Mindszent gestorben, — Rabbi L. H. F e i g e l wurde in Göngyös am 20. Mai l. I. feierlich installirt. Dr. David Erdei, Oberarzt in Szolnok ist int Alter von 80 Jahren am 23. Mai gestorben. Budapest. In dem hiesigen jüdischen Hospital, das erst vor einigen Jahren mit großem Kostenauswande erbaut wurde, sind im abgelaufenen Jahre 1580bettlägerige und 15.155 ambulante Kranke behandelt, 239 Nichtjuden unentgeltlich ausgenommen und ungefähr 8000 ambulant behandelt worden. Die Ausgaben betrugen 140.000 Kronen. — Im „Sz a b ad Sajtü" finden wir folgende bemerkenswerthe Notiz: „Beim Budapester reformirten Seelsorgeramte meldeten sich vor Kurzem zwei jüdische Mädchen mit der Absicht, zum reformirten Glauben übertreten zu wollen. Dem Seelsorger fiel es auf, daß die Mädchen es recht eilig hatten und die gesetzlich vorgeschriebene Zeit nicht abwarten wollten. Er hielt Nachforschungen und brachte in Erfahrung, daß die Mädchen nach Rußland gehen wollen, wohin sie mit einem Taufscheine viel leichter gelangen, als, mit einem Geburtszeugniß. Dem Seelsorger war es nun klar, was der Zweck ihrer Reise sei. und um nicht zu einer unmoralischen Laufbahn hilfreiche Hand zu bieten, wies er beide ab. — Pros. Ignaz H a l a s z wurde zum D e c a n der p h i l o s o p i s ch e n Facultüt der Universität in Klausenburg gewählt. Graz. (Aus der israelitischen Cultusgemeinde.) Der Secretär der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, Herr Rechnungs-Revident Albert L ö w i t, ist ans Gesundheisrücksichten verhindert, sein Amt in der Cultusgemeinde weiter zu bekleiden. Der Cultusrath hat beschlossen, demselben mit Rücksicht auf seine Leistungen in der Cultusgemeinde während seiner fünfjährigen Wirksamkeit ein Anerkennungsschreiben mit einer Ehrengabe zu überreichen. Herr Löwit hat namentlich bei der Durchführung des Tempelbaues, dem Abschlüsse der langjährigen diesbezüglichen Rechnungen, dem Arrangement der Einweihungsfeier des Tempels im Jahre 1892, sowie bei dem festlichen Empfange des Kaisers im Juni 1895, ferner bei der Abfassung des neuen Gemeindestatuts und der Durchführung der Neuconstituirung der Gemeinde verdienstlich mitgewirkt. Mit der provisorischen Führung des Secretariates wurde der Lehrer der Gemeinde, Herr Anton U n g a r, betraut. Jungbunzlau. Löbliche Redaction! Gestatten Sie, daß ich Ihnen als Curiosum mittheile, welche Artikel manche Blättchen ihren Lesern auftischen. Hier erscheint jeden Samstag ein jungczechisch-antisemitisches Blatt »Boleslavske Listy« — welches jedesmal wenigstens einen Artikel enthält, der die Tendenz -des Blattes handgreiflich darlegt. Gestern brachte dies Blatt folgende Notiz: „Baron Rothschild hat in seinen Gürten 1000 Gärtner, denen er jährlich 200.000 fl. zahlt, somit 200 fljedem — so drückt er die Arbeiter — doch ein Rothschild darf sich Alles erlauben" rc. rc. Neben mir saß ein christlicher Bürger, las es und lachte und sagte: „Herr, das glaube ich nicht — weder die große Anzahl noch die geringe Zahlung" — vermuthlich hat der Redacteur schon keinen Stoff für's Blatt gehabt und griff zu diesem — Curiosum. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung S. Kornführer. Lehrer, Gemeinde-Secretär. Lemberg, 4. Juni 1897. Geehrte Redaction! Das gefertigte Comite bittet in Ihrem geschätzten Blatte — das jederzeit objectiv die Interessen der Juden so warm beherzigt und vertritt — folgende Berichtigung einzuverleiben. In Ihrem Blatte Nummer 23 behauptet Ihr Correspondent, daß im Statutenentwurfe 8 32, Absatz 4, bezüglich Rabbinatscollegium „der Passus": Die Cultusgemeinde- Repräsentanz b e st i m m t, welcher der beiden Gemeinderabbiner bei diesen collegialen Berathungen d e n B o r s i tz f ü h r e n soll", Vorkommen soll. Wir erklären h i e m i t zur Steuer d e r W a h r h e i t, d a ß i n d e n v o m gefertigten C o m i t ä m i t d e r C u l t u s r e p r ä s e n t a n z vereinbarten S t a t u t e n die erwähnte Stelle nicht v v r k v m m t, während w i r vereinbart haben, daß der Rabbiner der conservativen Richtung i m R a b b i n a t s c o l l e g i u m den V o r s i tz z n f ü b reu h a t. In eine weitere Discufsion lassen wir uns nicht mehr ein, und werden wir unsere vereinbarten Wünsche anderseits verfechten. Hochachtungsvoll Für das Centralcomite zur Verfassung der Statuten Julius Hochfeld, Schriftführer. London. Die hiesigen jüdischen Schulen haben sich, zu einer Jewish Voluntary Schools-Association organisirt, wodurch ihnen der Anspruch auf eine ergiebige Staatsunterstützung gesichert wird, wic solche die Schulen der anderen Confeffionen nach dem neuen Gesetz ebenfalls beziehen werden. Präsident der neuen Bereinigung ist Lord Rothschild. Im Vordergründe der jüdischen Interessen steht die Feier des 60jährigen Jubiläums der Königin, deren Vorbereitungen alle Welt beschäftigen. Bon allgemeinem Interesse ist es. daß .der Oberrabiner Adler, als Vertreter der jüdischen Gemeinden zu dem feierlichen Gottesdienst in der Kathedrale von St. Paul officiell eingeladen ist. Uebrigens regen sich die Juden auch in den Colonien. So haben sich auf Anregung der Melbourner Gemeinde unsere Glaubensgenossen in folgenden Städten zu einer gemeinsamen Adresse zusammengethan: Ballarat, Bendigo, ®ebüitg, Adelaide, Brisbane, Hobart, Perth, Dumdin, Auchland, Wellington und die Fidjiriade. — Wir berichteten schon jüngst von einem jüdischen Farmer in Essex, wir sind jetzt in der Lage, hinzuzufügen, daß auch in anderen Theilen Englands solche jüdische Farmer, wenn auch vereinzelt, existiren. So hat z. B. ein Herr Michaelsen in Coganvill, Süd - Wales, seit 8 Jahren schon 25 Preise für seine Gemüse, Kartoffeln;c. in ländlichen Ausstellungen errungen. London. (Z u m I u b i l ä u m der K ö n i g i n Victoria v 0 n England). Aus dem diesbezüglichen Festprogramme ist zu entnehmen: An der Stelle, wo früher das „Tsmpls Bat" stand, wird, alter Sitte gemäß, der mit Purpurmantel und goldener Kette angethane Lord-Mayor Mr. Faudel-P.hi l l i p p s, der die Proceffion, an welcher sich die Königin betheiligt, zu Pferde erwartet, derselben knieend das City-Schwert überreichen. Beim Mansionhouse hält die Proceffion abermals, um der Königin Gelegenheit zu geben, von der Lady Mayoreß Mrs. Faudel- P h i l l i p p s ein Bouquet und von dem inzwischen vorausgeeilten Lord-Mayor eine Loyalitätsadresse im Namen der City entgegenznnehmen. Der Etiquette gemäß werden bei derartigen Festen dem Lord-Mayor fürstliche Ehren erwiesen. To« commes chez no«s. London. Freitag fand der Hofball statt, zu welchem folgende Persönlichkeiten eingeladen waren: Walter Rothschild, der Sohn Lord Rothschild's, Baron Ferdinand Rothschild, Sir Joseph Sebag Montefiore, Sir Saul Samuel sammt Gemalin, Sir Edward Saffoon, Mr. H. L. Bischoffsheim und Miß Edith Jsaacs. London. Lady Rothschild hat Mittwoch den Grundstein zum Cottage-Hospital gelegt das den vollen Namen führt: Paasmore Edwards Jnbilee Cottage Hospital. Den Bauplatz haben Lord: Rothschild und Mr. Leopold de Rothschild geschenkt. Die Familie Rothschild wurde von der Einwohnerschaft mit ungeheurer Begeisterung empfangen. Die Straßen waren geschmückt und beflaggt, überall waren die Rothschild'schen Farben (blau und gelb) zu sehen, sogar die Kutscher der Omnibusse und Equipagen trugen blaugelbe Bänder.

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