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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-06-18 · 25 (18.6.1897) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
25 (18.6.1897)
Date
1897-06-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 25 Dr Vloch's WochrnsrtzrM Sette 517 folgte der Rabbiner mit dem Spruche: „Dem Ewigen zum Preise, dem Monarchen zur Ehre, uns — zum Heile", dann der hochwürdige Cooperator Ott sowie die übrigen Honoratioren und Festgäste. Nach Beendigung dieser symbolischen Handlung trat Rabbiner Dr. R o s e m a n n an den Grundstein heran, um die W e i h e r e d e zu halten. In formvollendeter, wirkungsvoller Weise besprach der Redner die Bedeutung und Bestimmung des Heiligthums für die Glaubensgemeinde. Nach Aussprüchen der drei Patriarchen sei das Heiligthum dazu bestimmt, dem Unglück ein „Bergfels" der Rettung, dem Glücke ein „Saatfeld" für Thaten der Barmherzigkeit und Menschenliebe zu sein, und in allen Lebenslagen ein „Haus der Vereinigung" zu werden für alle Bekenner des mosaischen Glaubens, aber auch der der Vereinigung mit allen Mitmenschen, ob sie auch anderen Glaubens sind. „An der geweihten Stätte des Heiligthums", rief Redner aus, „beseelen uns die gleichen Gefühle und Empfindungen, beherrschen uns die gleichen Ansichten und Absichten, ob sie auch in anderer Form sich äußern." Mit der Bitte, daß die Begründung des „Hauses der Vereinigung" dazu dienen möge, den Frieden, die Eintracht, die „Vereinigung" aller Einwohner des Ortes ohne Unterschied des Glaubens zu erhalten, zu fördern, um in dem Sinne des Monarchen „mit vereinten Kräften" zum Wohle der Heimat wirken zu können, schloß die treffliche Predigt. Zum Schluffe richtete der Präses der Cultusgemeinde Dr. König, folgende Ansprache an die Versammlung: „Geehrte F e st g ä st e! Durch unermüdlichen Fleiß und durch seltene Opferwilligkeit wird es einer kleinen Schaar von Glaubensgenossen, unterstützt von der hohen Regierung, unterstützt von der Stadtgemeinde Groß-Enzersdorf und von vielen Wohlthätern gelingen, an dieser Stelle eine Stätte des Glaubens zu errichten. Gerne ergreife ich die Gelegenheit, der hohen Regierung, insbesondere dem obersten Chef unseres Bezirkes, dem Herrn Statthaltereirath Freiherrn v. H o ck, der durch sein Erscheinen unser heutiges Fest verherrlichte, sowie der Stadtvertretung Groß-Enzersdorfs und allen Gönnern den Dank der Cultusgemeinde abzustatten. Aber nicht nur eine Stätte des Glaubens soll dieses Gotteshaus werden, sondern auch ein Wahrzeichen für ewige Zeiten, daß unter der weisen Regierung unseres erhabenen Monarchen den Bekennern der mosaischen Confessiou die freieste Entfaltung ihr-s Glaubens möglich war. ein Wahrzeichen serner, daß zwischen den Bewohnern verschiedener Confeffionen der Stadt Groß-Enzersdorf das beste Einvernehmen und eine musterhafte Harmonie geherrscht hat. Gestatten Sie mir, verehrte Festgäste, daß ich den Dank unserer Cultusgemeinde unserem erhabenen Monarchen gegenüber dadurch bethätige, daß ich auf den Beschützer und Beschirmer aller Confessionen, auf unseren allergnädigsten Herrn und Kaiser ein dreifaches Hoch ausbringe." Die Versammlung brach irr ein dreimaliges, begeistertes Hoch aus. Mit der Unterzeichnung der von Herrn Eigner verlesenen Stiftungsurkunde und einem Rundgang um die Fundamente des neuen Gotteshauses schloß die schöne Feier. Baden. Unsere Cultusgemeinde ist nun nach dem neuen Statute constituirt. Seit Herablangung des Musterstatuts für die israelitischen Cultusgemeinden Oesterreichs, 16. Februar 1894, entwickelte der abgetretene Vorstand eine rühmliche und lobenswerthe Thätigkeit, um das neue Statut für unsere Cültusgemeinde so zu gestalten, daß alle Gemeindemitglieder, wie die Pflichten, so auch möglichst gleiche Rechte haben sollen. Nach dem von der . Regierung vorgelegten Musterstatute hätten jene Mitglieder. die sich nicht der österreichischen Staatsbürgerschaft erfreuen, wohl an allen vorgeschriebenen Pflichten für die im Sprengel unserer Cultusgemeinde wohnhaften Israeliten participiren müssen, doch nicht gleichen Rechtsgenuß haben können. Zu Cultusbeiträgen wären sie gesetzlich heranzuziehen, aber von der Verwaltung der Gemeinde gänzlich auszuschließen. Ein solcher Zustand hätte die nicht zuständigen Mitglieder, die doch den überwiegendsten Theil der Cultusgemeinde bilden, nach und nach derselben entfremdet, in ihnen mit der Zeit jede Sympathie für die gedeihliche Fortentwicklung der Gemeinde-Institutionen erstickt und damit auch den geistigen und materiellen Interessen derselben nicht unerheblich geschadet. Um solche verderbliche Keime in dem sonst gesunden Boden unserer Cultusgemeinde nicht aufkommen zu lassen, wandte der Vorstand alle mögliche Mühe und Mittel an, um vom Ministerium für Cultus und Unterricht einen Erlaß zu erwirken, der es allen Mitgliedern ohne Rücksicht auf ihre Staatsbürgerschaft ermöglicht, in die Gemeindevertretung gewählt werden zu können. Diese unermüdliche Thätigkeit des Vorstandes wurde auch von Erfolg gekrönt und mit Ausnahme für den Cultusvorstand, dessen vier Mitglieder österreichische Staatsbürger sein müssen, sind sämmtliche Gemeindeangehörigen für alle Ausschüsse wählbar. Und so fand am 23. Mai l. I. die Wahl des Vertretungskörpers statt und wurden gewählt in den Cultnsausschuß die Herren: Klauber Salomo», Kohn Jacob, Seitner Leopold, Leitner Moriz, Mandl Simon, Philipp Julius, Popper Jacob, Dr. Raab Emil, Rausnitz Sigmund und Schneider Anton. Zn Ersatzmännern wurden gewählt die Herren: Daniel Moriz und Rosner Bernhard. Als Vertrauensmänner in den verstärkten Cultnsausschuß erscheinen als gewählt die Herren: Dr. Brüßler Sigmund, Deutsch Albert, Edenburger August, Felder Josef, Fleischmann Alois. Fleischmann Ignaz, Hacker Jacob, Kohn Moriz, Rausnitz Sigmund (Böslau), und Schlesinger Ludwig. Bei der am 8. Juni vollzogenen Constituirung des Vorstandes wurden die Herren Anton Schneider als Cnltusvorsteher, Leopold Leitner als Cultusvorsteher-Stellvertreter und Salomon Klauber und Dr. Emil Raab als Beiräthe gewählt. Die Herren Moriz Leitner und Anton Schneider, welche als Präsidium des abgetretenen Vorstandes und in dieser Eigenschaft eine 19jährige glanzvolle Thätigkeit hinter sich haben, können mit Recht auf ihr geschaffenes Werk stolz sein. Der Vorstand würdigte auch insbesondere die Leistungen des Herrn Moriz Leitner, indem er in seiner letzten Sitzung ihn, da dieser als ungarischer Staatsbürger nicht in den Cultusvorstand gewählt werden kann, zum Ehrenmitgliede der Cultusgemeinde ernannte und gleichzeitig beschloß, den Sitzungssaal mit seinem Bildnisse zu zieren. Wir rufen: Heil dem abgetretenen Vorstande, Heil der neuen Cultusvertretung! Möge der Segen Gottes im Wirken der Letzter» walten, wie er dem Erster» stets zur Seite war. I. Budapest, 13. Juni. Am 31. v. M. veranstaltete die Pester israelitische Religionsgemeinde in ihrer Synagoge in der Rombachgasse eine erhebende Trailerfeier, um das Andenken ihres am 8. April d. I. verstorbenen Rabbinatspräses, Samuel L. Brill, zu ehren. Das große prächtige Gotteshaus war aus diesem Anlasse in allen seinen Räumen von den Deputationen verschiedener jüdischer Körperschaften und den zahlreichen Verehrern des Verblichenen überfüllt. Die Gedenkrede hielt Rabbiner Lazar Pollak, der in diesen gottgeweihten Hallen ein Vierteljahrhundert hindurch der engere Berufsgenosse des unvergeßlichen großen Todten war. Das classisch durchgesührte Bild, das er von dem Verstorbenen. ihn mit deni Propheten Samuel vergleichend, entwarf, machte auf die andächtig Lauschenden mächtigen Eindruck. Einige Tage später — am 4. Juni — war Rabbiner Pollak, der, wie erwähnt, Heuer die fünfundzwanzigste Jahreswende seiner hierortigen, eminent ersprießlichen Thätigkeit erreichte, aus diesem Anlasse Gegenstand großartiger und herzerhebender Ovationen. Die zahllosen Beweise ungetheilter Anerkennung standen im Verhältniß zu der imposanten Theilnahme, die sich erst kürzlich für seine Familie kundgab, als diese durch den Verlust eines hoffnungsvollen und edlen Sohnes in tiefe Trauer versetzt wurde, der sich durch die Entfaltung einer tüchtigen und humanen ärztlichen Thätigkeit in den weitesten Schichten der hauptstädtischen Bevölkerung bereits den besten Namen erworben hatte. Bon den verschiedenen Deputationen, die den Jubilar begrüßten, erwähnen wir die bei ihm zuerst erschienene Abordnung der Religionsgemeinde unter Führung des Präsidenten Sigmund Kohner, welcher in einer trefflichen Rede die Verdienste des gefeierten Rabbiners würdigte und ihm als Anerkennung derselben den von Seite des Vorstandes jüngst gefaßten Beschluß zur Kenntniß brachte, laut welchem sein Gehalt von nun um 1000 Gulden erhöht werden soll. Nachher sprachen noch folgende Deputationen vor: Die Chewra-Kadischa unter Führung des Vorstehers Sigmund Brüll; das Rabdinerseminar, deren Deputation der greise Rector Rabbi Moses Bloch führte; der Beamtenkörper der Gemeinde und Chewra-Kadischa, deren Fübrer Rabbiner Dr. Kayserling und Universitätsprosessor Dr. Goldziher, Secretär der israelitischen Gemeinde waren; die Religionsprofessoren, deren Sprecher Prof. David Schön war; der jüdische Lehrerverein unter Führung seines Präsidenten Julius Kornfeld und noch eine schier endlose Reihe von Vereinen und Körperschaften. Auch Hunderte von Begrüßungs-Telegrammen und -Schreiben liefen aus diesem Anlässe ein, unter denen die von seinen früheren Wirkungsstätten, r;; '! r . % - :V . $

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