Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 25 (18.6.1897)
- Date
- 1897-06-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 25 Dr. Vloch's WochrnPtzrM Seite 507 Den Spendern wird der D a n k v o t i r t. Herr Wilhelm Kuffner erklärt sich in einer Zuschrift zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl zum O b m a n n e des st ändigen Schiedsgerichtes bereit. — Zur Kenntuiß. Der Präsident gibt in Angelegenheit des „Allgemeinen Oesterreichischen Israelitischen Gemeindebundes" bekannt, daß mit Rücksicht darauf, daß es erst am 10. Juni gelungen ist, von den am Gemeindetage vertretenen Cultusgemeinden und Corporativnen deren Zustimmungserklärungen zu erlangen, nunmehr die Statuten beim Ministerium des Innern zur Genehmigung überreicht werden konnten. Herr Vertreter Baurath von Goldschmidt referirt sodann namens der III. (Wohlthätigkeits-)Section über die baulichen Erfordernisse zur Ausgestaltung des dritten Stockwerkes im Altersversorgungshaus der Cultnsgemeinde. Nachdem schon bei der Erbauung bezüglich der Mauern, Heiz- und Gasrohranlage und der Blindböden die nöthige Rücksicht genommen war, habe der Erbauer des Versorgungshauses, Herr Baurath Stiaßny, auch für die Finalisirung des Gebäudes das Bauprogramm die Pläne und Kostenvoranschläge der Section vor mehreren Monaten vorgelegt und im Einvernehmen mit dem Verwalter auf Grund der mehrjährigen Erfahrungen desselben den bestehenden Verhältnissen in der inneren Einrichtung der Anstalt Rechnung getragen. In der Section wurden präliminirt: Für den Aufbau fl. 7710 34, für die innere Einrichtung fl. 8789°56, zusammen fl. 16.500; für deren Bedeckung im Budget als außerordentliche Reserve fl. 13.000 eingestellt erscheinen. Herr Philipp Thorsch habe zum Zwecke der Ausbauung eines UL Stockwerkes eine Schenkung von 24.000 Kronen (Westbahn-Prioritäten) gemacht. Wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit konnte das Referat des Comites nicht der III. Section unterbreitet werden und mußte direct ius Plenum konnnen. Es sei ein beschränkter Concurs für die verschiedenen Arbeiten ausgeschrieben und in erster Reihe auf Glaubensgenossen Bedacht genommen worden, nur bezüglich der Centralheizungsanlage und der Ventilation sowie der Terazzoarbeiten mußte von diesem Princip Umgang genommen werden. Herr Baurath Stiaßny erstattet sodann das Referat über die Offert-Ausschreibung, welche ein sehr günstiges Resultat ergeben habe, indem die ermittelten Kosten von den Offerenten nicht erreicht wurden, so daß das Präliminare in keinem Falle werde überschritten werden. Die Voranschläge werden noch thunlich reducirt werden können, ohne daß die Qualität der Arbeiten leiden dürfe. Die Arbeiten wurden an folgende Firmen vergeben: I. Baumeister-Arbeiten: Donat, Zifferer. II. Tischlerarbeiten: I. Voglhut. III. Fußbodenarbeiten: Brüder Engel. IV. Schlosserarbeiten: M. Schwarz. V. Glaserarbeiten: Jac. Kohn. VI. Anstreicherarbeiten: Max Wackler. VII. Terazzoarbeiten: M. Rella und Comp. VIII. Gas- und Wasserleitungsarbeiten: S. Brod u. Comp. IX. BeleuchLungs arbeiten: I. Heymann. X. Closets: S. Friedmann jun. XI. Malerarbeiten: Carl Kaufmann. XII. Rouleaux: Eduard Arnstein. XIII. Heizungsanlage: W. Brückner u. Comp. Durch diesen Zubau werde Raum für 50 alte Leute gewonnen werden, die es jedenfalls dort besser haben werden als in jeder anderen gleichartigen Anstalt. Die Voranschläge werden hierauf im Sinne der Vertreterbeschlüsse (fl. 7800 für den Ausbau und fl. 8000 Pauschale für die innere Einrichtung) einstimmig angenommen. Die Arbeiten werden im Herbst fertiggestellt sein. Herr Baurath v. Goldschmidt berichtet weiters über die Adaptirungen im Rothschildspital, welche schon lange als dringend und nothwendig erkannt worden seien und neuerlich durch eine Visite seitens des Stadtphysikus sich als unaufschiebbar gezeigt hätten. Er bittet, die Pauschalsumme von rund 12.500 fl. zu genehmigen. Der Präsident macht aufmerksam, daß das Vertreter- Collegium pro 1897 nur 10.000 fl. im Maximum für diese Zwecke bewilligt habe. Als hiefür 14.000 fl. in's Budget als Reserve eingestellt wurden, habe man die Erhöhung der Einnahmen im Auge j gehabt, doch von den präliminirten Stellereingängen per 340.000 fl. sei nicht viel mehr-als circa fl. 240.000 bisher eingegangen, es wurden unzählige Reclamationen und Recilrse erhoben. Er wünscht zwar eine möglichste Beschleunigung dieser dringenden Angelegenheit, weshalb er für heute Vormittags im Spitale selbst eine eingehende Besprechung ungeordnet und derselben beigewohnt hat, dennoch müsse er bitten, die Ziffer von 10.000 fl. für Heuer anzunehmen, welche lvohl genügen werde, zumal sich an den offerirten Preisen noch Ersparungen vornehmen lasten dürsten. Herr Baurath Stiaßny betont, daß seit dem vierundzwanzigjährigen Bestände des Rothschild-Spitales nicht viel für die Instandhaltung ausgegeben wurde, daher snmmiren sich jetzt diese Erfordernisse. Es gebe hiebei wünschenswerthe, nothwelldige und unaufschiebbare Arbeiten, die letzte Art müsse aber zuerst gemacht werden. Die Summe von 10.000 fl. sei wohl für die erste Classe der Adaptirungen genehmigt worden, und wenn Herr v. Goldschmidt auch die nothwendigen Arbeiten ausgeführt wissen will, so müsse er ihm als Techniker zustimmen, mindestens aber müsse dies schon im nächsten Jahre geschehen, denn viele Arbeiten seien noch nachzutragen. Herr Salo Cohn führt aus, daß die Uebernahme des Spitales in's Eigenthum der Gemeinde seinerzeit mit knapper Majorität erfolgt sei, ja er müsse es, nachdem die Kosten diesjährig über 46.000 fl. für die Gemeinde betragen, welche ein Einnahmebudget von 400.000 fl. aufweise, als ein förmliches Danaergeschenk ansehen. Trotz der neuen erhöhten Cultussteuern sei die Lage der Gemeinde nicht rosig. Er hält daher die Frage für angezeigt, ob man nicht dem Baron Rothschild die Angelegenheit in geeigneter Weise zur Kenntniß bringen sollte, und es dürfte bei der hohen Summe auch dafürstehen. Herr Dr. Berger stimmt dieser Anregung zu und findet einen erfolgreichen Ansporn in der erwähnten munificenten Schenkung des Herrn Thorsch für den Ausbau des Alters-Versorgungs- Hauses. Der Präsident erklärt, daß die Frequenz im Spitale stetig anwachse, aber der Belegraum nicht größer geworden sei, daher müsse früher oder später an die Aussetzung eines zweiten Stockwerkes geschritten werden. Dies werde wohl der richtige Zeitpunkt sein, um an Baron Rothschild heranzutreten. Dieser Anschauung gibt auch Herr Dr. G r ü n f e l d Raum, zumal der Aufbau des zweiten Stockwerkes mir mehr eine Frage der Zeit sei, denn der Zuspruch der Patienten sei heute ein sehrgroßer. Während früher die Leute im Rudolfsspital und Allgemeinen Krankenhaus ganz zuftieden waren, kommt jetzt Alles zu uns. Die zu leistenden Adaptirungen hält er viel zu dringlich, aber auch verhältnißmäßig zu geringfügig, als daß man deshalb schon jetzt an Baron Rothschild herantreten sollte. Der Antrag wird im Sinne des Ausschusses des Vertretercollegiums (für Heuer fl. 10.000) angenommen. Der I. Bicepräfident Herr Dr. Stern stellt zum nächsten Punkt (Eingabe der Bethausvereine) fest, daß heute die Angelegenheit erst im infonnativen Stadium sich befinde, er daher kein Referat erstatte, sondern nur vorbringe, daß die Vertretungen der Bethausvereine zu einer Besprechung eingeladeu wurden, später jedoch über die Möglichkeit und Art der Nachhilfe für diese Vereine werde berathen werden. Der Präsident weist darauf hin, daß die Setzung dieses Punktes auf die Tagesordnung vornehmlich den Zweck hätte, öffentlich zu documentiren, daß die Angelegenheit seitens des Vorstandes im Auge behalten werde. Herr Dr. Steiner hebt hervor, daß diese Angelegenheit seit Jahren schon schwebe, ohne daß sie vorwärts komme und die letzte Eingabe beweise nur das ewige Hinausschieben der Sache von Jahr zu Jahr. Die Frage betreffe hauptsächlich die Sporteln und sei so wichtig, daß die Eingabe der Bethausvereine doch Gegenstand einer Verhandlung und principiellen Erledigung sein sollte. Herr Dr. Berger beantragt, diese Sache zunächst der I. (Bethaus-) Section zuzuweisen. Der Obmann derselben, Herr Hieldburghäusser, gibt bekannt, daß er die diesbezüglichen Acten verlangt habe, es sei ihm jedoch mitgetheilt worden, daß der Herr Bicepräfident Dr. Stern die Sache selbst in die Hand genommen habe. Der ll. Bicepräfident Herr Dr. K o h n ist der Ansicht, daß die Eingabe wegen mancher darin ausgesprochener Wünsche auch der V. (Administrativ-) Section zuzuweisen wäre, sohin auch