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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-06-11 · 24 (11.6.1897) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
24 (11.6.1897)
Date
1897-06-11
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 24 Vr. Vloch's Wochrnfttzrifl- Seite 497 Punkt, daß mau sich wohl für die Colonisation Palästinas interessiren dürfe, daß aber durch das Hervorkehren jener nationalen Velleitäten nur das fördernswerthe Werk geschädigt werde. „So lebhaft ich mich für die Idee erwärmen kann, daß die Juden in Palästina wieder zum Pflug und zur Sense greisen sollen, so eifrig, daß ich dafür eintrete, daß die russischen Juden zu einem mehr oder weniger großen Theil nach Palästina geführt werden, um dort Bauern §u werden, kann ich das Vorhaben nicht unterstützen, einen jüdischen Staat durch den Beschluß der Großmächte gründen zu lassen, denn dieser Plan widerspricht ebenso sehr dem jüdischen Gesetze, welches einen persönlichen Messias verlangt, wie der gesunden Vernunft, die beweist, daß Staaten nicht durch papierene Beschlüsse gegründet werden können." Diese Ausführungen Kohler's finden ziemlich allgemeinen Anklang, und die Betheiligung an dem Münchener Congreß dürfte aus Amerika wenigstens auf wenige einflußlose Kreise sich beschränken. 1?. Little Rock Arkansas, 10. Mai 1897. Die Israeliten dieser Stadt des Westens weihten ihr neues Gotteshaus letzten Freitag Abends ein. Das stattliche Gebäude steht im fashionabelsten Stadttheil und bildet eine neue Zierde desselben. Es füllten an 6- bis 700 geladene Gäste das Gotteshaus. Auf der Plattform saß der greise Dr. Jsaac M. Weiß von Ciucinuatti, Rabbi Stolz, der frühere Seelsorger der Little Rock-Gemeinde, jetzt in Chicago, ferner Rabbi Tomfield von Memphis, Rabbi Beck von Pine Bluff, Rabbi Moses von Fort Smith und Rabbi C. A. Rubenstein, der jetzige Führer der Gemeinde. Wenn alle Gebete, die da zum Lenker der Schicksale von den Herren Rabbinen gesprochen, in schöne Erfüllung gelangten, würde Ihr Herr Lueger Anwalt der jüdischen Waisen, Ihr Herr Wolf sich nicht über minderwerthige Nationen beklagen und Sie, geehrter Herr Doctor, sich mit Cauonicus Rohling und dem Luftvillen- Pater ganz freundschaftlich an einem Tische über den 104. Psalm unterhalten. Auch wir in den Bereinigten Staaten würden uns heimischer in unserer Heimat fühlen, obzwar wir im Vergleiche mit Ihnen fast keine Ursache zum Klagen haben. Die Rede des bei der Feierlichkeit anwesenden Daniel W. Jones, Gouverneurs von Arkansas, wird Ihnen zeigen, daß wir denn noch manchmal nicht als vollwerthig angesehen werden. Er sagte: „Es ist das erste Mal. daß ich Augenzeuge eines jüdischen Gottesdienstes gewesen und daß ich eine Predigt aus dem Munde eines jüdischen Priesters hörte. „Ich gestehe, daß dieses neue Gotteshaus prachtvoll und herrlich erbaut, daß der heilige Dienst erhebend und die Lehren der Priester begeisternd auf mein Gemüth einwirkten. Als ich aufgefordert wurde, an dieser heiligen Stelle zu sprechen, verwunderte ich mich deswegen. Ich, der ich ein Christ, kein Theologe und gar nicht wegen besonderer Frömmigkeit bekannt bin. Aber ich dachte: Die Hebräer sind ein Gesetz gehorchendes Volk und die Anerkennung der gesetzlichen Obrigkeiten mag die Ursache sein. So wie es sein soll. Die Juden haben nicht so sehr von den Verfolgungen gelitten, mehr die Welt, die solches geduldet, die sie herumgetrieben, ihnen keine feste Ansiedlnng gestattete. Bei uns aber haben sie sich mit dem Volke assimilirt, eignen Land und bauen Gotteshäuser. „Die Juden sind bekannt durch ihre Devotion zum Gesetz, zur Religion. Warum gerade sie verfolgt werden, ist unerklärlich und erstaunlich! Sie sind auch berühmt als überaus wohlthätig, stets zum Geben bereit. Sie haben der Welt das Gesetz, die göttlichen Gebote erhalten. Hier dürfen sie ihrem Gott dienen nach dem Dictat ihres Gewissens, behalten ihre Selbstachtung und verdienen die Achtung ihrer Mitbürger. Der Endzweck eines jeden Gottesdienstes ist doch stets derselbe. Warum ist denn ein Unterschied zwischen Jude und Gentile, wenn beide gewissenhaft und gottesfürchtig sind? Dieser Tempel ist gewiß das geeignetste Opfer dem Allerhöchsten." Wien. (Trauung.) Sonntag den 13. Juni, halb 3 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel II., Tempelgasse, die Trauung von Frl. Ernestine G u t h, Tochter des in weitesten Kreisen bekannten Restaurateurs M. G u t h, mit Herrn Max R o b i t s ch e k aus Prag, statt. Wien. (F e r i e n h e i m-F reistelle n.) In Folge des Aufrufes in der „Oesterreichischen Wochenschrift" haben sich Herr und Frau Mor. Deutsch in Mödling und Frau Henriette Fried, Kaufmannsgattin in Mährisch-Budwitz bereit erklärt, während des Sommers je 1 Kind kostenfrei in Verpflegung zu nehmen. Weitere Anmeldungen nimmt entgegen der Vorstand des „Ferienheim", Wien, I., Schottenring 23. Verein Lueina. Diesem jungen, den lebhaftesten Sympathien begegnenden Vereine hat kürzlich Frau Baronin Clara H i r s ch-G e r e u t h eine Spende von 1500 fl. zu Händen der Vicepräsidentin Frau Therese Löwenberg übermittelt. Weiters haben Herr Edmund Weiß und Frau W. W. den edlerr Zrvecken des Vereines je 100 fl. zugewendet. Wien. Als Beisteuer zur Schaffung eines Fondes behufs Ermöglichung des Curgebrauches für den bei Rettung von Menschenleben seiner Gesundheit verlustig gewordenen Herrn Michael H a u s e r ist uns von Herrn Heinrich C z e r m a k, Theresienstadt 1 fl. zngegangen. Wir sind gerne bereit, weitere Spenden fiir diesen edlen Zweck entgegenzunehnren und die Namen der Spender zu veröffentlichen. Wien—Ottakring. In der am 4. d. M. stattgefundenen Bezirks-Lehrerconferenz des XVI. Bezirkes wurde Herr Samuel E P st e i n, Communal- und israelitischer Religionslehrer, in den ständigen "Ausschuß für das Schuljahr 1897/98 gewählt, ein unter den gegenwärtigen Wiener Verhältnissen sehr bemerkenswerthes Ereianiß. Wien. Ein schlichter Wiener Bürger, ein überaus bescheidener Mensch, der aber seit vielen Jahren in aller Stille ungezählte Wohlthaten übt, feiert am 17. d. M. seinen siebzigsten Geburts-! tag. Es ist der Trödler Josef Schreier, welcher seit 36 Jahren j in einem und demselben Hause, Fischerstiege 3, ein kleines Ge-! schüft, nebenbei aber einen weniger einträglichen, aber umso rühmenswertheren Wohlthätigkeitssport betreibt. Seit vielen Jahren nämlich gewährt Herr Josef Schreier immer einigen armen Leuten unentgeltlich Unterkunft in seinem Heinr, und daß seine Schützlinge das ihnen gewährte Obdach nicht hungernd verlassen, auch dafür hat der alte Schreier, obgleich er durchaus kein reicher Mann ist, oft genug ans Eigenem sorgen muffen. Die Uebung dieses eigenartigen Wohlthütigkeitssports hat Herrn Schreier freilich nicht in der großen Oeffentlichkeit berühmt gemacht, aber in dem kleinen Kreise, in welchem er bescheiden lebt, ist er beliebt und geachtet wegen seiner Herzensgüte und wegen seines Dranges, Nothleidenden hilfreich beizusteheu. Aus diesem Grunde wird der Geburtstag des braven alten Herrn nicht blos von seinen Kindern und seinen zweiundzwanzig Enkeln, sondern von allen Bewohnern der Fischerstiege und Umgebung sympathisch begrüßt werden. Graz, 1. Juni. Der akademische Verein „Charitas" hielt seine erste constituireude Plenarversammlung am 26. Mai l. I. im Restaurant Wurnrfeld. Zum Protektor des Vereines wurde Sr. Ehrwürden Herr Dr. Samuel Mühsam gewählt, der durch viele Jahre als Protector des Vereines „Humanitas" den jüdischen akademischen Studirenden mit Rath und That zur Seite stand und der auf jegliche Art den Verein förderte. In den Ausschuß wurden gewühlt: Herr Med. Armin Weil zum Obmann; Herr Med. Sigrn. Rottenstein, Obmann-Stellvertreter Herr Sigm. Fuchs, Cassier Herr Techn. Gustav Pollak, Schrift-' führer. "Nachdem die Tagesordnung erledigt war, wurde eine zwanglose Kneipe abgehalten. RoLnau. (Neunzehntes Sven den-Verzeichnis.) Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und eines Asylhauses für lungenkranke arme Glaubensgenossen im Curorte RoZnau sind weiters nachstehende Spenden erngegangen von: Humanitäts-Loge Görlitz fl. 16*10, Rabbiner Samuel Kohn, Budapest fl. 5, Abraham Singer, Waidhofen a. d. T. fl. 3*40, Sig. Haurowitz, Prag fl. 5, Gustav Tandler, Brünn fl. 2, Leopold Tedesko, Wien fl. 5, Chewra-Kadischa Monor fl. 5, Chewra- Kadischa Malatzka fl. 5, Chewra-Kadischa Brüx fl. 5, Chewra- Kadischa Iglo fl. 5, Chewra-Kadischa Mißlitz fl. 5, Cultusgemeinde Brbo fl. 5, Cultusgemeinde Pribranr fl. 5, Chewra- Kadischa Gablonz fl. 5. Zusammen fl. 76 50, hiezu letzter Aus- ' weis fl. 3613*58. Summa fl. 3690*08. | Pilsen. «Verlob u u g.) Frl. Aunie Klepetar, Tochter I des Herrn Wilhelm Klepetar, hat sich mit dem k. u. k. Feldj rabbiner Dr. Julius Reach, Rabbiner iu Raudnitz, verlobt. Grotz-EnzerSdors. Donnerstag den 10. Juni halb 10 Uhr Vormittags, fand hier die feierliche Grundsteinlegung zum anläßlich

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