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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-06-11 · 24 (11.6.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
24 (11.6.1897)
Date
1897-06-11
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 496 Dr. Bloches Wochenschrift Nr. 24 Jahreseinkommen der Gesellschaft 750.000 Mark; freilich erreichten die Ausgaben die Summe von 840.000 Mark. Interessant ist auch die Mittheilung des Rev. C. F. W. Flad in der Generalversammlung der Gesellschaft, daß der König Menelik von Abessynien die Erlaubniß gegeben habe, das Christenthum unter den Fallaschas zu predigen. Also nicht einmal in jenen entfernten Erdenwinkel gönnt die Mission den Juden Ruhe. _ Die vierte Tochter des verstorbenen Sir Julian Goldsmid, Beatrice, hat sich mit Mr. William Louis Lucas, dem Enkel der verstorbenen Gräfin d'Avigdor, verlobt. Seine königliche Hoheit der Prinz von Wales eröffnete Mittwoch das neumedicinische Gebäude in Guy's Hospital und ließ sich Mr. Alfred L. Cohen, Mr. Francis A. Lucas und Mr. James Stern vorstellen. In seiner Rede sagte Seine königliche Hoheit unter Anderem: „Es bereitet mir große Freude, zu hören, daß das Andenken meines alten Freundes — ich meine den verstorbenen Baron Hirsch — in Guy's Hospital durch die freigebige Schenkung seiner Witwe verewigt wird." Seine königliche Hoheit der Herzog von Cambridge eröffnete Montag die Victoria-Ausstellung (Victoria Era Exhibition) in Earls Court. Der Herzog wurde von dem Generaldirector Mr. Jmre Kiralfi und Mr. Paul Crämieu-Javal geleitet — beide Herren sind Juden. Alles verlief in absoluter Ordnung, in tadelloser Weise. Zu dem Hofconcert im Buckingham - Palast am vergangenen Freitag wurden Lord Rothschild, Lord Pirbright und Baron Ferdinand Rothschild mit Einladungen beehrt. Am Montag fand das letzte Levee des Prinzen von Wales in dieser Saison statt. Seiner königlichen Hoheit wurden vorgestellt: Lieutenant Frank D. Benjamin vom Staatssecretär; Oberlieutenant De Lara Cohen vom Oberlieutenant Whetherby; Mr. B. S. Fandel-Phillips vom Bürgermeister; Lieutenant Lionel Fandel-Phillips von Oberst Graf Clarendon; Mr. Stuart Montagu Samuel von Sir Samuel Montagu. Safed, im Jjar. Am jüngst verflossenen Pessachfeste hielt der hiesige Verein, „Maskil el Dal" seine Generalversammlung ab. Der Vereinssecretär erstattete den Bericht über die Thätigkeit des Vereines seit seiner vor zwei Monaten erfolgten Begründung, die Anzahl der Besuche, die der Vereinsarzt ganz unentgeltlich, und zum Theile für die halbe Taxe (25 kr.) gemacht, wie Bielen im Hause desselben ordinirt wurde, die Medicamente, die der Verein den Armen ganz unentgeltlich oder für den minimalen Preis von 10 kr verabfolgte rc. Nach der Erstattung dieses Berichtes fuhr der Secretär fort: Aus allem dem könnt ihr, verehrte Genossen, ersehen, wie Vieles unser Verein in dieser kurzen Zeit geleistet, um dem unheilvollen Treiben der Missionäre entgegen zu treten. Aufrichtiger Dank sei daher dem hochgeehrten, in unserer Mitte weilenden Herrn Doctor abgestattet, der mehr als seine contractliche Verpflichtung als treuer, eifriger Freund feines Volkes und Glaubens erfüllet. Gott sei Dank daß derselbe die allgemeine dankbarste Anerkennung unserer Glaubensgenossen in vollem Maße sich errungen. Zu unserem Bedauern sind wir nicht in der Lage, einen Rechenschaftsbericht über die erzielten Einnahmen vorzulegen. da wir noch keine solchen von Auswärts hatten, und nur auf die geneigten Monatsbeiträge der verehrten hiesigen Vereinsmitglieder angewiesen waren, die aber kaum zur Deckung der Kanzleispesen, Post rc. hinreichen, so daß wir für Honorar des Arztes, Medicamente und sonstige Bedürfnisse ganz ohne Mittel sind. Wir geben uns aber der Hoffnung hin, daß unsere wohlthätigen Mitbrüder unser ftommes Werk kräftigst unterstützen werden. Hierauf ergriff einer der Vereinsleiter das Wort zu folgender warmer Ansprache: Wir haben uns zu vergegenwärtigen die traurige Nothlage, in der unser Volk sich befindet, so daß viele Feinde sich gegen uns erheben, um die jüdische Volksseele zu vernichten, auch hier in der hiesigen Stadt haben die bekannten Seelenfänger ihre Netze ausgebreitet, indem sie 2 Missionshäuser errichteten und zwei Aerzte unentgeltlich in jüdische Häuser senden, die auch Medicamente kostenlos vertheilen, wodurch sie nach gewohnter Art Judenbekehrnngen vollbringen; es ist die große, unter unseren Brüdern herrschende Armuth, die dieselben bemnssigt, diese Aerzte zu consultiren und hiemit dem moralischen Verderben in die Arme zn laufen. Daher, theure Brüder, haben wir mit Aufgebot all unserer Kräfte für die Ehre unseres Glaubens zu kämpfen, um diesen! Uebelstande energisch abzuhelfen. Die Waffen zu diesen! heiligen Kampfe sind Geld und persönliche Arbeit! Dies Erstere steht uns Einwohnern des heiligen Landes nur sehr spärlich zu Gebote; da wir doch nur von den Wohlthaten unserer edlen Brüder außerhalb Palästinas leben, können wir uns nur ein Geringes vom Munde absparen, um unsere Monatsbeiträge zu erschwingen, wir haben nur die heilige Pflicht, uns persönlich dafür einzusetzen, daß die jüdische Ehre nicht durch das wühlerische Treiben unserer Seelenfeinde in den Koth geschleift werde. Wir haben uns nur zu bestreben, einen größeren theilnehmenden Genossenkreis für unseren heiligen Verein zu gewinnen, denselben durch Einigkeit zu stärken und jeden unserer erkrankten Glaubensgenossen zu hegen und zu pflegen; auf diesem Wege werden wir mit Gottes Hilfe das ersehnte Ziel erreichen. Nun wurde in Vorschlag gebracht, diesem Vereine noch einen Zweig unter dem Namen pnLN rvb hinzuzufügen, dessen Aufgabe es wäre, daß bei jedem Kranken abwechselnd je zwei Vereinsniitglieder als Wärter einen Tag lang zu fungiren haben, was um so nothwendiger, weil die Meisten alleinstehende Alte und im Krankheitsfalle ganz verlassen sind. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Es ergeht daher an alle Edlen Israels die Bitte: Nehmet Theil an dieser großen Liebespflicht, verschaffet uns die Mittel, um den um sich greifenden Uebel der Missionäre Einhalt zu thun, auf daß wir den Arzt honoriren, Medicamente unentgeltlich vertheilen, Operationsinstrumeute anschaffen können. Herr Dr. S a l v e n d i, Bezirksrabbiuer in Dürkheinl a. d. Hardt, Baiern, hatte die Freundlichkeit, die für unseren Verein einlangende Spenden uns zuführen zu wollen. Adresse für directe Geldsendungen: Saul Z i p r i s in C a i f a, Palästina für Comite „Maskil el Dal" in Safed. Washington, 25. Mai. (I u d e n a u s s ch l i e ß u n g i n R u ß l a n d.) Senator P e r k i n s von California brachte heute eiue Resolution ein, in welcher darauf Bezug genommen wird, daß der russifche Charge d'Affaires in Washington sich weigerte, den Paß Adolph K u t n e r's, eines einflußreichen israelitischen Bürgers von Fresno, Cal., zu visiren, der im Begriff stand, eine Reise nach Russisch-Polen anzutreten. Die Resolution spricht von „gehässigen Discriminationen gegen amerikanische Bürger" und enthält das Ersuchen an die Bundesregierung, Rußland zu der bestimmten Erklärung aufzufordern, ob amerikanische Bürger wegen ihres religiösen Bekenntnisses ausgeschlossen seien. Wenn das der Fall, soll Rußland aufgefordert werden, ein solches Verbot zurückzunehmen. Die Resolution wurde an das Comite für auswärtige Angelegenheiten verwiesen. Netv-Hork, 22. Mai. Das erste praktische Resultat der großartigen Stiftung von 2,000.000 Dollars, welche Frau Baronin Hirsch zur Unterstützung russischer Israeliten in Amerika bestimmt hat, ist die Gründung eines Arbeiter- Heims. welches den Namen der Stifteriu tragen soll. Es war stets eine Lieblingsidee der Baronin, den Arbeiterinnen Unterstützung und Erleichterung zu gewähren. Sie gab 200.000 Dollars für den Bau des Gebäudes und 1000 Dollars monatlich als regelmäßigen Zuschuß für das Institut. Der Zweck des Vereines ist kurzweg folgender: Arbeiterinnen und anderen unverheirateten Frauen, die auf sich selbst angewiesen sind, sowohl hier ansässigen, wie solchen, welche aus anderen Ländern ankommen, zu helfen, ihre geistige, moralische und physische Lage zu verbessern und ihnen Selbsterwerb zu lehren, sie als Dienstmädchen auszubilden oder ihnen andere für sie passende Beschäftigung zu verschaffen, ein Gebäude zu errichten; welches ihnen ein temporäres Heim bietet und sie überhaupt in jeder Weise zu unterstützen. Das Heim wird hundert Mädchen Unterkunft bieten. New-Aork, 22. Mai 1897. Der Berliner „Jüdischen Presse" wird geschrieben: Veranstaltung des „Z i o-n isten- Congresses" in München hat auch hier zu lebhaften Debatten in der Oeffentlichkeit geführt. 'Während einige Rabbiner der russischen Gemeinden in der Ostseite unserer Stadt ihre Uebereinstimmung mit dem Plane erklärten, wendet sich der bekannte Rabbiner Köhler sehr nachdrücklich gegen die Theorien von H e r z l und N o r d a u. Er vertritt den Stand-

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