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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-05-28 · 22 (28.5.1897) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
22 (28.5.1897)
Date
1897-05-28
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 488 Dr. Vloch's WmtzenfitzrM Nr. 33 und Baron Albert von Rothschild, ferner 23 Stifter und 360 Mitglieder besitzt. Seit der Gründung des Vereines wurden 323 unverzinsliche Darlehen mit zusammen 27.872 fl. gegen ratenweise Rückzahlung auf die Dauer von 12 bis 20 Monaten gewährt. Der Bericht schließt mit einem warmen Appell an unsere Glaubensgenossen, durch Förderung dieses Vereines den schwer bedrängten Handwerker- und Gewerbeftand zu unterstützen und dadurch viele Familien vor sicherem Untergang zu bewcchren. . Lauter Beifall folgte diesem Berichte und wurde über Antrag des Herrn S. B r o d dem Vorstande der Dank und die Anerkennung für seine bisherige Thätigkeit ausgesprochen. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder G u ft a v F ra n k l, Maurice Gruber, Redacteur Johann Lichtenstadt, Commercialrath Pollak Ritter von Rudin und Baurath S t i a ß n y wurden wiedergewählt und an Stelle der verstorbenen Vorstandsmitglieder D. Bloch und S a l o m o n -Frankl, die Herren Philipp Frankl, Moriz Hirsch, Emil Jelinek und Jacob Kann perAcclamatronen neu gewählt. E B. Wien. (Internationales Wettschwimmen.) Das am 24. d. M. im Dianabad stattgefundene internationale Wettschwimmen ergab nachstehendes Resultat: I. Jugendschwimmen, 133 Meter. Erster Hugo Taussig. II. Schwimmmeisterschaft: Erster Otto Wahle. III. Tauchermeisterschaft: Erster Max Neuhut, taucht 70 Meter; Zweiter Hugo Taussig, taucht 59 ’/2 Meter. IV. Meisterschwimmen über 1000 Meter; Erster Otto Wahle; schwimmt die 1000 Meter in 17 Minuten, 26 Secunden, daher neuer Weltrecord. V. I u n i o r - S ch w i m m e n: Erster Richard K e n e d i. zweiter Paul H e t s ch e i, Dritter Wilhelm Wahle, knapp auf. VII. Meisterschafts schwimmen: Dritter Th eil, 500 Meter: Otto Wahle geht allein über die Bahn in 9 Minuten 7 Secunden. VH. Springen: Hugo Taussig Erster, Hans K a s s o w i tz Zweiter. Die Clubmeisterschast gewann Otto Wahle mit einem neuen Weltrecord. Derselbe ist erst 17 Jahre alt und seines Berufes nach Handelsacademiker, entstammt einer Prager Familie, die seit 400 Jahren stets Mitglieder in die Gemeindevertretung entsandte. Es kann nur Befriedigung und Genugthuung zugleich erwecken, daß die jüdische Jugend dem edlen Sport fröhnt, an ästhetischen Genüssen Gefallen findet und sich in körperlichen Hebungen Freude und Erholung sucht. Juden scheuen das „Wasser ohne Balken" nicht. Thatsache ist, daß im Wassersport „Judenjüngl" die besten Schwimmer (Otto Wahle), die besten Springer (Hugo Taussig) und die bester Taucher (Max R e u h u t) sind, wohl zum Aerger der arischen Kornblumenritter und Heilobuben, die im Biercultus und in der Judenhetze den Zweck des Daseins erblicken. Wien. Dr. Jacob Schaff wurde zum Oberstabsarzte I. Claffe, Dr. Wolfgang Liszniewski zum Oberstabsarzte 1L Claffe befördert. Den Regimentsärzten Dr. Drach, Doctor Ellbogen, Dr. Frauenglas und Dr, Katz wurde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Wien. Dienstag den 18. d. M. verstarb hier Herr Bela B o r o w i c z, Disponent der Firma E. Stölzle's Söhne, im 44. Lebensjahre. Ein Herzleiden, von welchem derselbe am Semmering Erholung erhoffte, machte seinem Leben ein Ende. Um ihn trauern eine Witwe und drei minderjährige Kinder im zartesten Alter. Herr Bela Borowicz genoß die denkbar größte Vertrauensstellung in diesem Welthause, und bei seinem Begräbniffe, das am 20. d. M. stattfand, waren sowohl die Chefs als auch das gesammte Personale des Hauses, viele angesehene Bürger und Fabrikanten anwesend. Nahezu 30 Kränze zierten das Grab. Die Toleranz der betreffenden Firma kam bei dieser Gelegenheit wieder zur Geltung. Herr Dr. Breuer hielt eine tiefempfundene, die Herzen ergreifende Grabrede! Ehre seinem Andenken! Wien, 25. Mai 1897. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Armenhor t", dessen Tendenz die Bekleidung armer Kinder und die U n t e r st ü tz u n g verschämter Armer ist, veranstaltete verflossenen Samstag, den 22. d. M. Abends im Restaurant „zum schwarzen Baren" im Prater ein Frühlingsfest, verbunden mit einem Tanzkranzchen und Juxlotterie, dessen Reinerträgniß dem wohlthätigen Zwecke dieses Vereines gewidmet war. Es freut uns constatiren zu können, daß durch die zahlreiche Theilnahme der Mitglieder und auch vieler Gäste diesem wohlthätig wirkenden Vereine ein schönes Sümmchen Geldes zugeführt wurde, und auch das Publicum durch den ihm dargebotenen Kunstgenuß dabei seine Rechnung fand. Die verschiedenen zu Gehör gebrachten dramatischen, gesanglichen und musikalischen Vorträge haben die Theilnehmer an diesem schönen Feste vollkommen befriedigt. Von den gebotenen künstlerischen Leistungen der Frau Therese Blaß, der Herren Liebesny, Stierer» Urielli, Fabianek, Pardes, Großman ist besonders hervorzuheben der wunderbare Violinvortrag des Violin- Virtuosen Herrn Maurice Stierer, der mit dem Dortrag der „Legende" von Wieniawsky und der „Ungarischen Rhapsodie" von Hauser sich als Meister dieses Instrumentes zeigte nnd das Publicum entzückte und zur Bewunderung hinriß, ferner das ergreifende Gesangs- Solo des Herrn Urielli im Vorträge der Schubertlieder, die schöne declamatorische Leistung des Herrn Rich. Li cb es n y im Vorträge des Gedichtes „Strike der Schmiede" und schließlich das „Römische Intermezzo" von Herrn Richard G r o ß m a n n, welches die Lachmuskeln der Zuhörer in Bewegung setzte, und rauschenden Beifall fanden. Das Tanzkränzchen, zu welchem die beliebte Musikkapelle O s e r lustige Weisen spielte, endete erst um 4 Uhr Früh. Jeder Theilnehmer ging mit dem angenehmen Bewußtsein nach Hause, sich gut amüsirt und dabei zu einem wohlthätigen Werke beigetragen zu haben. — r. Budapest. Der König von Italien hat Herrn Doctor Anton Radü, der sich um die Kenntniß der italienischen Sprache in Ungarn große Verdienste erwarb, zum Ritter des italienischen Kronen-Ordens ernannt.' — Cultusminister Dr. Wlassics hat Herrn Philipp Läszlo, hervorragenden jüdischen Maler, für das im Künstlerhause ausgestellte Bild: Wwe. Gräfin Ladislaus Mayläth, die goldene Medaille zuerkannt. Mähr.-Weißkirchen. Bei den am 18. und 19. Mai stattgefundenen Gemeindewahlen in der Jsraelitengenkeiude wurden die Herren: Salomon Schlesinger, Adolf Adler, Dr. Josef Rein, Samuel Haber, Dr. Wilhelm Bloch, Benedict Wolf, Ferdinand Rindl, Moses Vogel und Samuel Fischl mit großer Majorität gewählt. Gegen die Wahl wurde der Recurs eingebracht. Gr.-Meseritsch. Der erste Jahrzeitstag des verewigten Baron Hirsch bot Anlaß zu einer imposanten Trauerkundgebung. Am Sonntag den 9. Mai l. I., Nachmittags, versammelte sich die Repräsentanz der israelitischen Cultusgemeinde und die Vorstände fämmtlicher Institute im Gemeindehause, um das neuangeschaffte Bildniß des großen Philantropen in Augenschein zu nehmen. Hierauf begaben sich die Herren in den Tempel, woselbst bereits die ganze Gemeinde, die Schuljugend, die Lehrer und viele Damen anwesend waren. Der in allen Räumen festlich beleuchtete Tempel war mit schwarzem Tuch drapirt, Bundeslade, Altar und Kanzel schwarz bedeckt. Nachdem das Minchagebet unter Choralbegleitung vorgetragen und ein Seelenlicht entzündet worden war, bestieg der Rabbiner Dr. Weiner die Kanzel, um das Leben und Wirken des leider zu früh dahingeschiedenen, großen Philantropen in ergreifenden Worten zu schildern und mit einem Seelenheilgebete zu schließen. Sodann wurde vom Obercantor Steiner „Menucha Nechona" recitirt und ein Trauerpfalm unter Harmoniumbegleitung gesungen, worauf von zwei Waisenknaben „Kaddisch" gesagt wurde, womit die Trauerfeier beendet war. Sämmtliche Theilnehmer verließen in tiefbewegter Stimmung das Gotteshaus. I. St. Bad Hall (Oberösterreich). Frau Charlotte Klein aus Linz hat hier im eigenen Hause Nr. 53 ein, den modernen Anforderungen entsprechendes ntw Pensionat eröffnet. Klasno. (V e r l o b u n g.) Fräulein Marie Perlberger, Tochter des Herrn Joachim S. Perlberger, Chef der bekannten Großhandlung H. Perlberger's Sohn, hat sich mit Herrn Max Altmann, Sohn des Herrn Leopold Altmann in Kattowitz, verlobt. Btrovitiea (Slavonien). Unser geehrter Herr Rabbiner Dr. H. E. Kaufmann wurde von einem schweren Schicksalsfchlage heimgesucht, seine Mutter, Frau Bitta Kaufmann aus Dukla, welche einer alten Rabbinerfamilie entstammte und ihren Stammbaum bis auf den großen und weltberühmten Talmudgelehrten Rabbi Josua Falk zurückführen konnte, ist am 19. Mai in Frankfurt am Main in ihrem 55. Lebensjahre gestorben. Leipnik. (Baron Hirsch Gedenkfeier.) Anläßlich des Sterbetages des großen Philantropen Baron Moritz Hirsch fand am 16. d. M. im hiesigen Tempel eine solenne Trauerseier statt, welcher zahlreiche Andächtige anwohnten. Rabbiner Dr. Feiwel Hillel hielt einen eindruckvollen Nachruf und zeichnete die ausgezeichneten Verdienste des Verklärten und verrichtete ein Gebet für das Seelenheil des Dahingeschiedenen.

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