Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 22 (28.5.1897)
- Date
- 1897-05-28
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021169-3021191--06785-3031082- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seile 456 Vr. Vwch's Wochenschrift Nr. 32 In der Synagoge am alten Markt wurde am vergangenen Sabbath während des Gottesdienstes des Jahrestages vom Hinscheiden des Baron Hirsch in feierlicher Weise gedacht. Von Seiten der hohen Statthalterei wurde das erste jüdische Gemeindestatut, das Statut der Cultusgemeinde Lipsko, bestätigt. Lemberg. Geehrte Redaction der Oesterreichischen Wochenschrift! Erlaube mir im Namen des gefertigten Sonnte und auf Grund des § 19 d. P.-G., die geehrte Redaction höflichst zu ersuchen, die in Ihrem vielgeschätzten Blatte Nr. 21 unter Correspondenz Lemberg enthaltenen Unwahrheiten über den hiesigen Statutenstreit zu wiederlegen. 1. Wahr ist es, daß die Statuten — in Folge der b er a t h e n d e n Stimme des Dr. Caro — aber nicht wegen Formfehler allein an den Cultusvorstand zurückgeleitet wurden. 2. Wahr ist es, daß der Cultusrath nach nochmaliger Berathung, einige Wünsche der Protestirenden berücksichtigt hat, aber unwahr ist es, daß das Statut fast in derselben Gestalt wie früher angenommen, da doch die von den Protestirenden beanständeten §§ 10, 31, 32, 33, 35, 44, 73 und 77 in anderer Form stipulirt wurden. 3. Unwahr ist es, daß für das Rabbinatscolleginm der Cultusvorstand für den Vorsitz Einen ddr drei Rabbiner designiren kann, da dieser Passus — in den zwischen der Conservativen und Fortschrittspartei vorgelegten Statuten — nicht vorkam, und ausdrücklich, gemäß Uebereinkommen, der couservative Rabbiner den Vorsitz beim Rabbinatscollegium führen und sogar alle von den Behörden gestellte Fragen erledigen wird. Um Einverleibung in Ihrem geschätzten Blatte bittet, für das Centralcomite zur Verfassung der Statuten Julius Hochfeld Lemberg, den 23. Mai 1897. Schriftführer Klagenfurt. (Spenden- Verzeichniß für die Erbauung eines israelitischen Leichen haus es in Klagenfurt.) Chewra-Kadischa Fiume 5 fl.; Chewra- Kadischa Brod a. d. Save 2 fl.: Chewra-Kadischa Coustantiuopel 10 fl; Jg Adler, Graz 1 fl.; Jakob Mayer, Graz 5 fl.; Eman. Singer. Graz 2 fl.; Jakob Neumann u. Söhne, Graz 2 fl.; Joach. Ziele, Graz 10 fl.; Nina Fröhlich Edle v. Feldau, Graz iC fl.; Aut. Roseuöerg u. Söhne, Graz 3'fl.; Simon Rendi, Graz 1 fl.; L. Pollak u. Sohn, Graz 2 fl.; Brüder Pollak, Graz 8 fl.; Isidor Agler, Graz 2 fl.; Max Hacker, Wien 1 fl.; Carl Lemberger, Wien 5 fl.; Brüder Wellesz, Wien 5 fl.; S. Heit, Wien 5 fl.; Jakob Honig u. Sohn, Wien 3 fl.; Löwy u. Schnitzer, Wien 5 fl.; Weißmann u. Co., Wien 2 fl.; I. Wolf u. Sohn, Wien 2 fl.; L. Preßburger u. Sohn, Wien 5 fl.; Moritz Löwy, Wien 5 fl.; Schmidt u. Reiß, Wien 2 fl.; W. Wolf u. Sohn, Wiener-Neustadt 5 fl.; S. Mayer, Wiener-Neustadt 1 fl.; Moritz Klaber, Oedenburg 3 fl.; Josef Wiener, Oedenburg 3 fl.; Dr. Bernhard Kramer, Kirchbach 5 fl.; Max Adler, Mürzzuschlag 2 fl.; Leopold Spielmann, Jägerndorf 1 fl.; Karl Kronberger, Ried, 2 fl.; Rubiczek u. Fischer, Prag 5 fl.; Gttf. Weltsch Nachflg., Prag 5 fl.; Brüder Buxbaum, Eipel 2 fl.; Jgnazio Weiß, Triest 5 fl.; Adolf Feigelstock, Morczall 1 fl.; Moritz Kronberger u. Sohn, Pest 5 fl.; S. Bloch n. Söhne, Brünn 5 fl.; V. B. Goldberg Eidam, Jungbunzlau 2 fl.; Gebr. Felsenstein, Fürth 3 fl.; Bärenheim, Ulm-3 fl.; Simon Hacker u. Sohn, Erlach 5 fl.; Zusammen 166 fl. Ro^nau. (Achtzehntes Spenden-Verzeichn i ß.) Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und eines Asylhauses für lungenkranke arme Glaubensgenossen im Curorte RoLn au sind weiters nachstehende Spenden eingegangen von: Alois Reich, Wien, .1., Czerningasse 3 10 fl.; Oberrabbiner I. Löw, Szegedin 6 fl.; Frau Dr. Jsabella Wolffsohn, Lomnitz2 fl.; M. G. ^isenfeld, Premysl l fl.; Chewra-Kadischa Premysl 5 fl.; Chewra-Kadischa Krakau 5 fl.; Chewra-Kadischa Miawah 3 fl.; Chewra-Kadischa Kolta 3 fl.; Chewra-Kadischa Probuzna 1 fl.; Jsraelttische Gemeinde Potna 2 fl.; Frauenverein Nikolsburg 5 fl.; zusammen 43 fl. Letzter Ausweis 3570 fl. 58 fr., Summa 3613 fl. 58 kr. Dr. L. S. Skreinka, Adolf Pollak, Curarzt in RoLnau. Fabrikant in Proßnitz. Marcus dt e u m a n n, Mitglied des Cultusvorstandes in Proßnitz (Mähren). Berlin, 17. Mai. Gestern fand die Jahressitzung der Ja'.ßloge des B'ne Brith-Ordens in der Logenhalle (Wilhelmstraße) statt, zu welcher sich mehr denn sechzig Vertreter der Logen aus allen Theilen Deutschlands eingefunden hatten, u. A. die Herren Rabbiner Dr. R o s e n t h a l-Breslau, Dr. H i l l e r - Beuthen, Dr. L o e b - Mainz, Oberrath Dr. Staad ecker-Mannheim, Dr. Placzek -Posen, Dr. M an- Stettin, D. Meyer- Stargard, E l i e l - Köln, Dr. L o e b - Straßburg, Gabriel H i r s ch - Halberstadt. Der gestrigen Versammlung wurde eine ganz besondere Ueberraschung bereitet. Der greise Großpräsident des Ordens, Herr Julius Bieu aus New-Iork, und Herr Henry G r e e n b a u m aus Chicago hatten die anstrengende Seereise nicht gescheut und waren gekommen, um den deutschen Brüdern die herzlichsten Grüße ihrer Gleichstrebenden jenseits des Oceans zu überbringen. Herr Bieu, welcher von einer besonderen Delegation in Cuxhafen empfangen worden war, hatte die hohe Genugthuung, die segensreiche und gedeihliche Entwicklung wahrzunehmen, welche die vor nunmehr zwölf Jahren installirte Deutsche Großloge genommen hatte. Unter solchen Auspicien ging man mit um so größerem Eifer an die Erledigung der vorliegenden Anträge und Geschäfte. Neben einem Anträge, die hohen Ideen des Ordens in die weitesten Kreise zu tragen und auch in den kleineren Plätzen einzelne Personen für die erziehlichen Zwecke desselben zu gewinnen, ist noch von allgemeinem Interesse eine Anregung, welche, wie verlautet, dahin ging, daß die Großloge ihr Augenmerk auf die, auch in Ihrem Blatte wiederholt gerügten Schäden des sogenannten Flatower Nomadenthums richten und für diesen Zweck einen Credit von 2000 Mark bewilligen möge. Die Wahlen für den Vorstand der Großloge ergaben, daß Herr Sanitätsrath Dr. M a r e tz k y - Berlin, welcher dieses Amt bereits seit einem Jahrzehnt bekleidet, zum ersten Präsidenten, Herr Josef Wisl o ch-Frankfurt a. M. zum ersten, Herr Adolph M a y e r-Berliu zum zweiten Vicepräsidenten, Herr Siegmund Berge l-Berlin, dem diese ehrenvolle Stelle bereits zum dreizehnten Male übertragen ward, zum Schatzmeister, und endlich Herr D. Wolf, welcher dieses Amtes bereits seit eineinhalb Jahrzehnten waltet, zum Secretär gewählt wurden. Am Abend vereinigte ein glänzendes Bankett sämmtliche Mitglieder in dem prächtig decorirten Festsaale des Hotels Kaiserhof. In einer zündenden Ansprache begrüßte zuerst mit bewährter Meisterschaft Herr Siegmund B e r g e l den Ehrengast Julius B i e n, dessen Verdienste derselbe Redner auch im vorigen Jahre anläßlich der Feier seines siebzigsten Geburtstages mit Worten gerechten Ruhmes geschildert hatte. Nachdem hierauf Herr Dr. M a r e tz k y den begeistert aufgenommenen Toast auf Se. Majestät beit Kaiser gesprochen und Herr Berget die Gattin des Ehrengastes in englischer Sprache gefeiert, dankte Herr Bien tief gerührt für die zahlreichen Beweise der Liebe und Freundschaft. Es folgten Herr Adolf M a y e r mit einer Ansprache an Herrn Henry Green bau m, Herr Dr. L o e b-Mainz mit einem Toast auf die Großloge und zuletzt weihte Herr Dr. Marks-München, Präsident der jüngsten Loge, in wohlverdienter Anerkennung sein Glas dem unermüdlichen Festcomitä. Seine Krönung erhielt das Bankett durch ein meisterhaftes Festspiel, welches in edlem dichterischen Schwung, in feinsinniger Allegorie die hehren Principien des Ordens feierte und, von bewährten Künstlerinnen und Künstlern vorgetragen, stimmungsvoll in eine Huldigung für Herrn Julius Bien, dessen Bildniß zum Schluß mit Lorbeer umkränzt wurde, ausklang. In gehobener Stimmung trennte man sich, um am Montag noch einmal zu einem ländlichen Vergnügen, einem Dampferausfluge nach dem Nedlitzsee zusammenzukommen. Die Erinnerung an diese festlichen Tage wird Jedem, der au ernsten und heiteren Veranstaltungen theilnahm, unvergeßlich bleiben und ihn neu bestärken in den Empfindungen reiner Menschlichkeit und treuer Bruderliebe, welche in immer weiteren Kreisen zu wecken und zu vertieien, die neidenswerthe Aufgabe des Bn'e Brith-Ordens ist. Berlin, 19. Mai. (Noch ein jüdischer Polizeipräsident.) Aus Stockholm wird dem „Börsen-Courier" geschrieben: In Ihrer geschätzten Zeitung bringen Sie eine Notiz von einem " jüdischen Polizeipräsidenten in Amerika. Für die große Anzahl ihrer Leser würde es wohl von Interesse sein, falls Sie die Güte haben möchten, Folgendes in einer Notiz zur Kenntniß zu bringen: „Hier in Stockholm bekleidet Herr Gemmy Rubenson (ein Jude) schon seit 1876 das Amt eines Polizeipräsidenten, nachdem er schon mehrere Jahre vorher den Posten eines Polizei-Intendanten bekleidet und schmückt seine Brust eine große Attzahl in- und ausländischer Orden (darunter