Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 20 (14.5.1897)
- Date
- 1897-05-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 20 Dr. Blvch's Wochrnkchrifl Seite 417 Der Kaiser nickte freundlich zustimmend. Nachdem Dr. Güdemann nun in hebräischer und deutscher Sprache den Segen gesprochen hatte, fuhr er, das Haupt wieder entblößend, fort: „Ich danke Eurer Majestät allerunterthänigst fiir die allergnädigste Auszeichnung, in welcher meine Glaubensgenossen in dieser f ü v j t e s o schwere n Zeit ein Zeichen der Unwandelbarkeit der Huld Eurer Majestät erblicken." Der Kaiser antwortete : „Nun, es freut mich, wenn sie es so auf gef aßt haben; es gilt übrigens auch Ihrer Person." (W ei te r e A ns z e i ch n u ng e n.) Der Kaiser hat dem Director des Wiener Giro- und Cassenvereines, Herrn I. Kanitz, den Orden der Eisernen Krone dritter Classe und dem Vice- Director desselben Institutes, Herrn Dr. Paul Hammerschlag, das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Wien. (Auszug a n s d e m S i tz u n g s - P r 0 t 0 k 0 l l e des C u l t u s v 0 r st a n d e s v 0 m 9. M a t 1897.) Einlauf: Dankschreiben der Frau Baronin Hirsch de Gereuth für die Gedenkfeier aus Anlaß des Todestages ihres im Vorjahre verstorbenen Gatten Baron Moriz Hirsch von Gereuth. Zuschrift der Cnltusgemeinde Krakau, in welcher dem Cultusvorstande für die Intervention und erfolgreiche Bemühung bei der Gründung des österreichisch-israelitischen Gemeindebundes und für die „liebenswürdige und glänzende Aufnahme der Delegirten" der innigste Dank entgegengebracht wird. Dankschreiben des Herrn Leopold Pollak für die Gratulation anläßlich seiner Wahl zum Präsidenten des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft. Zur Kermtniß. lieber Antrag des Präsidiums wird beschlossen, zur Erweiterung der Bureau-Localitäteu, Räumlichkeiten in dem dem Gemeindehause angrenzenden Nachbarhanse in Miethe zu nehmen. Dringlichkeitsantrag der Herren Dr. Stern und Consorten. „Die israelitischen Schüler am Communal-Real- und Ober-Gymnasium des I. Wiener Gemeindebezirkes wurden mit ihrem Ansuchen um Schnlgeldbefreinng ungeachtet nachgewiesener Mittellosigkeit und entsprechenden Fortgangsclassen vom Stadtrathe abgewiesen. — Diese Abweisung erfolgte, soweit die Erhebungen der unterfertigten Vorstandsmitglieder Dr. Stern und Dr. Kohn reichen, ausnahmslos und auch gegenüber jenen Schülern, deren Ansuchen von dem Professvren-Collegium des Gymnasiums beantragt, oder befürwortet wurden. Daß für die Verweigerung der Schulgeldbefreiung die C 0 n f e s s i 0 n der Petenten der alleinige Grund war, steht soweit ganz außer Frage. — Ein solches Vorgehen einer autonomen B eh ö r d e, des Stadtrathes, zu qualificiren, erscheint überflüssig. Die Thatsache selbst spricht laut und stark genug. Die Gefertigten erachten es als eine moralische Berpsiichtung des Vorstandes der israelitischen Cnltusgemeinde, im officiellen Wege jene Thatsachen der staatlichen Aufsichtsbehörde zur Kenntniß zu bringen und es dem Pflichtbewußtsein derselben anheim zu geben, daß sie kraft des ihr gesetzlich zustehenden Anfsichtsrechtes beziehungsweise ihrer Aufsichtspflicht gegenüber solchen Vorgängen zu verfügen erachtet. Die Gefertigten stellen sonach den Antrag, der Vorstand möge im officiellen schriftlichen Wege das erwähnte Vorgehen des Wiener _ Stadtrathes Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter von Niederösterreich zur Kenntniß bringen." Einstimmig angenommen. Hierauf wird eine Anzahl Reclamationen, betreffend die Cultussteuer, der Erledigung zugeführt. _ Wien. (Tra ner g 0 tt esd ienst für Baron Hirsch.) Sonntag, als am ersten Jahrestage des Hinscheidens des Philantropen Baron Moriz Hirs ch-G ereuth fand auf Beschluß des Vorstandes der hiesigen israelitischen Cnltus gemeinde im israelitischen Tempel in der Seitenstettengasse ein Trauergottesdienst statt. Das Gotteshaus war hellerleuchtet, die Bundeslade. schwarz drapirt. Im Tempel hatten sich eingefunden: Der Präsident der israelitischen Cultnsgemeinde kaiserlicher Rath Heinrich K l i n g e r, Vicepräsident Dr. Alfr. Ster n, mit den Vorstandsmitgliedern und Secretär Dr. Lieben, der Präsident der Baron H i r s ch-Stiftung, David Ritter von G u t m a n n, mit dem Schatzmeister Sigmund Ritter von Bauer und dem Secretär Moriz F r i e d l ä n d e r, Professor Dr. H. N e um a n n, die Bethausvorsteher Jacques B r a n d e i s, der Präsident des politischen Volksvereines Dr. H. F i a l l a, der Director des Blindeninstitutes auf der hohen Warte, Heller, ferner der Baurath Donat Z i f f e r e r, Generalsecretär kaiserlicher Rath Lein kauf, der Präsident der türkisch-israelitischen Gemeinde A d n t t, der Präsident des Vereines zur Hebung der Gewerbe S. B r v d. Vertreter des philantropischen Vereines und vieler anderer humanitärer Vereine, sowie ein zahlreiches Publicum. Allgemein wurde vermerkt, daß voll beit sechs jüdischen Abgeordneten des Landes Galizien, für dessen nothleidende jüdische Einwohner der Heimgegangene Philautrop so unendlich viel gethan, blos der einzige Abgeordnete Dr. M. R 0 s e u st 0 ck und der ^frühere Abg. Dr. B l 0 ch erschienen waren. Nachdem Obercautor Siuger mit dem Chorpersonal, unter bewährter Leitung des Herrn Professor Joseph Sulz er den 49. Psalm feierlich anstimmte, hielt Oberrabbiner Dr. G ü d e m a u lt dem Andenken des verblichenen Wohlthäters einen warmen Nachruf. Er gedachte insbesondere der hervorragenden Stiftung des Baron Hü r s ch, der von ihm ins Leben gerufenen jüdischen Colonien, in welchen Tausenden der bedrängten Stammesgenofsen ein neues und gesichertes Dasein erschlossen wurde. Mit einem Gebete für das Seelenheil des Berstorbeuen schloß er die pietätvolle Feier. Abends fand im Bethhause „L i w i a s Che n", II., Obere Donanstraße 89, ein solenner Trauergottesdienst statt. Das Gotteshaus, dem Anlasse entsprechend schwarz drapirt, konnte kaum die Zahl der Andächtigen fassen. Zu bemerken waren u. A. die Herren : Chacham P a p 0, Bethansvorsteher S. A. W a s s e rvogel, Bezirksausschuß Ludwig Wald st e i n, der Director der Kinderbewahranstalt S. Fische r, Landesgerichtsrath Dr. K 0 h n, zahlreiche Mitglieder mit dem Gesammtvorstande des Bethauses „L i w i a s Chen". Nachdem Obercautor Kläger unter Assistenz seines wohlgeschulten Chorpersvnales den 49. Psalm vorzüglich wiedergegebeu, betrat Rabbiner L ö w y die Kanzel, um die tiefempfundene Gedenkrede zu Halten, welche den Lebenslauf des Verstorbenen vorführte. Mit dem Absingen der Psalmen wurde die gelungene Feier beendet, um deren Arraugenient der rührige Obmann des Vereines, Herr Emil Jelinek, sich besondere Verdienste erworben. ” E. I. Wien—Mariahilf. Unter besonders starker Betheiligung fand am 9. d. M. im Tempel des VI. Bezirkes, Schmalzhofgasse 3, die diesjährige feierliche Mädchenconfirmation statt. Der Tempel konnte kaum die Zahl der Besucher fassen, die sich aus den besten Kreisen der beiden Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau recrutirten und zum großen Theile Angehörige der s e ch s u n dzwanzig C 0 n f i r m a n d i n n e n waren. Nach dem Vortrage des Ma tauwu und eines Psalmes, der vonl Obercautor Dünmann mit dem Chore und Orgelbegleitung in gewohnt meisterhafter Weise zu Gehör gebracht wurde, hielt der Bereinsprediger Seine Ehrwürden Herr Gemeinderabbiner Dr. Taglicht eine tiefempfundene Ansprache ail die in weißen Festkleidern erschienenen Confirmandinnen, in der er ihnen die Bedeutung der Feier in klarer und formvollendeter Weise anseinandersetzte. Hierauf wurde die Prüfung der Mädchen vorgeuvmmeu; sämmtliche Fragen wurden von den Mädchen präcise und correct beantwortet und man merkte es den Antworten an, daß diese nicht mechanisch eingelernt waren, sondern von den Confirmandinnen wohl verstanden und sinngemüß wiedergegeben wurden. Man konnte wahrnehmen, daß der Geist uild die Bedeutung unserer uralten Glaubenslehren diesen Mädchen durch den Unterricht vermittelt wurden, und war es ganz besonders erfreulich, daß auch die hebräischen Sätze in richtiger Betonung und fehlerlos recitirt wurden. Nach der feierlichen Ablegung des Glaubensbekenntnisses überreichte der Prediger jeder Confirmandin ein künstlerisch ausgestattetes Gedenkblatt und ertheilte ihnen den Segen, worauf ein Choral von Sulzer diese erhebende Feier stimmungsvoll beendete. — y. Wien. Dem Vereine zur Hebung der Gewerbe in Wien wurde die Auszeichnung zu Theil, in die Ausst e l l u n g s c 0 m m i s s i 0 n für die Wiener Jubiläums-Ausstellung 1898 berufen zu werden. Der V e r e i n s v 0 r st a n d hat als Ausstellungs- C 0 m m i s s ä r e delegirt die Herren S. B r 0 d, Präsident und Leopold G u t t m a n n, Vicepräsident des Vereines. Aussteller, Mitglieder des Vereines, welche irgend einen Wunsch oder eine Beschwerde bezüglich dieser Ausstellung vorzubringen in der Lage sind, mögen sich diesbezüglich an obgenannte Herren oder an die Vereinsleitung wenden. Auch A n m e l d u n g e n zu der Ausstellung werden daselbst augenourruerk. Wien. (A u s w e i s e i n g e g a n g e n e r S p e n d e n z n m Baue eines Tempels in der B r i g i tt e n a n.) Mehrere Geschäftsfreunde der Firma Jacob Ellbogen & dröhne fi. 30; Erno Adler, Iglo, fl. 10; Maximilian