Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 19 (7.5.1897)
- Date
- 1897-05-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 402 Nr. 19 Vr. Vloch's wochenkchrifi nähren, sind uns anonym aus Eger 50 kr. zngekommen, welche wir der Bestimmung zugeführt haben. Wien. (Wiener B e t h - H a m i d r a s ch.) Die Vorlesungen des Herrn Rabbiner Dr. Gelb haus finden Montag und Donnerstag von 6—7'/, Uhr statt. Wie«. Frau Emma Lichtenstadt, Kreisgerichts- und Stadtarztenswitwe, die Mutter des Redacteurs Herrn Johann Lichtenstadt, ist am 2. d. M. gestorben. Das Leichenbegängniß fand am 4. d. M. um halb 10 Uhr Vormittags vom Trauerhause, III., Matth aus gaffe 6, aus statt. Herrn Dr. Lichtenstadt sind aus diesem Anlässe aus allen Kreisen der Gesellschaft Zeichen der Theilnahme und Sympathie zugekommen. Wie». (Professor Dr. Leopold O s e r.) Wie die „Wiener Zeitung" im amtlichen Theile publicirt, hat der Kaiser dem Primarärzte des israelitischen Krankenhauses in Wien, außerordentlichen Professor der internen Medicin an der Wiener Universität und Sanitätsrathe Dr. Leopold O s e r in Anerkennung seines vieljährigen, sehr verdienstlichen Wirkens den Titel eines Regie rungsrathes verliehen. Die Auszeichnung Professor O s e r's, eine der glänzendsten Zierden der Wiener medicinischen Schule, wird in der Wiener Gesellschaft, in welcher sich der berühmte Arzt um seiner echten Menfcheufteundlichkeit und Herzensgüte der allseitigsten Sympathien erfteut, mit aufrichtiger Beftiedigung begrüßt werden. Wie man uns mittheilt, ist diese Auszeichnung mit Rücksicht auf die fünfundzwanzigjährige überaus ersprießliche Thätigkeit des Gelehrten als Primararzt und ordentliches Mitglied des niederösterreichischen Landes-Sanitätsrathes erfolgt, nachdem er die ihm von Seite der letzteren Körperschaften zugedachten Ovationen dankend abgelehnt hatte. Wie«. Der Obercantor der polnisch-israelitischen Tempelgemeinde „Beth-Jsrael", Herr Mayer S ch o r r, welcher bereits drei Jahre provisorisch an dieser Gemeinde gewirkt hat, ist nunmehr mit Stimmeneinhelligkeit des Vorstandes definitiv znm Obercantor an der Synagoge in der Leopoldsgasse in Wien ernannt worden. Die endgiltige Wahl fand am letzten Chal hamoed statt, und wurde zugleich der Beschluß gefaßt diesem verdienten Beamten eine besondere Anerkennung seiner musikalisch-chasanischen Leistungen sowohl, auch in Würdigung seines persönlichen Charakters dadurch zu beweisen, daß ihm eine friihere zehnjährige Amtsthätigk e i t, als an dieser hiesigen Gemeinde geleistet, angerechnet werden soll. Herr Obercantor S ch o r r sprach aus diesem Anlasse am letzten Feiertage unmittelbar nach der Haskarah in einem momentan eingegebenen, wohlgesetzten Mischeberach seinen tiefgefühtten Dank aus, welcher einen tiefen Eindruck hervorgebracht hat. 88er. Wie«. (Leopold st ädter Franc N-W ohlthätigkeitsverein.) Diesem jungen, aber schon in vollster Blüthe stehenden Unternehmen wurde eine besondere Auszeichnung zutheil. Herr Rabbiner Dr. Schmidl hatte die große Güte, in seiner Predigt am letzten Pefsachtage dieses Vereines in warm empfundenen Worten zu gedenken und richtete zum Schlüsse an unsere wohtthättgen edeldenkenden Glaubensgenossen einen Appell mit dem Bemerken, daß sich keiner ausschließen sollte, dieses wahrhaft humane Unternehmen durch Beittitt oder Spenden zu fördern. Die Präsidentin Frau Dr. K o h n stattete hierauf persönlich an der Spitze mehrerer Comitsdamen namens des Vereines, sowie jener Aermsten, welche durch die hoffentlich reichlich Segen bringenden Worte des edlen Priesters der bittersten Noth enttissen werden, den innigsten Dank ab. .Herr Baron Springer spendete zu Händen der Präsidentin 100 fl. Wie«. (Leop oldst äd ter Kranken - Un terst ützungsverein „Nächstenlieb e".) Der Vorstand dieses Vereines wurde am Sonntag den 2. Mai d. I. vom Präsidenten der israelittschen Cultusgemeinde, Herrn kaiserlichen Rath Heinrich K l i n g e r, in besonders auszeichnender Weise empfangen, um ihm das Ehrendiplom dieses Vereines zu überreichen. Nachdem der Beschluß des Vorstandes dem Herrn Präses in geziemender Weise bekanntgegeben ward, erbat sich dieser den Besuch einer Abordnung des Vorstandes im Präsidialbureau der israelitischen Cultusgemeinde. Der Schriftführer des Vereines, Herr Moritz Rosenblatt, welcher im Vereine mit den Herren Hermann L ö w y und Gustav Pollak das Ehrendiplom dem Herrn kaiserlichen Rathe überreichte, richtete an den Präsidenten eine würdige Ansprache und bat ihn, die Jnteresien der Wohlthätigkeitsvereine wahrzunehmen. Herr kaiserlicher Rath K l i n g e r erwiderte, daß er sich über die Ehrung aufrichtig freue; er kenne den Verein und seine Intentionen ganz genau und er lege gerade jetzt Gewicht darauf, daß ein so großer Verein, wie es der Leopoldstädter Kranken- Unterstützungsverein „Nächstenliebe' ist, ein Factor sei, mit dem sowohl er, als auch der Gesammtvorstand der Wiener israelitischen Cultusgemeinde stets rechnen werden. Wien. Samstag den 1. Mai veranstaltete der Einzelverein Wien des „Zion "-Verb and es im Restaurant Robitschek einen Vortragsabend, an welchem der hier weilende jüdische Volksdichter Herr Abraham G o l d f a d e n, der bekannte Gründer der jüdischen Bühne, eine Reihe seiner Dichtungen vortrug. Das ans 10 Gesängen bestehende Gedicht „Schabsiel", sowie die anderen ernsten und heiteren Dichtungen übertrafen alle Erwartung. Wahrhaft überrascht waren diejenigen Zuhörer, die der Entwicklung der Jargonliteratur in den letzten Jahren ferngestanden und jetzt nach langer Zeit wieder einmal echt jüdische Klänge aus dem Munde eines talentvollen Volksdichters wie Goldfaden ertönen hörten. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria".) Der letzt stattgefundene Borttagsnachmittag dieses Vereines gestaltete sich zu einem der glänzendsten in dieser Saison. Herr Dr. P r o ß n i tz sprach über das Hohe Lied und erntete für seine gediegenen, hochinteressanten und lehrreichen Ausführungen wohlverdienten Beifall. Sonntag den 9. d. M. findet im Vereinslocale I., Schottenring 24, der nächste Vortragsnachmittag statt. Gäste (Damen) sind herzlichst willkommen. Mährisch-Weistkirchen. Bei der am 24. April stattgefundenen Sitzung der Jsraeliten-Gemeinde wurden Herr Professor Dittel und Se. Ehrwürden Herr Dr. M. Deutsch, Rabbiner, Ottatting, zum Ehrenbürger ernannt. Krakau. Der Abgeordnete Dr. Arnold v. Porada- R a p o p o r t hat der sich hier gründenden Volksküche für arme Glaubensgenossen den Betrag von 500 fl. gespendet. Gleichzeitig hat der Abgeordnete v. Rapoport einem hiesigen Comitö, an dessen Spitze der Vicepräsident der Cultusgemeinde, Handelskammerrath Hirsch Land au steht, den Betrag von 2000 fl. gespendet mit der Widmung, diesen Betrag als zinsenlose Darlehen an arme Handwerker zu vertheilen. Das Comits hat bereits die Action begonnen, möge dieselbe dem unter dem Antisemitismus so schwer leidenden Handwerkerstande reiche Hilfe gewähren. Prag. Der Verein jüdischer Hochschüler in Prag veranstaltet Samstag den 8. Mai d. I. einen Vereinsabend, an welchem Herr Heck. 6auä. Emanuel Sachs über das Thema „Nathan der Weise und Shylock" referiren wird. Beginn: 8 Uhr. Local: Hotel Flusser, Altstädter-Ring. Gäste (Damen und Herren) haben Zutritt. Ustrzyk«, 1. Mai. (Dankadresse.) Eine Deputation der Ortsrichter von zwanzig Gemeinden des Gerichtsbezirkes Ustrzyki überreichte dem nach Dolina versetzten Notar Dr. Arthur B l u m e n f e l d, Ehrenbürger der Stadt Lutowisko, in Anerkennung seiner humanen und verdienstvollen Wirksamkeit eine Dankadresse. Der Deputation schloß sich der Pfarrer von Ustrzyki an. Turnau. Herr Dr. Follmann, ein sehr befähigter und strebsamer junger Mann, wurde in Turnau gleich nach seiner schönen und inhaltsreichen Probepredigt, die auf die.Hörer einen mächtigen Eindruck machte, einstimmig zum Rabbiner gewählt. Herr Dr. Follmann, der auch geprüfter Lehrer ist und mehrere Jahre Leiter des Prager israel. Knaben-Waisenhauses war, besitzt außer seiner rabbinischen Gelehrsamkeit noch eine reiche pädagogische Begabung und wird darin sowohl in der Gemeinde als auch im Besonderen bei der Erziehung der Jugend zum religiösen Leben gewiß eine äußerst segensreiche Thätigkeit entfalten können. Kaaden, Donnerstag den 8. v. M. wurde unter großer Betheiligung aller Kreise Frau Jetti Löbl zu Grabe getragen. Die Verstorbene war überall, wo es galt, Thränen zu ttocknen. Traurige zu trösten, Leid zu mildern. Tiefreligiös erzogen (eine Verwandte Wolf Maiers in Prag) übte sie Thora, aboäo und g?milnth hassadim. Kein Armer verließ ihr Haus ohne Gabe, kein Trauernder ohne Trost. Stets regen Antheil nehmend an den Interessen der Gemeinde, hatte sie immer ein warmes Herz für Alles, was die heilige Sache bettaf. In ihr verliert die Familie die zärtliche Mutter, die Gesellschaft ein still, aber segensreich wirkendes Mitglied. Ihr Andenken sei gesegnet und zum Segen!